{"id":661638,"date":"2025-12-21T08:25:23","date_gmt":"2025-12-21T08:25:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/661638\/"},"modified":"2025-12-21T08:25:23","modified_gmt":"2025-12-21T08:25:23","slug":"nuernberger-strassenambulanz-verarztet-obdachlose-alle-tragen-bedrueckende-geschichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/661638\/","title":{"rendered":"N\u00fcrnberger Stra\u00dfenambulanz verarztet Obdachlose: \u201eAlle tragen bedr\u00fcckende Geschichten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>                                &#8211;                                Rund 1200 Menschen leben in N\u00fcrnbergs Obdachlosenpensionen &#8211; oft ohne Krankenversicherung. Die Stra\u00dfenambulanz Franz von Assisi versorgt sie inzwischen auch direkt vor Ort. Gisela T. ist 63 Jahre alt und eine derjenigen, die davon profitiert.<\/p>\n<p>                Eine graue Fassade, f\u00fcnf Stockwerke, eine Hofeinfahrt mit Gitter, dr\u00f6hnend donnern hier Autos und Laster vorbei. Es ist ein Anwesen, schmucklos und unauff\u00e4llig wie Hunderte aus der Nachkriegszeit. Doch schon der Zugang ist bedr\u00fcckend: Hinter der Haust\u00fcr t\u00fcrmt sich der M\u00fcll, dazu geht es noch einmal durch eine mit Code gesicherte Pforte. Die besondere Sicherung soll den Bewohnern Ruhe verschaffen &#8211; und vor allem ehemalige Bewohner aussperren, die andere massiv bel\u00e4stigt und deshalb ein Hausverbot kassiert haben.<\/p>\n<p>Doch von einer entspannten Atmosph\u00e4re kann hier keine Rede sein: Das Haus ist eine von aktuell knapp 60 Obdachlosenpensionen in N\u00fcrnberg, in denen insgesamt rund 1200 Frauen und M\u00e4nner leben. Wen es dorthin verschlagen hat, der hat wenig zu lachen. Wie Gisela T. (Name ge\u00e4ndert): Im vergangenen Fr\u00fchjahr hatte die 63-J\u00e4hrige ihre Wohnung eingeb\u00fc\u00dft. Da sie keine andere erschwingliche Bleibe finden konnte, wurde sie vom Sozialamt hier einquartiert. Nun muss sie sich mit einem winzigen Zimmer begn\u00fcgen: Das Bett steht vor dem Fenster, daneben ein Tisch mit etwas Geschirr, einem Radio und ihren Medikamenten. Daneben, vor einer unverputzten Wand, ein wackliges Regal f\u00fcr ihre sonstige bescheidene Habe.<\/p>\n<p>\u201eAngeblich sollte alles frisch renoviert sein, aber davon ist nichts zu sehen\u201c, meint sie achselzuckend, \u201eund die Heizung funktioniert auch nur ab und zu\u201c. In ihrem fr\u00fcheren Zuhause war sie die letzte Mieterin gewesen. Alles sollte teuer renoviert und in Eigentumswohnungen umgewandelt werden \u2013 und als Gisela T. Zahlungen schuldig blieb, kam es zur Zwangsr\u00e4umung. Eine traumatische Erfahrung, die ihr mit qu\u00e4lenden \u00c4ngsten wie auch k\u00f6rperlichen Beschwerden arg zugesetzt hat. So schaffe sie es aktuell kaum noch aus dem Haus, sagt sie mit einem tiefen Seufzen.<\/p>\n<p>                                                        Zum Gl\u00fcck schaut ab und zu ein Engel vorbei<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck schaut wenigstens ab und zu eine Besucherin vorbei, die sie einfach nur \u201emein Engel\u201c nennt. Es ist Ulrike M\u00fcller, Krankenpflegerin mit viel Erfahrung, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Menschen am Rand der Gesellschaft. Seit bald zwei Jahren geh\u00f6rt sie zum Team der Stra\u00dfenambulanz Franz von Assisi der N\u00fcrnberger Caritas &#8211; inzwischen mit einem besonderen Auftrag: Gezielt betreut sie Frauen und M\u00e4nner in Pensionen und Unterk\u00fcnften f\u00fcr Wohnungs- und Obdachlose.<\/p>\n<p>                                                                    <a class=\"box\" href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/nuernberg\/tief-gefallen-promovierter-66-jahriger-aus-forchheim-lebt-in-kellerwohnung-rep1-1.14936728\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>                            <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/DSCF0068.jpg\" alt=\"Tief gefallen: Promovierter 66-J\u00e4hriger aus Forchheim lebt in Kellerwohnung\" class=\"\" title=\"Tief gefallen: Promovierter 66-J\u00e4hriger aus Forchheim lebt in Kellerwohnung\" data-id=\"114936729\"\/><\/p>\n<p>                                        <\/a><\/p>\n<p>                                                                    <a class=\"box\" href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/nuernberg\/die-grosse-not-von-zwei-nurnbergerinnen-einmal-wieder-im-supermarkt-einkaufen-ware-schon-rep2-1.14936244\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>                            <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Freude_fuer_alle_Lebensmittelspenden.jpg\" alt=\"Die gro\u00dfe Not von zwei N\u00fcrnbergerinnen: \u201eEinmal wieder im Supermarkt einkaufen w\u00e4re sch\u00f6n\u201c\" class=\"\" title=\"Die gro\u00dfe Not von zwei N\u00fcrnbergerinnen: \u201eEinmal wieder im Supermarkt einkaufen w\u00e4re sch\u00f6n\u201c\" data-id=\"114936245\"\/><\/p>\n<p>                                        <\/a><\/p>\n<p>                                                                    <a class=\"box\" href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/nuernberg\/sein-kleinhirn-schrumpft-unaufhaltsam-mann-aus-erlangen-hochstadt-hat-noch-wenige-jahre-rep2-1.14936337\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>                            <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/DSCF0076.jpg\" alt=\"Sein Kleinhirn schrumpft unaufhaltsam: Mann aus Erlangen-H\u00f6chstadt hat noch wenige Jahre\" class=\"\" title=\"Sein Kleinhirn schrumpft unaufhaltsam: Mann aus Erlangen-H\u00f6chstadt hat noch wenige Jahre\" data-id=\"114936338\"\/><\/p>\n<p>                                        <\/a><\/p>\n<p>\u201eEs gibt viele, die schaffen es aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden nicht oder nicht mehr, in unsere Einrichtung zu kommen\u201c, berichtet der Leiter Roland Stubenvoll, \u201eund der Bedarf ist erschreckend gro\u00df\u201c. Soweit es mit den Utensilien in ihrem Notfallkoffer m\u00f6glich ist, versorgt M\u00fcller die Klienten direkt vor Ort. Sonst organisiert sie einen Transport in die Stra\u00dfenambulanz, in der auch ein niedergelassener Arzt t\u00e4tig ist. Nicht wenige, die hier Hilfe suchen und erhalten, fehlt eine Krankenversicherung \u2013 neben dem hohen Bedarf an medizinischen Materialien ein Grund, warum die Stra\u00dfenambulanz auf Spenden angewiesen ist.<\/p>\n<p>Dass und wo sie gebraucht wird, erf\u00e4hrt Ulrike M\u00fcller oft \u00fcber Sozialdienste. Ihr Einsatz ist umso wichtiger, als regul\u00e4re Pflegedienste um Obdachlosenpensionen h\u00e4ufig einen gro\u00dfen Bogen machen. \u201eDazu kommt, dass wir erst einmal Vertrauen aufbauen m\u00fcssen. Alle tragen bedr\u00fcckende Geschichten mit sich herum, manche sind nur noch misstrauisch gegen\u00fcber allem und jedem\u201c, erl\u00e4utert die Krankenschwester, die sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen l\u00e4sst und mit ihrer gewinnenden Art einen Draht auch zu sonst verschlossen wirkenden Menschen findet.<\/p>\n<p>Die Hoffnung, eines Tages doch wieder ein eigenes Zuhause zu finden und damit dem Obdachlosenquartier zu entkommen, hat Gisela T. \u00fcbrigens nicht aufgegeben. Im nun zu Ende gehenden Jahr geh\u00f6rte sie zu den mehr als 1000 Klienten der Stra\u00dfenambulanz \u2013 Tendenz leider weiter steigend, weswegen \u201eFreude f\u00fcr alle\u201c auch in diesem Jahr um Spenden f\u00fcr die wichtige Einrichtung bittet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8211; Rund 1200 Menschen leben in N\u00fcrnbergs Obdachlosenpensionen &#8211; oft ohne Krankenversicherung. 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