{"id":666796,"date":"2025-12-23T13:28:13","date_gmt":"2025-12-23T13:28:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/666796\/"},"modified":"2025-12-23T13:28:13","modified_gmt":"2025-12-23T13:28:13","slug":"zweitwohnung-in-muenchen-und-stuttgart-neue-massnahmen-um-den-markt-zu-entlasten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/666796\/","title":{"rendered":"Zweitwohnung in M\u00fcnchen und Stuttgart: Neue Ma\u00dfnahmen, um den Markt zu entlasten"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Wenn es am Abend fr\u00fch dunkel und am Morgen sp\u00e4t hell wird, fallen sie im Stadtbild besonders auf: Wohnungen, in denen nur selten jemand das Licht anschaltet. Mal hat es berufliche Gr\u00fcnde, warum Menschen neben ihrer Haupt- noch eine Zweitwohnung halten, mal famili\u00e4re. Manchmal ist es auch Bequemlichkeit. In M\u00fcnchen hat sich der Begriff der \u201eTheaterwohnungen\u201c etabliert: Menschen, die eigentlich im Alpenvorland leben, halten sich f\u00fcr gelegentliche Theaterbesuche in M\u00fcnchen eine Wohnung .<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">So nachvollziehbar die Gr\u00fcnde im Einzelfall sein m\u00f6gen \u2013 angesichts des Wohnungsmangels in den St\u00e4dten sind Wohnungen, die nur selten genutzt werden, ein Problem, das auch die Politik umtreibt. Viele Gro\u00dfst\u00e4dte haben in den vergangenen Jahren Zweitwohnungsteuern eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die baden-w\u00fcrttembergische Landeshauptstadt Stuttgart erh\u00f6ht diese nun zum 1. Januar 2026 deutlich. Der Satz steigt von zehn auf 20 Prozent der j\u00e4hrlichen Nettokaltmiete. Die Absicht dahinter ist klar: Das Halten einer Zweitwohnung soll unattraktiver werden. \u201eDie als Zweitwohnungen genutzten Wohnungen stehen dem Wohnungsmarkt nicht zur Verf\u00fcgung\u201c, erkl\u00e4rte ein Sprecher der Stadt. \u201eDadurch versch\u00e4rft sich die Situation f\u00fcr Personen, die eine Erstwohnung suchen.\u201c<\/p>\n<p>Nicht jeder nutzt einen Zweitwohnsitz f\u00fcr sich<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Im Jahr 2011 hat Stuttgart die Steuer eingef\u00fchrt. Die Zahl der Menschen, die eine Nebenwohnung angemeldet haben, ist von zeitweise mehr als 7000 auf zuletzt 6070 gesunken. In Frankfurt war die Ver\u00e4nderung deutlicher. 2018, als in der Stadt am Main noch keine Zweitwohnungsteuer galt, waren mehr als 30.000 Menschen mit einer Nebenwohnung gemeldet. Zum 1. Januar 2019 wurde die Steuer \u2013 zehn Prozent der j\u00e4hrlichen Nettokaltmiete \u2013 eingef\u00fchrt und die Zahl der Zweitwohnsitze sank auf 11.000. Inzwischen betr\u00e4gt die Zahl knapp 8600, wobei nur 6500 davon steuerpflichtig sind.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Berliner Senat f\u00fchrte bereits 1998 eine Zweitwohnungssteuer ein. Anfangs betrug der Satz f\u00fcnf Prozent der Kaltmiete, 2019 stieg er auf 15 Prozent, 2025 auf 20 Prozent. Nach der j\u00fcngsten Anhebung sank die Zahl der angemeldeten steuerpflichtigen Zweitwohnsitze in der Hauptstadt von knapp 22.800 auf 17.700.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Was bei der Betrachtung der Zahlen wichtig ist: Nicht jeder Einwohner mit einem Zweitwohnsitz nutzt eine ganze Wohnung f\u00fcr sich. In einer WG k\u00f6nnen manche Bewohner mit Hauptwohnsitz, andere mit Nebenwohnsitz gemeldet sein. Die Finanzverwaltung gab sich deshalb k\u00fcrzlich auf eine Anfrage der Linken zur Zweitwohnungsthematik auch recht entspannt: Die Auswirkungen auf den angespannten Berliner Wohnungsmarkt seien \u201evergleichsweise \u00fcberschaubar\u201c.<\/p>\n<p>Die Wohnungspolitik verwaltet den Mangel<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Ebenfalls eher \u00fcberschaubar sind die Einnahmen der St\u00e4dte aus der Zweitwohnungsteuer. In Berlin kamen bis November dieses Jahres 19,7 Millionen Euro zusammen. Zur Finanzierung des Berliner Ausgabevolumens von rund 40 Milliarden Euro im Jahr tr\u00e4gt die Steuer somit nur zu einem sehr kleinen Teil bei. M\u00fcnchen nimmt rund 12,5 Millionen Euro ein, Frankfurt drei Millionen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Um das Geld, das wird aus den Antworten auf die Anfrage der F.A.Z. deutlich, geht es den St\u00e4dten nicht so sehr. Die Stadt M\u00fcnchen erh\u00f6hte ihren Zweitwohnungsteuersatz 2022 von neun auf 18 Prozent der j\u00e4hrlichen Kaltmiete. \u201eZielsetzung der Erh\u00f6hung war es auch, steuerlichen Druck auf sogenannte Theaterwohnungen auszu\u00fcben und diese dem angespannten M\u00fcnchner Wohnungsmarkt zur\u00fcckzuf\u00fchren\u201c, wie ein Sprecher sagt.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Drehen an der Zweitwohnungsteuer f\u00fcgt sich ein in eine Wohnungspolitik, die seit mittlerweile mehr als einem Jahrzehnt vor allem den Mangel verwaltet. Je nach Studie fehlen in Deutschland zwischen 500.000 und 800.000 Wohnungen, vor allem in den stark nachgefragten Ballungszentren. Durch hohe Zuwanderungszahlen ist der Bedarf gestiegen, zugleich hat die Baut\u00e4tigkeit wegen der gestiegenen Kosten abgenommen. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nur 251.900 Wohnungen fertiggestellt. Nach Sch\u00e4tzungen des bundeseigenen Bauforschungsinstituts w\u00e4ren mindestens 320.000 n\u00f6tig gewesen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die schwarz-rote Koalition hat zur F\u00f6rderung des Neubaus einiges auf den Weg gebracht, was schon die Ampel geplant hatte. Ein \u201eBauturbo\u201c soll es St\u00e4dten erm\u00f6glichen, von Bebauungspl\u00e4nen abzuweichen. Ob sie davon Gebrauch machen, bleibt abzuwarten. Der \u201eGeb\u00e4udetyp E\u201c soll den Verzicht auf teure DIN-Normen rechtlich erleichtern. Zudem gibt es zeitlich befristet wieder Zusch\u00fcsse f\u00fcr den Bau von H\u00e4usern, die nur das gesetzliche Mindestma\u00df an Energieeffizienz erf\u00fcllen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Dass die Zahl der Baugenehmigungen bis Ende Oktober elf Prozent \u00fcber dem Vorjahreswert lag, wird in der Branche als Hoffnungsschimmer gewertet. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt sollte zumindest nicht noch schlimmer werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn es am Abend fr\u00fch dunkel und am Morgen sp\u00e4t hell wird, fallen sie im Stadtbild besonders auf:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":666797,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,30,1441],"class_list":{"0":"post-666796","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115769121525368499","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/666796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=666796"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/666796\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/666797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=666796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=666796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=666796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}