{"id":665039,"date":"2025-12-22T19:28:40","date_gmt":"2025-12-22T19:28:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/665039\/"},"modified":"2025-12-22T19:28:40","modified_gmt":"2025-12-22T19:28:40","slug":"das-russische-narrativ-warum-putin-die-angst-vor-europa-beschwoert-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/665039\/","title":{"rendered":"Das russische Narrativ: Warum Putin die Angst vor Europa beschw\u00f6rt &#8211; News"},"content":{"rendered":"<p>  Klicken, um die Teilen-Funktion zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>            Teilen<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">In Europa wird das Szenario eines russischen Angriffes ernsthaft diskutiert. Wladimir Putin drehte den Spiess j\u00fcngst um \u2013 und warnte vor einem westlichen Angriff auf Russland. Der Osteuropa-Historiker Jeronim Perovic erkl\u00e4rt, welches Narrativ der Kreml-Chef damit bedient \u2013 und wie Russland heute auf Europa blickt.<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Jeronim Perovic \" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e85218.webp.webp\"\/><\/p>\n<p class=\"person-details__name\">\n                Jeronim Perovic\n    <\/p>\n<p class=\"person-details__function\" itemprop=\"jobTitle\">\n        Experte f\u00fcr osteurop\u00e4ische Geschichte\n    <\/p>\n<p>    Personen-Box aufklappen<br \/>\n    Personen-Box zuklappen<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Als Historiker und Politikwissenschaftler hat sich Jeronim Perovic auf Russland und Osteuropa spezialisiert. Seit 2011 ist er Professor f\u00fcr osteurop\u00e4ische Geschichte an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>SRF News: Glaubt Putin tats\u00e4chlich an einen westlichen Angriff gegen Russland?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Jeronim Perovic: Wir erleben in den letzten Wochen eine rhetorische Eskalation. Ich glaube aber nicht, dass Russland Angst vor einem europ\u00e4ischen Angriff hat. Allerdings unterst\u00fctzt der Westen die Ukraine seit dem russischen Angriffskrieg massiv \u2013 und verhindert damit, dass Moskau seine Maximalziele erreichen kann. <\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Mann im Anzug spricht vor blauem Hintergrund.\" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\"\/><\/p>\n<p>                    Legende:<\/p>\n<p>                \u00abWir wollen keinen Krieg mit Europa\u00bb, sagte Putin Anfang Dezember in Moskau. \u00abDoch wenn Europa gegen uns k\u00e4mpfen will und uns angreift, sind wir bereit.\u00bb<\/p>\n<p>                    Keystone\/AP\/Pavel Bednyakov<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Nun wenden sich die USA vermehrt von der Ukraine ab und kommen russischen Forderungen entgegen. Pl\u00f6tzlich erscheint Europa als St\u00f6rfaktor. Deshalb stellt Putin die Europ\u00e4er nun als Kriegstreiber dar. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Was l\u00f6sen solche Warnungen in Russland aus? Glauben die Menschen das?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Sie sind seit vielen Jahren russischer Staatspropaganda ausgesetzt. Putin stellt die \u00abSpezialoperation\u00bb nicht als Krieg gegen die Ukraine dar, sondern als Abwehrkampf gegen den kollektiven Westen. Dieser nutze die Ukraine, um Russland zu schw\u00e4chen und zu zerschlagen. <\/p>\n<blockquote class=\"blockquote \">\n<p>\n        Putin und sein Umfeld betonen Russlands zivilisatorische Eigenst\u00e4ndigkeit und \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber dem \u2039dekadenten Westen\u203a.\n    <\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"article-paragraph\">Dieses Narrativ kommt bei der Bev\u00f6lkerung an. Das russische Staatsfernsehen zeigt zerst\u00f6rtes westliches Kriegsmaterial in der Ukraine. Da braucht es gar nicht mehr viel Propaganda, um das Narrativ glaubhaft zu machen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Im Laufe der russischen Geschichte ver\u00e4nderte sich das Bild von Europa immer wieder. Wie pr\u00e4gt das die Beziehungen?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Diese Beziehung war immer ambivalent. Seit der fr\u00fchen Neuzeit hat Russland in Europa ein Vorbild gesehen, vor allem was technisch-industrielle Entwicklung anging. Katharina II. hat Ende des 18. Jahrhunderts erkl\u00e4rt, dass Russland eine europ\u00e4ische Macht sei. Umgekehrt hat Russland auch f\u00fcr die europ\u00e4ische Geschichte eine wichtige Rolle gespielt. <\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Merkel, Macron und Putin 2019 in Paris.\" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\"\/><\/p>\n<p>                    Legende:<\/p>\n<p>                Ein Bild, wie aus einer fernen Zeit: 2019 sprachen Russland und die europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs noch miteinander \u2013 auch wenn die Beziehungen schon damals schwer belastet waren.<\/p>\n<p>                    Getty Images\/Bloomberg Christophe Morin<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Trotzdem gab es immer wieder Bewegungen in Russland, die das Land nicht als europ\u00e4ische Macht verstanden, sondern als eigene Zivilisation, als orthodoxe, slawische Macht. Diese Auseinandersetzung blieb im Grunde ein Merkmal der gesamten russischen Geschichte. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Wie ist der russische Blick auf Europa heute?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Russland anerkennt, dass der Westen technologisch fortschrittlicher ist. Gleichzeitig betonen Putin und sein Umfeld Russlands zivilisatorische Eigenst\u00e4ndigkeit und \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber dem \u00abdekadenten Westen\u00bb. In ihrer Erz\u00e4hlung hat Europa seine traditionellen christlichen Werte verloren und Russland dient als Vorbild. <\/p>\n<blockquote class=\"blockquote \">\n<p>\n        Europa sollte sich nicht auf ein rhetorisches Ferngefecht einlassen. Es ist nicht unsere Aufgabe, Russland zu erziehen oder zu belehren.\n    <\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"article-paragraph\">Damit wollen sie diejenigen Kr\u00e4fte im Westen ansprechen, die \u00e4hnliche Positionen vertreten. Seien es die rechtsnationalen Kr\u00e4fte in Europa oder auch die Trump-Regierung. Ihre Rhetorik ist derjenigen des Kremls ja nicht un\u00e4hnlich.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Heute ist Russland im Westen meist synonym f\u00fcr Putin. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind die Kontakte weitgehend abgebrochen. Ist diese Entfremdung eine Hypothek f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Diese Abkoppelung erleben auch wir als Akademiker. Es herrscht weitgehend Funkstille zu unseren russischen Kollegen. Es wird lange dauern, diese Kontakte wieder herzustellen. Gleichzeitig sollte sich Europa nicht auf ein rhetorisches Ferngefecht einlassen. Es ist nicht unsere Aufgabe, Russland zu erziehen oder zu belehren. Vielmehr sollten wir an unseren demokratischen Werten und Freiheiten festhalten, sie sch\u00fctzen und pflegen.<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\"><strong>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Zita Affentranger.<\/strong><\/p>\n<p>  Klicken, um die Teilen-Funktion zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>            Teilen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Klicken, um die Teilen-Funktion zu \u00f6ffnen. Teilen In Europa wird das Szenario eines russischen Angriffes ernsthaft diskutiert. Wladimir&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":665040,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-665039","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115764876192959921","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/665039","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=665039"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/665039\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/665040"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=665039"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=665039"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=665039"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}