{"id":664972,"date":"2025-12-22T18:46:32","date_gmt":"2025-12-22T18:46:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/664972\/"},"modified":"2025-12-22T18:46:32","modified_gmt":"2025-12-22T18:46:32","slug":"qomunity-als-modell-fuer-soziale-stadtentwicklung-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/664972\/","title":{"rendered":"&#8222;QOMUNITY&#8220; als Modell f\u00fcr soziale Stadtentwicklung in Berlin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin steht vor der Aufgabe, nicht nur neuen Wohnraum zu schaffen, sondern auch funktionierende Nachbarschaften zu erm\u00f6glichen. W\u00e4hrend vielerorts ganze Stadtquartiere neu entstehen, r\u00fcckt zunehmend die Frage in den Fokus, wie soziale Strukturen von Beginn an mitgedacht werden k\u00f6nnen. Mit \u201eQOMUNITY\u201c liegt ein Ansatz vor, der Stadtentwicklung als gemeinschaftlichen Prozess versteht.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Visualisierung-Marienhoefe-Tempelhof-\u00a9-Goldbeck-GmbH.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-76141\" class=\"lazyload wp-image-76141 size-full\" data-orig-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Visualisierung-Marienhoefe-Tempelhof-\u00a9-Goldbeck-GmbH.jpg\" alt=\"Marienh\u00f6fe in Tempelhof\" width=\"1280\" height=\"720\"  data- data-orig-\/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-76141\" class=\"wp-caption-text\">Gro\u00dfe Neubauquartiere wie die \u201eMarienh\u00f6fe\u201c in Tempelhof bieten g\u00fcnstige Voraussetzungen, um Wohnungsbau, Nachbarschaft und soziale Teilhabe von Beginn an miteinander zu verbinden. Auf dem rund zehn Hektar gro\u00dfen Areal an der Attilastra\u00dfe entstehen rund 900 Wohnungen sowie Fl\u00e4chen f\u00fcr Gewerbe, Dienstleistungen und Gastronomie, die eine vielf\u00e4ltige Nutzung und soziale Durchmischung erm\u00f6glichen. \/ \u00a9 Visualisierung: Goldbeck GmbH<\/p>\n<p>\u00a9 Visualisierung: Goldbeck GmbH<br \/>\u00a9 Foto Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p data-start=\"758\" data-end=\"1213\">Berlin w\u00e4chst weiter \u2013 r\u00e4umlich, gesellschaftlich und strukturell. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass neue Geb\u00e4ude allein keine lebendigen Quartiere hervorbringen. Wohnraum, Infrastruktur und Energieversorgung lassen sich planen, soziale Dynamiken hingegen entstehen oft erst nachtr\u00e4glich oder bleiben dem Zufall \u00fcberlassen. Genau an diesem Punkt setzt das Konzept \u201eQOMUNITY\u201c an und versteht Stadtentwicklung konsequent vom sozialen Miteinander her.<\/p>\n<p data-start=\"1215\" data-end=\"1658\">Ziel des Konzeptes, welches im Rahmen der Neustart-Konferenz eingereicht wurde, ist es, Gemeinschaft nicht als weichen Zusatz, sondern als festen Bestandteil von Quartiersentwicklung zu etablieren. \u201eQOMUNITY\u201c reagiert damit auf Herausforderungen wie soziale Fragmentierung, Nutzungsdruck und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit. Stadt wird nicht prim\u00e4r als Ansammlung von Geb\u00e4uden verstanden, sondern als Netzwerk von Beziehungen, in dem Begegnung, Beteiligung und lokale Verantwortung eine tragende Rolle spielen.<\/p>\n<p>Warum Begegnungsorte f\u00fcr neue Stadtquartiere entscheidend sind<\/p>\n<p data-start=\"111\" data-end=\"464\">Inhaltlich kn\u00fcpft \u201eQOMUNITY\u201c an das Konzept des \u201eDritten Ortes\u201c an, das der Soziologe Ray Oldenburg in den 1980er-Jahren pr\u00e4gte. Neben Wohnung und Arbeitsplatz braucht es Orte des freiwilligen Aufenthalts, die Austausch und Zugeh\u00f6rigkeit erm\u00f6glichen. Solche R\u00e4ume tragen zur Identit\u00e4tsbildung von Nachbarschaften bei und k\u00f6nnen soziale Stabilit\u00e4t f\u00f6rdern.<\/p>\n<p data-start=\"466\" data-end=\"810\">Diese Orte sollen gezielt in Neubau- und Bestandsprojekte eingebunden werden \u2013 nicht nur baulich, sondern auch organisatorisch. Im Fokus steht dabei weniger die einzelne Ma\u00dfnahme als vielmehr der dauerhafte Betrieb gemeinschaftlicher Angebote, etwa von Nachbarschaftsr\u00e4umen oder lokalen Initiativen, um soziale Prozesse fr\u00fchzeitig zu begleiten.<\/p>\n<p>Was braucht es, damit Nachbarschaft in Berliner Quartieren funktioniert?<\/p>\n<p data-start=\"177\" data-end=\"600\">Zentrales Element des \u201eQOMUNITY\u201c-Ansatzes ist eine digitale Plattform, die Information, Beteiligung und Organisation im Quartier b\u00fcndelt. Sie soll Bewohnerinnen und Bewohner, lokale Akteure und Dienstleister miteinander vernetzen und den Austausch unterst\u00fctzen, erg\u00e4nzt durch analoge Formate wie Workshops oder Fokusgruppen. Ziel ist es, Nachbarschaft und soziale Teilhabe strukturell zu f\u00f6rdern und langfristig zu begleiten.<\/p>\n<p data-start=\"602\" data-end=\"1056\">Wie solche Prozesse auch jenseits digitaler Strukturen funktionieren k\u00f6nnen, zeigt das <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/alt-buckow-stadt-und-land-eroeffnet-nachbarschaftstreff-am-gensweg\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Beispiel Alt-Buckow.<\/a> Dort entsteht Nachbarschaft vor allem \u00fcber konkrete Orte der Begegnung wie den Nachbarschaftstreff am Gensweg, der Austausch, Beratung und gemeinschaftliche Aktivit\u00e4ten erm\u00f6glicht. In Verbindung mit Kooperationen lokaler Initiativen w\u00e4chst so ein soziales Netzwerk, das den Alltag im Quartier pr\u00e4gt und soziale Teilhabe praktisch erfahrbar macht.<\/p>\n<p>Von Tegel bis Buch: Neue Anforderungen wie \u201eQOMUNITY\u201c an Berlins Stadtentwicklung<\/p>\n<p data-start=\"165\" data-end=\"698\">Ein zentrales Element von \u201eQOMUNITY\u201c ist der Anspruch, soziale Effekte systematisch erfassbar zu machen. Vorgesehen sind daf\u00fcr ein Social Impact Status Check sowie die Berechnung eines Social Return on Investment. Auf diese Weise sollen Entwicklungen wie eine ver\u00e4nderte Mieterfluktuation, die Nutzung gemeinschaftlicher Angebote oder die Stabilit\u00e4t von Nachbarschaften nachvollziehbar bewertet werden. So wird soziale Nachhaltigkeit nicht nur beschrieben, sondern in einen \u00fcberpr\u00fcfbaren Zusammenhang mit Quartiersentwicklung gestellt.<\/p>\n<p data-start=\"700\" data-end=\"1250\">Vor diesem Hintergrund zeigt sich bei aktuellen Gro\u00dfprojekten wie dem<a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/txl-entwicklung-nimmt-fahrt-auf-erste-328-wohnungen-im-schumacher-quartier-starten-2026\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Schumacher-Quartier<\/a> in Tegel, dem \u201e<a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/fortschritt-auf-der-insel-gartenfeld-quartiersentwicklung-erreicht-neues-etappenziel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neuen Gartenfeld\u201c in Spandau<\/a> oder dem Quartier <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/neues-wohnquartier-in-pankow-senat-gibt-gruenes-licht-fuer-bebauungsplan\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eAm Sandhaus\u201c<\/a> in Buch, dass Berlin zunehmend in gr\u00f6\u00dferen Quartiersdimensionen plant. Wenn mehrere tausend Wohnungen, soziale Infrastruktur und neue Mobilit\u00e4tsangebote parallel entstehen, sto\u00dfen klassische Planungsans\u00e4tze jedoch an ihre Grenzen.<\/p>\n<p data-start=\"1252\" data-end=\"1701\">Diese Fragestellung stellt sich auch in langfristig angelegten Entwicklungsgebieten wie <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/neulichterfelde-warum-ein-ameisennest-den-bau-von-2500-wohnungen-verzoegern-koennte\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neulichterfelde<\/a> oder dem <a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/segelflieger-quartier-degewo-startet-bau-von-440-gefoerderten-wohnungen-in-johannisthal\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Segelflieger Quartier<\/a> in Johannisthal, wo unter anderem die DEGEWO bis 2030 umfangreichen \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Wohnraum realisieren wollen. Mit zunehmender Projektlaufzeit r\u00fcckt dabei weniger die Errichtung einzelner Geb\u00e4ude, sondern vielmehr der dauerhafte Betrieb funktionierender Nachbarschaften in den Fokus.<\/p>\n<p>Neubauquartier \u201eMarienh\u00f6fe\u201c in Tempelhof als m\u00f6gliches Anwendungsbeispiel<\/p>\n<p data-start=\"1703\" data-end=\"2123\">Ein m\u00f6glicher Anwendungsfall f\u00fcr einen solchen Ansatz lie\u00dfe sich im Neubauquartier<a href=\"https:\/\/www.entwicklungsstadt.de\/marienhoefe-in-tempelhof-grundstein-fuer-neues-stadtquartier-gelegt\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> \u201eMarienh\u00f6fe\u201c<\/a> in Tempelhof denken. Dort entstehen rund 900 Wohnungen sowie soziale Infrastruktur, erg\u00e4nzt durch gemeinschaftlich nutzbare Freir\u00e4ume und ein zentrales Quartiershaus. Diese Strukturen bieten Ansatzpunkte, um soziale Prozesse fr\u00fchzeitig zu begleiten und gemeinschaftliche Nutzung bereits im Aufbau des Quartiers zu verankern.<\/p>\n<p data-start=\"2125\" data-end=\"2577\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Organisatorisch ist \u201eQOMUNITY\u201c als Genossenschaft angelegt. Damit wird ein Modell gew\u00e4hlt, das Mitsprache erm\u00f6glichen und langfristige Interessen verschiedener Akteure b\u00fcndeln soll. Berlin dient dabei als Erprobungsraum. Ob und in welcher Form sich ein solcher Ansatz auch auf andere St\u00e4dte \u00fcbertragen l\u00e4sst, d\u00fcrfte ma\u00dfgeblich davon abh\u00e4ngen, wie tragf\u00e4hig sich die Verbindung aus sozialer Begleitung und Quartiersentwicklung im Berliner Kontext erweist.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Quellen: QOMUNITY, Neustart-Konferenz, STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, Senatsverwaltung f\u00fcr\u00a0Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin steht vor der Aufgabe, nicht nur neuen Wohnraum zu schaffen, sondern auch funktionierende Nachbarschaften zu erm\u00f6glichen. 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