{"id":66584,"date":"2025-04-27T23:20:09","date_gmt":"2025-04-27T23:20:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/66584\/"},"modified":"2025-04-27T23:20:09","modified_gmt":"2025-04-27T23:20:09","slug":"berlin-darf-der-arbeitgeber-berufliche-mails-mitlesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/66584\/","title":{"rendered":"Berlin | Darf der Arbeitgeber berufliche Mails mitlesen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Berlin (dpa\/tmn) &#8211; In vielen Berufen findet die gesch\u00e4ftliche Kommunikation gr\u00f6\u00dftenteils via E-Mail statt. Manche Arbeitgeber m\u00f6chten dann ganz genau wissen, was im Unternehmen vorgeht und verlangen von ihren Angestellten, die Mails mitlesen zu d\u00fcrfen. D\u00fcrfen sie das?<\/p>\n<p>\u00abGrunds\u00e4tzlich hat der Arbeitgeber ein Einblicksrecht in die beruflichen Mails des Arbeitnehmers\u00bb, so Ulrike Kolb, Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr das Arbeitsrecht. Es kommt aber immer auch auf die konkrete Situation an.<\/p>\n<p>Denn geht es an das Postfach, geht es auch um personenbezogene Daten des Mitarbeiters. Und eine Verarbeitung solcher Daten darf laut <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/bdsg_2018\/\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"nofollow noopener\">Bundesdatenschutzgesetz<\/a> nur erfolgen, wenn sie erforderlich und angemessen ist, erkl\u00e4rt Ulrike Kolb. Das Pers\u00f6nlichkeitsrecht des Angestellten darf nicht verletzt werden. Eine dauerhafte und \u00fcberm\u00e4\u00dfige Kontrolle ist also nicht zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Im Urlaubs- oder Krankheitsfall ist Mitlesen erlaubt<\/p>\n<p>Nach g\u00e4ngiger Rechtsauffassung d\u00fcrfen Arbeitgeber aber zum Beispiel bei l\u00e4ngeren Abwesenheiten oder kurzfristigen Krankschreibungen die Mails ihrer Besch\u00e4ftigten einsehen. Etwa, wenn es darum geht, dass Arbeitsvorg\u00e4nge weiterhin nahtlos durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sonderszenario: Wird eine Straftat vermutet, darf der Arbeitgeber ebenfalls in die Mails des betreffenden Angestellten schauen. Das gilt aber nur, wenn es konkrete Anhaltspunkte gibt und die Tat nur durch einen Blick ins Postfach n\u00e4her aufgekl\u00e4rt werden kann.<\/p>\n<p>Private Nutzung erlaubt?<\/p>\n<p>Kompliziert wird es bei Postf\u00e4chern, die sowohl berufliche als auch private Mails enthalten. Hat der Arbeitgeber ausdr\u00fccklich erlaubt, dass \u00fcber den dienstlichen E-Mail-Account auch private E-Mails geschrieben und empfangen werden d\u00fcrfen, darf er das Postfach ohne konkrete Einwilligung des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin in der Regel nicht einfach einsehen.\u00a0<\/p>\n<p>Um Probleme zu vermeiden, k\u00f6nnen die Mails in einem solchen Fall klar differenziert zumindest in unterschiedliche Ordner sortiert werden. Schwierigkeiten lassen sich auch umgehen, indem der Arbeitgeber nach Wunsch in Kopie (CC) der jeweils relevanten Mails gesetzt wird.<\/p>\n<p>Zur Person: Ulrike Kolb ist Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Arbeitsrecht in Berlin und Mitglied im Deutschen Anwaltverein (DAV) und im Berliner Anwaltsverein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa\/tmn) &#8211; In vielen Berufen findet die gesch\u00e4ftliche Kommunikation gr\u00f6\u00dftenteils via E-Mail statt. 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