{"id":655306,"date":"2025-12-18T14:36:27","date_gmt":"2025-12-18T14:36:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/655306\/"},"modified":"2025-12-18T14:36:27","modified_gmt":"2025-12-18T14:36:27","slug":"verbund-archaeologie-rhein-main-varm-nachwuchsfoerderung-dringend-geboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/655306\/","title":{"rendered":"Verbund Arch\u00e4ologie Rhein-Main (VARM): Nachwuchsf\u00f6rderung dringend geboten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jahrestagung an der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main widmete sich den Themen Generationenwechsel im Fach und Strategien der Zukunft<\/strong><\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/unterzeichnung-verbund-archaeologie-hilgner-650x450px.jpg\" alt=\"Elke Sichert von der Frankfurter Stadtarch\u00e4ologie und Prof. Dirk Wicke unterzeichnen den Vertrag zur Aufnahme der Bodendenkmalpflege der Stadt Frankfurt in den Verbund. \u00a9 Alexandra Hilgner\" class=\"wp-image-86975\"  \/>Elke Sichert von der Frankfurter Stadtarch\u00e4ologie und VARM-Sprecher Prof. Dirk Wicke unterzeichnen den Vertrag zur Aufnahme der Bodendenkmalpflege der Stadt Frankfurt in den Verbund. \u00a9 Alexandra Hilgner<\/p>\n<p>\u201ePerspektiven f\u00fcr die Zukunft\u201c \u2013 unter diesem Motto stand die Jahrestagung des Verbunds Arch\u00e4ologie Rhein-Main (VARM) am Freitag, 5. Dezember, auf dem Campus Westend der Goethe-Universit\u00e4t. 150 Arch\u00e4ologinnen und Arch\u00e4ologen, die an verschiedenen Institutionen im Rhein-Main-Gebiet t\u00e4tig sind, nahmen an der Veranstaltung im Casino-Geb\u00e4ude teil, die im Rahmen der Allianz der Rhein-Main-Universit\u00e4ten (RMU) organisiert wurde. In unterschiedlichen Formaten \u2013 Podiumsdiskussion, Strategiepanel, Runde Tische \u2013 wurden aktuelle Fragen der Arch\u00e4ologie im Rhein-Main-Gebiet er\u00f6rtert, Problemfelder aus unterschiedlichen Perspektiven benannt und nach L\u00f6sungen gesucht. Eine Posterpr\u00e4sentation erg\u00e4nzte das Programm, hier reichten die Themen vom r\u00f6mischen Nida bis in den ilkhanidischen Iran \u2013 die arch\u00e4ologische Forschung im VARM blickt eben weit \u00fcber die Region hinaus.<\/p>\n<p>Vor zehn Jahren war der Verbund Arch\u00e4ologie Rhein-Main (VARM) gegr\u00fcndet worden. Er soll die vielf\u00e4ltigen arch\u00e4ologischen Aktivit\u00e4ten im Rhein-Main-Gebiet zusammenf\u00fchren und bietet Forschenden aus den Altertumswissenschaften eine Plattform f\u00fcr fachlichen Austausch und gemeinsame Projekte. Au\u00dfer den drei Rhein-Main-Universit\u00e4ten (Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt, Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz und TU Darmstadt) geh\u00f6ren dem VARM an: die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, das Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege Hessen, das Leibniz-Zentrum f\u00fcr Arch\u00e4ologie Mainz und die R\u00f6misch-Germanische Kommission des Deutschen Arch\u00e4ologischen Instituts Frankfurt. Im Rahmen der Jahrestagung wurde ein weiteres Mitglied in den Verbund aufgenommen, n\u00e4mlich die Bodendenkmalpflege der Stadt Frankfurt. Damit spiegelt der Verbund eine fachliche Breite, die im deutschsprachigen Raum ihresgleichen sucht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/verbund-archaeologie-2-hilgner-650x450px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-86976\"  \/>\u00a9 Alexandra Hilgner<\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrige Tagung des VARM fokussierte auf die Zukunft des Faches. \u201ePerspektivwechsel: Arch\u00e4ologie der n\u00e4chsten Generation\u201c lautete der Titel der Diskussionsveranstaltung am Vormittag, an der Expertinnen und Experten aus Forschungsinstitutionen, dem Denkmalschutz, aus Museen, Landesbeh\u00f6rden, Universit\u00e4ten und Studierendenschaft beteiligt waren. Im Strategiepanel am Nachmittag ging es unter dem Titel \u201eArch\u00e4ologie sichtbar machen: Strategien der Zukunft\u201c um die Relevanz von Arch\u00e4ologie in der Gesellschaft. In allen Beitr\u00e4gen wurden zwei zentrale Herausforderungen f\u00fcr die Arch\u00e4ologie deutlich: Fachkr\u00e4ftemangel und Ausbildung in Zeiten von Sparma\u00dfnahmen. Der Mangel an Fachkr\u00e4ften ist gr\u00f6\u00dftenteils bedingt durch eine steigende Zahl an (regionalen) Bauma\u00dfnahmen. In Hessen und Rheinland-Pfalz verpflichten arch\u00e4ologische Bodenfunde \u2013 gleich welcher Epoche \u2013 die Bauherren per Gesetz zur wissenschaftlichen Dokumentation, f\u00fcr die qualifiziertes Personal ben\u00f6tigt wird. Durch Stellenk\u00fcrzungen und Einsparungen an den Hochschulen k\u00f6nnen gleichzeitig immer weniger junge Menschen ausgebildet werden. F\u00fcr die RMU-Universit\u00e4ten ergibt sich nun in der Kooperation mit dem arch\u00e4ologischen Verbund ein reichhaltiges Lehr- und Fortbildungsangebot, welches auch au\u00dferuniversit\u00e4re Partner umfasst. Insofern wollen die VARM-Partnerinstitutionen den vorgenannten Herausforderungen gemeinsam begegnen. Durch personalrechtliche \u00c4nderungen wie das aktuell bundesweit diskutierte Verbot von Lehrauftr\u00e4gen wird allerdings die Einbindung externer Kr\u00e4fte erschwert, was zum Wegfall extracurricularer Angebote f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/verbund-archaeologie-kirschner-650x450px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-86986\"  \/>\u00a9 Joachim Kirschner<\/p>\n<p>Die Arch\u00e4ologie leide an fehlender Sichtbarkeit insbesondere in den sozialen Medien und setze noch zu stark auf die klassischen Publikationsformate, so die einhellige Meinung auf der Tagung. Die gesellschaftliche Relevanz m\u00fcsse zudem deutlicher vermittelt werden. Die Rolle des Transmitters in die breite \u00d6ffentlichkeit f\u00e4llt vor allem den Museen zu. Neben der klassischen musealen Leistungsschau mit Objekten in (Sonder-)Ausstellungen, die auf arch\u00e4ologische Arbeit aufmerksam macht, w\u00e4chst die Bedeutung der sozialen wie digitalen Medien \u2013 insbesondere, wenn es darum geht, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse an der Arch\u00e4ologie zu wecken, sei es f\u00fcr die klassische Antike, Griechenland, Rom, den Alten Orient oder das Mittelalter.<\/p>\n<p>Durch m\u00f6glichst fr\u00fche Nachwuchsf\u00f6rderung k\u00f6nnte die Zahl der Studieninteressierten erh\u00f6ht werden. Und w\u00e4hrend des Studiums m\u00fcssen ausreichend Anreize gesetzt werden, um die im Arch\u00e4ologie-Studium grunds\u00e4tzlich hohe intrinsische Motivation bis zum Abschluss zu erhalten. Neben der Nachwuchsf\u00f6rderung spielt aber auch eine angemessene Bezahlung von qualifizierten Fachkr\u00e4ften eine wichtige Rolle, um das Berufsfeld attraktiv zu machen. Daf\u00fcr wollen sich alle Institutionen von VARM einsetzen, denn, wie eines der zentralen Ergebnisse lautete: \u201eEs kann nur gemeinsam gehen!\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"650\" height=\"450\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/verbund-archaeologie-4-hilgner-650x450px.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-86978\"  \/> \u00a9 Alexandra Hilgner<\/p>\n<p>Zum Abschluss der Jahrestagung wurde der Eduard-Anthes-Preis f\u00fcr zwei herausragende Dissertationen zur Vor- und Fr\u00fchgeschichte des deutschen Mittelgebirgsraumes verliehen. Den Preis erhielten Dr.-Ing. Birgit Nennstiel f\u00fcr ihre Arbeit \u00fcber h\u00f6lzerne Gro\u00dfbauten der fr\u00fchen r\u00f6mischen Kaiserzeit und Dr. Roman Zabolotn\u00eei f\u00fcr seine Studie \u00fcber die mittelalterliche W\u00fcstung von Wetzlar-Dalheim. Der Preis, der alle zwei Jahre gemeinsam vom Hessischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst, der hessenArch\u00e4ologie und dem Verein von Altertumsfreunden im Regierungsbezirk Darmstadt e.V. vergeben wird, ist mit 7.500 Euro dotiert und z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten deutschen Arch\u00e4ologiepreisen. Seit 1985 werden damit herausragende wissenschaftliche Arbeiten pr\u00e4miert, die arch\u00e4ologische Themen aus dem deutschen Mittelgebirgsraum zwischen Neckarm\u00fcndung und Norddeutscher Tiefebene behandeln.<\/p>\n<p>Die w\u00e4hrend des Tages gekn\u00fcpften Gespr\u00e4chsf\u00e4den werden nun in kleineren Arbeitsgemeinschaften im kommenden Jahr weiterverfolgt, deren Ergebnisse bei der Jahrestagung 2026 vorgestellt werden sollen.<\/p>\n<p class=\"has-text-align-right\">Von Dirk Wicke und Alexandra Hilgner<\/p>\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\">Das Programm finden Sie <a href=\"https:\/\/varm.hypotheses.org\/files\/2025\/11\/VARM-Programm-2025-8seiter.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">hier \u2192<\/a> <\/p>\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\"><strong>Information:<\/strong><br \/>Prof. Dr. Dirk Wicke<br \/>Vorderasiatische Arch\u00e4ologie<br \/>Institut f\u00fcr Arch\u00e4ologische Wissenschaften<br \/>Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt<br \/>Telefon +49 (0)69 798-32317<br \/>E-Mail: <a href=\"https:\/\/aktuelles.uni-frankfurt.de\/forschung\/verbund-archaeologie-rhein-main-varm-nachwuchsfoerderung-dringend-geboten\/mailto:wicke@em.uni-frankfurt.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">wicke@em.uni-frankfurt.de<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.instagram.com\/goethesarchaeology\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Auf Instagram \u2192<\/a><\/p>\n<p><script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jahrestagung an der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main widmete sich den Themen Generationenwechsel im Fach und Strategien der Zukunft&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":655307,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1829],"tags":[29,2050,2051,30,2052,18884,120857],"class_list":["post-655306","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-frankfurt-am-main","tag-deutschland","tag-frankfurt","tag-frankfurt-am-main","tag-germany","tag-hessen","tag-rmu","tag-sprach-und-kulturwissenschaften"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115741078140726579","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/655306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=655306"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/655306\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/655307"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=655306"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=655306"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=655306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}