{"id":669549,"date":"2025-12-24T19:47:18","date_gmt":"2025-12-24T19:47:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/669549\/"},"modified":"2025-12-24T19:47:18","modified_gmt":"2025-12-24T19:47:18","slug":"astronomie-was-war-der-stern-von-bethlehem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/669549\/","title":{"rendered":"Astronomie: Was war der Stern von Bethlehem?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/weihnachtsstern-krippe-100.jpg\" alt=\"Die Silhouetten von Jesus Christus, Maria, Josef und Tieren ist vor dem Hintergrund eines hellen Sterns zu sehen.\" title=\"Die Silhouetten von Jesus Christus, Maria, Josef und Tieren ist vor dem Hintergrund eines hellen Sterns zu sehen. | IMAGO\/Zoonar\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 24.12.2025 17:33 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Ein Stern mit Schweif schwebt \u00fcber vielen Weihnachtskrippen. Ein Komet war der Stern von Bethlehem wohl nicht. Doch was dann? Was wir \u00fcber den ber\u00fchmten Stern wissen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach der Geburt von Jesus Christus, im christlichen Glauben der Sohn Gottes, erschienen in Jerusalem drei &#8222;Magier&#8220; aus dem Osten. So erz\u00e4hlt es der Evangelist Matth\u00e4us im Neuen Testament der Bibel. Weil er ihnen die Geburt eines neuen K\u00f6nigs angezeigt habe, seien die drei Magier einem neuen Stern gefolgt, bis zur Krippe Jesu in Bethlehem. Denn \u00fcber der Krippe habe der Stern gestanden.<\/p>\n<p>    War es der Halleysche Komet?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Da steht er noch heute, unter zahlreichen Weihnachtsb\u00e4umen: ein Stern \u00fcber der Weihnachtskrippe. Manchmal hat er einen langen Schweif und erinnert an einen Kometen. Kometen sind manchmal sehr hell und immer nur kurze Zeit zu sehen &#8211; das w\u00fcrde doch passen zum Weihnachtsstern. Dagegen spricht, dass Kometen eigentlich eher als Ungl\u00fccksboten gesehen wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">1301 war der Halleysche Komet zu sehen, der regelm\u00e4\u00dfig rund alle 76 Jahre am Himmel auftaucht. Der Maler Giotto di Bondone aus Florenz sah den Kometen und war der erste, der einen Schweifstern \u00fcber der Krippe Jesu malte. Doch in Bethlehem war der Halleysche Komet nur viele Jahre zuvor zu sehen, im Jahr 12 vor Christi Geburt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch kein anderer Komet war dort zur richtigen Zeit sichtbar. Mit der richtigen Zeit meint man heute die Jahre 7 bis 4 v. Chr., da wird die Geburt Jesu vermutet. Weder gibt es Berichte von damals \u00fcber Kometen, noch l\u00e4sst sich rechnerisch aus den bekannten periodischen Kometen ein eisiger Kandidat f\u00fcr den Weihnachtsstern ermitteln.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch in der Antike wurde der Sternenhimmel akribisch von Astronomen beobachtet. Ein heller Komet w\u00e4re keinesfalls nur drei Weisen aufgefallen. Doch au\u00dfer Matth\u00e4us erz\u00e4hlt unter den Zeitgenossen niemand von einer hellen Himmelserscheinung. Stattdessen r\u00e4tselt man seit dem 2. Jahrhundert n. Chr., was der Stern von Bethlehem gewesen sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>    Zwei gro\u00dfe Planeten bilden Keplers Stern von Bethlehem<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine Alternative zur These vom Kometen pr\u00e4sentierte im 17. Jahrhundert der Astronom Johannes Kepler: 1603 konnte er beobachten, wie sich die beiden gro\u00dfen und sehr hellen Planeten Jupiter und Saturn am Sternenhimmel begegneten. So eine gro\u00dfe Konjunktion ereignet sich regelm\u00e4\u00dfig und l\u00e4sst sich berechnen. Und Kepler errechnete, dass es sie auch im Jahre 7. v. Chr. gegeben haben musste: Gleich dreimal innerhalb weniger Monate begegneten sich die beiden Planeten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine derartige Konjunktion passiert etwa alle 20 Jahre, und immer begegnen sich die beiden Planeten dann dreimal hintereinander. Eine so regelm\u00e4\u00dfige Sensation, dass sie auch den antiken Astronomen und Weisen bekannt gewesen sein d\u00fcrfte, die die stabilen Planetenbahnen l\u00e4ngst beobachteten und beschrieben.<\/p>\n<p>    So kommt es zur dreimaligen gro\u00dfen Konjunktion<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Planeten, die au\u00dferhalb des Erdorbits um die Sonne kreisen, drehen jedes Jahr scheinbar eine Schleife r\u00fcckw\u00e4rts am Himmel. Diese entsteht, weil die schnellere Erde den jeweiligen Planeten auf der Innenbahn \u00fcberholt. Und dieser dann &#8211; im Vergleich zum Fixsternhimmel &#8211; eine Zeitlang scheinbar r\u00fcckw\u00e4rts zieht. Statt ostw\u00e4rts zieht der \u00e4u\u00dfere Planet erst westw\u00e4rts, dann dreht er wieder um und wandert zur\u00fcck gen Osten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Alle 20 Jahre \u00fcberholt der schnellere Jupiter Saturn auf der Innenbahn und beide Planeten drehen fast zur gleichen Zeit diese Oppositionsschleife. Doch der n\u00e4here Jupiter macht viel schneller eine gr\u00f6\u00dfere Schleife als sein Nachbar Saturn und \u00fcberholt ihn daher einmal in jeder Richtung &#8211; dreimal insgesamt.<\/p>\n<p>    Kein neuer Stern durch zwei Planeten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es ist unwahrscheinlich, dass die gro\u00dfe Konjunktion von Jupiter und Saturn damals als neuer Stern wahrgenommen wurde. Denn \u00fcber Monate hinweg konnte man im Jahre 7 v. Chr. zusehen, wie sich Jupiter und Saturn n\u00e4hern, aneinander vorbeiziehen und sich entfernen, dann sich wieder n\u00e4hern und so weiter. Doch jahrhundertelang wurde seit Kepler dar\u00fcber nachgedacht, ob Keplers These tats\u00e4chlich den Stern von Bethlehem erkl\u00e4ren k\u00f6nnte. \u00a0<\/p>\n<p>    Keplers Supernova-These: A Star was born<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kepler selbst h\u00f6rte offenbar auch nicht auf, \u00fcber den Stern von Bethlehem nachzudenken, denn schon ein Jahr sp\u00e4ter lieferte er eine weitere These zum Ursprung dieses Lichts: 1604 beobachtete der Astronom eine &#8222;Stella Nova&#8220; &#8211; just fast dort am Himmel, wo er auch die gro\u00dfe Konjunktion beobachtet hatte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Stella Nova hei\u00dft &#8222;Neuer Stern&#8220; &#8211; doch was bei einer Nova f\u00fcr kurze Zeit am Himmel pl\u00f6tzlich so hell aufleuchtet, ist kein wirklich neuer Stern, sondern eine heftige Explosion bei einem davor unauff\u00e4lligen Stern. Wird der ganze Stern in der Explosion zerst\u00f6rt, sprechen wir heute von einer Supernova.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kepler versuchte, seine beiden Thesen zu vereinen: Er \u00fcberlegte, ob die Begegnung der Planeten die Sternenexplosion hervorgebracht haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>    Gesucht: Das Geburtsdatum Christi<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Warum ist es so wichtig, was genau der Stern von Bethlehem war? W\u00fcsste man, was die kosmische Ursache des Ph\u00e4nomens war, k\u00f6nnten Astronomen unter Umst\u00e4nden zur\u00fcckrechnen, wann dieses eintrat. Und endlich h\u00e4tte man die Geburt Jesu gefunden &#8211; nicht nur als Ort, wie die drei Magier, sondern als genaues Datum. Denn der 24. Dezember im Jahre 1 war es wohl nicht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Idee von Weihnachten ist das aber unerheblich. Das Fest w\u00fcrde wohl kaum verschoben werden, wenn es ein genaues Datum gebe. Und zur Weihnachtsgeschichte geh\u00f6rt der Weihnachtsstern vielleicht einfach dazu, ob es ihn nun gab oder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 24.12.2025 17:33 Uhr Ein Stern mit Schweif schwebt \u00fcber vielen Weihnachtskrippen. 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