{"id":665056,"date":"2025-12-22T19:38:20","date_gmt":"2025-12-22T19:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/665056\/"},"modified":"2025-12-22T19:38:20","modified_gmt":"2025-12-22T19:38:20","slug":"das-haben-wir-in-deutschland-noch-nicht-erlebt-oekonom-klaus-regling-warnt-vor-wohlstandsverlust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/665056\/","title":{"rendered":"\u201eDas haben wir in Deutschland noch nicht erlebt\u201c \u2013 \u00d6konom Klaus Regling warnt vor Wohlstandsverlust"},"content":{"rendered":"<p>\u00d6konom Klaus Regling prophezeit einen massiven Wohlstandverlust in Deutschland. Das Versprechen, dass es k\u00fcnftigen Generationen besser gehen wird, sei vermutlich nicht mehr einzul\u00f6sen. Er schl\u00e4gt daher ein historisches Reformpaket vor.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der fr\u00fchere Chef des Euro-Rettungsfonds (ESM), Klaus Regling, erwartet f\u00fcr Deutschland einen langfristigen R\u00fcckgang des Wohlstands. \u201eSelbst wenn die Wirtschaft wieder etwas st\u00e4rker w\u00e4chst, wird das verf\u00fcgbare Realeinkommen der Deutschen in Zukunft wohl sinken\u201c, sagt der 75 Jahre alte \u00d6konom im Interview mit dem \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/wohlstand-das-verfuegbare-realeinkommen-der-deutschen-wird-in-zukunft-wohl-sinken\/100183071.html\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/wohlstand-das-verfuegbare-realeinkommen-der-deutschen-wird-in-zukunft-wohl-sinken\/100183071.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Handelsblatt<\/a>\u201c. <\/p>\n<p>Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik sei damit ein zentrales Versprechen nicht mehr haltbar: \u201eDass es den Kindern wirtschaftlich besser gehen wird als den Eltern, ist vermutlich nicht mehr einzul\u00f6sen.\u201c Genau das k\u00f6nne Frustration ausl\u00f6sen und die Demokratie unter Druck setzen. \u201eMeine Sorge ist, dass sich viele frustriert von der Politik abwenden oder populistische Parteien w\u00e4hlen werden.\u201c<\/p>\n<p>Der \u00d6konom begr\u00fcndet seine Prognose damit, dass in den kommenden Jahrzehnten ein wachsender Teil der Wirtschaftsleistung gebunden sein wird \u2013 f\u00fcr Verteidigung, soziale Sicherungssysteme und Lasten durch Umweltprobleme. \u201eDie n\u00e4chste Generation wird vermutlich weniger f\u00fcr den Konsum ausgeben k\u00f6nnen als die vorherige\u201c, sagte Regling. \u201eUnd das ist etwas, was wir in der Bundesrepublik, aber auch in anderen Industriel\u00e4ndern, bisher noch nicht erlebt haben.\u201c<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Reformpaket der Geschichte Deutschlands<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Schw\u00e4che Deutschland f\u00fchrt er sowohl auf globale Ver\u00e4nderungen wie die zunehmende Konkurrenz aus China als auch auf jahrelange politische Vers\u00e4umnisse zur\u00fcck. Deutschland habe \u00fcber Jahrzehnte zu wenig in Infrastruktur investiert und damit Wachstum verspielt.<\/p>\n<p>Um aus dieser Entwicklung auszubrechen, pl\u00e4diert Regling f\u00fcr ein umfassendes Reformpaket: \u201eEs braucht ein so umfassendes Reformpaket, wie wir es bisher in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gesehen haben\u201c, sagte er. Und er verbindet das mit der Forderung nach einem partei\u00fcbergreifenden Kompromiss, einem \u201eGrand Bargain\u201c, in dem alle Seiten rote Linien \u00fcberschreiten m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Regling betont, dass Deutschland im internationalen Vergleich zu wenig arbeite, die durchschnittliche Arbeitszeit pro Erwerbst\u00e4tigem deutlich unter der anderer OECD-L\u00e4nder liege. Er schl\u00e4gt zudem vor, \u00fcber die Streichung einzelner Feiertage nachzudenken, mehr Vollzeit- statt Teilzeitmodelle zu f\u00f6rdern und das <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus68d65f5024619b7e72e509ba\/Ehegatten-Splitting-Die-groesste-Steuererhoehung-in-der-Geschichte-der-Bundesrepublik.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/plus68d65f5024619b7e72e509ba\/Ehegatten-Splitting-Die-groesste-Steuererhoehung-in-der-Geschichte-der-Bundesrepublik.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ehegattensplitting<\/a> abzuschaffen, das aus seiner Sicht falsche Anreize setze. Au\u00dferdem fordert er, das Renteneintrittsalter st\u00e4rker an die gestiegene Lebenserwartung anzupassen. \u201eWir m\u00fcssen l\u00e4nger arbeiten\u201c, sagte er, weil sich die Bezugsdauer der Rente in den vergangenen Jahrzehnten verdoppelt habe und das System sonst nicht finanzierbar bleibe.<\/p>\n<p>Renteneinstieg an Beitragsjahre koppeln<\/p>\n<p>Beim Rentensystem pl\u00e4diert Regling f\u00fcr grundlegende \u00c4nderungen. Die Kopplung der Renten an die L\u00f6hne h\u00e4lt er nicht mehr f\u00fcr zeitgem\u00e4\u00df; k\u00fcnftig solle es nur noch einen Inflationsausgleich geben. Zudem bef\u00fcrwortet er den Vorschlag von Bundesarbeitsministerin B\u00e4rbel Bas (SDP), wonach st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden soll, wie viele Beitragsjahre jemand geleistet habe \u2013 ein Ansatz, der auch soziale Ungleichheiten abmildern k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Im Gesundheitswesen warnt Regling vor stark steigenden Kosten und fordert eine st\u00e4rkere Eigenbeteiligung der Versicherten. Diskutiert werden m\u00fcsse seiner Meinung nach auch die Streichung der Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag.<\/p>\n<p>Dass Reformen schmerzhaft sein werden, verschweigt Regling nicht. \u201eDas sind alles politisch heikle Vorschl\u00e4ge\u201c, sagte er dem \u201eHandelsblatt\u201c. Entscheidend sei, dass die Lasten fair verteilt w\u00fcrden \u2013 nicht nur auf Arbeitnehmer, sondern auch auf Verm\u00f6gende und Unternehmen. Deshalb h\u00e4lt er eine moderate Verm\u00f6gensteuer oder eine h\u00f6here Erbschaftsteuer f\u00fcr gerechtfertigt. Die Verm\u00f6gen seien in den vergangenen 25 Jahren stark gestiegen, ohne dass dies immer mit realer Leistung verbunden gewesen sei.<\/p>\n<p>Ferner fordert Regling eine Reform des Steuersystems, um mittlere Einkommen zu entlasten. Er verweist darauf, dass der Spitzensteuersatz in Deutschland bereits bei vergleichsweise niedrigen Einkommen greife, w\u00e4hrend andere L\u00e4nder deutlich h\u00f6here Schwellen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Trotz aller Warnungen bleibt Regling optimistisch, dass Reformen m\u00f6glich sind, wenn Politik und Gesellschaft die Notwendigkeit erkennen. \u201eDie B\u00fcrger sind zu schwierigen Reformen bereit, wenn sie das Gef\u00fchl haben, dass es gerecht zugeht\u201c, sagt er. Die entscheidende Frage lautet f\u00fcr ihn daher: ob die Politik bereit ist, daf\u00fcr den notwendigen Mut aufzubringen.<\/p>\n<p>kami<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00d6konom Klaus Regling prophezeit einen massiven Wohlstandverlust in Deutschland. 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