{"id":668174,"date":"2025-12-24T03:27:16","date_gmt":"2025-12-24T03:27:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/668174\/"},"modified":"2025-12-24T03:27:16","modified_gmt":"2025-12-24T03:27:16","slug":"europaeische-union-stellt-90-mrd-euro-fuer-ukrainekrieg-bereit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/668174\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Union stellt 90 Mrd. Euro f\u00fcr Ukrainekrieg bereit"},"content":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Union stellt der Ukraine f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Jahre ein zinsloses Darlehen von 90 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung, damit sie den Krieg gegen Russland fortsetzen und weiter aufr\u00fcsten kann. Darauf einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten am 19. Dezember nach einer stundenlangen Nachtsitzung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/4ac7c40e-dc9c-4b7c-b9be-f5b902abeffb\" style=\"max-height:100%\"\/>Bundekanzler Friedrich Merz und die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner am 15. Dezember 2025 in Berlin  [Photo by Bundesregierung\/Jesco Denzel]<\/p>\n<p>Der urspr\u00fcngliche Plan, das in Europa eingefrorene russische Staatsverm\u00f6gen von 210 Milliarden Euro zur Finanzierung der Ukraine heranzuziehen, auf den insbesondere der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen gedr\u00e4ngt hatten, scheiterte am Widerstand mehrerer EU-Mitglieder.<\/p>\n<p>Nun nimmt die EU selbst Kredite auf, um den Ukrainekrieg zu finanzieren, und schafft damit durch die Hintert\u00fcr sogenannte Eurobonds, gemeinsame europ\u00e4ische Schulden, was Deutschland stets zu verhindern versucht hatte. Die Ukraine muss die Kredite erst zur\u00fcckzahlen, wenn es von Russland f\u00fcr den Krieg entsch\u00e4digt wird. Zu diesem Zweck bleiben die russischen Staatsgelder eingefroren. Es ist aber h\u00f6chst unwahrscheinlich, dass Moskau, das milit\u00e4risch im Vorteil ist, sich auf eine derartige Reparationsregelung einlassen wird. Die EU d\u00fcrfte also auf den Schulden sitzen bleiben.<\/p>\n<p>Dass die EU derart hohe Summen in den Ukrainekrieg investiert, best\u00e4tigt, dass es sich um einen Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland handelt. Ohne finanzielle Unterst\u00fctzung von au\u00dfen w\u00e4re die Ukraine in wenigen Woche bankrott. Seit Beginn des Krieges sind rund 400 Milliarden Euro an Milit\u00e4r- und Finanzhilfen nach Kiew geflossen, und die zus\u00e4tzlichen 90 Milliarden der EU decken den Finanzbedarf der n\u00e4chsten beiden Jahre nur zum Teil. Der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) sch\u00e4tzt ihn auf 136 Milliarden Euro. <\/p>\n<p>Politiker, Gener\u00e4le und Journalisten begr\u00fcnden die Milliarden f\u00fcr die Ukraine und die gewaltige Aufr\u00fcstung der eigenen Armeen mit Europas Sicherheit. \u201eWir haben eine einfache Wahl: entweder heute Geld oder morgen Blut,\u201c sagte Polens Regierungschef Donald Tusk. Werde Putin auf den Schlachtfeldern der Ukraine nicht gestoppt, werde er andere L\u00e4nder \u00fcberfallen und ganz Europa unterwerfen.<\/p>\n<p>Diese tausendfach wiederholte Propaganda entbehrt jeder realen Grundlage. Russland, das gerade einmal \u00fcber ein Drittel der Einwohnerzahl und \u00fcber ein Neuntel der Wirtschaftsleistung der EU verf\u00fcgt, hat weder die Mittel noch das Interesse, Europa zu erobern. In der Ukraine hat es in vier Jahren Krieg trotz hunderttausender gefallener Soldaten nur einige Zehntausend Quadratkilometer Gel\u00e4nde erobert.<\/p>\n<p>Die russischen Oligarchen, die durch die Pl\u00fcnderung des gesellschaftlichen Eigentums der Sowjetunion reich geworden sind und deren Interessen Putin vertritt, haben Unsummen in westliche Luxusimmobilien, Jachten, Fu\u00dfballklubs und \u00e4hnliches investiert. Sie sehnen sich nach einem gleichberechtigten Platz an der Seite der westlichen Oligarchen.<\/p>\n<p>Das Putin-Regime selbst hat widerstandslos hingenommen, dass sich die NATO auf ganz Osteuropa ausdehnte, obwohl sie sich bei der Aufl\u00f6sung des Warschauer Pakts 1991 zum Gegenteil verpflichtet hatte. Erst als das westliche Milit\u00e4rb\u00fcndnis seine H\u00e4nde auch noch nach der Ukraine und Georgien ausstreckte und damit Russland einzukreisen drohte, reagierte Moskau. Unf\u00e4hig an die Solidarit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung zu appellieren, griff es die Ukraine milit\u00e4risch an, trieb damit einen tiefen Keil zwischen die russische und ukrainische Bev\u00f6lkerung und lieferte der NATO willkommene Kriegspropaganda.<\/p>\n<p>Rivalit\u00e4t zwischen der EU und den USA<\/p>\n<p>Inzwischen wird der Ukrainekrieg von der wachsenden Rivalit\u00e4t zwischen dem amerikanischen und europ\u00e4ischen Imperialismus \u00fcberlagert. Frustriert von den milit\u00e4rischen Misserfolgen und dem schleichenden Kollaps des Selenskyj-Regimes hat Washington seine finanzielle Unterst\u00fctzung weitgehend eingestellt und versucht, auf Kosten der Europ\u00e4er einen Deal mit Moskau zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Trump bringt den gewaltigen amerikanischen Milit\u00e4rapparat gegen den Hauptrivalen China in Stellung und bem\u00fcht sich, unter Berufung auf die Monroe-Doktrin von 1823 die Vorherrschaft der USA \u00fcber S\u00fcd-, Mittel- und Nordamerika einschlie\u00dflich Gr\u00f6nland wiederherzustellen. Europa ist dabei nicht Partner, sondern Rivale.<\/p>\n<p>Das ist der wesentliche Inhalt von Trumps neuer <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/12\/08\/euus-d08.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nationaler Sicherheitsstrategie<\/a>, die in den europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten Schockwellen ausgel\u00f6st hat. Sie bezeichnet Russland nicht mehr als Gegner, greift stattdessen die Europ\u00e4ische Union an und unterst\u00fctzt rechtsextreme Parteien, die die EU ablehnen. In einer unver\u00f6ffentlichten, l\u00e4ngeren Fassung der Strategie, die inzwischen an die \u00d6ffentlichkeit durchgesickert ist, werden Polen und drei weitere L\u00e4nder, die es aus der EU \u201eherauszubrechen\u201c gelte, namentlich identifiziert.<\/p>\n<p>F\u00fcr den europ\u00e4ischen und insbesondere den deutschen Imperialismus wird die Fortsetzung des Kriegs gegen Russland mit dem Kurswechsel der USA noch wichtiger. Das hat sowohl \u00f6konomische wie strategische Gr\u00fcnde.<\/p>\n<p>Deutschland hat wie kein anderes europ\u00e4isches Land von der Osterweiterung der Europ\u00e4ischen Union profitiert. Deutsche Konzerne k\u00f6nnen in einer Distanz von wenigen Fahrstunden und ohne Zollschranken auf Arbeitskr\u00e4fte zugreifen, die oft nur ein Drittel oder halb so viel kosten wie in Deutschland. Die Einverleibung der Ukraine mit ihren Hungerl\u00f6hnen und wertvollen Rohstoffen ist die konsequente Fortsetzung dieser Expansion. <\/p>\n<p>Deutschland bleibt auch auf das preiswerte Erdgas und Erd\u00f6l aus Russland angewiesen, auf das es mit dem Ukrainekrieg widerwillig verzichten musste und die es nun gewaltsam zu erobern versucht. Russland mit seinen gewaltigen Landmassen und seinem gro\u00dfen Milit\u00e4r bildet au\u00dferdem ein Hindernis f\u00fcr die Ausdehnung des deutschen Imperialismus, der als Kontinentalmacht vor allem Richtung Osten zielt. Das war bereits im Ersten und Zweiten Weltkrieg der Fall, als Deutschland die Ukraine besetzte, um Russland zu erobern \u2013 beide Male ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Dies \u2013 und nicht die Sorge um \u201eFreiheit\u201c, \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c und \u201eeurop\u00e4ische Sicherheit\u201c \u2013 sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr die gigantische Aufr\u00fcstungsoffensive Deutschlands und der anderen europ\u00e4ischen M\u00e4chte.<\/p>\n<p>Seit sich Trump und Putin im Sommer in Alaska trafen und erste Schritte zu einem Ukraineabkommen vereinbarten, haben die europ\u00e4ischen F\u00fchrer alles unternommen, um ein Abkommen zu sabotieren. Als dann Trumps Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner Ende November mit einem 28-Punkte-Plan aus Moskau zur\u00fcckkehrten, der zahlreiche Forderungen Putins ber\u00fccksichtigte, schrien sie \u201e<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/11\/25\/ukra-n25.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verrat<\/a>\u201c.<\/p>\n<p>Seither haben zahlreiche Verhandlungsrunden in unterschiedlicher Zusammensetzung stattgefunden, bei denen sich die Europ\u00e4er bem\u00fchten, die 28 Punkte soweit zu ver\u00e4ndern, dass Moskau ihnen nicht zustimmen kann. Sie forderten \u201eSicherheitsgarantien\u201c f\u00fcr die Ukraine, die einer NATO-Mitgliedschaft gleichkommen, auch wenn Kiew dem Milit\u00e4rb\u00fcndnis nicht offiziell beitritt. Und sie versuchten, so weit wie m\u00f6glich zu verhindern, dass die Ukraine Gebiete an Russland abtritt.<\/p>\n<p>Einen offenen Bruch mit den USA konnten sie allerdings nicht riskieren, da die Ukraine \u2013 insbesondere bei der Aufkl\u00e4rung und Munitionsbeschaffung \u2013 weiterhin auf deren milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung angewiesen ist.<\/p>\n<p>Mitte Dezember trafen sich die US-Unterh\u00e4ndler Witkoff und Kushner, der ukrainische Pr\u00e4sident Selenskyj sowie mehrere europ\u00e4ische Regierungschefs in Berlin und revidierten die 28 Punkte. Die europ\u00e4ische Presse jubelte hinterher, nun h\u00e4tten auch die USA \u201eSicherheitsgarantien\u201c zugestimmt.<\/p>\n<p>Die Regierungschefs von acht EU-Mitgliedsl\u00e4ndern, Gro\u00dfbritannien und Norwegen ver\u00f6ffentlichten eine <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/12\/17\/russ-d17.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erkl\u00e4rung<\/a>, die der Ukraine Unterst\u00fctzung beim Aufbau permanenter Streitkr\u00e4fte im Umfang von 800.000 Soldaten, den Einsatz einer \u201emultinationalen Truppe\u201c mit Unterst\u00fctzung der USA, umfangreiche Sicherheitsgarantien sowie \u201enachdr\u00fcckliche Unterst\u00fctzung des Beitritts zur Europ\u00e4ischen Union\u201c zusagen.<\/p>\n<p>Inzwischen verhandeln Witkoff und Kushner mit Vertretern Russlands und der Ukraine in Miami. Von den europ\u00e4ischen Vorschl\u00e4gen d\u00fcrfte dort wenig \u00fcbrigbleiben.<\/p>\n<p>Wachsende Konflikte in Europa<\/p>\n<p>Der Konflikt mit den USA schwei\u00dft die europ\u00e4ischen M\u00e4chte nicht zusammen, sondern treibt sie weiter auseinander. Die \u00dcberwindung der Rivalit\u00e4t zwischen Deutschland, Frankreich und anderen europ\u00e4ischen M\u00e4chten, die 1914 und 1939 zu zwei Weltkriegen f\u00fchrte, war eng mit der Vorherrschaft der USA in Europa und der NATO verbunden. Nun brechen diese Konflikte wieder auf.<\/p>\n<p>Das gilt nicht nur f\u00fcr ultrarechte Regierungschefs wie Viktor Orb\u00e1n (Ungarn), Andrej Babi\u0161 (Tschechien) und Robert Fico (Slowakei) sowie den polnischen Pr\u00e4sidenten Karol Nawrocki, der im Gegensatz zu Regierungschef Donald Tusk auf Trumps Seite steht und diesen k\u00fcrzlich im Wei\u00dfen Haus besuchte, sondern auch f\u00fcr die europ\u00e4ischen F\u00fchrungsm\u00e4chte Deutschland, Frankreich und Italien.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mehring-verlag.de\/library\/north-30-jahre-krieg\/00.html\" class=\"no-underline pointer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"db relative center\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/19b71883-5de1-401a-8f7f-7226c4b24a37\" style=\"max-height:100%\"\/><\/p>\n<p>David North<\/p>\n<p>30 Jahre Krieg: Amerikas Griff nach der Weltherrschaft 1990\u20132020<\/p>\n<p>Seit dem ersten Golfkrieg 1990\u20131991 f\u00fchren die Vereinigten Staaten ununterbrochen Krieg.\u00a0Gest\u00fctzt auf ein marxistisches Verst\u00e4ndnis der Widerspr\u00fcche des US- und des Weltimperialismus analysiert David North die Milit\u00e4rinterventionen und geopolitischen Krisen der letzten 30 Jahre.<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Der aggressive Ton, mit dem deutsche Leitmedien das Scheitern von Merz\u2018 Versuch kommentierten, die eingefrorenen russischen Staatsgelder zur Finanzierung des Ukrainekriegs zu rauben, gibt einen Vorgeschmack darauf, mit welcher Arroganz der deutsche Imperialismus seinen F\u00fchrungsanspruch in Europa wieder geltend macht.<\/p>\n<p>F.A.Z.-Herausgeber Berthold Kohler denunzierte Tschechien, die Slowakei und Ungarn als \u201eTrittbrettfahrer\u201c und \u201eSchande\u201c f\u00fcr die EU. Sie n\u00e4hmen \u201ealle wirtschaftlichen und politischen, auch sicherheitspolitischen Vorteile der EU in Anspruch\u201c, verfolgten \u201ein der epochalen Auseinandersetzung mit Putins imperialistischem und revisionistischem Russland aber einen egoistischen Appeasementkurs, der die Entscheidungskraft der ganzen EU schw\u00e4cht\u201c.<\/p>\n<p>Frankreich warf Kohler vor, es habe Merz zu einem Kompromiss gezwungen, f\u00fcr den er \u201eeinen unangenehmen Preis zahlen musste: das Ausweichen auf eine Kreditl\u00f6sung, die auf eine gemeinsame europ\u00e4ische Verschuldung hinausl\u00e4uft\u201c.<\/p>\n<p>Kohler stellte auch ungeschminkt klar, worum es im Ukrainekonflikt geht: Nicht um Frieden und Demokratie, sondern um Europas Gro\u00dfmachtanspruch. \u201eGeschlossenheit und Entschlossenheit muss die EU aber nicht nur demonstrieren, um Putin abzuschrecken,\u201c schreibt er. \u201eAuch in Washington und Peking wird sehr genau verfolgt, ob das vereinte Europa ein Machtfaktor ist, mit dem Amerika und China bei der Neugestaltung der Welt nach ihren zunehmend autorit\u00e4ren Vorstellungen zu rechnen haben \u2013 oder ob man mit den Europ\u00e4ern umspringen kann, wie es den Autokraten und Diktatoren gef\u00e4llt.\u201c<\/p>\n<p>Die herrschende Klasse Frankreichs verfolgt den deutschen F\u00fchrungsanspruch in Europa mit Misstrauen. Pr\u00e4sident Macron und Kanzler Merz k\u00f6nnen noch so oft die europ\u00e4ische Einheit beschw\u00f6ren, geht es um konkrete Fragen, h\u00e4ufen sich die Konflikte. Das gilt nicht nur f\u00fcr die Aufnahme gemeinsamer europ\u00e4ischer Schulden, die Frankreich bef\u00fcrwortet und Deutschland ablehnt, sondern auch f\u00fcr gemeinsame R\u00fcstungsprojekte und Handelsvertr\u00e4ge.<\/p>\n<p>So liegt Europas bedeutendstes R\u00fcstungsvorhaben, das seit 2014 geplante Future Combat Air System (FCAS), in den letzten Z\u00fcgen. Der franz\u00f6sische Dassault-Konzern und Airbus, an dem Deutschland einen gro\u00dfen Anteil h\u00e4lt, k\u00f6nnen sich nicht darauf einigen, wer das neue Kampfflugzeug und andere Komponenten entwickelt und baut. Bei dem Streit geht es nicht nur darum, wer an dem Auftragsvolumen von \u00fcber 100 Milliarden Euro verdient, sondern auch um die milit\u00e4rische Vorherrschaft in Europa. Weder Deutschland noch Frankreich sind bereit, sich bei wichtigen Milit\u00e4rtechnologien vom anderen abh\u00e4ngig zu machen.<\/p>\n<p>Das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay, das EU-Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen am vergangenen Samstag nach 26-j\u00e4hrigen Verhandlungen unterzeichnen wollte, wurde durch Frankreich, Italien und Polen in letzter Minute blockiert, nachdem Bauern in Br\u00fcssel lautstark dagegen protestiert hatten. F\u00fcr die deutsche Wirtschaft bedeutet dies einen herben R\u00fcckschlag.<\/p>\n<p>Auch Macrons j\u00fcngster Initiative, direkte Gespr\u00e4che mit Putin aufzunehmen, begegnet Berlin mit Misstrauen. Offenbar war man vorher nicht informiert worden.<\/p>\n<p>Die Konflikte zwischen Deutschland und Frankreich werden sich weiter versch\u00e4rfen, sollte Marine Le Pen oder Jordan Bardella vom rechtsnationalistischen Rassemblement National das Pr\u00e4sidentenamt \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Ausgetragen werden die Konflikte mit Russland, den USA und innerhalb Europas auf dem R\u00fccken der Arbeiterklasse. Die gewaltigen Summen f\u00fcr die Aufr\u00fcstung und den Ukrainekrieg erfordern K\u00fcrzungen bei den Renten und Sozialausgaben, die Folgen des internationalen Handelskriegs Massenentlassungen und Lohnabbau. Bei aller Abneigung gegen Trumps Au\u00dfenpolitik imponieren den M\u00e4chtigen in Europa seine Jagd auf Migranten, seine Gleichschaltung der Medien, seine Hetze gegen linke Gegner und seine autorit\u00e4ren Herrschaftsmethoden.<\/p>\n<p>Das ist der Grund, weshalb rechtextreme Parteien wie die deutsche AfD, das franz\u00f6sische Rassemblement National und die italienischen Fratelli wachsende Unterst\u00fctzung in der herrschenden Klasse finden und ihre rassistische Fl\u00fcchtlingspolitik von der EU umgesetzt wird. Das Europa von heute erinnert mehr und mehr an jenes der 1930er Jahre, als der Kontinent in Faschismus und Krieg abglitt.<\/p>\n<p>Nur eine unabh\u00e4ngige Bewegung der europ\u00e4ischen Arbeiterklasse kann einen R\u00fcckfall in die Barbarei verhindern. Sie muss den Kampf gegen Krieg, Sozialabbau, Entlassungen und Faschismus mit dem Kampf gegen ihre Ursache, den Kapitalismus, verbinden. Sie muss der Europ\u00e4ischen Union der Kriegstreiber, Konzerne und Banken die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa entgegenstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Europ\u00e4ische Union stellt der Ukraine f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei Jahre ein zinsloses Darlehen von 90 Milliarden Euro&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":668175,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,143723,14,15,12,312],"class_list":{"0":"post-668174","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-militarismus","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-ukrainekrieg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115772421356197424","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/668174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=668174"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/668174\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/668175"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=668174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=668174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=668174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}