{"id":666187,"date":"2025-12-23T07:08:14","date_gmt":"2025-12-23T07:08:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/666187\/"},"modified":"2025-12-23T07:08:14","modified_gmt":"2025-12-23T07:08:14","slug":"venezuela-im-fokus-der-geopolitik-dw-22-12-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/666187\/","title":{"rendered":"Venezuela im Fokus der Geopolitik \u2013 DW \u2013 22.12.2025"},"content":{"rendered":"<p>In Venezuela d\u00fcrfte das Vorgehen der US-Armada in der Karibik <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/venezuela-usa-beschlagnahmen-oeltanker-neuer-akt-der-piraterie-donald-trump-nicolas-maduro-karibik\/a-75256066\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fcr wachsende Unruhe sorgen<\/a>: Die Kriegsschiffe nehmen nicht nur <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/usa-venezuela-drogenboote-terrorismus-donald-trump-nicolas-maduro-ant\u00f3nio-guterres-un-sicherheitsrat\/a-75214038\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">angebliche Drogenboote ins Visier<\/a>, sondern <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/medien-usa-verfolgen-weiteren-oeltanker-vor-venezuela-seeblockade-donald-trump-nicolas-maduro\/a-75264429\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">seit Dezember 2025 auch \u00d6ltanker<\/a>. W\u00e4hrend Venezuelas Rolle im Drogenhandel von Experten unterschiedlich bewertet wird, herrscht Einigkeit dar\u00fcber, wie zentral die \u00d6lexporte f\u00fcr das s\u00fcdamerikanische Land sind:\u00a0Das heruntergewirtschaftete Venezuela sitzt auf den gr\u00f6\u00dften bekannten \u00d6lvorkommen der Welt. Insgesamt schlummern dort mehr als 300 Milliarden Barrel.<\/p>\n<p>In allen strategischen Erw\u00e4gungen des \u00d6l-freundlichen US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump d\u00fcrften diese Bodensch\u00e4tze eine Rolle spielen. Sie sind zugleich der Schmierstoff f\u00fcr die au\u00dfenpolitischen Beziehungen von Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro. Doch allein mit dem \u00d6l l\u00e4sst sich\u00a0der versch\u00e4rfte Konflikt um Venezuela nicht erkl\u00e4ren, hier spielen noch zahlreiche andere Interessen hinein. Nicht zuletzt verfolgen neben den USA auch die beiden anderen gro\u00dfen M\u00e4chte, China und Russland, ihre eigenen Ziele.<\/p>\n<p>Welche geopolitischen Ziele hat China in Venezuela?<\/p>\n<p>Venezolanisches \u00d6l machte zuletzt zwar nur vier Prozent der chinesischen \u00d6limporte aus, doch die Tendenz steigt: Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte zwei Marktanalysten mit der Einsch\u00e4tzung, im Dezember seien neue Tagesh\u00f6chstmengen zu erwarten. Mehr als 600.000 Barrel pro Tag soll China demnach aus Venezuela importieren, also den gr\u00f6\u00dften Teil der venezolanischen Tagesproduktion. Als \u00d6lquelle ist Venezuela f\u00fcr China vor allem wichtig, um im weltweiten Gezerre um Rohstoffe die eigene Energieunabh\u00e4ngigkeit zu st\u00e4rken. Das funktioniert mit der venezolanischen \u00d6lsorte Merey besonders gut, da der Westen sie mit Sanktionen belegt hat.<\/p>\n<p>Im Gegenzug flie\u00dft viel chinesisches Geld nach Venezuela, auch in Form von Krediten.\u00a0Verschiedenen Sch\u00e4tzungen sehen Caracas mit 60 bis 70 Milliarden US-Dollar in Pekings Schuld.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"72487651\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/72487651_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Nicolas Maduro und Xi Jinping sitzen nebeneinander an einem Tisch\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Galadinner mit Georgsband: Nicolas Maduro und Xi Jinping bei einem Aufeinandertreffen in Moskau im Mai 2025Bild: MARCELO GARCIA\/VENEZUELAN PRESIDENCY PRESS OFFICE\/AFP<\/p>\n<p>Venezuela ist auch Absatzmarkt f\u00fcr chinesische Technik: Viele R\u00fcstungsg\u00fcter kommen aus China, au\u00dferdem basiert die Telekommunikations-Infrastruktur ma\u00dfgeblich auf chinesischen Bauteilen. Im September pr\u00e4sentierte Maduro bei einer Pressekonferenz in Caracas ein neues Handy der Marke Huawei. Das &#8222;beste Telefon der Welt&#8220; habe ihm Chinas Pr\u00e4sident Xi Jinping pers\u00f6nlich geschenkt, und der amerikanische Geheimdienste k\u00f6nne es unm\u00f6glich hacken.<\/p>\n<p>Venezuelas autorit\u00e4r-nationalistischer Sozialismus ist gut mit der chinesischen Staatsideologie vereinbar. Indem Peking Aktionen wie j\u00fcngst die Beschlagnahmung von \u00d6ltankern verbal verurteilt, kann es sich als Verb\u00fcndeter\u00a0pr\u00e4sentieren.\u00a0Das alles d\u00fcrfte auch dem Zweck dienen, die USA in ihrem eigenen Hinterhof besch\u00e4ftigt zu halten.<\/p>\n<p>Schon seit einem Jahrzehnt haben verschiedene US-Pr\u00e4sidenten mehr Augenmerk auf den Indopazifik gelegt &#8211; wo auch Peking eine Vormachtstellung anstrebt und zunehmend aggressiv Anspr\u00fcche auf Taiwan erhebt. Deshalb spielt es China in die Karten, wenn die USA sich verst\u00e4rkt um die Lage in Venezuela oder Kuba k\u00fcmmern m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Welche Interessen verfolgt Russland in Venezuela?<\/p>\n<p>Auch Moskau d\u00fcrfte daran gelegen sein, \u00fcber Verb\u00fcndete in Lateinamerika Einfluss geltend zu machen und dar\u00fcber die Vormachtstellung der USA anzuz\u00e4hlen. 2001 empfing Putin erstmals den damaligen venezolanischen Staatschef Hugo Chavez. In der Folge stieg Russland zum gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungslieferanten f\u00fcr Venezuela auf. In Putins Georgien-Krieg sprang Chavez 2009 zu Hilfe, als Venezuela die abtr\u00fcnnigen Regionen S\u00fcdossetien und Abchasien als eigenst\u00e4ndig anerkannte (gemeinsam mit Nicaragua und Nauru). Maduro bem\u00fchte sich, nach Chavez\u2018 Tod 2013 die engen Beziehungen zu Russland fortzuf\u00fchren. Als seine Macht\u00a02019 unmittelbar bedroht war und sich der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/guaid\u00f3-startet-operation-freiheit\/a-47950306\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">damalige Parlamentspr\u00e4sident Juan Guaid\u00f3 als Wahlsieger und rechtm\u00e4\u00dfiger Interimsstaatschef<\/a> pr\u00e4sentierte, erhielt dieser nur Minuten sp\u00e4ter Unterst\u00fctzung aus den USA: Trump sah schon in seiner ersten Amtszeit darin eine Gelegenheit, Maduro loszuwerden. Dann aber <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland-steht-fest-an-der-seite-maduros\/a-52298406\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schickte Russland zwei Milit\u00e4rflugzeuge<\/a> mit Soldaten und Ausr\u00fcstung an Bord. &#8222;Moskau rettete gewisserma\u00dfen Maduro&#8220;, sagte k\u00fcrzlich Vladimir Rouvinski, Politologe an der Universit\u00e4t Icesi in Kolumbien, im DW-Interview. &#8222;Zum ersten Mal seit der Kuba-Krise sahen die USA sich gezwungen, eine Lage in Lateinamerika direkt mit Russland zu verhandeln.&#8220; Bei der aktuellen Konfrontation rechnet Rouvinski allerdings nicht mit einer \u00e4hnlich entschlossenen russischen Unterst\u00fctzung f\u00fcr Maduro. Bisher blieb es bei <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/drogenboote-karibik-usa-us-angriff-maduro-us-kriegsschiffe-drogenschmuggel-venezuela-russland\/a-74590027\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verbaler Unterst\u00fctzung aus Moskau<\/a>.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"72484056\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/72484056_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Nicolas Maduro und Wladimir Putin halten Dokumente in die H\u00f6he, im Hintergrund russische und venezolanische Flaggen\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Nicolas Maduro im Mai 2025 zu Gast bei Kremlchef Wladimir PutinBild: Maxim Shemetov\/REUTERS<\/p>\n<p>Worum geht es den USA?<\/p>\n<p>Trump forderte Mitte Dezember in einem Post auf Truth Social von Venezuela die R\u00fcckgabe von all dem &#8222;\u00d6l, Land und anderen Verm\u00f6gen, die sie uns zuvor gestohlen haben&#8220;. Damit k\u00f6nnten Enteignungen im Zuge der Verstaatlichung der venezolanischen \u00d6l-Industrie 2007 gemeint sein, f\u00fcr die nicht alle US-Konzerne entsch\u00e4digt wurden. Lediglich <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nicht-china-sondern-chevron-rettet-venezuela-usa-sanktionen-rohoel-oeltanker-opec\/a-75111395\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chevron ist mit einem Sonder-Arrangement noch im Land aktiv<\/a>. Wesentlich lukrativer ist f\u00fcr die US-Konzerne jedoch die \u00d6lf\u00f6rderung im Nachbarland Guyana. Dessen Grenzgebiet Essequibo wird auch von Venezuela beansprucht. F\u00fcr die \u00d6l-Interessen der USA g\u00e4be es also gleich zwei Argumente, die f\u00fcr eine <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/venezuela-trump-spricht-von-baldigen-angriffen-an-land\/a-74945529\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">erzwungene Absetzung Maduros<\/a> spr\u00e4chen.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75211107\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75211107_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Donald Trump bei Ansprache an Besatzung des Flugzeugtr\u00e4gers USS George Washington; im Hintergrund Soldaten sowie ein Milit\u00e4rjet\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>US-Pr\u00e4sident Donald Trump bei einer Ansprache vor Marinesoldaten auf dem Flugzeugtr\u00e4ger USS George Washington im Oktober in JapanBild: Mc2 Bruce Morgan\/US Navy\/Planet Pix\/ZUMA\/picture alliance<\/p>\n<p>Trump hatte in seiner ersten Amtszeit die von seinem Vorg\u00e4nger Barack Obama verh\u00e4ngten Sanktionen deutlich ausgeweitet und schon einmal eine Kraftprobe mit Maduro gesucht. Sein damaliger Sicherheitsberater John Bolton bezeichnete Venezuela gemeinsam mit Kuba und Nicaragua als &#8222;Dreieck des Terrors&#8220;. Bolton\u00a0wurde von Trump gefeuert, als die Unterst\u00fctzung Juan Guaid\u00f3s folgenlos verpuffte. Das\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/konflikt-karibik-trump-venezuela-\u00f6l-gold-drogen-kolumbien-brasilien-karte-v3\/a-74529428\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ziel eines Machtwechsel in Venezuela<\/a> verfolgt Trump aber entschlossener als je zuvor.<\/p>\n<p>US-Aufmarsch vor Venezuela &#8211; was steckt dahinter ? <video id=\"video-74964060\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"74964060\" data-posterurl=\"https:\/\/tvdownloaddw-a.akamaihd.net\/stills\/images\/jd\/jd20251201_DONMOVenezuela_image_512x288_3.jpg\" data-duration=\"16:31\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Venezuela d\u00fcrfte das Vorgehen der US-Armada in der Karibik f\u00fcr wachsende Unruhe sorgen: Die Kriegsschiffe nehmen nicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":666188,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-666187","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115767627178617193","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/666187","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=666187"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/666187\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/666188"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=666187"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=666187"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=666187"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}