{"id":659835,"date":"2025-12-20T13:36:35","date_gmt":"2025-12-20T13:36:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/659835\/"},"modified":"2025-12-20T13:36:35","modified_gmt":"2025-12-20T13:36:35","slug":"bildband-winterland-die-verborgenen-farben-der-kalten-jahreszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/659835\/","title":{"rendered":"Bildband &#8222;Winterland&#8220;: Die verborgenen Farben der kalten Jahreszeit"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/coverwinterland-100.webp\" alt=\"Cover,  Christophe Jacrot, &quot;Winterland - The Colors of Snow&quot;\" title=\"Cover,  Christophe Jacrot, &quot;Winterland - The Colors of Snow&quot; | teNeues\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Bildsch\u00f6ne B\u00fccher: &#8222;Winterland. The Colors of Snow&#8220; (4 Min)<\/p>\n<p>\n                Stand: 19.12.2025 11:14 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Der franz\u00f6sische Fotograf Christophe Jacrot hat f\u00fcr seinen Bildband &#8222;Winterland. The Colors of Snow&#8220; Gegenden besucht, in denen Schnee im Winter noch immer normal ist.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/guido-pauling,pauling108.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Guido Pauling<\/a><\/p>\n<p class=\"\">Streifen von Schnee, verwischt, frostig, schr\u00e4g nach unten peitschend in eisigen Windb\u00f6en an irgendeiner Ecke der Stadt: ein bekannter Anblick. Wohl jede deutsche Stadt hat so einen steinernen Platz, an dem die schwarze Fassade irgendeines Bankgeb\u00e4udes, einer Versicherung oder vielleicht der Stadtwerke starr emporragt. Kalt allein schon diese brutale Raster-Architektur. Kalt die Stahlb\u00fcgel der verlassenen Fahrradst\u00e4nder vor dem gl\u00e4sernen Haupteingang. Doch immerhin: Dieser Baum vor dem Geb\u00e4ude mit seinen blattlosen, kahlen Zweigen und immer feineren Ver\u00e4stelungen ist von filigraner Sch\u00f6nheit!<\/p>\n<p class=\"\">Christophe Jacrot hat sich bei dieser Aufnahme aus Toronto von der Wucht der winterlichen B\u00f6en nicht irritieren lassen. Er nutzt die geraden Linien: Diagonal der Schneefall, vertikal das Hochhaus, der leere schneewei\u00dfe Vorplatz bildet die Horizontale. Und der Stadtbaum in der Bildmitte verk\u00f6rpert den letzten Rest ungeb\u00e4ndigter, freier Natur.<\/p>\n<p class=\"\">Die findet sich vielfach auf seinen Bildern aus abgelegenen alpinen Provinzen Frankreichs. Eine schneebedeckte Weide, wie Schraffuren schauen feinste schwarze Grasspitzen aus dem Wei\u00df, auf dem zwei Pferde ausgelassen herumtoben; auch sie schneeflockenumh\u00fcllt, voller Leben und frei.<\/p>\n<p>    Auf der Suche nach &#8222;visuellen Emotionen&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Die matt-wei\u00dfe Buchseite 5, noch vor diesen ersten Fotografien, f\u00e4llt beim Bl\u00e4ttern zun\u00e4chst gar nicht auf. Doch dann markiert ein meerblaues Blatt Papier auf Seite 41 ein neues Kapitel. Und tats\u00e4chlich: Das folgende Bild zeigt, wie hinter dem schneebedeckten, felsigen wei\u00df-schwarzen Strand auf Island hellblaue Gischt an der Steilk\u00fcste nagt. Die zotteligen Schafe auf den F\u00e4r\u00f6er Inseln, denen wei\u00dfe Eisklumpen in der Wolle h\u00e4ngen, stehen zur Abendstunde in bl\u00e4ulichem Schnee. Und die Moschee im sibirischen Norilsk &#8211; die n\u00f6rdlichste der Welt &#8211; erstrahlt vor den trist graubraunen sowjetischen Plattenbauten in reinem Babyblau.<\/p>\n<p class=\"\">Sp\u00e4testens nach dem gr\u00fcnen Trennblatt auf Seite 73 hat jeder Betrachter verstanden, welche Ordnung hier herrscht: Schnee und Eis liegen, Flocken und Winterst\u00fcrme wehen \u00fcberall im Buch. Aber stets ist etwas Farbe zu entdecken: die hellgr\u00fcne Trauerweide am Ufer der Seine mitten im verschneiten Paris. Die dunkelgr\u00fcnen Wogen am windgepeitschten Strand von Etretat. Oder das gr\u00fcn gestrichene Holzh\u00e4uschen, einladend am Ende der vereisten Stra\u00dfe auf Kanadas Magdaleneninseln.<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Im Gegensatz zur Dokumentarfotografie arbeite ich vorwiegend malerisch, also mit Farben, Materie, und ich bin immer auf der Suche nach visuellen Emotionen&#8220;, erkl\u00e4rt Christophe Jacrot seine Methodik. &#8222;Ich arbeite nicht mit Tricks. Keine Filter, keine gro\u00dfen Retuschen. Eine gut gew\u00e4hlte Perspektive am Fu\u00dfe einer riesigen Schneewehe beispielsweise, das ist oft schon alles.&#8220;<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/coverlost100.webp\" alt=\"Buch-Cover: Christophe Jacrot - Lost. In the Beauty of Bad Weather\" title=\"Buch-Cover: Christophe Jacrot - Lost. In the Beauty of Bad Weather | teNeues Verlag\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Ein Bildband f\u00fcr alle, die Regen und Schneest\u00fcrme am liebsten aus warmer und trockener Perspektive des Bildbetrachters erleben m\u00f6chten.<\/p>\n<p>    W\u00e4rmendes Licht in eisiger Nacht<\/p>\n<p class=\"\">&#8222;Krippenmomente&#8220; nennt Christian Malessas Nachwort all die Aufnahmen Jacrots, in denen ein Haus in kalter Landschaft das Auge bannt: Warmes goldbraunes Licht aus einem Fenster irgendwo in der Ferne, sei es in Chicago oder New York oder im \u00d6rtchen Tasiilaq auf Gr\u00f6nland. Rot kann eine Ampel an einer Stra\u00dfenecke in Boston blinken und den aus einem reif\u00fcberzogenen Gully aufsteigenden Dampf einf\u00e4rben. Violett schimmert dort unter den Lichterketten in den B\u00e4umen der verschneite Fu\u00dfweg, auf dem Hund und Herrchen ihre Abendrunde drehen.<\/p>\n<p class=\"\">Das Nachwort bringt es auf den Punkt: &#8222;Die Welt des franz\u00f6sischen Fotografen Christophe Jacrot erwacht zum Leben, wenn sich alle anderen aus ihr zur\u00fcckziehen. In Landschaften unter schwerer Schneedecke, im Frost erstarrter W\u00e4lder findet er seine Geschichten. Geschichten vom Licht im Dunkel, von der Stille in der Weite, von Leere und Verhei\u00dfung, von den Farben des Winters.&#8220;<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/coverwinterland-100.webp\" class=\"zoomimage\" title=\"Bild vergr\u00f6\u00dfern\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/coverwinterland-100.webp\" alt=\"Cover,  Christophe Jacrot, &quot;Winterland - The Colors of Snow&quot;\" title=\"Cover,  Christophe Jacrot, &quot;Winterland - The Colors of Snow&quot; | teNeues\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>        <\/a><\/p>\n<p>      Winterland. The Colors of Snow<\/p>\n<p>von Christophe\u00a0Jacrot<\/p>\n<dl>\n<dt class=\"dtHidden\">Seitenzahl:<\/dt>\n<dd>208 Seiten<\/dd>\n<dt class=\"dtHidden\">Genre:<\/dt>\n<dd>Bildband<\/dd>\n<dt>Verlag:<\/dt>\n<dd>teNeues<\/dd>\n<dt>Preis:<\/dt>\n<dd>65 \u20ac<\/dd>\n<\/dl>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Bildsch\u00f6ne B\u00fccher: &#8222;Winterland. 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