{"id":664756,"date":"2025-12-22T16:39:25","date_gmt":"2025-12-22T16:39:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/664756\/"},"modified":"2025-12-22T16:39:25","modified_gmt":"2025-12-22T16:39:25","slug":"vorwaerts-immer-rueckwaerts-nimmer-was-der-ddr-der-zweitakter-war-ist-der-eu-die-elektromobilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/664756\/","title":{"rendered":"Vorw\u00e4rts immer, r\u00fcckw\u00e4rts nimmer &#8211; Was der DDR der Zweitakter war, ist der EU die Elektromobilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Die DDR-Planwirtschaft sah f\u00fcr das Jahr 1985 einen Anstieg der tierischen Marktproduktion von 0,6 Prozent, des Eisenbahnverkehrs von 2,9 Prozent und des Einzelhandelsumsatzes von 4 Prozent vor. Die EU plant 40 Jahre sp\u00e4ter f\u00fcr das Jahr 2030 einen Anstieg des Verkaufsanteils von sogenannten \u201eZero- und Low-Emission-Fahrzeugen\u201c f\u00fcr Firmenfahrzeugflotten in Rum\u00e4nien auf 28 Prozent, in Lettland auf 33 Prozent, in Polen auf 34 Prozent, in Zypern auf 52 Prozent und in Deutschland auf 77 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Die genaue Definition dieser Fahrzeugklasse steht noch aus. Viele EU-Vertreter, die seit Jahren ihr Tun und Wirken leider nicht mehr am Dienen f\u00fcr das Volk ausrichten, sondern wie eine staatliche Plankommission wirken, wollen CO\u2082-arme Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor lieber heute als morgen verbieten, auch wenn sie nachweislich mit CO\u2082-armen Kraftstoffen betrieben eine sehr gute Gesamtbilanz aufweisen.\u00a0<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/kultur\/streit-wegen-drohendem-verbrenner-aus-fdp-gruene-eu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/395730976.jpg\" width=\"434\" height=\"273\" alt=\"\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Die Flottenverkaufsvorgaben sind deshalb so entscheidend im Kontext der ziemlich unver\u00e4nderten CO\u2082-Emissionsgesetzgebung, die Boulevard wie Politik dieser Tage viel zu euphorisch als \u201eAus vom Verbrenner-Aus\u201c bejubelt hatten, weil rund 70 Prozent der Neufahrzeuge ins Firmengesch\u00e4ft wandern.<\/p>\n<p>Elektromobilit\u00e4t als politischer Fetisch<\/p>\n<p>Dieser neue Vorschlag der EU-Kommission ist die Konsequenz einer Mischung aus entr\u00fcckter Politik, dem Einfluss einer NGO-Dominanz, einer selbstschutzgetriebenen, jahrelangen Gef\u00e4lligkeitskommunikation der Automobilindustrie gegen\u00fcber der ESG-Inquisition und Umweltaktivisten, einem internationalen Wirtschaftskrieg, orientierungslosen Gewerkschaftern allenthalben und mangelndem ehrlichem und effektivem CO\u2082-Reduktionswillen bei maximaler \u201eKlimaschutz-Lautst\u00e4rke\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Was der DDR der Zweitakter war, ist heute zum EU-Politikfetisch \u201eElektromobilit\u00e4t\u201c geworden. Die DDR wollte \u00fcbrigens auch in den 1980er-Jahren einen Wirtschaftsschwerpunkt im Bereich der Mikroelektronik entwickeln. Auch da war die Kleinigkeit einer ungen\u00fcgenden wirtschaftlichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit am Ende Ursache f\u00fcr die mangelnde Planzielerreichung.<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/wirtschaft\/mittelstand-wirtschaft-deindustrialisierung-habeck-grune-graichen-strom\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/pixabay_lost-places-2669014.jpg\" width=\"434\" height=\"289\" alt=\"\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Zur Erinnerung sei hier gesagt, dass es immer zwei gesellschaftliche Lager gegeben hat. Ein Lager, das sich f\u00fcr Technologieausgewogenheit eingesetzt hat und ein Miteinander von Verbrennungsmotoren und Elektromobilit\u00e4t einfordert, ist seit Jahren in der Gesellschaft deutlich in der Mehrheit. Und friedlich leben Elektro- und Verbrennungsmotoren-Autobesitzer nebeneinander, tolerant und Technologie-Diversit\u00e4t lebend und sch\u00e4tzend.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite hat sich seit Jahren eine fundamentalistische Front verbarrikadiert, zu der auch die EU-Kommission geh\u00f6rte, die keinerlei Ausnahmen f\u00fcr Neufahrzeuge ab dem Jahr 2035 duldete. Angeblich sei nun ein gro\u00dfer Wurf gelungen, der bei genauerer Betrachtung mit den Attributen \u201ewie erwartet ern\u00fcchternd\u201c, \u201ewiderspr\u00fcchlich\u201c, \u201ewirtschaftsfeindlich\u201c und \u201egesellschaftsfremd\u201c tituliert werden muss.<\/p>\n<p>Rechentricks statt Realpolitik: Der 2035-Kompromiss<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sieht die wesentliche \u00c4nderung vor, dass ab dem Jahr 2035 der Mittelwert aller verkaufter Fahrzeuge, der mit einer synthetischen Berechnungsformel berechnet wird, die alle Elektrofahrzeuge willk\u00fcrlich auf 0 g CO\u2082\/km setzt, nicht mehr den Wert 0, sondern rund 10 g CO\u2082\/km betragen darf. Zur Einordnung: Heute erreicht ein sparsamer VW Golf mit Verbrennungsmotor ohne Elektrifizierung circa 120 g CO\u2082\/km.<\/p>\n<p>Ein solcher Golf und elf Elektroautos k\u00e4men ziemlich genau auf den Zielwert von circa 10 g\/km, wobei dieses Rechenbeispiel einen Elektromarktanteil von 92 Prozent bedeuten w\u00fcrde. Die millionenschwer durchfinanzierten Nichtregierungsorganisationen und Umweltverb\u00e4nde, die seit Jahren Alternativen torpedieren, trommelten bereits und sahen den Klimaschutz gef\u00e4hrdet und \u2013 wie \u00fcblich \u2013 den Hitzetod des Planeten, obwohl die CO\u2082-Emissionen bei intelligenter Regulierung niedriger sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/wirtschaft\/vw-mercedes-china-die-paradiesischen-zeiten-sind-vorbei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Design ohne Titel (91).png\" width=\"434\" height=\"244\" alt=\"\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Man gewinnt den Eindruck, dass dieser neue Politikvorschlag als Ergebnis des Umweltausschusses mit marginalem \u00c4nderungsumfang als gro\u00dfz\u00fcgiges Geschenk der EU-Kommission verstanden werden soll. Aus diesem Grund ist nat\u00fcrlich auch klar, dass dieses 10-Prozent-Geschenk an Mittelstand und Industrie \u00e4quivalent zu 7 Prozent durch entsprechend CO\u2082-armen Stahl und durch eine Minianrechnung von 3 Prozent reFuels-Kraftstoffen kompensiert werden muss. Der neue Vorschlag zeigt, dass analytische Optimierung keinen Stellenwert hat, sondern eine Verschlimmbesserung durch Extremforderungen auf der einen und zaghaftes Kompromissfeilschen auf der anderen Seite resultiert. Diese Politik f\u00fchrt nicht zum Ziel. ZK-Generalsekret\u00e4r G\u00fcnter Mittag (SED) h\u00e4tte es nicht schlechter gemacht.<\/p>\n<p>Warum reine Elektromobilit\u00e4t systemisch scheitert<\/p>\n<p>Seit fast zehn Jahren betonen alle seri\u00f6sen Kreise aus der Wissenschaft mit Hintergrund sowohl in den Produktionsprozessen der Automobilindustrie als auch in Energie- und Antriebstechnik, dass die EU komplett falsch abgebogen ist. Die L\u00f6sung f\u00fcr ein kompliziertes System aus Rohstoffunabh\u00e4ngigkeit, Kontrolle der Lieferketten, gesellschaftlichen Anforderungen, sozialen Herausforderungen, Befriedigung aller Kundenbed\u00fcrfnisse, Ber\u00fccksichtigung der Wechselwirkung von Pkw, Lkw, Baumaschinen, Marine und R\u00fcstungsindustrie, den Herausforderungen der gescheiterten Energiewende, die kostenm\u00e4\u00dfig aus dem Ruder gelaufen ist, Infrastrukturproblemen und volkswirtschaftlichen Kosten f\u00fchrt in keinem Fall zu einer reinen Elektromobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/wirtschaft\/auto-zoll-usa-trump-china-ferdinand-dudenhoffer-interview\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/451037464.jpg\" width=\"434\" height=\"278\" alt=\"\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Zur Orientierung: F\u00fcr ein typisches mittleres Elektroauto m\u00fcssen circa 10.000 Euro f\u00fcr Batterieproduktion, Invertertechnologie, Leistungselektronik etc. an China \u00fcberwiesen werden. Die EU-Bestrebungen zum Aufbau einer europ\u00e4ischen Batteriefertigung sind jetzt schon zum Scheitern verurteilt, denn eine Skalierung und wirkliche Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf der Basis einer Technologief\u00fchrerschaft auf dem Weltmarkt ist nicht erkennbar. Auf der elektrischen Energieseite ist ersichtlich, dass der Strompreis in Deutschland langfristig klar oberhalb von 20 Cent\/kWh liegen wird. An DC-Ladestationen liegt er heute schon zwischen 50 und 90 Cent\/kWh.<\/p>\n<p>Auch die angebliche CO\u2082-Einsparung der Elektromobilit\u00e4t ist weiterhin ein M\u00e4rchen. Kohlekraftwerke wie RDK 8 in Karlsruhe und mehrere Bl\u00f6cke in Mannheim st\u00fctzen \u00fcber Monate das Netz. Jeder Verbraucher weniger w\u00fcrde die Kraftwerke entlasten.<\/p>\n<p>Europa reguliert sich selbst aus dem Spiel<\/p>\n<p>Kalifornien strebt dieses Jahr rund 60 Prozent nicht fossilen Dieselkraftstoff an. In Deutschland war der Verkauf von HVO-Kraftstoff vor zwei Jahren noch verboten. Japan, China, Indien und Brasilien setzen auf Biomasse, Hybridantriebe und Multi-Pathway-Strategien. China publiziert heute \u00e4hnlich viele wissenschaftliche Arbeiten zum Verbrennungsmotor wie die USA, die EU, Korea und Japan zusammen. \u201eInternal Combustion Engine is back\u201c, sagte Prof. M. Xu in Chiba.<\/p>\n<p>Das Einsparpotenzial von 10.000 Millionen Tonnen CO\u2082 durch die Kombination von Elektromobilit\u00e4t und reFuels wird von der EU ignoriert. Man nennt diese Strategie in Asien nicht Technologieoffenheit, sondern \u201eMulti-Pathway\u201c. Europa dagegen steuert sehenden Auges auf Deindustrialisierung zu. Vier Jahre nach dem Jahresplan von 1985 kam alles anders in der DDR. Es gibt gen\u00fcgend Grund zur Annahme, dass auch die EU auf selbstverschuldete schwerste Verwerfungen zusteuert. Der aktuelle Plan der EU zur Flottengesetzgebung zeigt eindr\u00fccklich: \u201eVorw\u00e4rts immer, r\u00fcckw\u00e4rts nimmer.\u201c<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/stuttgart-oberburgermeitster-frank-nopper-automobilkrise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Vorlage_Film_der_woche (6).png\" width=\"434\" height=\"244\" alt=\"\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die DDR-Planwirtschaft sah f\u00fcr das Jahr 1985 einen Anstieg der tierischen Marktproduktion von 0,6 Prozent, des Eisenbahnverkehrs von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":664757,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,129,1519,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-664756","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-ddr","11":"tag-elektromobilitaet","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115764211332401541","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/664756","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=664756"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/664756\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/664757"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=664756"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=664756"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=664756"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}