{"id":655607,"date":"2025-12-18T17:30:19","date_gmt":"2025-12-18T17:30:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/655607\/"},"modified":"2025-12-18T17:30:19","modified_gmt":"2025-12-18T17:30:19","slug":"nachts-auf-dem-weihnachtsmarkt-tassenklau-falschgeld-und-jede-menge-muell-das-grosse-aufraeumen-nach-der-sause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/655607\/","title":{"rendered":"Nachts auf dem Weihnachtsmarkt: Tassenklau, Falschgeld und jede Menge M\u00fcll: das gro\u00dfe Aufr\u00e4umen nach der Sause"},"content":{"rendered":"<p>Sobald der letzte Gl\u00fchwein auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt ausgeschenkt ist, beginnt das gro\u00dfe Aufr\u00e4umen. Mit welchen Problemen hat man dieses Jahr zu k\u00e4mpfen? Eine Reportage.<\/p>\n<p>Gegen 20.30 Uhr an diesem Sonntag leert sich der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/suche?_charset_=UTF-8&amp;searchSort=desc&amp;searchText=Weihnachtsmarkt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weihnachtsmarkt<\/a> bereits sp\u00fcrbar. Es riecht noch nach Gl\u00fchwein und Punsch, s\u00fc\u00df und schwer liegt der Duft in der kalten Luft. Am Eingang zur Schulstra\u00dfe sitzt ein Trommler, sein Rhythmus hallt \u00fcber den Platz, w\u00e4hrend der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stuttgart\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a>er Marktplatz in warmes, weihnachtliches Licht getaucht ist. An den Stehtischen trinken Menschen die letzten Schlucke aus ihren Tassen, ziehen Schals enger, verabschieden sich. <\/p>\n<p>Keine Lebensmittelverschwendung <\/p>\n<p>Am Stand von Dock Snyder liegen nur noch vereinzelte W\u00fcrstchen auf dem Grill. Was hier noch brutzelt, ist bewusst kalkuliert. \u201eWir schauen zuerst, dass wir auf null rauskommen, dass nicht so viele Lebensmittel \u00fcbrigbleiben und nichts weggeschmissen werden muss\u201c, sagt Johanna H\u00f6pfler. <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.fe799d2d-7247-44bc-8956-804687c990c3.original1024.media.jpeg\"\/>     Sobald sich der Stuttgarter Weihnachtsmarkt dem Ende neigt, geht das gro\u00dfe Aufr\u00e4umen los. Dabei gibt es viel zu tun.    Foto: Lichtgut\/Ferdinando Iannone\/Lichtgut\/Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich das Team freundlich unterh\u00e4lt, beginnen nach dem offiziellen Schlie\u00dfen die routinierten Handgriffe: Fl\u00e4chen werden abgewischt, Zangen zur Seite gelegt, Eimer bereitgestellt. \u201eDanach wird sehr viel geputzt\u201c, sagt H\u00f6pfler. Erst drinnen, dann drau\u00dfen, damit alles wieder picobello aussieht, wenn die erste Schicht um 9.30 Uhr anr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Dass diese Sp\u00e4tschichten dazugeh\u00f6ren, wird hier nicht diskutiert. Die Arbeit mache ihr auch zu dieser Uhrzeit Spa\u00df. Am Ende bleibt gelegentlich noch ein kleiner Bonus: \u201eManchmal darf man Essen mit nach Hause nehmen \u2013 ja, dann halt haupts\u00e4chlich Wurst.\u201c<\/p>\n<p>Aufr\u00e4umen ist Pflichtprogramm <\/p>\n<p>Ein paar Meter nebenan, vor der Wurst Bude, kehrt Tiberio Spedicato, 19 Jahre alt, den liegen gebliebenen M\u00fcll zusammen. Pappteller, Servietten, Becherreste. Den Job an der Bude macht er, um sich noch ein bisschen Geld dazuzuverdienen, bevor er im M\u00e4rz seine Ausbildung bei der Bundespolizei beginnt. Er hat schon auf dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/suche?_charset_=UTF-8&amp;searchText=Cannstatter+Volksfest&amp;searchTags=&amp;searchTags=&amp;searchSort=desc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cannstatter Volksfest<\/a> in der Bude gearbeitet, die Abl\u00e4ufe sitzen. \u201eAbends putzt jeder Stand selbst. Das dauert ungef\u00e4hr eine halbe Stunde\u201c, sagt er, w\u00e4hrend er das Aufgesammelte sorgf\u00e4ltig in den M\u00fclleimer bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Kurz nach 21 Uhr, wenn er seinen Job erledigt hat und nach Hause f\u00e4hrt, ist kaum noch jemand auf dem Platz. \u201eIm Vergleich zum Wasen gibt es hier deutlich weniger Betrunkene\u201c, sagt Spedicato. \u201eDie Leute kommen wegen des Weihnachtsmarkts und betrinken sich nicht so arg. Nat\u00fcrlich gibt es die einen oder anderen, f\u00fcr die das nicht gilt, aber die k\u00f6nnen sich benehmen.\u201c <\/p>\n<p>M\u00fcll, Tassenklau und Falschgeld <\/p>\n<p>Im Handumdrehen schlie\u00dfen die ersten St\u00e4nde ihre Fenster. Manche sichern ihre Buden mit mehreren Schl\u00f6ssern. Nun ist auch das Trommeln restlos verstummt. Der Stand der Stuttgarter Sportf\u00f6rderung nahe der Rathauspassage wirkt bereits blitzblank. Luis Vochezer, FSJler bei der GES, hat gerade die letzten Becher durch die Sp\u00fclmaschine geschickt. \u201eAlles wird abgewischt. Alle Becher werden noch einmal durchgesp\u00fclt\u201c, sagt er, w\u00e4hrend er das saubere Geschirr aufr\u00e4umt. Auch die Zapfh\u00e4hne werden gereinigt, das Geld gez\u00e4hlt und weggebracht.<\/p>\n<p>Ein Blick auf die \u00fcberf\u00fcllten M\u00fclleimer zeigt, dass es ein gut besuchter Tag war \u2013 oder dass die M\u00fcllsituation ausbauf\u00e4hig ist. \u201eDie Tische sind abends sehr dreckig, es bleibt viel M\u00fcll liegen\u201c, erz\u00e4hlt sein Kollege Philipp Collmar, der im dritten Jahr freiwillig am Stand mithilft. \u201eEs gibt eindeutig zu wenige M\u00fclleimer, die sind oft komplett \u00fcberf\u00fcllt.\u201c<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.68a82db5-d23d-49e9-951a-74a6206f6dc8.original1024.media.jpeg\"\/>     M\u00fcll ist und bleibt Thema auf dem Weihnachtsmarkt. In rauen Mengen.    Foto: Lichtgut\/Ferdinando Iannone\/Lichtgut\/Ferdinando Iannone    <\/p>\n<p>Ein Umstand, der den beiden Jungs au\u00dferdem negativ aufst\u00f6\u00dft, ist, der sich wiederholende Tassenklau: \u201eWir beobachten immer wieder organisierte Gruppen, die am sp\u00e4ten Abend Tassen von den Tischen klauen und versuchen, diese f\u00fcr Pfand wieder abzugeben. Die d\u00fcrfen wir aber nicht zur\u00fccknehmen.\u201c<\/p>\n<p>Auch beim Abkassieren ist Aufmerksamkeit gefragt. \u201eFalschgeld kommt immer wieder vor, vor allem 20-Euro-Scheine\u201c, sagt Collmar. Gr\u00f6\u00dfere Scheine w\u00fcrden genauer gepr\u00fcft, besonders bei ruhigerem Betrieb. Wenige Minuten sp\u00e4ter wird ein 50-Euro-Schein tats\u00e4chlich noch einmal unter die Lupe genommen, bevor ein letzter Gl\u00fchwein \u00fcber den Tresen geht.<\/p>\n<p> Kaum Ausschreitungen in diesem Jahr <\/p>\n<p>In leuchtender Sicherheitskleidung ziehen zwei Mitarbeiter ihre Runde \u00fcber den inzwischen fast leeren Platz. Sie kommen gerade vom Infostand. \u201eDa haben wir kurz \u00fcbernommen, damit die Kollegin schnell auf die Toilette gehen konnte\u201c, sagt Momo G., Mitarbeiter einer Stuttgarter Sicherheitsfirma. Seine Arbeitszeiten variieren. \u201eIch fange meistens um 18 Uhr an und arbeite drei bis vier Stunden. Manche arbeiten auch acht Stunden durch \u2013 das ist bei der K\u00e4lte schon heftig\u201c, erz\u00e4hlt er mit nebligem Atem.<\/p>\n<p>Nach Schluss gehe alles ganz schnell. \u201eDie Standbetreiber wollen nach Hause, sie sind m\u00fcde und durchgefroren.\u201c Vor allem sonntags sei die Situation deutlich ruhiger: weniger Besucher, weniger Betrieb, kaum alkoholisierte G\u00e4ste. Insgesamt gebe es in diesem Jahr wenig \u00c4rger. Probleme mit Betrunkenen seien selten. \u201eVielleicht vereinzelt am Wochenende, aber insgesamt wenig.\u201c Auch abseits davon bleibe die Lage ruhig, gr\u00f6\u00dfere Auseinandersetzungen habe es nicht gegeben. Dazu trage auch die durchgehende Pr\u00e4senz von Polizei und Security bei, die rund um die Uhr auf dem Platz unterwegs sind. Das gr\u00f6\u00dfte Thema seien Bettler. \u201eMan schickt sie an einem Ort weg, und kurze Zeit sp\u00e4ter tauchen sie an einem anderen wieder auf. Das ist manchmal etwas nervig, aber insgesamt bleibt die Situation ruhig.\u201c<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter ist der Marktplatz fast leer. Vereinzelt leuchtet noch ein Sternchen \u00fcber einem Stand, irgendwo klappert eine letzte Metallt\u00fcr. Alles ist vorbereitet f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sobald der letzte Gl\u00fchwein auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt ausgeschenkt ist, beginnt das gro\u00dfe Aufr\u00e4umen. Mit welchen Problemen hat&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":655608,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,153535,153533,30,153536,153532,153531,153530,7174,1441,153534,146251],"class_list":{"0":"post-655607","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-diebstahl-auf-dem-weihnachtsmarkt","12":"tag-falschgeld-auf-dem-weihnachtsmarkt","13":"tag-germany","14":"tag-kriminalitaet-auf-dem-weihnachtsmarkt","15":"tag-muell-weihnachtsmarkt","16":"tag-nachtreportage","17":"tag-nachts-auf-dem-weihnachtsmarkt","18":"tag-reportage","19":"tag-stuttgart","20":"tag-tassenklau-auf-dem-weihnachtsmarkt","21":"tag-weihnachtsmarkt-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115741762270427894","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/655607","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=655607"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/655607\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/655608"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=655607"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=655607"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=655607"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}