{"id":656812,"date":"2025-12-19T06:31:19","date_gmt":"2025-12-19T06:31:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/656812\/"},"modified":"2025-12-19T06:31:19","modified_gmt":"2025-12-19T06:31:19","slug":"eu-gipfel-neue-schulden-statt-russen-milliarden-eu-staaten-einigen-sich-auf-ukraine-finanzierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/656812\/","title":{"rendered":"EU-Gipfel: Neue Schulden statt Russen-Milliarden \u2013 EU-Staaten einigen sich auf Ukraine-Finanzierung"},"content":{"rendered":"<p>Die EU hat sich geeinigt, wie die Ukraine in den kommenden Jahren finanziell unterst\u00fctzt werden soll: Statt russischer Verm\u00f6genswerte sollen nun Schulden als L\u00f6sung dienen. Russland wird dennoch am Ende die Zeche zahlen, sagt der Bundeskanzler.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die EU-Staaten haben der Ukraine 90 Milliarden \u2060Euro f\u00fcr die kommenden beiden Jahre im Abwehrkampf gegen Russland zugesagt. Nach stundenlangen Debatten auf dem EU-Gipfel beschlossen die 27 Mitgliedstaaten in der Nacht zum Freitag, dass die EU dazu gemeinsame Schulden aufnehmen wird, die durch den Haushalt der Union abgesichert sind. Falls Russland f\u00fcr Kriegssch\u00e4den keine Entsch\u00e4digung leistet, sollen in der EU eingefrorene russische Verm\u00f6genswerte f\u00fcr die R\u00fcckzahlung herangezogen werden.<\/p>\n<p>Die EU will das Geld zu g\u00fcnstigen Konditionen am Kapitalmarkt aufnehmen. Dies ist eine Abkehr von dem von den meisten EU-Staats- und Regierungschefs sowie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bevorzugten Plan, die eingefrorenen russischen Verm\u00f6genswerte direkt zu nutzen. Merz wertete die L\u00f6sung dennoch als einen \u201egro\u00dfen Erfolg\u201c.<\/p>\n<p>Die EU-Kommission hatte \u200dden Finanzbedarf der Ukraine in den kommenden beiden Jahren auf 90 Milliarden Euro beziffert. Das Geld k\u00f6nne ab Mitte Januar \u200dan die Ukraine flie\u00dfen, sagte Merz.<\/p>\n<p>Die Ukraine muss das Geld an die EU nur dann zur\u00fcckzahlen, \u200dwenn Russland Reparationen f\u00fcr die Zerst\u00f6rungen des 2022 von Moskau begonnenen Krieges zahlt. Die eingefrorenen russischen Staatsguthaben in der EU \u00fcber rund 210 Milliarden Euro werden bis dahin immobilisiert bleiben, betonten sowohl Merz als auch EU-Ratspr\u00e4sident Antonio Costa. Deshalb m\u00fcssten die EU-Staaten letztlich nicht f\u00fcr den Kredit aufkommen. <\/p>\n<p>EU werde letzten Endes aber nicht belastet, so Merz <\/p>\n<p>\u201eWir gehen sozusagen ins Obligo. Damit werden aber die nationalen Haushalte nicht belastet, sondern das geht alles \u2060\u00fcber die EU\u201c, betonte Merz. Aber auch diese werde letztlich nicht belastet: \u201eDieses Darlehen \u2060wird eben besichert durch die russischen Verm\u00f6genswerte und auch \u00fcber die russischen Verm\u00f6genswerte zur\u00fcckgezahlt\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>\u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/praesident-des-europaeischen-rates-verkuendet-90-milliarden-euro-fuer-die-ukraine-6944b180ba368aa01269d5f7\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bild.de\/politik\/praesident-des-europaeischen-rates-verkuendet-90-milliarden-euro-fuer-die-ukraine-6944b180ba368aa01269d5f7&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Bild<\/a>\u201c zufolge sagte der Kanzler zudem: \u201eSollte Russland keine Entsch\u00e4digung leisten, werden wir \u2013 in v\u00f6lliger \u00dcbereinstimmung mit dem V\u00f6lkerrecht \u2013 die russischen Verm\u00f6genswerte f\u00fcr die R\u00fcckzahlung heranziehen.\u201c<\/p>\n<p>Der als moskaunah geltende ungarische Ministerpr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n kritisierte die Entscheidung. Das Geld sei verloren, sagte er. Am wichtigsten f\u00fcr sein Land sei, sich nicht beteiligen zu m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Der Bundeskanzler dagegen betonte: Man habe mit der Einigung die Reihenfolge der Finanzierung nur vertauscht. \u200dDie direkte Nutzung der russischen Staatsverm\u00f6gen habe sich in \u200dden langen Beratungen in Br\u00fcssel als zu kompliziert erwiesen. Dennoch sei durch die Einigung erreicht worden, dass Russland f\u00fcr \u2060diesen Krieg zahlen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Dieser neue Weg \u2013 zun\u00e4chst \u00fcber gemeinsame Schulden zu gehen \u2013 sei m\u00f6glich geworden, weil man sich darauf geeinigt habe, den Weg nicht im Kreis der 27 \u200dEU-Staaten zu gehen, sondern im \u2060Rahmen der \u200csogenannten verst\u00e4rkten Zusammenarbeit mit nur \u200c24 EU-L\u00e4ndern. Ungarn, \u200cdie Slowakei und Tschechien wollen sich nicht beteiligen.<\/p>\n<p>Kanzler sieht \u201eklares Signal an Putin aus Europa\u201c <\/p>\n<p>Kurz nach Einigung am fr\u00fchen Freitagmorgen schrieb der Kanzler auf X: \u201eDas Finanzpaket f\u00fcr die Ukraine steht: ein zinsloser Kredit \u00fcber 90 Milliarden Euro, wie von mir gefordert. Ein klares Signal an Putin aus Europa. Der Krieg wird sich nicht lohnen.\u201c Merz schrieb zudem: \u201eWir lassen die russischen Verm\u00f6genswerte eingefroren, bis Russland die Ukraine entsch\u00e4digt hat.\u201c <\/p>\n<p>Die Einigung hatten EU-Ratspr\u00e4sident Costa und Merz am fr\u00fchen Freitagmorgen in Br\u00fcssel \u200dbekannt gegeben. Zuvor hat es stundenlange Debatten \u00fcber die Nutzung des eingefrorenen russischen Staatsverm\u00f6gens gegeben. Diplomaten sagten in der Nacht \u200dzum Freitag in Br\u00fcssel vor Bekanntgabe der Einigung, dass der Vorschlag eines Kredits auf der Grundlage der Nutzung eingefrorener russischer Verm\u00f6genswerte noch weiterer Ausarbeitung bed\u00fcrfe. \u201eDie Gespr\u00e4che drehen sich jetzt um ein Darlehen, das auf dem Spielraum im EU-Haushalt basiert\u201c, sagte ein Diplomat, bevor die Einigung am fr\u00fchen Freitagmorgen bekannt wurde. <\/p>\n<p>Im j\u00e4hrlichen EU-Haushalt gibt es jeweils einen Puffer in Milliardenh\u00f6he, gegen den Darlehen aufgenommen werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Es hie\u00df zudem im Vorfeld der Einigung, dass ein Satz beschlossen werden solle, der das eingefrorene russische \u200dStaatsverm\u00f6gen als letzte Sicherheit f\u00fcr die EU-Kredite beschreibt \u2013 der \u200dalso beide Finanzierungswege kombinieren w\u00fcrde: \u201eDieses Darlehen w\u00fcrde von der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus68fb9c049b0d2f56f665b0bc\/angriff-auf-welt-team-das-unheil-kuendigt-sich-mit-einem-rauschen-an-als-rase-ein-auto-auf-uns-zu.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus68fb9c049b0d2f56f665b0bc\/angriff-auf-welt-team-das-unheil-kuendigt-sich-mit-einem-rauschen-an-als-rase-ein-auto-auf-uns-zu.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Ukraine<\/a> erst nach Erhalt der Reparationszahlungen zur\u00fcckgezahlt werden. Bis dahin bleiben \u2060diese Verm\u00f6genswerte gesperrt, und die Union beh\u00e4lt sich das Recht vor, sie in voller \u00dcbereinstimmung mit dem V\u00f6lkerrecht zur R\u00fcckzahlung des Darlehens zu verwenden.\u201c Damit will \u200dsich die EU \u2060das Recht zusichern, \u200cdie russischen Verm\u00f6gen als Garantien \u200cf\u00fcr den gemeinsamen \u200cKredit einzusetzen.<\/p>\n<p>Merz-Idee scheitert an Frankreich und Italien  <\/p>\n<p>Mit dem Kompromiss wird der von Bundeskanzler Merz bevorzugte Plan zur direkten Nutzung von in der EU festgesetztem russischen Staatsverm\u00f6gen fallen gelassen. Dieser sah vor, vor allem in Belgien festgesetzte Gelder der russischen Zentralbank f\u00fcr Darlehen in H\u00f6he von bis zu 210 Milliarden Euro an die Ukraine zu verwenden. 90 Milliarden Euro davon sollten bis Ende 2027 flie\u00dfen.<\/p>\n<p>Eine Umsetzung dieses Planes zur Nutzung des russischen Staatsverm\u00f6gens scheiterte nach Angaben von Diplomaten vor allem an L\u00e4ndern wie Frankreich und Italien, nachdem zuvor wochenlang vor allem Belgien auf der Bremse stand. Paris und Rom waren demnach nicht bereit, die notwendigen Mittel f\u00fcr den von Belgiens Regierungschef Bart De Wever geforderten Schutzmechanismus bereitzustellen. Er wollte garantiert bekommen, dass alle Risiken, die sich aus der Nutzung der russischen Gelder ergeben k\u00f6nnten, vollst\u00e4ndig gemeinschaftlich abgesichert werden.<\/p>\n<p>Die belgische Regierung sah unter anderem die Gefahr, dass Russland Vergeltung gegen europ\u00e4ische Privatpersonen und Unternehmen \u00fcbt und etwa Enteignungen in Russland vornimmt. Vor allem f\u00fcrchtet sie dabei auch um die Existenz des Finanzinstituts Euroclear, das den Gro\u00dfteil der in der EU festgesetzten russischen Verm\u00f6genswerte verwaltet. <\/p>\n<p>Reuters\/Bloomberg\/dpa\/jac<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU hat sich geeinigt, wie die Ukraine in den kommenden Jahren finanziell unterst\u00fctzt werden soll: Statt russischer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":656813,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[7736,183,13,182,14,15,110,115,12,116,10,8,9,11,9197,117],"class_list":{"0":"post-656812","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-europaeische-union-eu","9":"tag-friedrich-cdu","10":"tag-headlines","11":"tag-merz","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-newsteam","15":"tag-russland-ukraine-krieg-24-2-2022","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-selenskyj","18":"tag-top-news","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-topmeldungen","21":"tag-topnews","22":"tag-ukraine-politik","23":"tag-wolodymyr"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115744832505534542","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/656812","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=656812"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/656812\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/656813"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=656812"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=656812"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=656812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}