{"id":66556,"date":"2025-04-27T23:05:10","date_gmt":"2025-04-27T23:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/66556\/"},"modified":"2025-04-27T23:05:10","modified_gmt":"2025-04-27T23:05:10","slug":"zu-gast-bei-gauthier-dance-starchoreograf-benjamin-millepied-setzt-auf-den-ueberraschungseffekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/66556\/","title":{"rendered":"Zu Gast bei Gauthier Dance: Starchoreograf Benjamin Millepied setzt auf den \u00dcberraschungseffekt"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die n\u00e4chste Premiere will Eric Gauthier mit zehn Choreografen ein Feuerwerk z\u00fcnden. Unter ihnen ist Benjamin Millepied, der an der Seite seiner Ex-Frau Natalie Portman auch jenseits der Tanzszene Karriere machte.<\/p>\n<p>New York, Los Angeles, Paris \u2013 der Choreograf Benjamin Millepied bewegt sich normalerweise auf dem gro\u00dfen internationalen Parkett. Anfang April war der Franzose, den sein Mitwirken an den Kinohits \u201eBlack Swan\u201c und \u201eDune\u201c zu einer Art Popstar der Ballettszene machte, allerdings sehr entspannt im Studio von <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Gauthier_Dance\" title=\"Gauthier Dance\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gauthier Dance<\/a> am L\u00f6wentorbogen anzutreffen, in Kapuzenpulli und Jogginghose statt in Promi-All\u00fcren geh\u00fcllt. Die \u00dcberredungskunst von Eric Gauthier hatte Millepied per TGV von Paris nach Stuttgart gelockt, hier ist er Teil des zehnk\u00f6pfigen Choreografen-Line-ups der n\u00e4chsten Premiere.<\/p>\n<p>Zur Begegnung im Probestudio passt, dass sich auch Gauthier Dance derzeit nicht \u00fcber mangelnde internationale Aufmerksamkeit beklagen kann. Im M\u00e4rz tanzte die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Theaterhaus_Stuttgart\" title=\"Theaterhaus\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Theaterhaus<\/a>-Kompanie acht ausverkaufte Vorstellungen im New Yorker Joyce Theater. Die Stuttgarter sorgten \u201ef\u00fcr frischen Wind in einer Stadt, die \u2013 obwohl sie ein Zentrum des professionellen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Tanz\" title=\"Tanz\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tanz<\/a>es ist \u2013 stagnierend wirken kann\u201c, lobte der \u201eObserver\u201c das Gastspiel. Mit einer Einladung f\u00fcr das Fall for Dance Festival reiste Gauthier Dance heim und wird bereits im September wieder in New York auftreten.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/media.media.2f9dcab9-4628-49ac-90ae-e63d522bf824.original1024.media.jpeg\"\/>     Benjamin Millepied (rechts)    Foto: GD\/Jeanette Bak    <\/p>\n<p>Die frische Brise sp\u00fcrt auch Benjamin Millepied. Er nehme die Einladung nach Stuttgart als willkommene Gelegenheit, wie er am Rand der Proben sagt, \u201eum mal etwas anderes auszuprobieren\u201c. Wer Millepieds eigene Projekte kennt, folgt den zwei Paaren im Studio verbl\u00fcfft. Selbst in urbanem Kontext, wie ein Video zu einem Song von Jeff Buckley zeigt, flie\u00dft sein Tanz meist elegant und sch\u00f6n; doch bei Gauthier Dance wird auffallend locker und sehr befreit zur \u201eHymn to Freedom\u201c des Oscar Peterson Trios getanzt. \u201eDas soll wie eine \u00dcberraschung sein\u201c, spornt Millepied die T\u00e4nzer zu pointierten Bewegungen an, die blitzschnell wie ein Reflex zucken, um sich an anderen, langsameren Stellen trudelnd und torkelnd auszuprobieren.<\/p>\n<p>\u201eFireworks\u201c hei\u00dft der zweiteilige Abend, der zum Finale des Theaterhaus-Jubil\u00e4umsreigens ein getanztes Feuerwerk z\u00fcnden will. Eric Gauthier hat den daran beteiligten Choreografen 50 Musik-Stars vorgegeben, deren Namen eng mit dem Theaterhaus verbunden sind, von Charles Aznavour \u00fcber die Fantastischen Vier bis zu Konstantin Wecker reicht die Liste. \u201eAls ich das zweite Mal darauf schaute, waren meine Favoriten schon weg\u201c, sagt Benjamin Millepied. So kamen er und die Musik des Oscar Peterson Trios eher zuf\u00e4llig zusammen. Getestet habe er sie beim morgendlichen Aufweckritual f\u00fcr seine beiden Kinder \u2013 und die \u201eHymn to Freedom\u201c kam an.<\/p>\n<p> Auch die Auswahl der Tanzenden war, wie man sich bei zehn konkurrierenden Choreografen vorstellen kann, kein Wunschkonzert. Ein Duett oder ein St\u00fcck f\u00fcr vier T\u00e4nzer k\u00f6nnte er zu \u201eFireworks\u201c beitragen, so Millepieds Vorgabe an Eric Gauthier. \u201eAls mir die vier vorgestellt wurden, kam ich rein und sah, dass die beiden Frauen gr\u00f6\u00dfer waren als die M\u00e4nner\u201c, sagt der Choreograf und lacht. So kommt es zu ungew\u00f6hnlichen, an Standardt\u00e4nze erinnernden Szenen, bei denen die beiden Frauen die F\u00fchrung \u00fcbernehmen d\u00fcrfen. Dadurch gewinne der Titel des Musikst\u00fccks im Tanz eine aktuelle Perspektive, wie Millepied andeutet: \u201eEs geht um die Freiheit eines jeden, die angef\u00fcllt mit Freude, Fr\u00f6hlichkeit und Spontaneit\u00e4t sein sollte.\u201c <\/p>\n<p>Die Frauen \u00fcbernehmen die F\u00fchrung <\/p>\n<p>Die ungef\u00e4hre Struktur des Tanzst\u00fccks habe er schon bei seiner Ankunft im Kopf gehabt, erl\u00e4utert Millepied seine von der Musik ausgehende Arbeitsweise; die Ausgestaltung war f\u00fcr ihn ein Spaziergang, der ihm im Dialog mit den Gauthier-Profis so locker von der Hand ging, dass bereits nach eineinhalb von drei Tagen die komplette Freiheits-Hymne stand. \u201eEs ist eine heitere Jazz-Nummer \u2013 leicht, verspielt und unpr\u00e4tenzi\u00f6s\u201c, beschreibt Millepied Oscar Petersons Musik, in deren Herz er mit seinem Tanz vordringen wolle. \u201eIch zeige vier Menschen, die zusammen tanzen und ein St\u00fcck Weg gemeinsam zur\u00fccklegen\u201c, sagt der Choreograf und hat ein Leuchten im Blick aus stechend blauen Augen. <\/p>\n<p>In Paris wartet viel Arbeit <\/p>\n<p>Der Weg des franz\u00f6sischen Starchoreografen sieht Freelance-Ausfl\u00fcge, wie den f\u00fcr Gauthier Dance, nicht mehr unbedingt vor. Als Familienvater, der nach der Scheidung von seiner Frau, der Schauspielerin Natalie Portman, f\u00fcr die beiden Kinder da sein m\u00f6chte, setzt Millepied vor allem auf die Arbeit mit den eigenen Kompanien, dem L.A. und dem Paris Dance Project. \u201eAber Eric Gauthier hat so sehr insistiert, dass ich ihm den Wunsch nicht ausschlagen wollte und zugesagt habe. Drei Tage sind ja auch machbar\u201c, sagt Millepied, \u201ef\u00fcr drei Wochen h\u00e4tte ich nicht kommen k\u00f6nnen.\u201c <\/p>\n<p>In Paris, wo der Choreograf 2014 die Leitung des Balletts der Op\u00e9ra \u00fcbernommen hatte, um nach etwas mehr als einem Jahr, frustriert von eingefahrenen und schwer \u00e4nderbaren Strukturen, das Handtuch zu werfen, wartet viel Arbeit auf ihn. Zusammen mit anderen Choreografen will Millepied die Musik von Philip Glass zum Film \u201eKoaanisqatsi\u201c in einem Tanzevent umsetzen, das die Stadt auch open air bespielen soll. Doch das ist nicht alles: So hat er am 28. Juni das Finale der Rugby-Saison im Kalender, f\u00fcr das Benjamin Millepied die Gestaltung der Er\u00f6ffnungszeremonie im Stade de France \u00fcbernommen hat.<\/p>\n<p> Info <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Person<\/strong><br \/>Benjamin Millepied, 1977 in Bordeaux geboren, schloss seine Ausbildung zum T\u00e4nzer in New York ab, wo er von 1995 bis 2011 Mitglied des York City Ballets war. Von 2014 bis 2016 war er Ballettdirektor der Pariser Oper. Als Choreograf und Schauspieler wirkte er am Film \u201eBlack Swan\u201c mit, f\u00fcr den Kinohit \u201eDune\u201c gestaltete er den \u201eSandwalk\u201c. Millepied ist selbst auch als Filmregisseur t\u00e4tig; in \u201eCarmen\u201c (2022) erz\u00e4hlt er das Drama neu als Geschichte einer Gefl\u00fcchteten an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Premiere<\/strong><br \/>In \u201eFireworks\u201c pr\u00e4sentiert Gauthier Dance erstmals am 30. April, 20 Uhr, zehn Kurzchoreografien von Mauro Bigonzetti, Virginie Brunelle, Stijn Celis, Dominique Dumais, Andonis Foniadakis, Marco Goecke, Johan Inger, Barak Marshall, Benjamin Millepied und Sofia Nappi. Der zweite Teil des Abends bringt mit H\u00f6hepunkten aus 17 Jahren Gauthier Dance die Hauptkompanie und die sechs Junioren auch gemeinsam auf die B\u00fchne. F\u00fcnf weitere Vorstellungen folgen bis zum 4. Mai.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr die n\u00e4chste Premiere will Eric Gauthier mit zehn Choreografen ein Feuerwerk z\u00fcnden. 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