{"id":665718,"date":"2025-12-23T02:24:18","date_gmt":"2025-12-23T02:24:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/665718\/"},"modified":"2025-12-23T02:24:18","modified_gmt":"2025-12-23T02:24:18","slug":"was-buerstenkaengurus-zu-profi-nussknackern-macht-verwandte-arten-haben-zwei-verschiedene-beisstechniken-entwickelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/665718\/","title":{"rendered":"Was B\u00fcrstenk\u00e4ngurus zu Profi-Nussknackern macht &#8211; Verwandte Arten haben zwei verschiedene Bei\u00dftechniken entwickelt"},"content":{"rendered":"<p>Sch\u00e4delvergleich enth\u00fcllt Bei\u00dftechnik<\/p>\n<p>Wie die Tiere diese Samen genau \u00f6ffnen, haben nun Forschende um Randall n\u00e4her untersucht. Daf\u00fcr analysierten sie die Anatomie aller vier lebenden Arten von B\u00fcrstenk\u00e4ngurus: dem Lesueur-B\u00fcrstenk\u00e4nguru (Bettongia lesueur oder \u201eBoodie\u201c), dem B\u00fcrstenschwanz-Rattenk\u00e4nguru (Bettongia penicillata oder \u201eWoylie\u201c), dem Tasmanien-B\u00fcrstenrattenk\u00e4nguru (Bettongia gaimardi) und dem N\u00f6rdlichen B\u00fcrstenrattenk\u00e4nguru (Bettongia tropica). Die beiden erstgenannten Arten fressen Santalum-Samen, letztere nicht, weil diese in ihrem Lebensraum gar nicht vorkommen.<\/p>\n<p>Das Team scannte insgesamt 161 Sch\u00e4del dieser Beuteltiere aus Museen in ganz Australien und erstellte daraus digitale 3D-Modelle ihrer K\u00f6pfe. Dann verglichen sie Sch\u00e4delform und Bei\u00dfwerkzeuge aller vier Arten, um herauszufinden, wie sich die beiden Nussknacker an ihre harte Nahrung angepasst haben.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/u\/nussknacker_3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/n\/u\/nussknacker_3g.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-309508\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/nussknacker_3g-300x180.jpg\" alt=\"Foto der Forscherin mit zwei Sch\u00e4deln von B\u00fcrstenk\u00e4ngurus\" width=\"300\" height=\"180\"  \/><\/a>Maddison Randall und ihre Kollegen scannten die Sch\u00e4del von mehr als 160 B\u00fcrstenk\u00e4nguru-Skeletten, die in australischen Museen aufbewahrt werden. \u00a9 Flinders University\n<\/p>\n<p>Zwei verschiedene Anpassungsstrategien<\/p>\n<p>Das Ergebnis: \u201eWir hatten erwartet, dass die Sch\u00e4del dieser winzigen Tiere Kieferanpassungen aufweisen, die h\u00f6heren Bei\u00dfkr\u00e4ften standhalten\u201c, sagt Randall. Solche Anpassungen fanden sie tats\u00e4chlich. \u201eWir stellten aber \u00fcberrascht fest, dass die beiden samenknackenden Arten unterschiedliche Kieferformen und Bei\u00dfmechanismen f\u00fcr dieselbe Herausforderung entwickelt haben.\u201c\n<\/p>\n<p>Der Boodie hat demnach einen robusteren Sch\u00e4del als die anderen Arten sowie ein k\u00fcrzeres Gesicht mit tieferliegenden Jochb\u00f6gen. \u201eDadurch hat er mehr Hebelwirkung und kann kr\u00e4ftiger zubei\u00dfen\u201c, berichtet Koautorin Vera Weisbecker von der Flinders University. \u201eDer Woylie hingegen besitzt einen verst\u00e4rkten Kieferbereich, in dem das Samenknacken stattfindet.\u201c Zudem liegen die Pr\u00e4molaren des Woylie weiter hinten im Gebiss und ihre Kronen sind sch\u00fcsself\u00f6rmiger, so dass die Samen gezielt in diesen \u201eKnackbereich\u201c des Kiefers positioniert werden. Durch die Fokussierung auf eine kleinere Fl\u00e4che steigt die Bisskraft, erkl\u00e4rt das Team.\n<\/p>\n<p>Dass der Woylie eine andere Strategie zum Nussknacken entwickelt hat als der Boodie, k\u00f6nnte daran liegen, dass er sich sein langes Gesicht zugunsten einer anderen F\u00e4higkeit bewahrt hat. Denn er ben\u00f6tigt seine lange Schnauze zum Aufsp\u00fcren von Tr\u00fcffeln und anderen Pilzen im Erdboden. Bei langen Nasen ist die Oberfl\u00e4che im Inneren gr\u00f6\u00dfer, was den Geruchssinn verbessert, wie die Forschenden erkl\u00e4ren. Dadurch hat der Woylie ein breiteres Nahrungsspektrum als der Boodie.<\/p>\n<p>Ern\u00e4hrung als Schl\u00fcssel zum Artenschutz<\/p>\n<p>Das Wissen um die Ern\u00e4hrungsweise dieser beiden Arten k\u00f6nnte nun helfen, die B\u00fcrstenk\u00e4ngurus besser zu sch\u00fctzen. Denn alle vier Arten sind stark bedroht. \u201eIhr Verbreitungsgebiet hat sich seit der <a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/news\/biowissen\/wie-die-kaninchen-nach-australien-kamen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">europ\u00e4ischen Besiedlung<\/a> auf einen Bruchteil ihres urspr\u00fcnglichen Lebensraums reduziert\u201c, berichtet Seniorautor Rex Mitchell von der Flinders University. \u201eInformationen \u00fcber ihre Ern\u00e4hrung sind f\u00fcr den Artenschutz von entscheidender Bedeutung und k\u00f6nnten genutzt werden, um geeignete Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Wiederansiedlungsinitiativen zu ermitteln.\u201c\u00a0\n<\/p>\n<p>Den Bestand der B\u00fcrstenk\u00e4ngurus zu stabilisieren, h\u00e4tte auch n\u00fctzliche Nebeneffekte f\u00fcr die Umwelt. Denn die Tiere graben auf Nahrungssuche regelm\u00e4\u00dfig den Boden um. Das f\u00f6rdert die Bodengesundheit, den Wasserhaushalt und das Pflanzenwachstum und tr\u00e4gt somit zum Gedeihen des ganzen \u00d6kosystems bei. (Zoological Journal of the Linnean Society, 2025; <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/zoolinnean\/article\/205\/3\/zlaf158\/8325457\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doi: 10.1093\/zoolinnean\/zlaf158<\/a>)\u00a0\n<\/p>\n<p>Quelle: Flinders University<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>23. Dezember 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Claudia Krapp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sch\u00e4delvergleich enth\u00fcllt Bei\u00dftechnik Wie die Tiere diese Samen genau \u00f6ffnen, haben nun Forschende um Randall n\u00e4her untersucht. 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