{"id":65505,"date":"2025-04-27T13:35:11","date_gmt":"2025-04-27T13:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/65505\/"},"modified":"2025-04-27T13:35:11","modified_gmt":"2025-04-27T13:35:11","slug":"leipzigs-geburtenziffer-sinkt-auch-2024-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/65505\/","title":{"rendered":"Leipzigs Geburtenziffer sinkt auch 2024 \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Sind es wirklich nur die Krisen unserer Zeit, die immer mehr junge Menschen dazu bringen, auf einen erf\u00fcllten Kinderwunsch zu verzichten? Klimakrise, Krieg in der Ukraine, Wirtschaftsflaute, zunehmender Rechtsextremismus \u2026 Wahrscheinlich ist es auch hier so, dass viel mehr Ursachen zusammenkommen, wenn junge Menschen auf Kinder verzichten. Ganz simple materielle Gr\u00fcnde wie zu kleine oder unbezahlbare Wohnungen, Inflation und knappe Einkommen spielen ganz bestimmt auch eine Rolle, wenn Leipzigs Geburtenzahlen in den letzten zwei Jahren regelrecht eingebrochen sind.<\/p>\n<p>Andrea Schultz untersucht das Thema im neuen Quartalsbericht Nr. 4\/2024. Und zieht einen Vergleich mit anderen deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten, die l\u00e4ngst unter demselben Ph\u00e4nomen leiden. Auch wenn der Einbruch den Geburtenzahlen in Leipzig sogar noch fr\u00fcher einsetzte.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/552e90bb8a4c4b0fbec2e889de95721d.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2025\/04\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2025\/04\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>\u201eSeit einigen Jahren sinken die absoluten Geburtenzahlen in Leipzig. Kamen im Jahr 2016 noch 6.873 Kinder zur Welt und 2017 sogar 6.976, sank die Geborenenzahl in den Folgejahren von Jahr zu Jahr ab. Im Jahr 2024 wurden laut Melderegister der Stadt Leipzig noch 4.819 Leipziger Babys geboren\u201c, schreibt Andrea Schultz in ihrem Beitrag.<\/p>\n<p>\u201eDer R\u00fcckgang der absoluten Geburten Zahlen ist darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass immer weniger Frauen (und M\u00e4nner) Kinder bekommen. Denn die Zahl der Frauen (und M\u00e4nner) im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter steigt sogar an.\u201c<\/p>\n<p>Will die Generation Z tats\u00e4chlich keine Kinder? Sitzt die Zukunftsangst so tief, dass immer mehr junge Menschen keine Kinder in eine Welt setzen wollen, die immer mehr von Krisen und Klimaextremen gepr\u00e4gt ist?\u00a0Den Statistikern bleiben in der Regel nur die nackten Zahlen.<\/p>\n<p>Der lange Schatten der 1990er Jahre<\/p>\n<p>\u201eEin Indikator zur Messung der relativen Geburtenh\u00e4ufigkeit der Frauen ist die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer (total fertility rate, TFR). In Leipzig lag diese im Jahr 2016 noch bei 1,47 Kindern je Frau. Aktuell ist der Wert auf knapp unter 1,0 gesunken\u201c, schreibt Andrea Schultz.<\/p>\n<p>Und damit n\u00e4hert sich die Zahl den noch etwas niedrigeren Raten der 1990er Jahre, als der komplette Osten einen heftigen Einbruch der Geburtenzahlen erlebte. Ein Ereignis, das sich \u00fcbrigens heute noch in der Bev\u00f6lkerungspyramide abzeichnet, denn die Folge waren regelrecht halbierte Geburtenjahrg\u00e4nge. Und das sind ausgerechnet die jetzt in die Familienplanung kommenden jungen Leute der Generation Z, die nun selbst noch wenige Kinder bekommen (wollen).<\/p>\n<p>\u201eEine \u00c4nderung des Geburtenverhaltens stellen aktuell viele St\u00e4dte in Deutschland fest\u201c, schreibt Andrea Schultz. \u201eEine Geburtenanalyse \u00fcber insgesamt 24 deutsche St\u00e4dte bringt folgende Erkenntnisse: Die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) ausl\u00e4ndischer Frauen sinkt in den ausgew\u00e4hlten St\u00e4dten seit dem Jahr 2016 und konvergiert in Richtung der Werte f\u00fcr die deutschen Frauen. Bei deutschen Frauen ist die TFR seit der Corona-Pandemie 2021 r\u00fcckl\u00e4ufig. Eine Erholung ist bisher nicht sichtbar.<\/p>\n<p>In Leipzig hat der R\u00fcckgang der zusammengefassten Geburtenziffer (TFR) auch bei Frauen mit deutscher Staatsangeh\u00f6rigkeit bereits 2016\/2017 eingesetzt. Folglich setzte der R\u00fcckgang der Fertilit\u00e4t in Leipzig fr\u00fcher als in anderen St\u00e4dten ein und der R\u00fcckgang f\u00e4llt \u00fcberproportional stark aus. Unter allen 24 analysierten St\u00e4dten sank die zusammengefasste Geburtenziffer in Leipzig am st\u00e4rksten, und zwar um -34,1 Prozent (2016 bis 2024). Es folgen die St\u00e4dte L\u00fcbeck (-33,6 Prozent), Dresden (-29,5 Prozent) und Jena (-26,4 Prozent). Die geringsten Fertilit\u00e4tsr\u00fcckg\u00e4nge waren in Ingolstadt (-5,8 Prozent), Freiburg im Breisgau (-7,9 Prozent) und Dortmund (-10,1 Prozent) zu verzeichnen.\u201c<\/p>\n<p>Die deutlichen Unterschiede zwischen ost- und westdeutschen St\u00e4dte k\u00f6nnten auch darauf hindeuten, dass dabei Einkommen und gesicherter Familienunterhalt eine gewichtige Rolle spielen. Denn Familien gr\u00fcnden junge Leute ja in der Regel dann, wenn beide \u00fcber ein gesichertes Einkommen verf\u00fcgen und auch die entsprechend gr\u00f6\u00dfere Wohnung und die Kosten eines Familienhaushalts problemlos bezahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein Thema, das in der Diskussion zum Leipziger Wohnungsbau seit Jahren eine zentrale Rolle spielt. Denn gerade bezahlbare familiengerechte Wohnungen entstehen viel zu wenige. Doch gerade der Berufseinstieg verl\u00e4uft \u2013 auch f\u00fcr gut ausgebildete junge Leute \u2013 oft genug schleppend und mit oft befristeten Einstiegsangeboten, die keine wirkliche Basis f\u00fcr eine gute Familienplanung sind.<\/p>\n<p>Hier scheinen sich mehrere Probleme zu ballen, die auch direkt mit Vers\u00e4umnissen einer Politik zu tun haben, die eher auf die Bed\u00fcrfnisse einer \u00e4lteren W\u00e4hlerschaft ausgerichtet ist, die Sorgen der jungen Menschen aber meist ignoriert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sind es wirklich nur die Krisen unserer Zeit, die immer mehr junge Menschen dazu bringen, auf einen erf\u00fcllten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":65506,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[29220,3364,29,17233,30,71,25242,859],"class_list":{"0":"post-65505","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-bevoelkerungsentwicklung","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-geburtenrate","12":"tag-germany","13":"tag-leipzig","14":"tag-quartalsbericht","15":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114410194501052274","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65505","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65505"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65505\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65506"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}