{"id":655805,"date":"2025-12-18T19:23:16","date_gmt":"2025-12-18T19:23:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/655805\/"},"modified":"2025-12-18T19:23:16","modified_gmt":"2025-12-18T19:23:16","slug":"weimar-trifft-musiker-wenige-verdienen-viel-und-viele-fast-gar-nichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/655805\/","title":{"rendered":"Weimar trifft Musiker: &#8222;Wenige verdienen viel und viele fast gar nichts&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/weimer-musiker-100.jpg\" alt=\"Wolfram Weimer steht mit Musikerinnen und Musikern zusammen auf einer Treppe.\" title=\"Wolfram Weimer steht mit Musikerinnen und Musikern zusammen auf einer Treppe. | EPA\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.12.2025 19:18 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Musiker verdienen im digitalen Zeitalter nicht mehr so viel wie fr\u00fcher. Beim Streamen erh\u00e4lt der K\u00fcnstler nur wenig von der Geb\u00fchr. Deshalb hat Kulturstaatsminister Weimer Popstars ins Kanzleramt geladen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/markwald-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Nicole Markwald\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1766085796_914_markwald-104.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Spotify, Apple Music, Amazon Music oder Deezer &#8211; Musikstreamingdienste sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. 2024 betrug der Umsatz in Deutschland 2,38 Milliarden Euro, es war das sechste Wachstumsjahr in Folge. Doch nicht alle K\u00fcnstler profitieren von diesem Boom. Um zu beraten, wie K\u00fcnstler besser f\u00fcr ihre Arbeit verg\u00fctet werden k\u00f6nnen, lud der Kulturstaatsminister zu einem &#8222;Pop-Gipfel&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Herbert Gr\u00f6nemeyer formulierte es wenig vornehm. Er nennt n\u00e4mlich die Verg\u00fctung von Musikerinnen und Musikern durch die Streaminganbieter das &#8222;gr\u00f6\u00dfte Idiotensystem im Kapitalismus&#8220;. Gr\u00f6nemeyer ist einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands, hat Millionen Platten verkauft, als an Streamingdienste wie AppleMusic oder Spotify noch gar nicht zu denken war.<\/p>\n<p>    Gr\u00f6nemeyer: &#8222;System f\u00fcr Doofe&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch die Verdienstm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Musiker haben sich mit der Entwicklung weg vom physischen Tontr\u00e4ger wie CD oder Schallplatten hin zum digitalen Konsum von Musik drastisch verschlechtert. Wenn jemand sein Album streamt, erkl\u00e4rt Gr\u00f6nemeyer, erh\u00e4lt er von der monatlichen Geb\u00fchr f\u00fcr einen Streaminganbieter rund zwei Cent. Der restliche Betrag geht in einen gro\u00dfen Topf, und den bekommt derjenige, der die meisten Klicks hat, sagt der Musiker.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Von dieser Aufteilung profitieren Superstars wie Taylor Swift oder Superhits wie &#8222;Baby Shark&#8220;. Ein System f\u00fcr Doofe, schiebt Gr\u00f6nemeyer sauer hinterher. Der Gro\u00dfteil der Einnahmen verbleibt bei den Streaming-Plattformen selbst und den Labels. K\u00fcnstler kritisieren schon seit langem, dass es immer schwerer wird, von ihrer Musik zu leben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Christopher Annen von der Band AnnenMayKantereit beschreibt eine Multikrise. Sie besteht in seinen Augen aus sinkenden Konzerteinnahmen, sinkenden F\u00f6rderungen, wegbrechenden Streamingverg\u00fctungen und Verlusten durch KI-generierte Musik.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00a0<\/p>\n<p>    Studie: Mehr als 74 Prozent unzufrieden mit Einnahmen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anlass des Gespr\u00e4chs war eine Studie, die von der Bundesregierung gef\u00f6rdert wird. 3.000 Musikschaffende wurden befragt &#8211; mehr als 74 Prozent der Befragten sind unzufrieden mit den Einnahmen aus Musikstreaming. Eine Datenanalyse ergab: 2023 entfielen drei Viertel der Ums\u00e4tze auf eine winzig kleine Gruppe: 0,1% der K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nennt das eine Gerechtigkeitsl\u00fccke, wenn wenige viel verdienen und viele fast gar nichts. Das bedroht laut Weimer die kulturelle Vielfalt der hiesigen Musikszene. Es sei deshalb Zeit, etwas zu tun.<strong><br \/>\n  <\/strong><\/p>\n<p>Bisher hat sich die Politik wenig f\u00fcr das Problem interessiert. Im Koalitionsvertrag war davon die Rede, im digitalen Musikmarkt Streamingplattformen verpflichten zu wollen, Kreative angemessen an den Einnahmen zu beteiligen und f\u00fcr mehr Transparenz zu sorgen. Das Treffen im Kanzleramt mit den Musikschaffenden soll erst der Anfang gewesen sein. Eine Fortsetzung ist in Arbeit, dann sollen auch die Streaming-Plattformen und Musiklabel mit am Tisch sitzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.12.2025 19:18 Uhr Musiker verdienen im digitalen Zeitalter nicht mehr so viel wie fr\u00fcher. 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