{"id":655177,"date":"2025-12-18T13:24:23","date_gmt":"2025-12-18T13:24:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/655177\/"},"modified":"2025-12-18T13:24:23","modified_gmt":"2025-12-18T13:24:23","slug":"diedrich-diederichsen-ueber-berlin-die-boheme-ist-nicht-im-krieg-sie-steht-sich-nur-selbst-im-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/655177\/","title":{"rendered":"Diedrich Diederichsen \u00fcber Berlin: Die Boheme ist nicht im Krieg, sie steht sich nur selbst im Weg"},"content":{"rendered":"<p>Die Berliner Boheme werde von Staat und Kapital abgeschafft, glaubt der Theoretiker Diedrich Diederichsen. Doch seine Diagnose ignoriert die Realit\u00e4ten von Antisemitismus und einer radikalisierten Popkultur \u2013 und \u00fcbersieht den Kern aller kreativen Freiheit.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Man ist ja vor allem froh. Auch wenn Berlin zuletzt als Kunststadt weniger wichtig wurde, ist die Stadt immer noch f\u00fcr eine Debatte gut \u2013 wenn auch f\u00fcr nicht viel mehr. Als Refugium f\u00fcr K\u00fcnstler habe Berlin im Jahr 2025 n\u00e4mlich endg\u00fcltig ausgedient, beklagt der einflussreiche Kritiker und Kulturwissenschaftler Diedrich Diederichsen in seinem grunds\u00e4tzlich gestimmten <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.artforum.com\/features\/year-in-review-2025-diedrich-diederichsen-war-on-bohemia-1234738079\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.artforum.com\/features\/year-in-review-2025-diedrich-diederichsen-war-on-bohemia-1234738079\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Essay \u201eThe War on Bohemia\u201c<\/a> in der Dezemberausgabe des amerikanischen Kunstmagazins \u201eArtforum\u201c.  <\/p>\n<p>Letzteres ist Leitmedium. Der Text ist Teil eines Jahresr\u00fcckblicks, wird viel gelesen \u2013 und l\u00e4sst nichts Gutes hoffen. \u201eDie Zahl der Orte auf der Welt, an denen man mit ernsthaft betriebener bildender Kunst seinen Lebensunterhalt verdienen kann, ist drastisch geschrumpft \u2013 zugleich w\u00e4chst die Zahl der Orte, an denen Menschen f\u00fcr konsequentes kreatives Handeln ins Gef\u00e4ngnis kommen, in alarmierendem Tempo\u201c.<\/p>\n<p>Es war nie leicht, gegen den Mainstream zu schwimmen und die Dinge um ihrer selbst willen zu tun. Nun aber ist es fast unm\u00f6glich, argumentiert Diedrichsen. Die Boheme bietet dem prek\u00e4ren Kreativen kein Ausweichquartier mehr an, sie lockt nicht mehr mit einer k\u00fcnstlerischen oder akademischen Mini-Karriere, wenn es f\u00fcr den Kunstmarkt nicht reicht. Die Digitalisierung zieht den Bohemiens das bisschen Boden weg, das unter den K\u00fcnstlerf\u00fc\u00dfen noch vorhanden war. Das wenige Geld, das man mit kleineren Auftr\u00e4gen oder Verk\u00e4ufen machen konnte, wird vom entfesselten Kapital vereinnahmt und der Kreative fortgesto\u00dfen wie eine ausgerauchte Selbstgedrehte.  <\/p>\n<p>Die Boheme \u2013 nutzlos?<\/p>\n<p>Mieten steigen, Preise wachsen, F\u00f6rderungen werden gestrichen. Das stimmt. Aber Diederichsen schildert keine Konjunktur, sondern einen finalen Abgrund. Habe es nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch einen Pakt gegeben zwischen Staat und Kapital einerseits und den unangepassten Sch\u00f6pfern andererseits, so sei es damit jetzt endg\u00fcltig vorbei. Die Boheme sei dem Kapital nutzlos geworden und werde deshalb verachtet und unterdr\u00fcckt: \u201eZun\u00e4chst tolerant, doch zugleich ver\u00e4chtlich; sp\u00e4ter extraktiv, die Boheme als spekulativen Verm\u00f6genswert sowie als Quelle von Soft Power und symbolischem Kapital ins Visier nehmend; schlie\u00dflich repressiv.\u201c <\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article693be9cca2b27337507d9ac9\/deutschland-konferenz-in-zuerich-wie-die-progressive-linke-an-der-staatsraeson-ruettelt.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article693be9cca2b27337507d9ac9\/deutschland-konferenz-in-zuerich-wie-die-progressive-linke-an-der-staatsraeson-ruettelt.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Diedrich Diederichsen<\/a> gilt als der wohl bedeutendste Pop-Erforscher des Landes und kennt sich mit Alternativ- und Subkultur nun wirklich aus. Der 68-J\u00e4hrige stimmt hier einen Abgesang an \u2013 und erkennt ein Ende jener gro\u00dfen Parabel, die von den Absinth trinkenden Habenichtsen im Montmartre des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts \u00fcber Soho, Brooklyn und bis nach Neuk\u00f6lln reichte und die nun unversehens abbricht.  <\/p>\n<p>Er schlie\u00dft mit seiner Analyse zwei Prozesse kurz. N\u00e4mlich einmal einen \u00f6konomischen, der von Technologie und Marktkonzentration getrieben ist, und einen politischen, der von der Erstarkung autorit\u00e4rer Kr\u00e4fte und rechter Denkweisen angetrieben wird. Beide verst\u00e4rken sich gegenseitig und wirken doppelt niederschmetternd. Berlin ist Kronzeuge dieser Entwicklung. Die Stadt ist seit den 1990er-Jahren ein Magnet f\u00fcr K\u00fcnstler, auch weil hier der Staat die Kunst nach Kr\u00e4ften f\u00f6rdert.  <\/p>\n<p>Seit dem Gazakrieg aber habe ein zunehmend repressiver Staat die vielen internationalen Kreativen in die Zange genommen. Berlin sei nicht mehr frei. \u00c4hnlich argumentierte bereits im April 2024 der Autor <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2024\/04\/06\/arts\/design\/berlin-israel-gaza-art-scene.html\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nytimes.com\/2024\/04\/06\/arts\/design\/berlin-israel-gaza-art-scene.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Jason Farago in der \u201eNew York Times\u201c<\/a>. \u201eDieses Gef\u00fchl neuer Begrenzungen, neuer Kontrollen, neuer \u00c4ngste fordert bereits seinen Preis f\u00fcr die Kultur \u2013 in einer Stadt, die die Offenheit gegen\u00fcber K\u00fcnstlern in der Zeit nach dem Mauerfall zu ihrem Markenzeichen gemacht hatte\u201c. <\/p>\n<p>Boykotte statt Differenzierungen<\/p>\n<p>Diedrich Diederichsen beklagt den \u201est\u00e4ndigen Missbrauch\u201c des Antisemitismusvorwurfes in Deutschland, die \u201eD\u00e4monisierung\u201c von Denkern wie Achille Mbembe und die \u201eerniedrigende\u201c Befragung von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/kunst\/plus246667814\/Haus-der-Kulturen-der-Welt-Die-postkoloniale-Welt-des-Bonaventure-Ndikung.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/kunst\/plus246667814\/Haus-der-Kulturen-der-Welt-Die-postkoloniale-Welt-des-Bonaventure-Ndikung.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bonaventure Ndikung<\/a>, durch die deutsche Presse nach seiner Ernennung als Intendant des Hauses der Kulturen der Welt (HKW) zum Thema Antisemitismus. Ndikung hatte zuvor ein Kunstfestival in den Niederlanden geleitet, dessen Team zum Boykott Israels aufrief. Nun kann man streiten, ob Interviews mit dem Chef einer \u00fcppig finanzierten Bundesinstitution schon als erniedrigende Behandlung anzusehen sind. Der Punkt ist aber offensichtlich ein anderer.  <\/p>\n<p>Es gab und gibt einen Missbrauch des Antisemitismusvorwurfes durch Rechte. Es gibt aber eben auch: Antisemitismus. Es gibt t\u00f6dlichen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/video6940fb66ee38f909a4fbb4c8\/terroranschlag-in-australien-der-sohn-wurde-schon-sehr-frueh-radikalisiert-neue-details-zu-den-bondi-beach-attentaetern.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/video6940fb66ee38f909a4fbb4c8\/terroranschlag-in-australien-der-sohn-wurde-schon-sehr-frueh-radikalisiert-neue-details-zu-den-bondi-beach-attentaetern.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Terror wie am 14. Dezember 2025 in Sydney<\/a> und einen allt\u00e4glichen, der Juden f\u00fcr Israels Politik verantwortlich macht. Diese Differenzierungen fehlen im Text. Es gibt einiges, was bei dem die Gegenwartskultur sonst so minuti\u00f6s beobachtenden Diederichsen nicht vorkommt: der kalkulierte Nihilismus der propal\u00e4stinensischen Bewegung etwa, der israelische K\u00fcnstler ausgrenzt und auch das Magazin \u201eArtforum\u201c boykottieren und so letztlich abschaffen wollte, nachdem die Zeitschrift sich 2023 von ihrem Chefredakteur David Velasco getrennt hatte.  <\/p>\n<p>Schon lange gibt es eine Spaltung innerhalb des Kunstbetriebs \u00fcber den Nahost-Konflikt. Und doch \u00fcberrascht einen die manich\u00e4ische Drastik, mit der Diederichsen einen festgefahrenen Diskurs in eine kriegerische Auseinandersetzung umdeutet. So entmachtet man auch den Gegenstand der Verteidigung. Die Boheme bezog ihren Nimbus ja gerade aus nonkonformistischen Verhaltensweisen, aus innerer Distanz zu Ideologien, Apparaten und Parteien.  <\/p>\n<p>Die Israel-versus-Pal\u00e4stina-Debatte erlaubt sp\u00e4testens seit dem 7. Oktober 2023 keine uneindeutigen Verhaltensweisen mehr. Ob auf internationalen Kunstbiennalen, Dating-Apps oder auf queeren Technofestivals in Brandenburg, \u00fcberall pl\u00e4rrt es einem \u201eNo Zionists! Free Palestine! Globalize the Intifada!\u201c entgegen. Eine zum Ressentiment heruntergerockte, vereinfachend antikoloniale Sichtweise auf den Nahost-Konflikt ist Teil der internationalen Popkultur geworden und bei vielen in Hass umgeschlagen. Hass aber ist schlecht, er ist unterbelichtet und falsch. Was soll daran bohemistisch sein oder links?<\/p>\n<p>Es gibt einige Fragen, die man sich an den freien Tagen zwischen ESC-Boykott-Ank\u00fcndigungen und antisemitischen Massakern an australischen Str\u00e4nden einmal stellen sollte. Warum ist ausgerechnet der Diskurs um Pal\u00e4stina, der kompliziert genug ist, zum Stein des Ansto\u00dfes und Zankapfel innerhalb der Kunstwelt sowie aller anderen kreativen Welten geworden? Warum wird in der Kunst- und Popwelt einzig der j\u00fcdische Staat boykottiert, aber kein anderer? <\/p>\n<p>Die L\u00f6sung steckt in der Autonomie der K\u00fcnstler<\/p>\n<p>Diedrich Diederichsen stellt sich diese Frage in seiner Generalabrechnung mit den Verh\u00e4ltnissen nicht, obwohl Israel in seiner Argumentation ja als Hauptvorwand f\u00fcr die Boheme-Abschaffung in der deutschen Hauptstadt herhalten muss. Kann man wirklich so tun, als sei Antisemitismus vor allem ein rhetorischer Kniff, um noch besser kulturk\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen? Ist es eine gute Idee, die israelische Zivilgesellschaft zu boykottieren, wenn diese als einzige auf der Welt in der Lage ist, eine harte rechte Regierung in Israel zu verhindern oder abzuw\u00e4hlen? <\/p>\n<p>Die Hauptfrage, die sich einem bei der Lekt\u00fcre stellt, ist aber die nach dem Opferstatus. Als Beleg f\u00fcr \u201enackte Repression\u201c des deutschen Staates dienen Diederichsen die Absagen von Kunstausstellungen unter anderem in Essen, Saarbr\u00fccken und M\u00fcnchen. Tats\u00e4chlich sind viele dieser zur\u00fcckgenommenen Preise und abgesagten Auftritte peinlich gewesen, so auch der in letzter Minute <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article68da4823de710a0a2d5f56d4\/Berlin-Boehmermann-sagt-Auftritt-mit-Rapper-wegen-Antisemitismus-Vorwuerfen-ab.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article68da4823de710a0a2d5f56d4\/Berlin-Boehmermann-sagt-Auftritt-mit-Rapper-wegen-Antisemitismus-Vorwuerfen-ab.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gecancelte Auftritt des Rappers Chefket<\/a> im Rahmenprogramm der Jan-B\u00f6hmermann-Sause im HKW wegen eines fragw\u00fcrdigen T-Shirts. <\/p>\n<p>Solche Absagen sind schlecht, wenn sie auf politische Eingriffe in die Autonomie der Museen, Universit\u00e4ten oder sonstiger Kulturorte zur\u00fcckgehen. Kunstfreiheit muss man aushalten. Will eine Institution mit einem K\u00fcnstler nicht mehr zusammenarbeiten, weil er mit seinem Handeln ihren Werten fundamental widerspricht, dann kann es dazu aber auch keine Pflicht geben. Man kann die Museen weder zwingen, jemanden zu zeigen, noch dazu, ihn nicht zu zeigen. Auch Kuratoren haben Handlungsmacht. <\/p>\n<p>Und damit w\u00e4ren wir beim Hauptproblem. Der von Diedrich Diederichsen ausgemalte Krieg einer \u00dcbermacht aus Staat und Kapital gegen die Boheme spricht den K\u00fcnstlern wie den Institutionen deren Autonomie weitgehend ab. Die hier als unbequemer B\u00fcrgerschreck portr\u00e4tierte <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article254639096\/Anti-Israel-Aktivistin-Eskalation-beim-Auftritt-von-Nan-Goldin-in-Berlin-wie-erwartet.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/kultur\/article254639096\/Anti-Israel-Aktivistin-Eskalation-beim-Auftritt-von-Nan-Goldin-in-Berlin-wie-erwartet.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nan Goldin durfte ihre Rede anl\u00e4sslich ihrer Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie ungehindert halten<\/a>. Im Gegensatz zu deren Direktor Klaus Biesenbach wurde Goldin nicht von Andersmeinenden niedergebr\u00fcllt. Am Ende sind beide, Museum und K\u00fcnstlerin, aufeinander angewiesen, damit die Schau stattfinden kann. <\/p>\n<p>Solche Ausstellungen von linken K\u00fcnstlerinnen mit queeren Motiven sind kein Naturgesetz. In nicht wenigen L\u00e4ndern der Welt greift eine populistische Rechte gerade sehr effektiv nach der Macht im Staat. Wenn die Boheme sich wirklich nur als Opfer der Verh\u00e4ltnisse begreift, dann wird uns der vermeintliche \u201eWar on Bohemia\u201c von 2025 einmal so wohlig nostalgisch stimmen wie ein verblassendes Sponti-Graffiti an der Hauswand eines Altbaubezirks. Das waren noch Zeiten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Berliner Boheme werde von Staat und Kapital abgeschafft, glaubt der Theoretiker Diedrich Diederichsen. 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