{"id":659570,"date":"2025-12-20T10:53:14","date_gmt":"2025-12-20T10:53:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/659570\/"},"modified":"2025-12-20T10:53:14","modified_gmt":"2025-12-20T10:53:14","slug":"buchenwaelder-waldexperte-wohlleben-widerspricht-minister-backhaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/659570\/","title":{"rendered":"Buchenw\u00e4lder: Waldexperte Wohlleben widerspricht Minister Backhaus"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/buchenwald158.webp\" alt=\"Ein lichter Buchenwald in Mecklenburg - die sogenannten Heiligen Hallen\" title=\"Die &quot;Heiligen Hallen&quot; bergen den \u00e4ltesten Buchenwald Deutschlands. 50m hohe St\u00e4mme erinnerten den Gro\u00dfherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz an gotische Kirchenbauten. Schon seit Mitte des 19.Jahrhunderts wird dieses Gebiet L\u00fcttenhagen nicht mehr bewirtschaftet. Es entsteht ein deutscher Urwald. | NDR, Kayda\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Buchenw\u00e4lder: Waldexperte Wohlleben widerspricht Minister Backhaus (1 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 20.12.2025 08:42 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Umweltminister Till Backhaus und die ihm unterstellte Landesforstanstalt bekommen f\u00fcr ihren Umgang mit dem wichtigen Waldschutz-Gebiet um die sogenannten Heiligen Hallen bei Feldberg heftigen Gegenwind. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Stefan Ludmann<\/p>\n<p class=\"\">Er soll &#8222;ungehalten&#8220; gewesen sein, berichten Mitarbeiter \u00fcber ihren Chef. Umweltminister Till Backhaus (SPD) veranlasste am vergangenen Wochenende eine betont scharfe &#8222;Richtigstellung&#8220; <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/mecklenburg-vorpommern\/heilige-hallen-grosser-buchenwald-des-landes-offenbar-in-gefahr,heiligehallen-100.html\" title=\"&quot;Heilige Hallen&quot;: Gro\u00dfer Buchenwald des Landes offenbar in Gefahr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">und reagierte damit auf einen Bericht des NDR \u00fcber den Zustand der gro\u00dfen Buchenw\u00e4lder<\/a> im FFH-Schutzgebiet bei Feldberg mit Breitem Luzin und Dolgener See. Der Eindruck, dass ein wichtiges Schutzgebiet gef\u00e4hrdet sei, sei &#8222;falsch&#8220;, betonte der Sozialdemokrat. Seine Botschaft: Der Erhalt insbesondere der bekannten &#8222;Heiligen Hallen&#8220; ist nicht gef\u00e4hrdet, die Landesforstanstalt hat die Lage im Griff.<\/p>\n<p>    Zweifel an Backhaus&#8216; Behauptungen<\/p>\n<p class=\"\">Der Minister musste in seiner &#8222;Richtigstellung&#8220; jedoch auch einr\u00e4umen: &#8222;Nat\u00fcrlich gef\u00e4hrdet der Klimawandel auch die W\u00e4lder Mecklenburg-Vorpommerns.&#8220; Das Land aber habe mit dem Umbau der W\u00e4lder zu klimaangepassten Dauerw\u00e4ldern die Grundlage f\u00fcr stabilere Wald\u00f6kosysteme gelegt. Namhafte Experten bezweifeln das. In einem Brief an Backhaus fordern der F\u00f6rster und Erfolgsautor Peter Wohlleben und der Wald\u00f6kologe Prof. Pierre Ibisch von der Hochschule Eberswalde Backhaus zum Umsteuern auf. Sie widersprechen dem Minister gleich in mehreren Punkten und stellen sich hinter ein Gutachten \u00fcber den Zustand der Buchenw\u00e4lder bei Feldberg, das die Landesforstanstalt selbst in Auftrag gegeben hatte.<\/p>\n<p>    Zu viele Freifl\u00e4chen<\/p>\n<p class=\"\">Unterm Strich kommt das Gutachten, das dem NDR vorliegt, zu dem Schluss, dass es einem bedeutenden Teil der W\u00e4lder in dem 4.000 Hektar gro\u00dfen Schutzgebiet nicht gut geht. Der Erhaltungszustand sei trotz des Schutzgebiet-Status&#8216; auf die Stufe &#8222;ung\u00fcnstig&#8220; gesunken. Sie warnen vor Waldverlusten. Grund seien nicht nur die trockenen Sommer. Beklagt wird das F\u00e4llen m\u00e4chtiger B\u00e4ume, sogenannte Gro\u00dfschirmeinschl\u00e4ge. Es seien Freifl\u00e4chen entstanden, die sich im Sommer stark aufheizten. Das k\u00fchle Mikroklima des Waldes, auch in den &#8222;Heiligen Hallen&#8220; als dem Kernst\u00fcck des Schutzgebietes, sei beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>    Heiligen Hallen in Gefahr<\/p>\n<p class=\"\">Wohlleben &#8211; bekannt durch den Bucherfolg &#8222;Das Leben der B\u00e4ume&#8220; &#8211; und Ibisch sehen es genauso. In dem Brief an Backhaus, der dem NDR vorliegt, weisen sie darauf hin, dass sich die Verschlechterung lange abgezeichnet habe und dass das Land trotz Warnungen nicht reagiert habe. Die beiden Fachleute formulieren deutlich: &#8222;In der Umgebung des in Deutschland einmaligen Buchenwald-Schutzgebietes der &#8218;Heiligen Hallen&#8216; hat die starke Nutzung der alten Buchenw\u00e4lder erheblich zur Schw\u00e4chung des gesamten \u00d6kosystems beigetragen.&#8220; Die viele Baumf\u00e4llungen und das Schw\u00e4chen der verbleibenden alten B\u00e4ume h\u00e4tten das FFH-Gebiet insgesamt verschlechtert. &#8222;Und selbstverst\u00e4ndlich sind die \u00d6kosysteme der &#8218;Heiligen Hallen&#8216; und in der Umgebung in Gefahr&#8220;, schreiben die Waldexperten.<\/p>\n<p>    &#8222;Nicht nachvollziehbar und unzureichend&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Wohlleben und Ibisch kritisieren den Minister deutlich: Backhaus&#8216; Reaktion auf die Berichterstattung halten sie f\u00fcr &#8222;nicht nachvollziehbar und unzureichend.&#8220; Wenn Backhaus von einem klimaangepassten Umbau der W\u00e4lder spreche, dann m\u00fcsse er sich fragen lassen, wie das funktionieren k\u00f6nne, &#8222;wenn gleichzeitig dem Wald sein eigenes Baumaterial entzogen wird.&#8220; Eine Aussage aus Backhaus&#8216; sogenannter Richtigstellung halten sie f\u00fcr &#8222;verr\u00e4terisch&#8220;. Backhaus hatte darin erkl\u00e4rt, es sei nur 80 Prozent des forstrechtlich m\u00f6glichen Holzeinschlags umgesetzt worden und das als einen Beitrag zum Waldschutz dargestellt.<\/p>\n<p>    Forderung nach Stopp des Holzeinschlags<\/p>\n<p class=\"\">Die Aussage sei unter Naturschutz-Aspekten irref\u00fchrend, hei\u00dft es in dem Brief an den Minister. Wichtig f\u00fcr den Wald sei allein die Entnahmemenge, die den Wald nicht weiter sch\u00e4dige. In dieser Frage gehe es nicht um &#8222;forstrechtliche&#8220;, sondern um &#8222;klimaangepasste&#8220; Aspekte. Das Duo empfiehlt dem Minister und seiner Forstverwaltung eine &#8222;wissensbasierte Waldbewirtschaftung&#8220;. \u00c4hnlich hatte sich bereits die Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des BUND, Corinna Cwielag ge\u00e4u\u00dfert. Wie Cwielag fordern auch Wohlleben und Ibisch die Kernzone des Schutzgebietes zu erweitern, um Holzeinschl\u00e4ge zu stoppen.<\/p>\n<p>    Backhaus nennt Kritik &#8222;unlauter&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Die Reaktion des Ministers fiel erneut gewohnt deutlich aus: &#8222;Die Behauptung der Herren Wohlleben und Ibisch, die Heiligen Hallen seien durch forstliche Eingriffe in Gefahr, weise ich als unlauter zur\u00fcck.&#8220; Der Minister bleibt bei seiner Sicht: Die Heiligen Hallen seien weit von dem beschriebenen Geschehen entfernt, sie seien streng gesch\u00fctzt und hoch vital. &#8222;Das ist wissenschaftlich belegt&#8220;, erkl\u00e4rte der SPD-Politiker. Er r\u00e4umte allerdings auch ein: In einem Teil des Forstamtes L\u00fcttenhagen, das das FFH-Gebiet bewirtschaftet, seien absterbende Altbuchenbest\u00e4nde gef\u00e4llt worden. &#8222;Das w\u00fcrde man heute so nicht mehr vornehmen&#8220;, meinte der Minister.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/heiligehallen104.webp\" alt=\"T\u00fcmpel im Buchenwald des Naturschutzgebietes Heilige Hallen\" title=\"T\u00fcmpel im Buchenwald des Naturschutzgebietes Heilige Hallen | imago\/blickwinkel\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Heiligen Hallen gelten als \u00e4ltester Buchenwald Deutschlands. Dort entsteht ein Urwald, der ungest\u00f6rt wachsen soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Buchenw\u00e4lder: Waldexperte Wohlleben widerspricht Minister Backhaus (1 Min) Stand: 20.12.2025 08:42 Uhr Umweltminister Till Backhaus und die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":659571,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[13,1351,14,15,12,10,8,9,11,9183],"class_list":{"0":"post-659570","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-headlines","9":"tag-mecklenburg-vorpommern","10":"tag-nachrichten","11":"tag-news","12":"tag-schlagzeilen","13":"tag-top-news","14":"tag-top-meldungen","15":"tag-topmeldungen","16":"tag-topnews","17":"tag-umweltpolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115751526048363248","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/659570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=659570"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/659570\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/659571"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=659570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=659570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=659570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}