{"id":669734,"date":"2025-12-24T22:19:23","date_gmt":"2025-12-24T22:19:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/669734\/"},"modified":"2025-12-24T22:19:23","modified_gmt":"2025-12-24T22:19:23","slug":"rusi-studie-europaeischere-nato-unter-britischer-fuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/669734\/","title":{"rendered":"RUSI-Studie: Europ\u00e4ischere NATO unter britischer F\u00fchrung?"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine herrscht in <a data-rtr-index=\"27\" title=\"Europa\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/thema\/europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> eine sicherheitspolitische Alarmstimmung, seit dem Beginn der zweiten Pr\u00e4sidentschaft des amerikanischen Pr\u00e4sidenten Donald Trump sind Ohnmachts-Anwandlungen hinzugekommen. Ein Strategiepapier des britischen Milit\u00e4rforschungsinstituts RUSI (Royal United Services Institute) sieht die Euro-Atlantische Sicherheitsarchitektur in \u201eder akutesten Krise\u201c seit ihrem Entstehen am Ende des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren und z\u00e4hlt als Gr\u00fcnde daf\u00fcr au\u00dfer der ruchlosen russischen Aggression und der amerikanischen moralischen Indolenz auch den Machtzuwachs Chinas auf und die wachsende \u2013 durch den Erfolg populistischer Parteien verursachte \u2013 Instabilit\u00e4t Europas.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Gleichwohl sieht die britische Studie f\u00fcr die Europ\u00e4er M\u00f6glichkeiten, die neue, drastisch ver\u00e4nderte Sicherheitslage zu handhaben. Ihre Kernempfehlung lautet, die Europ\u00e4er m\u00fcssten rasche Schritte zur St\u00e4rkung der NATO unternehmen, \u201eauch wenn die USA anderswo engagiert sind\u201c; sie m\u00fcssten vor allem rasch die konventionelle, aber auch die nukleare Abschreckung festigen und ferner \u201eminilaterale Sicherheitsabsprachen\u201c schaffen, welche die NATO erg\u00e4nzten. Hier urteilen die beiden Autoren der RUSI-Studie, Ed Arnold und Darya Dolzikova, ein Zusammenwirken der bestehenden Kooperationsformate \u201eE3\u201c, also Gro\u00dfbritanniens, Frankreichs und Deutschlands, und \u201e<a data-rtr-index=\"0\" title=\"Weimarer Dreieck\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/weimarer-dreieck\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Weimarer Dreieck<\/a>\u201c in Gestalt von Deutschland, Frankreich und Polen k\u00f6nnte \u201edie st\u00e4rkste Vierergruppe europ\u00e4ischer M\u00e4chte entwickeln, die eine starke F\u00fchrungskraft entwickeln und eine Br\u00fccke zwischen Nato und EU bilden\u201c k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Das Strategiepapier, das mit Mitteln des britischen Ausw\u00e4rtigen Amts gef\u00f6rdert wurde, identifiziert in der europ\u00e4ischen Sicherheitskrise auch Gr\u00fcnde f\u00fcr Optimismus. Zu ihnen z\u00e4hlen die Autoren die mittlerweile rasch wachsenden Verteidigungsbudgets in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und die angesto\u00dfene Debatte \u00fcber europ\u00e4ische Komponenten nuklearer Abschreckung, auch wenn die entsprechenden britischen und franz\u00f6sischen F\u00e4higkeiten eingeschr\u00e4nkt bleiben \u2013 die britischen wegen ihrer technologischen Abh\u00e4ngigkeit von amerikanischen Produzenten, die franz\u00f6sischen wegen ihres nationalen Vorbehalts, der sie der Verf\u00fcgung der NATO entzieht.<\/p>\n<p>Schw\u00e4chung Russlands in Zentralasien<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zu den positiven Effekten z\u00e4hlt die Studie auch eine Schw\u00e4chung Russlands, die durch sein Unverm\u00f6gen entstanden sei, den Angriff gegen die Ukraine rasch zum Erfolg zu f\u00fchren. Als Beispiel f\u00fchrt sie einen Autorit\u00e4tsverfall Russlands in seinem zentralasiatischen Hinterhof an: Schon vor drei Jahren habe Russland nicht verhindern k\u00f6nnen, dass Kirgistan kurzfristig Man\u00f6ver der Organisation des Vertrages f\u00fcr kollektive Sicherheit abgesagt und damit Putins Anti-NATO-Pakt faktisch gegenstandslos gemacht habe. Allerdings veranstaltete Kirgistan vor einem Monat ein Gipfeltreffen der Organisation und empfing Putin in Bischkek \u2013 jedoch blieb dieses Mal Armenien der Veranstaltung fern.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Als weitere Beispiele geschw\u00e4chten au\u00dfenpolitischen Einflusses Russlands nennt das RUSI-Papier den Sturz des syrischen Machthabers Assad und die Resilienz der Republik Moldau, die trotz massiven Drucks und vielf\u00e4ltiger Einflussversuche Moskaus an ihrem Kurs in Richtung EU festhalte.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zu den Elementen einer neuen Euro-Atlantischen Sicherheitsarchitektur z\u00e4hlen die Autoren der RUSI-Studie als erstes die Einigung auf eine langfristige Strategie: Welche Sicherheit wollen die Europ\u00e4er am Ende erreichen? Den augenf\u00e4lligen Bezugspunkt biete Russland. Dazu wiederum m\u00fcsse Einigkeit hergestellt werden, welches Ende der Krieg in der Ukraine aus europ\u00e4ischer Sicht haben solle, wie ein Sieg der Ukraine und \u2013 wichtiger noch \u2013 wie eine russische Niederlage aussehen solle. Die Autoren stellen infrage, ob es k\u00fcnftig aus Sicht der europ\u00e4ischen M\u00e4chte ausreichen werde, Russland von weiteren Angriffen abschrecken zu k\u00f6nnen, oder ob es milit\u00e4risch nicht so stark geschw\u00e4cht werden m\u00fcsse, dass von ihm keine strategische Gefahr mehr ausgehe.<\/p>\n<p>Warum London eine F\u00fchrungsrolle bekommen soll<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Als taktische Schritte f\u00fcr die Europ\u00e4er empfiehlt die Studie, sie sollten zun\u00e4chst die NATO m\u00f6glichst rasch so ver\u00e4ndern, dass sie auch mit vermindertem amerikanischen Engagement handlungsf\u00e4hig bleibe. Dazu m\u00fcssten die Europ\u00e4er m\u00f6glichst rasch ihre eigenen milit\u00e4rischen F\u00e4higkeitsl\u00fccken bestimmen und f\u00fcllen. Gro\u00dfbritannien, Frankreich und Deutschland w\u00fcrden k\u00fcnftig den europ\u00e4ischen Entscheidungsprozess bestimmen; sie k\u00f6nnten gemeinsam mit Polen (Weimarer Dreieck) eine starke F\u00fchrungsgruppe bilden. Auch innerhalb dieses Quartetts seien gemeinsame Initiativen und Vorst\u00f6\u00dfe m\u00f6glich, als aktuelles Beispiel wird der franz\u00f6sisch-britische Vorsto\u00df f\u00fcr eine \u201eKoalition der Willigen\u201c und eine Friedenstruppe in der Ukraine hervorgehoben.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Am Ende schreiben die RUSI-Autoren dem Vereinigten K\u00f6nigreich eine entscheidende Rolle zu: Gro\u00dfbritannien sei eine von zwei europ\u00e4ischen Nuklearm\u00e4chten, habe ein sehr enges bilaterales Verh\u00e4ltnis zu den Vereinigten Staaten und bringe sich in der Verteidigungspolitik vollst\u00e4ndig in die NATO ein. Es besetze zentrale Positionen in der NATO-Kommandostruktur und k\u00f6nne dadurch europaspezifische Erg\u00e4nzungen beeinflussen, welche die Allianz auch dann handlungsf\u00e4hig hielten, falls die Vereinigten Staaten ihr Augenmerk gerade auf andere Vorg\u00e4nge richteten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Am wirksamsten k\u00f6nne das Vereinigte K\u00f6nigreich seinen Einfluss in der NATO zur Geltung bringen, indem es seine bisher schon beanspruchte sicherheitspolitische F\u00fchrungsrolle f\u00fcr den Norden Europas weiter ausbaue, die bisher vor allem aus einer gemeinsamen Eingreiftruppe mit den skandinavischen L\u00e4ndern und aus enger Marine-Kooperation mit Norwegen besteht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine herrscht in Europa eine sicherheitspolitische Alarmstimmung, seit dem Beginn der zweiten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":669735,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-669734","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115776871772379197","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=669734"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669734\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/669735"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=669734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=669734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=669734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}