{"id":658712,"date":"2025-12-20T01:45:30","date_gmt":"2025-12-20T01:45:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/658712\/"},"modified":"2025-12-20T01:45:30","modified_gmt":"2025-12-20T01:45:30","slug":"jahresendkonferenz-mit-dem-kremlchef-maerchenstunde-mit-wladimir-putin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/658712\/","title":{"rendered":"Jahresendkonferenz mit dem Kremlchef: M\u00e4rchenstunde mit Wladimir Putin"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">   Seine Memoiren zu schreiben plant Wladimir Putin vorerst nicht. Das versicherte der russische Pr\u00e4sident am Freitag zum Ende seiner allj\u00e4hrlichen Veranstaltung \u201edirekter Draht\u201c. Vielleicht ist das die beste Nachricht dieses Tages. Der Mann im Kreml liebt es, seine immer gleichlautenden Thesen aufzuw\u00e4rmen und seinen Auftritten h\u00f6ren ohnehin sehr viele Menschen zu.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">So fanden \u00dcbertragungen seiner ganze viereinhalb Stunden andauernden 22. Jahresabschlusspressekonferenz, bei der auch ausgew\u00e4hlte russische B\u00fcr\u00adge\u00adr:in\u00adnen Fragen stellen durften, auch in Schulen und anderen staatlichen Einrichtungen statt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">Eingangs wollte die Moderatorin Jekaterina Beresowskaja wissen, wie es um die Verhandlungen zur <a href=\"https:\/\/taz.de\/Friedensverhandlungen-fuer-die-Ukraine\/!6138810\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beilegung des bewaffneten Konflikts mit der Ukraine<\/a> st\u00fcnde. Putins Antwort: Auf Seiten der Ukraine sehe er keinerlei Anzeichen f\u00fcr eine Bereitschaft dazu. Allerdings deuteten gewisse Signale darauf hin, dass Kyjiw bereit sei, in einen Dialog zu treten.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Der Kreml sei dazu sowieso bereit und wolle den Konflikt auf friedliche Weise beenden, sobald die Ursachen beseitigt seien. Seine Vorstellungen dazu habe er im Juni 2024 im russischen Au\u00dfenministerium festgehalten. Die Ukraine, zur Erinnerung, solle ihre Streitkr\u00e4fte aus den Gebieten Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson komplett abziehen, also aus Landesteilen, die russische Truppen gar nicht besetzt haben.<\/p>\n<p>      Die Laune steigt<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Putins Laune stieg sichtbar, als er von den Erfolgen seiner Armee berichtete. Bald werde Liman im Donezker Gebiet vollst\u00e4ndig eingenommen und auch andernorts gehe es an der Front voran. In Sumy und Charkiw solle eine \u201eSicherheitszone\u201c geschaffen werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Um von vermeintlichen Erschie\u00dfungen von Zivilisten durch ukrainische Einheiten bei der russischen Einnahme von Sewersk zu berichten, wurde extra ein mit Orden dekorierter Offizier der russischen Armee in die erste Reihe gesetzt. Der allerdings tat sich schwer, seinen Text ohne Hilfe des Moderatorenteams aufzusagen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">Ob Moskau sich schuldig an dem weiteren Tod von Menschen f\u00fchle, sollte Putin Donald Trumps Friedensplan ablehnen? Diese Frage eines Journalisten des US-amerikanischen Senders NBC war vermutlich ernst gemeint.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">Doch Putins Antwort war in h\u00f6chstem Ma\u00dfe zynisch und verlogen: \u201eWir sehen uns nicht f\u00fcr den Tod von Menschen verantwortlich, weil wir den Krieg nicht begonnen haben.\u201c Von Ablehnung k\u00f6nne sowieso keine Rede sein, mit den USA habe man sich im Sommer <a href=\"https:\/\/taz.de\/Treffen-zwischen-Trump-und-Putin\/!6114395\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">beim Pr\u00e4sidententreffen in Alaska<\/a> im Wesentlichen geeinigt.<\/p>\n<p>      Westliche Gegenspieler<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-14\" pos=\"11\"><a href=\"https:\/\/taz.de\/Wahlen-in-der-Ukraine\/!6132229\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einziges Zugest\u00e4ndnis: Putin wolle dar\u00fcber nachdenken, Angriffe im Inneren der Ukraine einzustellen, sollte es zu Wahlen kommen, um deren sicheren Ablauf zu gew\u00e4hrleisten<\/a>. Auch sollte es sich auf russischem Gebiet aufhaltenden ukrainischen Staatsangeh\u00f6rigen m\u00f6glich sein, ihre Stimme abzugeben, damit die Ukraine eine \u201elegitime Staatsf\u00fchrung\u201c erhalte.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"12\">In der Welt des Wladimir Putin k\u00f6nnte es so friedlich zugehen, zum Wohl aller, w\u00e4ren da nicht Russlands westliche Gegenspieler. Diese die Kriegsrealit\u00e4t komplett auf den Kopf stellende Botschaft war nicht zu \u00fcberh\u00f6ren. Der Ball liege jetzt im Feld der ukrainischen F\u00fchrung und vor allem der europ\u00e4ischer Sponsoren Kyjiws.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"13\">Die hatte Putin zwei Tage zuvor als \u201eJungsauen\u201c beschimpft \u2013 ein Jargon, den sich bislang nur Ex-Pr\u00e4sident Dmitrij Medwedjew zueigen gemacht hat. Eine belarussische Journalistin hatte Gefallen an dem Begriff gefunden und Putin am Freitag daf\u00fcr ausdr\u00fccklich gelobt. Der ruderte jedoch leicht zur\u00fcck, er habe niemand Konkretes damit gemeint.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"14\">Aber wen er im Blick hatte, ist auch ohne Namensnennung klar: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Ueberraschende-Einigung\/!6139940\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Verantwortlichen in Br\u00fcssel, die \u201eRaub\u201c an russischem Verm\u00f6gen begehen wollen, aber sich in der Europ\u00e4ischen Union nur auf halbe Sachen, wie einem zinslosen Kredit an die Ukraine, einigen k\u00f6nnen<\/a>.<\/p>\n<p>      Reichlich Erfahrung<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"16\">Putin triumphiert angesichts europ\u00e4ischer Uneinigkeit und k\u00fcndigt an, die eigenen Interessen zu verteidigen. Darin hat der Kreml ja mittlerweile reichlich Erfahrung, siehe Putins Erz\u00e4hlung dar\u00fcber, wer den Krieg in der Ukraine begonnen hat.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-20\" pos=\"17\">Apropos Krieg: Das Jahr 2026 steht unter dem Motto der Einheit aller V\u00f6lker Russlands. Russland mache in dieser Hinsicht, so Putin, alles richtig, besonders jetzt, wo die Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend der \u201emilit\u00e4rischen Spezialoperation\u201c zusammengeschwei\u00dft sei. \u201eWas macht es f\u00fcr die Menschen schon f\u00fcr einen Unterschied, welcher Religion jemand angeh\u00f6rt, wenn sie unter Beschuss stehen?\u201c, fragte er.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-21\" pos=\"18\">In Russland l\u00e4uft alles prima, so h\u00f6rt sich Putins Erz\u00e4hlung an. Es geht nicht stets bergab, sondern bergauf: Die Wirtschaft verzeichnet Zuw\u00e4chse, die Reall\u00f6hne steigen. Geht man ins Detail, trifft das indes fast ausschlie\u00dflich auf die R\u00fcstungsindustrie zu.<\/p>\n<p>      Freudige Nachricht<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-23\" pos=\"20\">Etwa zur Halbzeit von Putins Auftritt dann die freudige Nachricht: Die Zentralbank senkt den Leitzins von 16,5 auf 16 Prozent. Einige N\u00f6te und Sorgen der Bev\u00f6lkerung kamen beim \u201edirekten Draht\u201c ebenfalls zur Sprache, wie hohe Preissteigerung f\u00fcr Lebensmittel, die Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuer und diverse Defizite bei Sozialleistungen. Eine um ihre Wohnungen betrogene Gruppe aus Mariupol hatte sich hingegen vergeblich um Geh\u00f6r bem\u00fcht und war schon im Vorfeld abgewiesen worden.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-24\" pos=\"21\">BBC-Korrespondent Steve Rosenberg gl\u00e4nzte mit der Frage, ob Putin Russlands Zukunft so sehe wie die Gegenwart, wo abweichenden Meinungen hart bestraft w\u00fcrden. Repressionen gegen \u201eausl\u00e4ndische Agenten\u201c? So etwas g\u00e4be es nicht, aus Putins Mund klingt allein der Gedanke abwegig. Das \u201eAgentengesetz\u201c sei keine russische Erfindung und anders als in den USA sei auch keine Strafverfolgung vorgesehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-25\" pos=\"22\">Man m\u00fcsse nur ausl\u00e4ndisches Einkommen angeben. Putin, der sich so gern kenntnisreich gibt, irrt an dieser Stelle. Ausl\u00e4ndisches Einkommen ist laut Gesetz keine Voraussetzung, um als \u201eausl\u00e4ndischer Agent\u201c zahlreichen Beschr\u00e4nkungen unterworfen zu sein. Aber in der Welt des Wladimir Putin sind Fakten Chefsache und haben mit der Realit\u00e4t nur wenig gemein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seine Memoiren zu schreiben plant Wladimir Putin vorerst nicht. 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