{"id":662252,"date":"2025-12-21T14:29:12","date_gmt":"2025-12-21T14:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/662252\/"},"modified":"2025-12-21T14:29:12","modified_gmt":"2025-12-21T14:29:12","slug":"muenchen-muss-sap-einfuehrung-zum-zweiten-mal-absagen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/662252\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen muss SAP-Einf\u00fchrung zum zweiten Mal absagen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Arbeitsleben k\u00f6nnte so sch\u00f6n sein, auch in der Stadtverwaltung. Die zwei Mitarbeiter strecken jedenfalls jubelnd die H\u00e4nde in die H\u00f6he. Ein breites L\u00e4cheln in den Gesichtern belegt, wie reibungslos ihr Job l\u00e4uft. Daneben ist auf dem animierten Video ein Computerbildschirm zu sehen, auf dem der Grund steht, warum selbst die Reparatur eines angefahrenen Parkautomaten solche Gl\u00fccksgef\u00fchle ausl\u00f6st. \u201eS\/4 Hana\u201c steht dort.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das ist der Name des neuen Computerprogramms von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/SAP\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SAP<\/a>, das die Stadtverwaltung so entspannt und gut ger\u00fcstet in die digitale Zukunft f\u00fchren sollte, wie es auf dem Gl\u00fccklich-Video zu bewundern ist. 171 Millionen Euro hat die Stadt daf\u00fcr bereits ausgegeben. Doch bisher steht die Software \u201eS\/4 Hana\u201c nicht f\u00fcr Freude, sondern f\u00fcr Frust und gerissene Fristen. Zum zweiten Mal ist nun der anvisierte Start der neuen digitalen Zukunft in der Stadtverwaltung geplatzt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Mitarbeiter, aber auch die B\u00fcrger m\u00fcssen sich also noch einmal gedulden, bis die in Aussicht gestellten Verbesserungen kommen werden. Mit der Einf\u00fchrung der Software sollen die Planung aller Einnahmen und Ausgaben, der Einkauf, die Logistik und die Immobiliengesch\u00e4fte sowie Instandhaltungen und Reparaturen, zum Beispiel von umgefahrenen Parkautomaten, digital vereinfacht und beschleunigt werden. F\u00fcr die M\u00fcnchner soll das elektronische Angebot der Stadt ausgebaut werden, Rechnungen sollen nicht mehr auf Papier kommen, Anliegen schneller bearbeitet werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Doch die Steuerungsgruppe f\u00fcr die Einf\u00fchrung der Software zog am 5. Dezember quasi im allerletzten Moment die Notbremse. Eigentlich sollte die Stadtverwaltung am 1. Januar 2026 auf das neue Programm umgestellt werden. Die Federf\u00fchrung liegt aus historischen Gr\u00fcnden nicht im IT-Referat, sondern in der K\u00e4mmerei. \u201eDass wir die Systemumstellung nicht geschafft haben, schmerzt schon\u201c, sagt K\u00e4mmerer Christoph Frey. \u201eVor allem, weil wir so kurz vor der Ziellinie waren und viele Kolleginnen und Kollegen alles reingeworfen haben, um das Ziel zu erreichen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Doch letztlich hat es nicht gereicht. Zu viele Fehler, die den Start verhinderten, konnten nicht beseitigt werden. Und auch weitere nicht ganz so gravierende T\u00fccken flossen in die Entscheidung zur Absage des Starts hinein. \u201eGerade f\u00fcr uns als Verwaltung f\u00fchrt aber bei der Abw\u00e4gung von Risiken \u2013 die beinhaltet so eine Umstellung immer \u2013\u00a0an der Stabilit\u00e4t des Systems kein Weg vorbei. Die Prozesse m\u00fcssen f\u00fcr die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger funktionieren\u201c, sagt der K\u00e4mmerer.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Als er gerade ein halbes Jahr im Amt war, verk\u00fcndete er zu Beginn des Jahres 2019 den Start der Umstellung auf die neue Software. Der Stadtrat gab damals ein maximales Budget von sogar 300 Millionen Euro frei. Die gr\u00f6\u00dfte Verwaltungsreform seit Jahren verk\u00fcndete Frey. In der Corona-Zeit wurde das Projekt auf 151 Millionen Euro begrenzt. Damit w\u00e4re die Stadt auch hingekommen, wenn nicht schon der erste Start zum 1. Januar 2025 geplatzt w\u00e4re. Knapp 20 Millionen kostete die Verschiebung zus\u00e4tzlich, doch das soll bei der zweiten zus\u00e4tzlichen Runde nicht passieren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die zus\u00e4tzlichen Kosten sollen diesmal deutlich geringer ausfallen, weil der Prozess schon viel weiter fortgeschritten sei, hei\u00dft es aus der K\u00e4mmerei. Im Haushaltsplan f\u00fcr 2026 taucht der Betrag bisher auch nicht auf. In der Bekanntgabe der Verschiebung f\u00fcr den Stadtrat von Mitte Dezember steht, dass die st\u00e4dtische Dienstleisterin IT@M, so etwas wie die kommunale Computerfirma der Stadt, die Kosten aus ihrem Gewinn bezahlen soll. Wie hoch die Summe sein wird, dazu gibt es keine Auskunft.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Stadt verweist darauf, dass sie mit ihren Problemen bei dem Projekt nicht alleine dasteht. Die Wirtschaftswoche zitierte im Fr\u00fchjahr 2025 die Studie einer Unternehmensberatung, die Firmen nach ihrer Erfahrung mit der Einf\u00fchrung der neuen Software S4\/Hana befragt hat. Etwa 60 Prozent aller Umstellungs-Projekte w\u00fcrden Budget und Zeitplan rei\u00dfen, hei\u00dft es dort. In zwei Drittel aller F\u00e4lle seien die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Unternehmen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unternehmen<\/a> mit der Qualit\u00e4t der Ergebnisse unzufrieden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es scheint also auf allen Seiten noch jede Menge Arbeit bevorzustehen, bis das neue System l\u00e4uft. Schon jetzt bot die Stadt 70 unterschiedliche Schulungen an. Mehr als 4500 Mitarbeiter nahmen teil. Seit August 2025 lief ein Versuch, der die Umstellung simulierte. Mehr als 700 Teilnehmer aus den Referaten arbeiteten an 11 000 Testf\u00e4llen. Bis kurz vor Ende hoffte die F\u00fchrungsetage, alle Macken noch in den Griff zu bekommen. Vergeblich, \u201eein signifikanter Prozentsatz an Testf\u00e4llen\u201c konnte nicht durchgef\u00fchrt und \u201eentdeckte Fehler nicht behoben werden\u201c, hei\u00dft es in der Information des Stadtrats.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das habe weitreichende Konsequenzen, unter anderem sei ein \u201eMotivationseinbruch bei allen Beteiligten\u201c zu bef\u00fcrchten. Die werden der K\u00e4mmerer und sein Team wieder aufbauen m\u00fcssen. \u201eWir machen das ja nicht aus Lust und Laune. An der Umstellung f\u00fchrt kein Weg vorbei, weil der Support des Herstellers f\u00fcr das alte System ausl\u00e4uft\u201c, sagt Frey. \u201eIch bin aber zuversichtlich, dass wir das gemeinsam mit unserer IT und dem Hersteller 2027 hinbekommen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Arbeitsleben k\u00f6nnte so sch\u00f6n sein, auch in der Stadtverwaltung. 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