{"id":65579,"date":"2025-04-27T14:15:09","date_gmt":"2025-04-27T14:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/65579\/"},"modified":"2025-04-27T14:15:09","modified_gmt":"2025-04-27T14:15:09","slug":"die-dreigroschenoper-im-gelsenkirchener-musiktheater-im-revier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/65579\/","title":{"rendered":"\u201eDie Dreigroschenoper\u201c im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier"},"content":{"rendered":"<p>    <a href=\"https:\/\/www.ruhrnachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/27\/14\/630_0900_4669290_Die_Dreigroschenoper_006x-1648x824.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/630_0900_4669289_Die_Dreigroschenoper_006x-640x428.jpg\" width=\"640\" height=\"428\"  alt=\"Frau Peachum (Martin Homrich, r.) ist mit ihrer von Brecht vorgegebenen Rolle nicht zufrieden.\"\/><\/p>\n<p>    <\/a><br \/>\n    Frau Peachum (Martin Homrich, r.) ist mit ihrer von Brecht vorgegebenen Rolle nicht zufrieden. \u00a9 Malinowski<\/p>\n<p class=\"article__teaser-text\">Das Gelsenkirchener Musiktheater im Revier zeigt seit Samstag die beliebte \u201eDreigroschenoper\u201c in einer pfiffigen Inszenierung f\u00fcr singende Puppenspieler.<\/p>\n<p>2 Min Lesezeit<\/p>\n<p>Bertolt Brecht und Kurt Weill nannten ihre \u201eDreigroschenoper\u201c ein \u201eSt\u00fcck mit Musik\u201c. Konzipiert f\u00fcr singende Schauspieler, ist das Werk eher selten im Opernhaus zu h\u00f6ren. Das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen macht da jetzt eine Ausnahme mit Markus Bothes pfiffiger Neuinszenierung, die dort am Samstag begeistert aufgenommen worden ist.<\/p>\n<p>Der Clou der Produktion ergibt sich aus der Beteiligung von Musik- und Puppentheater. Bothe setzt auf diese Weise virtuos den Brechtschen Verfremdungseffekt um. Dabei veranstaltet er ein doppelb\u00f6diges Spiel auf leerer B\u00fchne \u2013 und das ist zun\u00e4chst einmal w\u00f6rtlich zu nehmen, denn in dem einem Spielfeldbrett nachempfundenen Boden sind Klappen eingelassen, durch welche Menschen wie Puppen auf- und abtreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/630_0900_4669292_Die_Dreigroschenoper_003x-1024x683.jpg\" alt=\"Szene aus \" die=\"\" dreigroschenoper=\"\" class=\"wp-image-2001638186\" title=\"Szene aus \"  \/>Schauspieler und Puppen \u2013 hier: Sebastian Schiller als Tiger Brown und Gloria Iberl-Thieme als Macheath \u2013 interagieren in der Gelsenkirchener Neuinszenierung der \u201eDreigroschenoper\u201c.\u00a9  Malinowski<\/p>\n<p>Zugleich sind die Darsteller und die ihnen in der Kost\u00fcmierung gleichenden Gliederpuppen (Peter Lutz) nicht immer einer Meinung. W\u00e4hrend die allesamt Brechts Gesichtsz\u00fcge tragenden Puppen die pers\u00f6nlichen Ansichten ihres Autors vertreten, gehen ihre menschlichen Alter Egos schon mal auf Distanz zu ihm, vor allem wenn es um dessen klischeehaft-fragw\u00fcrdigen Vorstellungen der Geschlechterrollen geht.<\/p>\n<p>Die Geschichte um den Londoner Bettlerk\u00f6nig Peachum, seinen Gegenspieler Macheath (\u201eMackie Messer\u201c), den Herrscher \u00fcber Unterwelt und Rotlichtmilieu, und den korrupten Polizeichef Tiger Brown wird schwungvoll und gewitzt erz\u00e4hlt. Das geschieht \u00fcber weite Strecken auf so unterhaltsame Weise, dass die von Brecht beabsichtigte \u2013 und noch heute g\u00fcltige \u2013 Kapitalismus- und Sozialkritik ganz in den Hintergrund ger\u00e4t. Das \u00e4ndert sich allerdings im zweiten Teil, nicht zuletzt am Schluss, wo mit der Begnadigung Macheaths alles M\u00f6gliche \u201egreat again\u201c gemacht werden soll.<\/p>\n<p>Vielfalt der Tonf\u00e4lle<\/p>\n<p>m Ensemble begeistert die Vielstimmigkeit der Tonf\u00e4lle in Sprache und Gesang. Bele Kumberger stattet die Jenny, eine der ehemaligen Geliebten Macheaths, mit operaler Sinnlichkeit und Stimmgewalt aus. Polly Peachum findet in der Schauspielerin Fayola Sch\u00f6nrock im \u201eBarbarasong\u201c und der Ballade von der \u201eSeer\u00e4uberjenny\u201c eine Chansonette von gro\u00dfem Format. Klaus Br\u00f6mmelmeier verleiht Vater Peachum Autorit\u00e4t und \u00fcberzeugt im \u201eLied von der Unzul\u00e4nglichkeit menschlichen Strebens\u201c mit gesanglichen Qualit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Absolut hinrei\u00dfend als Schauspieler, S\u00e4nger und Puppenspieler ist Martin Homrich in der Rolle der Frau Peachum, gro\u00dfe T\u00f6ne stimmt er in der \u201eBallade von der sexuellen H\u00f6rigkeit\u201c an. Puppenspielerin Gloria Iberl-Thieme tauscht ebenfalls versiert das Geschlecht und wird zu Macheath.<\/p>\n<p>Salonorchester-Besetzung<\/p>\n<p>Die Neue Philharmonie Westfalen in Salonorchester-Besetzung und mit Dirigent Lutz Rademacher am Harmonium tr\u00e4gt wesentlich zum Schwung der Auff\u00fchrung bei. Hinten \u00fcber der B\u00fchne postiert, wird sie auch ins Geschehen einbezogen.<\/p>\n<p>\n\t<a href=\"https:\/\/www.ruhrnachrichten.de\" class=\"button button--brand button--link home-button\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frau Peachum (Martin Homrich, r.) ist mit ihrer von Brecht vorgegebenen Rolle nicht zufrieden. \u00a9 Malinowski Das Gelsenkirchener&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":65580,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1848],"tags":[6824,3364,29,548,663,3934,3658,30,13,14,15,1209,12,6185],"class_list":{"0":"post-65579","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gelsenkirchen","8":"tag-musiktheater","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-gelsenkirchen","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-nordrhein-westfalen","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-veranstaltungen-kultur"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114410351723897643","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65579","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65579"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65579\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65580"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65579"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65579"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65579"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}