{"id":662130,"date":"2025-12-21T13:16:23","date_gmt":"2025-12-21T13:16:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/662130\/"},"modified":"2025-12-21T13:16:23","modified_gmt":"2025-12-21T13:16:23","slug":"serienstart-miss-sophie-endlich-erzaehlt-die-wahren-geschichten-hinter-dinner-for-one","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/662130\/","title":{"rendered":"Serienstart \u201eMiss Sophie\u201c: Endlich erz\u00e4hlt \u2013 die wahren Geschichten hinter \u201eDinner for One\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Mr. Winterbottom, Mr. Pommeroy, Sir Toby und Admiral von Schneider sind die ber\u00fchmtesten Gespenster der Fernsehgeschichte. Ihre Pl\u00e4tze bleiben leer am Tisch von Miss Sophie beim legend\u00e4ren TV-Silvester-Sketch \u201eDinner for One\u201c. Eine knallbunte Serie kl\u00e4rt jetzt auf, wer die vier waren.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nat\u00fcrlich kommt das alles nicht hin. Selbst wenn wir gn\u00e4dig sind und unsere Rechenk\u00fcnste eher bescheiden. Aber damit wollen wir gar nicht in diese Geschichte starten. Sondern mit dem 31. Dezember 1972. Da lief zum ersten Mal an Silvester ein ausgesprochen angejahrt wirkender Sketch, der 1961 gedreht wurde. 18 minutenlang und schwarz-wei\u00df war er, der Ton mulchig, die Bilder irgendwie verhuscht, was zum Titel passte. \u201eDer 90. Geburtstag\u201c hie\u00df er. Als \u201eDinner for One\u201c ist er Menschen jeglicher Generationskohorte in Deutschland ein Begriff. <\/p>\n<p>L\u00e4uft \u2013 dem klassischen \u201eDinner for One\u201c-Satz \u201eSame procedure as every year\u201c folgend \u2013 an Silvester bundesfl\u00e4chendeckend in den Dritten Programmen (Rekord: 2013, da konnte man ihn vor dem B\u00f6llerfanal 19 Mal an einem Abend sehen). Jeder wei\u00df, was passiert. Kann den Text (so viel ist es ja nicht). Kennt die Scherze. Und guckt trotzdem. Und wei\u00df eigentlich fast nichts.<\/p>\n<p>Kurz zu dem, was alle wissen. Es ist der 90. Geburtstag von Miss Sophie. Die sitzt in Person der w\u00fcrdigen May Wardon im Herrenhaus am Kopfende ihres gro\u00dfen Tischs. Gedeckt ist f\u00fcr f\u00fcnf. Vier St\u00fchle sind leer. Es gibt Mulligatawny-Suppe, Schellfisch, H\u00fchnchen und Obst. Dazu wird Sherry, Wei\u00dfwein, Champagner und Portwein getrunken. <\/p>\n<p>Der Butler James (Freddie Frinton), ungef\u00e4hr so alt wie Miss Sophie, tr\u00e4gt auf. Und weil die G\u00e4ste \u2013 Mr. Winterbottom, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Sir Toby \u2013 allesamt leider nicht mehr erscheinen konnten, muss er trinken, das geh\u00f6rt zum Ritual, was sie trinken w\u00fcrden. <\/p>\n<p>23 Mal rennt er um den Tisch, stolpert \u00fcber den am Boden liegenden Tigerkopf mit Fell dran. Die Folgen sind bekannt. Am Ende f\u00fchrt er Miss Sophie schwankend und beschwipst in den oberen Stock, fragt noch einmal: \u201eSame procedure as every year\u201c. Die bekr\u00e4ftigt es. Und James fragt, was jeder sagt, wenn er etwas eigentlich vielleicht lieber doch nicht tun m\u00f6chte: \u201eMust I, Miss Sophie?\u201c <\/p>\n<p>Muss er. Was er muss, haben manche Menschen erst verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig sp\u00e4t in ihrem Leben erkannt. Wer \u2013 jetzt zu dem, was keiner wei\u00df \u2013 die vier Gespenster am Tisch eigentlich waren, war ein wahres Welt-R\u00e4tsel. Bis jetzt. <\/p>\n<p>Bis \u201eMiss Sophie\u201c. Das ist eine Amazon-Prime Serie, die ungef\u00e4hr sechzehnmal so lang dauert wie das \u201eDinner\u201c und so bunt ist wie das \u201eDinner\u201c schwarz-wei\u00df. Und die \u2013 so wunderh\u00fcbsch sie ist \u2013 eigentlich gar nicht hinkommen kann. Miss Sophies Geburtsjahr w\u00e4re \u2013 gesetzt sie w\u00e4re 1972 90 Jahre alt geworden \u2013 n\u00e4mlich 1882 gewesen. \u201eMiss Sophie\u201c setzt aber mit dem Silvesterabend 1911 ein. Miss Sophie \u2013 so will es das herrlich spinnerte Drehbuch von Daniel Rakete und dem Ufa-Comedy-Unit-Chef Tommy Wosch \u2013 wird vollj\u00e4hrig. Wir schreiben ihren 21. Geburtstag. <\/p>\n<p>Womit sie acht Jahre \u00e4lter w\u00e4re als die Frau, die Freddie Frinton bedient. Jetzt aber Schluss mit der Haarspalterei, wie sie nur dem Erzpreu\u00dfen Admiral von Schneider eingefallen w\u00e4re, einem Mann, dessen Stammbaum sich bis zu Wilhelm dem Schl\u00e4chter zur\u00fcckverfolgen l\u00e4sst und Tancred mit Vornamen hei\u00dft. Wissen wir alles von Rakete und Wosch. <\/p>\n<p>Heiraten gegen die Insolvenz<\/p>\n<p>Sophie (Alice von Rittberg) \u2013 ein Freigeist, ein wilder Feger und Charmebolzen vor dem Herrn \u2013 soll sich endlich einen Mann aussuchen. Was ihr schwerf\u00e4llt, weil sie ihr Herz an James (Kostja Ullmann) verloren hat. Das ist der Sohn von Butler Mortimer. Eine Liaison, die nat\u00fcrlich \u2013 in England gibt es vor dem Gro\u00dfen Krieg noch sch\u00e4rfere Klassenschranken als heute und eine Frau z\u00e4hlt gesellschaftlich und politisch gar nichts \u2013 gar nicht geht. Sie werden mehr oder weniger in flagranti erwischt. James muss aufgrund einer fiesen Intrige von Sophies Vater das sch\u00f6ne Herrenhaus bei Eastbourne verlassen. <\/p>\n<p>Sophie darf nicht mit ihren Eltern auf die \u201eTitanic\u201c, was dazu f\u00fchrt, dass sie sieben Jahre und einen Weltkrieg sp\u00e4ter, allein mit Butler Mortimer (Ulrich Noethen) und Zofe Prudence (Lilly Marie Vogler) im geradezu absurd herrlich ausgestatteten Haus sitzt und so pleite ist, dass sie \u2013 eine Jane-Austen\u2018sche Ausgangssituation \u2013 dringend einen der begehrtesten Junggesellen der Welt braucht. Respektive dessen Geld. <\/p>\n<p>Sie schaut sich Karten mit Kandidaten an, wischt weg, wen sie nicht mag. \u00dcbrig bleiben f\u00fcnf (!). Mr. Winterbottom (Frederick Lau), der Immobilienmogul von Nebenan, dem alles peinlich ist und der die Pointen aller Witze kennt. Sir Toby (Jakob Matschenz), einer der reichsten M\u00e4nner Amerikas, der Ketchup liebt und Lavendel tr\u00e4gt. Admiral von Schneider (Christoph Schechinger), der mies einparkt und gern \u201eGeht runter wie Torpedofett\u201c sagt. <\/p>\n<p>Mr. Pommeroy (Moritz Bleibtreu) produziert Champagner, trinkt Champagner und reitet samt Pudel und Beiwagenmotorrad ein. Der bislang unbekannte f\u00fcnfte Bewerber, den Sophie zu einem Bachelorette-Wettbewerb in ihr Schloss einl\u00e4dt, ist der ungarische Graf Szabos (Vladimir Koneev), der sehr sch\u00f6n, aber auch sehr melancholisch und stolz ist und todtraurig Liszt singen und spielen kann.<\/p>\n<p>Es kommt in Sophies Schloss Bounsmouth, das vom Brandenburger Schloss St\u00fclpe hervorragend gegeben wird, zu absonderlichen Challenges, gegen die alles, was man von der Bachelorette gew\u00f6hnt war, harm- und humorlos ist. Gefr\u00e4\u00dfige Schweine kommen vor und ein gallischer Hahn namens MacGuffin bet\u00e4tigt sich als Orakel. Einer von Sophies Matches stirbt eines gewaltsamen Todes. \u201eMiss Sophie\u201c \u2013 so britisch wie die Edgar-Wallace-Filme der Sechziger, aber bunter \u2013 atmet pl\u00f6tzlich den Geist von Agatha Christie. <\/p>\n<p>In Potsdams Neuem Palais, das bei \u201eMiss Sophie\u201c Buckingham Palace sein darf, kommen sich der K\u00f6nig und sein Bruder (Wotan Wilke M\u00f6hring und sein Bruder S\u00f6nke), in die Haare, weil King Edward seine Finger nicht von Charles Frau lassen kann (er kann sie von keiner Frau lassen).<\/p>\n<p>Gelegentlich, aber nicht \u00fcber Geb\u00fchr, wird \u00fcber den Tiger gestolpert. Unmengen an Sherry flie\u00dfen. Mafiosi und ein giftiger Geldeintreiber von der Bank verbreiten Schrecken. Die Dialoge sind angenehm durchgedreht. Der Ton ist nahe an der Frivolit\u00e4t gebaut. Die Winkelz\u00fcge des Plots (alle verstecken sie mehr oder weniger finstere Geheimnisse unter ihren beneidenswerten Klamotten) sind durchsichtig und \u00fcberraschend zugleich. Das Tempo w\u00fcrde selbst die 90-j\u00e4hrige Miss Sophie nicht ins Grab bringen.<\/p>\n<p>Alle haben au\u00dferdem offensichtlich Spa\u00df an der Klamotte und am Ausspielen von Klischees. Und es w\u00e4re trotzdem alles nichts ohne Alicia von Rittberg. Die w\u00fcrde mit ihrem verspielten, verschmitzten Charme den schlimmsten Hagestolz vor den Altar bringen.<\/p>\n<p>Die Serie \u201eMiss Sophie\u201c l\u00e4uft ab dem 22. Dezember auf Amazon Prime. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mr. Winterbottom, Mr. Pommeroy, Sir Toby und Admiral von Schneider sind die ber\u00fchmtesten Gespenster der Fernsehgeschichte. 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