{"id":665629,"date":"2025-12-23T01:26:17","date_gmt":"2025-12-23T01:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/665629\/"},"modified":"2025-12-23T01:26:17","modified_gmt":"2025-12-23T01:26:17","slug":"wettlauf-um-quantencomputer-europa-droht-den-anschluss-zu-verlieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/665629\/","title":{"rendered":"Wettlauf um Quantencomputer: Europa droht den Anschluss zu verlieren"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Wettlauf um Quantencomputer: Europa droht den Anschluss zu verlieren<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Race-for-quantum-computers-Europe-risks-falling-behind-11123360.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Sie klingen noch nach Science-Fiction, sind aber l\u00e4ngst im Visier der globalen Wirtschaftsm\u00e4chte und IT-Giganten: Quantencomputer, die komplexe Molek\u00fcle f\u00fcr neue Medikamente in Sekunden simulieren, Sensoren, die Erdbeben Wochen im Voraus sp\u00fcren, und eine <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Abhoersicher-Erste-quantengesicherte-Videokonferenz-zwischen-Bundesbehoerden-6159925.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommunikation, die nach den Gesetzen der Physik unknackbar ist<\/a>. Doch wer beherrscht diese Zukunft? Das Europ\u00e4ische Patentamt (EPA) und die Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben vor wenigen Tagen in Paris eine umfassende Bestandsaufnahme vorgelegt, die Licht und Schatten f\u00fcr den europ\u00e4ischen Innovationsstandort offenbart.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die gute Nachricht: Die Forschungsaktivit\u00e4t ist so hoch wie nie. Die schlechte: Der Weg vom Labor in den Markt wird f\u00fcr europ\u00e4ische Akteure immer steiniger. W\u00e4hrend die Wissenschaft gl\u00e4nzt, droht die wirtschaftliche Verwertung mal wieder auf halber Strecke steckenzubleiben.<\/p>\n<p>Seit 2015 haben sich <a href=\"https:\/\/link.epo.org\/web\/publications\/studies\/en-mapping-the-global-quantum-ecosystem.pdf\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">laut den ver\u00f6ffentlichten Zahlen<\/a> die Patentaktivit\u00e4ten im Bereich der Quantentechnologien verf\u00fcnffacht. Besonders das Quanten-Computing sticht hervor \u2013 hier gibt es heute 16-mal mehr patentierte Erfindungen als noch vor neun Jahren. Damit w\u00e4chst dieser Sektor deutlich schneller als viele andere Technologiefelder.<\/p>\n<p>Die OECD best\u00e4tigt den Trend: \u201eDie Zahl der internationalen Patentfamilien im Bereich Quantentechnologie hat sich zwischen 2005 und 2024 versiebenfacht.\u201c Seit 2014 wachse der Bereich mit einer j\u00e4hrlichen Rate von rund 20 Prozent und \u00fcbertreffe damit das allgemeine Wachstum \u00fcber alle Technologien hinweg, das bei lediglich 2 Prozent liege.<\/p>\n<p>Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien bilden dabei die europ\u00e4ische Speerspitze. Doch EPA-Pr\u00e4sident Ant\u00f3nio Campinos warnt vor verfr\u00fchter Euphorie. Die EU m\u00fcsse ihre Investitionen massiv steigern, um nicht dauerhaft im Schatten der USA zu landen. W\u00e4hrend US-Giganten wie IBM, Google und Microsoft das Feld bei den Patentanmeldungen dominierten, k\u00e4mpfe die europ\u00e4ische Startup-Szene mit einer gef\u00e4hrlichen Stagnation bei der Finanzierung.<\/p>\n<p>Die \u201eakademische Falle\u201c<\/p>\n<p>Ein Merkmal des Sektors ist seine N\u00e4he zur Grundlagenforschung. Ein ungew\u00f6hnlich hoher Anteil der Patentanmeldungen \u2013 fast ein Drittel \u2013 zitiert aus wissenschaftlichen Publikationen. Das zeigt, wie tief die Technologie noch in der akademischen Welt verwurzelt ist. Laut OECD haben \u00fcber 50 Prozent der Gr\u00fcnder im Quantenbereich einen Doktortitel, verglichen mit nur etwa 10 Prozent in anderen Branchen.<\/p>\n<p>Genau hier liegt laut OECD das Problem: Die Kommerzialisierung brauche privates Wagniskapital. Das flie\u00dfe in den USA deutlich st\u00e4rker als in Europa. Nach einem H\u00f6chststand im Jahr 2021 ist der Geldfluss hier zuletzt ins Stocken geraten. Die OECD spricht von einer Phase der Konsolidierung.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Neue Plattformen gegen die Unsichtbarkeit<\/p>\n<p>Um gegenzusteuern, setzt das EPA auf Transparenz und Vernetzung. Eine <a href=\"https:\/\/www.epo.org\/en\/searching-for-patents\/technology-platforms\/quantum-technologies\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">neue Technologieplattform<\/a> soll Investoren und Forschern helfen, sich im Dschungel der \u00fcber 31.000 Quanten-Erfindungen zurechtzufinden. Zudem hat die Beh\u00f6rde <a href=\"https:\/\/dtf.epo.org\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">ihren Deep Tech Finder aktualisiert<\/a>: Ein Filter erm\u00f6glicht nun gezielt, europ\u00e4ische Start-ups mit Quantenpatenten aufzusp\u00fcren. Damit soll die Sichtbarkeit europ\u00e4ischer Exzellenz erh\u00f6ht und die Br\u00fccke zum Kapitalmarkt geschlagen werden.<\/p>\n<p>Die Konkurrenz schl\u00e4ft nicht. \u00dcber 80 Prozent der Akteure im \u00d6kosystem sind laut der Untersuchung etablierte Unternehmen oder Forschungseinrichtungen, die ihre Position bereits festigen. Gro\u00dfe IT-Konzerne dominieren das Feld mit ihrer schieren Masse an Patentportfolios. Ohne einen massiven Schub bei privaten Investitionen drohe der Quanten-Boom f\u00fcr Europa zu einer verpassten Chance zu werden, hei\u00dft es, w\u00e4hrend anderswo bereits die Rechenzentren der n\u00e4chsten Generation entst\u00fcnden.<\/p>\n<p>Nadel\u00f6hr Lieferketten und Fachkr\u00e4fte<\/p>\n<p>Technik allein wird nicht reichen. Die Forscher machen deutlich, dass auch die globalen Lieferketten f\u00fcr kritische Komponenten zu einem Nadel\u00f6hr werden k\u00f6nnten. Wer keinen Zugriff auf Ressourcen wie Industriediamanten, spezielles Aluminiumoxid oder oxometallische Salze habe, k\u00f6nne die Hardware der Zukunft nicht bauen. Die OECD mahnt hier zu strategischer Vorsicht: \u201eDen krisenfesten Zugang zu Schl\u00fcsselmaterialien und Technologien sicherzustellen, ist unerl\u00e4sslich, um Innovationen zu unterst\u00fctzen und strategische Risiken zu mindern.\u201c<\/p>\n<p>Zudem herrscht ein Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt. W\u00e4hrend Stellen f\u00fcr Forschung und Informatik dominieren, machen kommerziell orientierte weniger als 10 Prozent der Stellenausschreibungen aus. Es fehlen also nicht nur Physiker, sondern auch die K\u00f6pfe, die aus der Physik ein Gesch\u00e4ft machen.<\/p>\n<p>Europa steht dem Bericht zufolge an einem Scheideweg. Die akademische Basis ist vorhanden, die Patentzahlen steigen, doch die Dominanz der USA und der wachsende Druck aus China und Japan sind hoch. OECD-Generalsekret\u00e4r Mathias Cormann betont, dass staatliche Strategien nun \u00fcber die reine Forschungsf\u00f6rderung hinausgehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>N\u00f6tig sei es, die richtigen Bedingungen f\u00fcr die Skalierung dieser Technologien zu schaffen \u2013 von Investitionen und Fachkr\u00e4ften bis hin zu belastbaren Lieferketten. Mit einer \u201estrategischen Quantenpolitik\u201c k\u00f6nnten Staaten dazu beitragen, den Beitrag von Durchbr\u00fcchen in diesem Sektor zu Wirtschaftswachstum und gesellschaftlichem Wohlstand zu optimieren. Die Bundesregierung <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Quantentechnologien-Deutschland-soll-mit-3-Milliarden-Euro-an-die-Weltspitze-8981278.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">beschloss 2023 ein Handlungskonzept Quantentechnologien<\/a>, um Deutschland mit 3 Milliarden Euro an die Weltspitze zu bringen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:wpl@heise.de\" title=\"Werner Pluta\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wpl<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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