{"id":65621,"date":"2025-04-27T14:39:08","date_gmt":"2025-04-27T14:39:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/65621\/"},"modified":"2025-04-27T14:39:08","modified_gmt":"2025-04-27T14:39:08","slug":"warum-strom-in-deutschland-so-teuer-ist-und-wieviel-steuern-und-abgaben-der-staat-abgreift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/65621\/","title":{"rendered":"Warum Strom in Deutschland so teuer ist \u2013 und wieviel Steuern und Abgaben der Staat abgreift"},"content":{"rendered":"<p>Strom z\u00e4hlt zu den Grundbed\u00fcrfnissen jeder modernen Gesellschaft. Dennoch z\u00e4hlt Deutschland zu den L\u00e4ndern mit den h\u00f6chsten Strompreisen weltweit. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Endpreises flie\u00dft nicht in die Energieerzeugung, sondern in staatliche Abgaben und Steuern. Nur rund 43 Prozent entfallen auf die eigentliche Stromproduktion. Der Rest verteilt sich auf ein komplexes Netz von Umlagen und Geb\u00fchren (<a href=\"https:\/\/www.bild.de\/regional\/berlin\/schupelius-sieben-steuern-und-abgaben-darum-ist-der-strom-so-teuer-6808e9aca0edaf6915c4ec57\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bild: 23.04.25<\/a>).<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Der Blick in die Stromrechnung offenbart ein System der Umverteilung<\/p>\n<p>Mit der letzten Jahresabrechnung lieferte der Stromanbieter auch ein \u201eGlossar\u201c mit. Es sollte dabei helfen, die Vielzahl der Begriffe und Zuschl\u00e4ge zu verstehen. Beim Versuch, Klarheit zu gewinnen, \u00f6ffnete sich ein Labyrinth aus sieben verschiedenen Abgaben und Umlagen. Jede einzelne verteuert den Strom zus\u00e4tzlich \u2013 und jede hat ihre eigene Logik.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"691\" data-pagespeed-lazy-src=\"https:\/\/blackout-news.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/xStromzaehler-Shutterstock.jpg.pagespeed.ic.RPKC-0GR1W.jpg\" alt=\"Kosten f\u00fcr Strom- nur rund 43 Prozent entfallen auf die eigentliche Stromproduktion - mehr als die H\u00e4lfte sind Abgaben, Umlagen und Steuern \" class=\"wp-image-30526\" data-pagespeed-lazy-  src=\"\/pagespeed_static\/1.JiBnMqyl6S.gif\" onload=\"pagespeed.lazyLoadImages.loadIfVisibleAndMaybeBeacon(this);\" onerror=\"this.onerror=null;pagespeed.lazyLoadImages.loadIfVisibleAndMaybeBeacon(this);\"\/>Kosten f\u00fcr Strom- nur rund 43 Prozent entfallen auf die eigentliche Stromproduktion \u2013 mehr als die H\u00e4lfte sind Abgaben, Umlagen und Steuern<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst f\u00e4llt die <strong>Stromsteuer<\/strong> ins Auge. Sie verteuert jede verbrauchte Kilowattstunde direkt. Der aktuelle Satz liegt bei 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Danach folgen die <strong>Netzentgelte<\/strong> \u2013 Geb\u00fchren, die anfallen, damit der Strom \u00fcberhaupt zum Verbraucher gelangt. Sie betragen durchschnittlich 10,96 Cent pro Kilowattstunde.<\/p>\n<p>Lokale Abgaben und industrielle Rabatte<\/p>\n<p>An dritter Stelle steht die <strong>Konzessionsabgabe<\/strong>. Sie flie\u00dft an die Kommunen, weil Stromleitungen unter \u00f6ffentlichen Wegen verlaufen. Durchschnittlich betr\u00e4gt sie 1,67 Cent pro Kilowattstunde. Noch weniger bekannt ist die sogenannte <strong>\u00a719-StromNEV-Umlage<\/strong>. Diese sorgt daf\u00fcr, dass Gro\u00dfabnehmer von Strom, wie etwa Industriebetriebe, Rabatte erhalten. Die Differenz bezahlen alle \u00fcbrigen Stromkunden gemeinsam \u2013 im Jahr 2025 etwa 1,558 Cent pro Kilowattstunde.<\/p>\n<p>Auch der Begriff <strong>Blindleistung<\/strong> taucht in der Rechnung auf. Er beschreibt jenen Anteil des Stroms, der im Netz zirkuliert, aber keine nutzbare Energie liefert. Der Anteil steigt, wenn Strom aus Wind und Sonne unregelm\u00e4\u00dfig eingespeist wird. Die dadurch entstehenden Mehrkosten legt der Netzbetreiber auf alle Verbraucher um. Eine konkrete Bezifferung variiert, da sie stark vom regionalen Netz und der Einspeiselage abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Fernw\u00e4rme, Windkraft und Offshore-Umlage<\/p>\n<p>Ein weiterer Zuschlag ist die <strong>KWKG-Umlage<\/strong>, mit der die Kraft-W\u00e4rme-Kopplung unterst\u00fctzt wird. Die Bundesregierung f\u00f6rdert damit die gleichzeitige Erzeugung von Strom und W\u00e4rme. Finanziert wird das \u00fcber die Stromrechnung aller Haushalte \u2013 derzeit mit 0,277 Cent pro Kilowattstunde.<\/p>\n<p>Auch die <strong>Offshore-Netzumlage<\/strong> schl\u00e4gt zu Buche. Sie kompensiert Betreiber von Windparks auf See, wenn es zu Verz\u00f6gerungen beim Anschluss an das Netz kommt oder technische St\u00f6rungen auftreten. 2025 liegt sie bei 0,816 Cent pro Kilowattstunde. Die Entsch\u00e4digung flie\u00dft \u00fcber die Stromrechnung direkt an die Betreiber zur\u00fcck \u2013 selbst dann, wenn kein Strom produziert wird.<\/p>\n<p>Die einstige <strong>EEG-Umlage<\/strong>, die lange Zeit als Haupttreiber f\u00fcr hohe Stromkosten galt, entfiel zwar. Doch die dadurch entstehende Finanzierungsl\u00fccke stopft der Staat nun mit allgemeinen Steuermitteln. Am Ende bleibt die Belastung \u2013 nur die Buchungszeile hat sich ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Mehrwertsteuer als zus\u00e4tzliche Belastung<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu allen genannten Kosten erhebt der Staat auf den gesamten Strompreis auch die Mehrwertsteuer. Der Satz betr\u00e4gt 19 Prozent und gilt nicht nur f\u00fcr den Energiepreis selbst, sondern auch f\u00fcr alle Abgaben, Umlagen und Steuern. Diese Regelung f\u00fchrt zu einer \u201eSteuer auf Steuern\u201c, was die Stromkosten zus\u00e4tzlich in die H\u00f6he treibt. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von etwa 39,8 Cent pro Kilowattstunde entfallen rund 6,35 Cent allein auf die Mehrwertsteuer.<\/p>\n<p>Teure Energiewende \u2013 zulasten der Haushalte<\/p>\n<p>Strom wird in Deutschland nicht nur teuer produziert, sondern auch teuer verteilt. Die eigentlichen Produktionskosten spielen nur eine untergeordnete Rolle. F\u00fcr viele Verbraucher bedeutet das: Trotz sinkender Erzeugungskosten steigen die Endpreise weiter. Gleichzeitig tr\u00e4gt der B\u00fcrger die finanzielle Hauptlast der Energiewende \u2013 \u00fcber die Stromrechnung wie auch \u00fcber Steuern.<\/p>\n<p>Die urspr\u00fcngliche Idee, Stromerzeugung marktwirtschaftlich zu organisieren, hat sich verfl\u00fcchtigt. Inzwischen liegt die Steuerung fast vollst\u00e4ndig in staatlicher Hand. Neue Umlagen entstehen, alte verschwinden oder tauchen an anderer Stelle wieder auf.<\/p>\n<p>Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Der Umbau der Energieversorgung bringt nicht nur \u00f6kologische, sondern auch massive wirtschaftliche Herausforderungen. Doch die Verantwortung daf\u00fcr tragen nicht nur Politiker \u2013 sondern auch Millionen Stromkunden, die Jahr f\u00fcr Jahr immer tiefer in die Tasche greifen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Lesen Sie auch:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Strom z\u00e4hlt zu den Grundbed\u00fcrfnissen jeder modernen Gesellschaft. Dennoch z\u00e4hlt Deutschland zu den L\u00e4ndern mit den h\u00f6chsten Strompreisen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":65622,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,14,3923,15,3921,12,2185],"class_list":{"0":"post-65621","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-de","13":"tag-deutschland","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-nachrichten-aus-deutschland","18":"tag-news","19":"tag-news-aus-deutschland","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-strom"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114410446123260526","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65621","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65621"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65621\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65622"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65621"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65621"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65621"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}