{"id":667151,"date":"2025-12-23T17:10:17","date_gmt":"2025-12-23T17:10:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/667151\/"},"modified":"2025-12-23T17:10:17","modified_gmt":"2025-12-23T17:10:17","slug":"hofkapelle-muenchen-im-parktheater-augsburg-konzert-kritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/667151\/","title":{"rendered":"Hofkapelle M\u00fcnchen im Parktheater Augsburg: Konzert-Kritik"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Man h\u00f6rt Gl\u00f6ckchengel\u00e4ut der Schlitten, Pferde traben und sch\u00fctteln sich, die Peitschen knallen, Frauen zittern vor K\u00e4lte, und schlie\u00dflich dreht sich alles etwas schwerf\u00e4llig beim Festtanz. Was Leopold Mozart 1756 als \u201eMusikalische Schlittenfahrt\u201c komponierte \u201egeh\u00f6rt zur musikalischen DNA von Augsburg\u201c, erkl\u00e4rte R\u00fcdiger Lotter einleitend. Die Hofkapelle <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/orte\/aa-muenchen\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> g\u00f6nnte sich und ihren Zuh\u00f6rern im Parktheater in G\u00f6ggingen diesen farbenreichen Spa\u00df mit der Programmmusik des Vaters des ebenfalls f\u00fcr musikalische Scherze ber\u00fchmten Komponistensohns, gleich nach einer bewegenden Interpretation von Corellis ber\u00fchmten \u201eWeihnachtskonzert\u201c.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die f\u00fcr historisch-informierte Auff\u00fchrungspraxis ebenso wie f\u00fcr ihre\u00a0Klangf\u00fclle bekannte und gesch\u00e4tzte Hofkapelle M\u00fcnchen vermittelte in ihrem Weihnachtskonzert nicht nur Winterliches, sondern brachte im ersten Teil des begeisternden Abends auch Eleganz, wie sie am Mannheimer Hof nicht nur musikalisch gepflegt wurde. Christian Cannabich, produktiver Leiter der dortigen Hofkapelle und guter Freund von Wolfgang Amadeus Mozart, komponierte fast 100 Sinfonien, die damals auch in Paris gedruckt und gespielt wurden, heute aber fast ganz vergessen sind. Die Hofkapelle, die ganz in der Tradition des 18. Jahrhunderts ohne Dirigenten und im Stehen spielt, hatte die Sinfonie in D-Dur Nr. 27 ausgew\u00e4hlt, um hier Musik der galanten Zeit wieder aufleben zu lassen. Mit heiterem Effet, forschem Tempo und energischem Ansatz kann man sie sich gut in den Rokoko-S\u00e4len der damaligen Zeit vorstellen. Das Kammerorchester passte aber auch gut in die Eleganz des gut hundert Jahre sp\u00e4ter erbauten Kurhauses G\u00f6ggingen, das mit dem warmen Licht von unz\u00e4hligen Kerzen in den spiegelnden Fenstern ein passendes Ambiente f\u00fcr das Ensemble aus bis zu 19 Musikern bot.\n  <\/p>\n<p>            Hofkapelle M\u00fcnchen \u00fcberzeugt in Augsburg mit \u00fcberbordender Spiellust<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Hofkapelle bestand neben zw\u00f6lf Streichern an diesem Abend aus zwei H\u00f6rnern, zwei Barock-Oboen und sp\u00e4ter noch einer Posaune, einer sehr zarten Theorbe und einem gewitzten Schlagwerker, dem es mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen gelang, etwa drei Kollegen auf einmal zu ersetzen. Der Charme des Ensembles, das f\u00fcr seinen warmen, an der Originalzeit orientierten Klang gesch\u00e4tzt wird, liegt ganz eindeutig in Vielfalt, \u00fcberbordender Spiellust und Schatzsucher-Mentalit\u00e4t im Aufsp\u00fcren musikalischer Sch\u00e4tze.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Als solchen Schatz muss man die Cannabich-Sinfonie sehen. Vor allem der Schlusssatz mit seiner lebhaften Dynamik, den treibenden Triolen und dem spannungsreichen Auf und Ab wirkte kraftvoll in seiner Koketterie zwischen Streicherkaskaden und retardierenden Bl\u00e4sern. R\u00fcdiger Lotter, sonst am Konzertmeisterpult, wechselte f\u00fcr das 2. Violinkonzert des noch 19-j\u00e4hrigen Wolfgang Amadeus Mozart KV 211 in die Solorolle. Anfangs noch ein zur\u00fcckhaltender Solist, sanft eingebunden ins Ensemble, trumpfte er in den ausgedehnten Kadenzen (mit einem kleinen \u201eOh Tannenbaum\u201c-Zitat!) auf. Im breiten Andante betonte Lotter die melancholische Wirkung und sp\u00fcrte zart den T\u00f6nen nach. Umso lebhafter geriet die Heiterkeit des abschlie\u00dfenden Rondos im Dialog zwischen Solist und Orchester. Seine Virtuosit\u00e4t bewies Lotter in einer intimen Solozugabe vermutlich einer.\n  <\/p>\n<p>            Die Theorbe unterst\u00fctzt den Klang der Streicher<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nach der Pause bei Corellis ber\u00fchmten \u201eWeihnachtskonzert\u201c unterst\u00fctzte die Theorbe den transparenten, sehr \u00fcberlegt ausbalancierten Klang der Streicher. Bis die Hofkapelle bei der abschlie\u00dfenden \u201eSchlittenfahrt\u201c Leopold Mozarts dann voll Lust die Programmmusik feierte. In Augsburg 1756 uraufgef\u00fchrt, wird in diesem musikalischen Spa\u00df einfach alles an Klangfarben aufgeboten, was nach einer lustigen Partie klingt. Ein Paradest\u00fcck der Hofkapelle, vor allem dank ihres temperamentvollen Schlagwerkers.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Daniela  Tiggemann<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Hofkapelle<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    M\u00fcnchen<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Man h\u00f6rt Gl\u00f6ckchengel\u00e4ut der Schlitten, Pferde traben und sch\u00fctteln sich, die Peitschen knallen, Frauen zittern vor K\u00e4lte, und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":667152,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,155463,3364,29,548,663,3934,30,146678,13,155458,155462,155461,1268,14,15,155460,155459,12,138389],"class_list":{"0":"post-667151","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-christian-cannabich","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-eu","14":"tag-europa","15":"tag-europe","16":"tag-germany","17":"tag-goeggingen","18":"tag-headlines","19":"tag-hofkapelle","20":"tag-leopold-im","21":"tag-leopold-mozart","22":"tag-muenchen","23":"tag-nachrichten","24":"tag-news","25":"tag-parktheater","26":"tag-ruediger-lotter","27":"tag-schlagzeilen","28":"tag-weihnachtskonzert"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115769994509005725","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/667151","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=667151"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/667151\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/667152"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=667151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=667151"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=667151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}