{"id":662617,"date":"2025-12-21T18:05:18","date_gmt":"2025-12-21T18:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/662617\/"},"modified":"2025-12-21T18:05:18","modified_gmt":"2025-12-21T18:05:18","slug":"neue-diplomatische-signale-im-ukraine-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/662617\/","title":{"rendered":"Neue diplomatische Signale im Ukraine-Krieg"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Zwischen Russland und Frankreich herrschte lange Funkstille. Jetzt k\u00f6nnte es bald wieder zu direkten Gespr\u00e4chen kommen. Der Kreml r\u00fcckt aber nicht von seinen Positionen ab.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/ce6f2ce9-b014-422f-ba34-2d6dbd57014c.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2183\" height=\"1455\" alt=\"Da verstanden sie sich noch blendend: der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bei einem Treffen in Paris im Dezember 2019.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/>Da verstanden sie sich noch blendend: der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron bei einem Treffen in Paris im Dezember 2019.<\/p>\n<p>Blondet Eliot \/ Abaca \/ Imago<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd0itn9q0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Was Wladimir Putin von den europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs h\u00e4lt, das hat er diese Woche wieder unmissverst\u00e4ndlich klar gemacht. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/putin-weist-auf-der-jahrespressekonferenz-der-ukraine-die-schuld-am-fortdauernden-krieg-zu-ld.1917461\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der russische Pr\u00e4sident bezeichnete sie in einer Rede im Verteidigungsministerium als \u00abSchweinehunde\u00bb<\/a> \u2013 weil sie 2022 im Ukraine-Krieg der damaligen amerikanischen Regierung gefolgt seien. Jetzt unterst\u00fctzten sie amerikanische Vorschl\u00e4ge f\u00fcr ein Friedensabkommen in der Ukraine partout nicht und st\u00fcnden sowieso stets auf der falschen, sprich ukrainischen Seite der Geschichte. Das klang so, als bestehe kaum noch eine Grundlage f\u00fcr Gespr\u00e4che mit den Europ\u00e4ern.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Napoleon hatte vor mehr als 200 Jahren Russland zu erobern versucht.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd0rb4e21\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Putin und seine Propagandisten stellen Europa als kriegsl\u00fcstern dar; es habe nichts aus der Geschichte gelernt und suche erneut den Krieg mit Russland. Eine Vorstufe davon ist der Ukraine-Krieg, der nach Ansicht Putins vom Westen angezettelt wurde, nicht von Moskau. Prim\u00e4r gilt dieser Vorwurf Deutschland und seinem Kanzler Friedrich Merz. Aber mit dem Napoleon-Vergleich zeichnete der Kreml auch mit Blick auf Frankreich das Bild eines Pr\u00e4sidenten, der Europa in eine Konfrontation mit Moskau f\u00fchren wolle.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd0itnk70\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Umso bemerkenswerter ist es, dass beide Seiten nun vorsichtig wieder diplomatische Signale senden. Der Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Sonntag, Putin sei bereit zum Dialog mit Macron, sofern ein entsprechender politischer Wille vorhanden sei. Der franz\u00f6sische Staatschef hatte zuvor am Rande eines EU-Gipfels angedeutet, es k\u00f6nne \u00abwieder sinnvoll werden\u00bb, direkt mit Russlands Machthaber zu sprechen, sofern sich eine Perspektive f\u00fcr einen Waffenstillstand und m\u00f6gliche Friedensverhandlungen abzeichne.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd0m4ak70\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der \u00c9lys\u00e9e-Palast begr\u00fcsste am Sonntag die Gespr\u00e4chsbereitschaft des Kremls. Pr\u00e4sident Macron habe stets f\u00fcr einen \u00abDialog unter klaren Bedingungen\u00bb mit Russland pl\u00e4diert, hiess es. Der russische \u00dcberfall auf die Ukraine und die \u00abUnnachgiebigkeit\u00bb Wladimir Putins h\u00e4tten bloss \u00fcber Jahre hinweg jede Gespr\u00e4chsbasis zerst\u00f6rt. Ein neuer direkter Austausch k\u00f6nne aber wieder zweckm\u00e4ssig sein. \u00dcber Form und Zeitpunkt wolle man in den kommenden Tagen entscheiden.<\/p>\n<p>Verhandlungen in Miami mit Russen und Ukrainern<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd0n7l3f1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Tats\u00e4chlich hatten Macron und Putin <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/macron-und-putin-telefonieren-wieder-miteinander-ld.1891790\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bereits im Juli ein zweist\u00fcndiges Telefonat gef\u00fchrt,<\/a> bei dem es schwerpunktm\u00e4ssig allerdings um das iranische Atomprogramm ging. Zur Ukraine tauschte man damals bekannte Positionen aus, wonach Macron die Unterst\u00fctzung Frankreichs f\u00fcr die territoriale Integrit\u00e4t der Ukraine bekr\u00e4ftigte und Putin die russische Darstellung wiederholte, wonach der Westen die Ursachen des Konflikts zu verantworten habe. Es war der erste direkte Draht zwischen den Staatschefs, seit im September 2022 der Kontakt abgebrochen war.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd0ik3780\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Parallel zu diesen Signalen finden in Miami seit Freitag getrennte Gespr\u00e4che zwischen amerikanischen, ukrainischen und russischen Vertretern statt. Nach Angaben des Kremls ist ein trilaterales Treffen zwischen den USA, der Ukraine und Russland, das die Amerikaner angeregt haben sollen, \u00abnicht in Vorbereitung\u00bb. Der russische Emiss\u00e4r Kirill Dmitrijew sprach von \u00abkonstruktiven\u00bb Gespr\u00e4chen mit den amerikanischen Unterh\u00e4ndlern Steve Witkoff und Jared Kushner.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd0q8nur1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodimir Selenski zeigte sich jedoch skeptisch und forderte Washington auf, den Druck auf Moskau durch weitere Sanktionen und zus\u00e4tzliche Waffenlieferungen zu erh\u00f6hen. Die Positionen der Ukrainer und Russen liegen in mehreren Punkten nach wie vor weit auseinander. Russland verlangt f\u00fcr eine Waffenruhe die \u00dcbergabe der Kontrolle auch \u00fcber denjenigen Teil des Donbass, den es noch nicht erobert hat \u2013 eine Forderung, die in der Ukraine auf vehemente Ablehnung st\u00f6sst. Auch in der Frage des Nato-Beitritts der Ukraine, den Moskau f\u00fcr alle Zeiten ausgeschlossen sehen m\u00f6chte, m\u00f6glicher Sicherheitsgarantien sowie des Umfangs der ukrainischen Armee bestehen bis jetzt nicht \u00fcberbr\u00fcckte Differenzen.<\/p>\n<p>Ged\u00e4mpfte Erwartungen<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd0ik3781\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Peskow d\u00e4mpfte auch die Erwartungen an konkrete Ergebnisse eines m\u00f6glichen Kontakts zwischen Macron und Putin. Ein Gespr\u00e4ch solle vor allem dazu dienen, die jeweiligen Positionen gegenseitig zu verstehen, nicht den Gespr\u00e4chspartner zu belehren, sagte er. Hinweise auf substanzielle Zugest\u00e4ndnisse Moskaus gibt es nicht.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jd0psdv61\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-paragraph=\"true\">Im Gegenteil, Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow wiederholte am Sonntag, Vorschl\u00e4ge zum amerikanischen Friedensplan aus Kiew und von europ\u00e4ischen Staaten tr\u00fcgen aus russischer Sicht nicht zur Aussicht auf einen dauerhaften Frieden bei. Erst am Freitag hatte Putin in seiner Jahrespressekonferenz und B\u00fcrgersprechstunde deutlich gemacht, dass Russland an seinen Bedingungen f\u00fcr ein Ende des Krieges festh\u00e4lt und den Ball aufseiten Kiews und der Europ\u00e4er sieht. Macrons Vorstoss ist der Versuch, die Frage der Gestaltung von Europas Verh\u00e4ltnis zu Russland nicht den Amerikanern zu \u00fcberlassen, sondern selbst in die Hand zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwischen Russland und Frankreich herrschte lange Funkstille. Jetzt k\u00f6nnte es bald wieder zu direkten Gespr\u00e4chen kommen. 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