{"id":666048,"date":"2025-12-23T05:49:13","date_gmt":"2025-12-23T05:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/666048\/"},"modified":"2025-12-23T05:49:13","modified_gmt":"2025-12-23T05:49:13","slug":"wie-eine-us-boerse-europa-hilft-seine-unternehmen-nicht-an-die-usa-zu-verlieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/666048\/","title":{"rendered":"Wie eine US-B\u00f6rse Europa hilft, seine Unternehmen nicht an die USA zu verlieren"},"content":{"rendered":"<p>      Wie eine US-B\u00f6rse Europa hilft, seine Unternehmen nicht an die USA zu verlieren<\/p>\n<p>Die Vermutung liegt bereits ihres Namen wegen nahe: dass die OTC Markets Group International eine der vielen international t\u00e4tigen ausserb\u00f6rslichen Multi-Trading-Plattformen ist, die versuchen, den etablierten Handelspl\u00e4tzen Liquidit\u00e4t und damit B\u00f6rsenvolumen abspenstig zu machen. Sie f\u00fchrt allerdings in die Irre, trifft doch genau das Gegenteil zu. <a href=\"https:\/\/www.otcmarkets.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">OTC Markets<\/a> ist gemessen am Handelsvolumen eine der gr\u00f6ssten amerikanischen Aktienb\u00f6rsen, nach der New York Stock Exchange (Nyse) und der Nasdaq, und der gr\u00f6sste US-Handelsplatz f\u00fcr ausl\u00e4ndische Aktien \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>finews hatte Gelegenheit, Executive Vice President <strong>Jason Paltrowitz <\/strong>w\u00e4hrend seiner Promotionstour durch Europa in Z\u00fcrich zu treffen.<\/p>\n<p><strong>\u00abList local, trade global\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Er sei auch hier, um gegen das \u00abNarrativ der Medien\u00bb anzuk\u00e4mpfen, wonach immer mehr europ\u00e4ische Unternehmen die Nyse oder die Nasdaq gegen\u00fcber ihrer Heimb\u00f6rse als prim\u00e4ren Handelsplatz ihrer Aktien bevorzugen w\u00fcrden. OTC Markets will Schweizer und europ\u00e4ische Unternehmen zu etwas ganz anderem animieren: \u00abList local, trade global.\u00bb<\/p>\n<p>Paltrowitz kennt die US-Finanzindustrie und die dahinterstehende Marktinfrastruktur bestens, war er doch vor seinem Wechsel 2013 u.a. als Managing Director in der Investment Bank von J.P. Morgan f\u00fcr die Wertschriftenverwahrung, das Clearing und Collateral Management verantwortlich. Zudem war er auch lange in leitenden Positionen f\u00fcr BNY Mellon t\u00e4tig, einer Bank, die sich auf Dienstleistungen in der Wertschriftenverwaltung spezialisiert hat.<\/p>\n<p><strong>Ausnahmeregelung bez\u00fcglich US-B\u00f6rsenrecht<\/strong><\/p>\n<p>\u00abUnser Gesch\u00e4ftsmodell beruht auf einem klar definierten regulatorischen Rahmen\u00bb, erl\u00e4utert Paltrowitz. Seine B\u00f6rse ist der einzige US-Handelsplatz f\u00fcr Aktien ausl\u00e4ndischer Unternehmen, die nicht der aufwendigen und kostspieligen Regulierung der US-Wertpapieraufsichtsbeh\u00f6rde SEC und entsprechend dem amerikanischen B\u00f6rsenrecht samt Corporate-Governance-Bestimmungen (z.B. Sarbanes Oxley) untersteht.<\/p>\n<p>Die Bedingung: Die Unternehmen m\u00fcssen nachweisen, dass sie im Ausland (also meist im Domizilstaat) an einer ad\u00e4quat regulierten B\u00f6rse erstkotiert sind. Entsprechend fungiert OTC Markets immer nur als Zweitmarkt \u2013 und bildet damit keine Konkurrenz f\u00fcr die etablierten europ\u00e4ischen Handelspl\u00e4tze. Die Abschl\u00fcsse an OTC Markets mit ausl\u00e4ndischen Aktien werden in der Regel an der Heimb\u00f6rse rapportiert; somit wird auch die Liquidit\u00e4t nicht fragmentiert. Im Gegenteil: \u00abWir bringen der Deutschen B\u00f6rse und der SIX Swiss Exchange Liquidit\u00e4t, weil bestimmte US-Investoren erst dank uns in solche Aktien investieren k\u00f6nnen bzw. d\u00fcrfen.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Liquidit\u00e4t aus dem US-Markt kommt der Heimb\u00f6rse zugute<\/strong><\/p>\n<p>Wenn es darum geht, die Vorz\u00fcge seines Modells gegen\u00fcber der Nyse und der Nasdaq hervorzuheben, ist Paltrowitz ganz in seinem Element. \u00abBei uns betragen die Kosten nur etwa 10 Prozent, und die ausl\u00e4ndischen Unternehmen sind gleichwohl an einer regulierten und liquiden US-Aktienb\u00f6rse vertreten, so dass amerikanische Investoren entsprechend einfach in ihre Aktien investieren k\u00f6nnen.\u00bb Und er erg\u00e4nzt: \u00abEs ist besser f\u00fcr Schweizer Unternehmen, ihre Kotierung in der Schweiz zu behalten; lieber ein grosser Fisch in einem kleinen Teich als ein kleiner in einem grossen.\u00bb<\/p>\n<p>Zu den Dienstleistungen von OTC Markets geh\u00f6rt auch, sicherzustellen, dass s\u00e4mtliche relevanten B\u00f6rseninformationen zu den ausl\u00e4ndischen Aktien auf Englisch \u00fcber Kan\u00e4le wie Bloomberg oder Charles Schwab verbreitet werden und die Aktien auch eigene US-konforme Ticker (B\u00f6rsensymbole) erhalten.<\/p>\n<p><strong>Roche: Gl\u00fccklicher Kunde seit 2008<\/strong><\/p>\n<p>Paltrowitz kann schon einige bekannte Schweizer Unternehmen zu seinen Kunden z\u00e4hlen. Roche war im dritten Quartal mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden Dollar Spitzenreiter innerhalb der Aktien der DACH-Region, aber auch Zurich und Sandoz verzeichneten mit 226 und 87 Millionen nennenswerte Volumen. \u00abRoche ist seit 2008 unser Kunde und ist damit sehr gl\u00fccklich\u00bb, sagt Paltrowitz.<\/p>\n<p>Der Fall Sandoz ist pikant, handelt es sich doch um ein Spin-off der selbst auch an der Nyse kotierten Novartis. Und die Tatsache, dass ausgerechnet Novartis f\u00fcr die Tochter einen anderen Weg gesucht hat als f\u00fcr sich selbst, spricht B\u00e4nde\u00bb, bemerkt Paltrowitz. \u00abAnw\u00e4lte, Buchpr\u00fcfer und Revisoren sind eben auch in den USA ziemlich kostspielig.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Interesse der US-Investoren an europ\u00e4ischen Aktien w\u00e4chst<\/strong><\/p>\n<p>Er beobachtet zudem ein gestiegenes Interesse von US-Investoren am ausl\u00e4ndischen und insbesondere am europ\u00e4ischen Aktienmarkt \u2013 was naturgem\u00e4ss auch f\u00fcr sein Gesch\u00e4ft Wachstum verspricht. Der US-Markt werde stark von Tech- und AI-Werten (Mag 7) dominiert, zu diesem Klumpenrisiko k\u00e4men die Dollarschw\u00e4che und Schl\u00fcsselereignisse wie der Liberation Day. Europ\u00e4ische Aktien w\u00fcrden gegen\u00fcber ihren US-Pendants mit einem Abschlag gehandelt, obschon sich die Aussichten f\u00fcr die europ\u00e4ische Wirtschaft und damit die Unternehmen deutlich aufgehellt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Die gestiegene Nachfrage dr\u00fcckt sich in den Zahlen aus. Betrug das Volumen der an OTC Markets gehandelten europ\u00e4ischen Aktien an der in den ersten drei Quartalen 2024 noch 166 Milliarden Dollar, waren es im laufenden Jahr bereits 255 Milliarden. F\u00fcr die Schweiz sind es 39 bzw. 45 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p><strong>Das pikante Beispiel der London Stock Exchange<\/strong><\/p>\n<p>In der Regel melden sich die europ\u00e4ischen Unternehmen bei OTC Markets, wenn sie wollen, dass ihre Aktien f\u00fcr US-Investoren leichter handelbar werden. Ein j\u00fcngeres Beispiel daf\u00fcr ist die London Stock Exchange, die aus naheliegenden Gr\u00fcnden wenig geneigt war, den Handel der eigenen Aktien der Nyse oder der Nasdaq zu \u00fcberlassen und damit die direkten Konkurrentinnen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Aber es gibt bei OTC Markets zus\u00e4tzlich zum Premium-Segment OTCQX auch das \u00abPink Limited\u00bb, wo Unternehmen auf Wunsch von Brokern gelistet werden \u2013 und das hie und da als Sprungbrett in das Hauptsegment dient.<\/p>\n<p><strong>Enge Beziehung zu Aquis und Austausch mit der SIX<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend seines Besuchs in Z\u00fcrich hat sich Paltrowitz auch mit dem Management und den Kotierungsspezialisten der SIX Swiss Exchange getroffen. \u00abWir helfen den europ\u00e4ischen B\u00f6rsen, die Unternehmen im Heimland zu behalten, die Liquidit\u00e4t nicht zu zersplittern und zugleich den Zugang zu einer breiten Investorenschaft in den USA zu \u00f6ffnen.\u00bb<\/p>\n<p>Er betont zudem die besondere Beziehung zum Handelsplattformanbieter Aquis, den die SIX dieses Jahr \u00fcbernommen hat. \u00abWir arbeiten schon lange mit diesem Technologiepartner eng zusammen.\u00bb Alle Beteiligten, die Unternehmen und die Heimb\u00f6rse, profitierten davon, wenn OTC Markets als Kanal zum US-Kapitalmarkt dazu beitrage, die Liquidit\u00e4t im Domizilland zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><strong>Glasklare Haltung zu privaten M\u00e4rkten<\/strong><\/p>\n<p>Angesprochen auf den Boom der private M\u00e4rkte antwortet Paltrowitz ziemlich unverbl\u00fcmt. Private M\u00e4rkte, so argumentiert er, k\u00f6nnten in Bezug auf Preisfindung und Transparenz nicht mit \u00f6ffentlichen, regulierten M\u00e4rkten mithalten. Seine spitze rhetorische Frage dazu: \u00abErinnern Sie sich an die Wework-Aff\u00e4re?\u00bb<\/p>\n<p>Zumindest bei diesem Thema d\u00fcrfte er f\u00fcr einmal die gleiche Auffassung vertreten wie seine Rivalen bei der Nyse und der Nasdaq.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie eine US-B\u00f6rse Europa hilft, seine Unternehmen nicht an die USA zu verlieren Die Vermutung liegt bereits ihres&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":666049,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-666048","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/666048","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=666048"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/666048\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/666049"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=666048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=666048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=666048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}