{"id":659263,"date":"2025-12-20T07:41:24","date_gmt":"2025-12-20T07:41:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/659263\/"},"modified":"2025-12-20T07:41:24","modified_gmt":"2025-12-20T07:41:24","slug":"kritik-zu-desert-warrior-der-150-millionen-dollar-film-der-vier-jahre-lang-verschwunden-war","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/659263\/","title":{"rendered":"Kritik zu Desert Warrior: Der 150-Millionen-Dollar-Film, der vier Jahre lang verschwunden war"},"content":{"rendered":"<p class=\"bo-p\">Saudi-Arabien m\u00f6chte nicht mehr nur vom \u00d6l-Export leben und diversifiziert deshalb seine Wirtschaft. Eines der Ziele lautet, die lokale Filmindustrie zu entwickeln und dabei auch internationale Produktionen anzulocken. Als eines der ersten Prestigeprojekte entstand so \u201e<b>Desert Warrior<\/b>\u201c, mit einem gesch\u00e4tzten Budget von 150 Millionen Dollar der teuerste jemals in Saudi-Arabien gedrehte Film. Als Regisseur wurde \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/181716.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Planet der Affen: Prevolution<\/a>\u201c-Mastermind <a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/216811.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rupert Wyatt<\/a> engagiert, eine der Hauptrollen spielt Anthony Mackie (fr\u00fcher Falcon, inzwischen Captain America). Ob der Marvel-Star allerdings den titelgebenden W\u00fcstenkrieger verk\u00f6rpert, wird nie so ganz klar, denn im langj\u00e4hrigen Herstellungsprozess stie\u00df die Gro\u00dfproduktion auf erhebliche Schwierigkeiten. Das Ergebnis ist eine lange Zeit eher holprige als mitrei\u00dfende Geschichte, bis es Wyatt zum Ende hin doch noch gelingt, ein bildgewaltiges W\u00fcstenabenteuer auf die Leinwand zu bringen.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Arabien, vor 1.500 Jahren: In mythischer Vorzeit sind die St\u00e4mme der arabischen Halbinsel noch nicht vereint und m\u00fcssen sich der Invasionspl\u00e4ne des Sassaniden-Reichs erwehren. Dessen Herrscher Kisra (<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/6556.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ben Kingsley<\/a>) verlangt, dass jeder Stamm eine Frau in seinen Harem entsendet. Auch Prinzessin Hind (<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/553215.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aiysha Hart<\/a>) soll ihm zugef\u00fchrt werden. Doch deren Vater, K\u00f6nig Numan (<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/103862.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ghassan Massoud<\/a>), weigert sich, dem Befehl nachzukommen. Mithilfe eines namenlosen Kriegers (<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/93267.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Anthony Mackie<\/a>) gelingt Vater und Tochter die Flucht in die W\u00fcste, doch der brutale S\u00f6ldner Jalabzeen (<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/personen\/266142.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sharlto Copley<\/a>) ist ihnen dicht auf den Fersen. Nach und nach gelingt es Hind, die versprengten, oft verfeindeten St\u00e4mme Arabiens zu einen, um den Sassaniden gemeinsam die Stirn zu bieten. An einer abgelegenen Oase steht die entscheidende Schlacht bevor\u2026<\/p>\n<p>                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"article-figure-img\" ob=\"\" der=\"\" namenlose=\"\" krieger=\"\" mackie=\"\" oder=\"\" die=\"\" mutige=\"\" prinzessin=\"\" hind=\"\" hart=\"\" titelgebende=\"\" warrior=\"\" ist=\"\" wird=\"\" im=\"\" verlauf=\"\" des=\"\" films=\"\" nie=\"\" so=\"\" ganz=\"\" klar.=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/95b32059cd39ea882a91a4af5d9182d6.jpg\" width=\"640\" height=\"320\" alt=\"Ob der namenlose Krieger (Anthony Mackie) oder die mutige Prinzessin Hind (Aiysha Hart) der titelgebende \u201eDesert Warrior\u201c ist, wird im Verlauf des Films nie so ganz klar. \"\/><\/p>\n<p>                                    JB Pictures<\/p>\n<p>                    Ob der namenlose Krieger (Anthony Mackie) oder die mutige Prinzessin Hind (Aiysha Hart) der titelgebende \u201eDesert Warrior\u201c ist, wird im Verlauf des Films nie so ganz klar. <\/p>\n<p class=\"bo-p\">Im Englischen ist \u201eDesert Warrior\u201c ein geschlechtsneutraler Begriff, ob damit ein Mann oder eine Frau gemeint ist, l\u00e4sst sich nicht unmittelbar sagen. Als 2020 die Entwicklung der komplett mit saudischem Geld finanzierten Produktion begann, stand Berichten zufolge im urspr\u00fcnglichen Skript noch Anthony Mackies namenloser Krieger im Mittelpunkt. Sp\u00e4tere Drehbuchversionen verschoben den Fokus allerdings und machten aus der Prinzessin Hind eine emanzipierte Figur, die die St\u00e4mme zusammenbringt. 2021 fanden schlie\u00dflich die Dreharbeiten in der landschaftlich spektakul\u00e4ren saudischen W\u00fcste statt. Dass es anschlie\u00dfend vier ganze Jahre dauerte, bis der Film schlie\u00dflich der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert wurde, deutet bereits an, wie problematisch die Postproduktion wohl war und wie sehr im Schnitt noch um den passenden Ton gerungen wurde. Zwischenzeitlich hatte sich der Regisseur Rupert Wyatt sogar von dem Projekt verabschiedet. Letztendlich kehrte er dann aber doch zur\u00fcck und schuf eine finale Version, der man ihre problembehaftete Entstehungsgeschichte allerdings lange Zeit anmerkt.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">\u201eHolprig\u201c ist wohl die beste Beschreibung f\u00fcr die Handlung: Mackies Krieger taucht immer mal wieder sporadisch auf, rettet die Prinzessin, verschwindet dann aber auch direkt wieder f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit \u2013 wohin auch immer, die W\u00fcste ist schlie\u00dflich weit. Der Versuch, aus der Prinzessin eine revolution\u00e4re, die arabischen St\u00e4mme einigende Figur zu formen, wirkt hingegen oft etwas gewollt: Was genau die Prinzessin nun auszeichnet, warum sie zur Anf\u00fchrerin taugt? Man kann es nur ahnen. In Kombination mit den stets atemberaubenden W\u00fcstenlandschaften wirkt sie oft wie eine Mary Sue von Arabien, eine Figur, die eher gewollt emanzipiert erscheint, als erz\u00e4hlerisch \u00fcberzeugend, von historischer Authentizit\u00e4t ganz zu schweigen. <\/p>\n<p>                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"article-figure-img\" es=\"\" dauert=\"\" ein=\"\" wenig=\"\" aber=\"\" sp=\"\" im=\"\" finale=\"\" erreicht=\"\" warrior=\"\" dann=\"\" doch=\"\" noch=\"\" seine=\"\" angestrebte=\"\" epische=\"\" gr=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/f829f4f2d2d2ddeb73928fd01c3295dc.jpg\" width=\"640\" height=\"320\" alt=\"Es dauert ein wenig, aber sp\u00e4testens im Finale erreicht \u201eDesert Warrior\u201c dann doch noch seine angestrebte epische Gr\u00f6\u00dfe!\"\/><\/p>\n<p>                                    JB Pictures<\/p>\n<p>                    Es dauert ein wenig, aber sp\u00e4testens im Finale erreicht \u201eDesert Warrior\u201c dann doch noch seine angestrebte epische Gr\u00f6\u00dfe!<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Dabei findet \u201eDesert Warrior\u201c gerade dann zu eindrucksvoller epischer Gr\u00f6\u00dfe, wenn er es mit der wirklichen Geschichte der Region nicht so genau nimmt, sondern in Bereiche von Fantasie und Mythologie abdriften: Wenn Ben Kingsley in seinem einzigen, kurzen Auftritt als sadistischer K\u00f6nig der Sassaniden auf seinem Thron in der Hauptstadt Ktesiphon sitzt und eine schaurige Hinrichtung befiehlt, wirkt das zwar eher wie eine Szene aus \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/2041.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mad Max<\/a>\u201c \u2013 aber sie macht viel Spa\u00df! So wie die wilden Zitate von \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/2021.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spiel mir das Lied vom Tod<\/a>\u201c bis \u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/4749.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lawrence von Arabien<\/a>\u201c \u2013 oder die Auftritte des S\u00fcdafrikaner Sharlto Copley (\u201e<a href=\"https:\/\/www.filmstarts.de\/kritiken\/143026.html\" class=\"bo-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">District 9<\/a>\u201c), der als brutaler S\u00f6ldner den n\u00f6tigen Camp in die Ereignisse bringt und Kumpane mit schottischem (!) Akzent dabei hat.<\/p>\n<p class=\"bo-p\">Gerade im letzten Akt, wenn die m\u00e4andernde Handlung endlich alle Figuren zusammenbringt und in einer finalen Schlacht aufeinanderprallen l\u00e4sst, entwickelt sich \u201eDesert Warrior\u201c doch noch zu dem \u00fcberbordenden W\u00fcstenepos, das es die ganze Zeit sein wollte. Spektakul\u00e4re Landschaften gab es zwar auch vorher schon zu sehen, aber am Ende sieht man dann auch endlich, wo all das viele Geld verpulvert wurde. Ein gro\u00dfes saudischen Epos ist das zwar noch nicht, aber es deutet an, was man in den n\u00e4chsten Jahren noch erwarten kann, wenn die saudischen Staatsfonds die Budget-Schleusen noch weiter \u00f6ffnen. Die eindrucksvollen Locations, bei denen es sich lohnt, sie mit m\u00f6glichst gro\u00dfem Aufwand in Szene zu setzen, sind jedenfalls reichlich vorhanden.<\/p>\n<p class=\"bo-p\"><b>Fazit: Mehr als lose basiert \u201eDesert Warrior\u201c auf historischen Ereignissen der saudischen Fr\u00fchgeschichte, die der Hollywoodregisseur Rupert Wyatt hier zu einer etwas aufgesetzten feministischen Story formt. Vor allem im letzten Drittel findet das bildgewaltige W\u00fcstenabenteuer dann aber doch noch zu einer epischen Gr\u00f6\u00dfe und \u00fcberzeugt so zumindest auf den letzten Metern noch als eindrucksvoller Abenteuerfilm.<\/b><\/p>\n<p class=\"bo-p\">Wir haben \u201eDesert Warrior\u201c im Rahmen des Red Sea International Film Festival in der saudi-arabischen Stadt Jeddah gesehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Saudi-Arabien m\u00f6chte nicht mehr nur vom \u00d6l-Export leben und diversifiziert deshalb seine Wirtschaft. Eines der Ziele lautet, die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":659264,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1771],"tags":[1778,29,214,30,95,1777,215],"class_list":{"0":"post-659263","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-cinema","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kino","13":"tag-movie","14":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115750771110670276","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/659263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=659263"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/659263\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/659264"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=659263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=659263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=659263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}