{"id":669918,"date":"2025-12-25T00:59:29","date_gmt":"2025-12-25T00:59:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/669918\/"},"modified":"2025-12-25T00:59:29","modified_gmt":"2025-12-25T00:59:29","slug":"staatsgalerie-stuttgart-bei-ueber-kunst-naeher-dran-an-ben-willikens-sind-raeume-wesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/669918\/","title":{"rendered":"Staatsgalerie Stuttgart: Bei \u201e\u00dcber Kunst\u201c n\u00e4her dran an Ben Willikens: Sind R\u00e4ume Wesen?"},"content":{"rendered":"<p>Mit unserer Dialogreihe \u201e\u00dcber Kunst\u201c in der Staatsgalerie Stuttgart sind Sie n\u00e4her dran an den Stars der Kunstszene. Gast am 16. Januar 2026 ist Ben Willikens. Sie k\u00f6nnen dabei sein.<\/p>\n<p>Ein heller Bogen auf Grau. Kreidespuren, die ein Volumen bilden, ein fast greifbares St\u00fcck Stahl. Einer jener Wohlf\u00fchlausg\u00fcsse, die zu Tausenden Schwimmbad-Au\u00dfenbecken in Wohlf\u00fchloasen verwandeln sollen? Ein St\u00fcck Bettgestell, wie sie heute nur mehr zur filmischen Illustration vormaliger Lazarett-Zeiten Einsatz finden? Diagonal durchziehen weitere Kreideakzente das Grau. Ein Raum bildet sich, die jeweils kurzen B\u00f6gen verraten sich als Bettgestelle. Gereiht. Wie eine gegenl\u00e4ufige diagonal gesetzte Folge wei\u00dfer Tupfer. Keine Lampions. Kaltes Licht aus bedeutungslosen Lampen. Und doch ein Licht. <a href=\"https:\/\/www.schlichtenmaier.de\/logicio\/pmws\/index.php?client_id=schlichtenmaier&amp;page_id=stuttgart&amp;lang_iso639=de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eArch\u00e4ologie des Schweigens\u201c<\/a> nennt der Maler Ben Willikens die Serie, zu der auch diese Szenerie geh\u00f6rt. Blatt 034, \u201eKreide und Kohle auf grauem Karton\u201c. <a href=\"https:\/\/zeitung-erleben.de\/event\/gespraechsreihe-ueber-kunst-wesen\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Willikens ist am 16. Januar Gast in der Dialogreihe \u201e\u00dcber Kunst\u201c unserer Zeitung.<\/a> <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.91833853-823e-495a-923a-18eaee2532b5.original1024.media.jpeg\"\/>     Ben Willikens, Zeichnung 034 aus der Serie \u201eArch\u00e4ologie des Schweigens\u201c    Foto: Ben Willikens    <\/p>\n<p>\u201eIch wollte unbedingt wieder zeichnen\u201c, sagt der als Maler gro\u00dfformatiger Raum- und Architekturszenerien bekannte Ben Willikens. \u201eZeichnung als etwas ganz Eigenst\u00e4ndiges.\u201c Willikens kehrt in diesen Zeichnungen das Prinzip seiner Bilder, Distanz zu schaffen, um Klarheit zu gewinnen, um. Er schafft N\u00e4he. Unbedingte N\u00e4he. Und dies, um das Ganze erfassen zu k\u00f6nnen. Willikens legt hier nicht frei, sondern zeigt den Kern eines erst noch zu schaffenden Ganzen. <\/p>\n<p>Zu sehen ist das <a href=\"https:\/\/www.schlichtenmaier.de\/werk\/WILLIB_P_30?online_id=223\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Blatt 034<\/a>, sind die neuen Zeichnungen von Ben Willikens in der j\u00fcngst in der <a href=\"https:\/\/www.schlichtenmaier.de\/onlineausstellung\/Willikens2025\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart<\/a> er\u00f6ffneten Ausstellung \u201eBen Willikens. Fenster. Arch\u00e4ologie des Schweigens\u201c. Und der Kunsthistoriker G\u00fcnter Baumann, im Schlichtenmaier-Team f\u00fcr die Schau verantwortlich, sagt: \u201eDie Dinge brechen ihr Schweigen, sind pl\u00f6tzlich pr\u00e4sent.\u201c <\/p>\n<p>Und die Malerei? Die j\u00fcngsten Bilder verraten eine Zeitreise \u2013 zur\u00fcck nach vorn. Noch einmal greift Ben Willikens auf seine Fotos aus einer psychiatrischen Klinik zur\u00fcck, h\u00e4lt jedoch anders als in den fr\u00fchen 1970er Jahren die R\u00e4ume und ihre Dinge nicht auf Distanz. Jetzt sind sie Wesen, treten uns durchaus selbstbewusst entgegen. Hier erfindet sich ein K\u00fcnstler mit 86 Jahren noch einmal neu \u2013 und best\u00e4tigt so auch das anhaltende Interesse gro\u00dfer Museen an j\u00fcngeren Willikens-Arbeiten. <\/p>\n<p>Auch die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Staatsgalerie_Stuttgart\" title=\"Staatsgalerie Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staatsgalerie Stuttgart<\/a> l\u00e4sst den geb\u00fcrtigen Leipziger, der einst bei Heinz Tr\u00f6kes an der Stuttgarter Akademie studierte und dessen eigene Hochschullaufbahn ihn bis hin in eine glanzvolle Rektorenzeit an der M\u00fcnchner Akademie f\u00fchrte, aktuell mit Wucht auftreten. <a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/dr-susanne-kaufmann-valet-23b520232\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Susanne Kaufmann-Valet<\/a>, in der Staatsgalerie Stuttgart Kuratorin f\u00fcr die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, zeigt Willikens\u2019 Auseinandersetzung mit Kurt Schwitters\u2019 Merzbau in der eindringlichen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.staatsgalerie-stuttgart-und-this-is-tomorrow-was-taugt-die-neupraesentation-der-sammlung.9814029b-b96d-42f0-9549-f85a337f9660.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Sammlungsneupr\u00e4sentation \u201eThis is Tomorrow\u201c<\/a>. Durchaus eine Verbeugung \u2013 und zugleich eine ungemein starke Setzung.<\/p>\n<p>Gro\u00dfformatige Werke sind zu sehen; Leihgaben der Ulmer <a href=\"https:\/\/kunsthalle-weishaupt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Sammlung Weishaupt<\/a>. Arbeiten, die Willikens\u2019 Bildidee wie auch ihre sozialen Hintergr\u00fcnde buchst\u00e4blich auf den Punkt bringen. \u201eMein Weg von der Geburt bis zum Beginn meiner Kunst\u201c, sagt Willikens, \u201ewar ein Weg der mangelnden sozialen Beziehungen, der zwischenmenschlichen K\u00e4lte\u201c. Und: \u201eIch brauche den Fokus auf den Menschen nicht. <a href=\"https:\/\/www.ruoff-stiftung.de\/programm\/archiv\/25\/ben-willikens-denkraeume\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Mich interessieren die Spuren, die Raumspuren<\/a>, die er hinterl\u00e4sst. Und die sind verwirrend.\u201c <\/p>\n<p>Ben Willikens verarbeitet pers\u00f6nliche Erfahrungen  <\/p>\n<p> Sind R\u00e4ume die besseren Menschen? \u201eDie Verl\u00e4sslicheren vielleicht\u201c. Und das sagt einer, der doch seit Jahrzehnten als ungemein zugewandt erlebt werden kann? Doch da ist ein Grundton, den Willikens erst jetzt, in den Werken der neuen Serie \u201eArch\u00e4ologie des Schweigens\u201c umkehrt, dem er sich in der Nahaufnahme entgegenstellt. \u201eW\u00e4hrend meines einj\u00e4hrigen Aufenthaltes in einer geschlossenen Psychiatrie 1969\u201c, sagt er, \u201efand ich die Formensprache f\u00fcr mein ganzes Leben. Eine pers\u00f6nliche Erfahrung, die mir zum Symbol wurde f\u00fcr ein kollektives Versagen einer Gesellschaft an der Bew\u00e4ltigung der j\u00fcngsten Vergangenheit.\u201c <\/p>\n<p>Diese als knapp 30-J\u00e4hriger unaushaltbar gewordene \u201ej\u00fcngste Vergangenheit\u201c, die zw\u00f6lf Jahre Hitler-Diktatur und ihre m\u00f6rderischen wie auch ihre gesellschaftlich l\u00e4hmenden Folgen, verarbeitet Ben Willikens in den 1970er Jahren in f\u00fcr ihn \u201eanderen R\u00e4umen\u201c: \u201eVom Bunker zum Spital bis zur Folter \u2013 und zur Gaskammer. Von der H\u00f6lle bis zum Himmel und zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/media.media.70633403-7e9c-4904-b3e0-1e8cb51a8d02.original1024.media.jpeg\"\/>     In der Staatsgalerie Stuttgart: Ben Willikens Auseinandersetzung mit Kurt Schwitters\u2019 Merzbau.    Foto: \u00a9 Staatsgalerie Stuttgart    <\/p>\n<p>Die Dunkelheit bleibt; ja, fast scheint es, als wolle Willikens ihr in Serien wie der Auseinandersetzung mit realen architektonischen Zeugnissen der Machtdemonstration der Hitler-Diktatur malerisch auf den Grund gehen. Daf\u00fcr braucht es Verb\u00fcndete. Wie Hans J. Baumgart, der als erster Lenker der heutigen Mercedes-Benz Art Collection die \u201eOrte\u201c-Serie unterst\u00fctzt. \u201eSich mit diesen Bildern zu besch\u00e4ftigen\u201c, sagt er, \u201ehei\u00dft, auf Spurensuche zu gehen, die aber nie ein Ende findet.\u201c 2001 kaufte Daimler die \u201eOrte\u201c-Serie an \u2013 mit einem klaren Ziel: \u201eDie Serie\u201c, so Baumgart, \u201emusste zusammen bleiben, sie braucht eine sch\u00fctzende Hand und geh\u00f6rt an einen unverf\u00e4nglichen Ort.\u201c <a href=\"https:\/\/www.kunstmuseum-stuttgart.de\/ausstellungen\/ben-willikens-licht-und-dunkel\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Als Dauerleihgabe ist sie seit 2005 Teil der Sammlung des Kunstmuseums Stuttgart<\/a>.<\/p>\n<p> Ben Willikens \u2013 international gefragt, in Stuttgart zu Hause  <\/p>\n<p>Ben Willikens hat im <a href=\"https:\/\/www.uffizi.it\/palazzo-pitti\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Palazzo Pitti in Florenz<\/a> ausgestellt, im Busch-Reisinger Museum in Cambridge, im Deutschen Architektur Museum in Frankfurt oder in der Kunsthalle Weishaupt in Ulm. Und er arbeitet f\u00fcr seine Gro\u00dfformate seit 2009 vorzugsweise in einem ehemaligen G\u00fcterbahnhofs-Areal in Wallhausen im Hohenlohe. Und doch bleibt Stuttgart \u00fcber das Atelierhaus im Kulturpark Berg \u201eimmer etwas ganz Besonderes\u201c. <\/p>\n<p> Ben Willikens ist am 16. Januar Gast bei \u201e\u00dcber Kunst\u201c  <\/p>\n<p>Was fasziniert Ben Willikens an der Malerei? Wie biografisch kann und darf Malerei sein? Was macht die Faszination Raum aus? Und wie wichtig ist f\u00fcr Willikens \u2013 nicht nur mit Blick auf die Auseinandersetzung mit Kurt Schwitters\u2019 Merzbau \u2013 Malerei als Kunst \u00fcber Kunst? <\/p>\n<p>\u00dcber diese und andere Fragen sprechen wir demn\u00e4chst in unserer Dialogreihe \u201e\u00dcber Kunst\u201c. Mit auf der B\u00fchne dann: <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/susanne.kaufmann.valet\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Staatsgalerie-Kuratorin Susanne Kaufmann-Valet<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/g%C3%BCnter-baumann-23a155135\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">G\u00fcnter Baumann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Galerie Schlichtenmaier in Stuttgart und Grafenau<\/a>.<\/p>\n<p> <b>\u00dcber Kunst.<\/b>\u00a0<a href=\"https:\/\/zeitung-erleben.de\/event\/gespraechsreihe-ueber-kunst-wesen\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Freitag, 16. Januar 2026. <\/a>Beginn im Vortragssaal des Stirlingbaus der Staatsgalerie ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Ihre Anmeldungen nehmen wir gerne entgegen \u2013 unter: <b> www.zeitung-erleben.de\/ueberkunst <\/b> <\/p>\n<p> Ben Willikens erfindet sich neu <script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit unserer Dialogreihe \u201e\u00dcber Kunst\u201c in der Staatsgalerie Stuttgart sind Sie n\u00e4her dran an den Stars der Kunstszene.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":669919,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[1634,3364,29,124619,30,80,1441],"class_list":{"0":"post-669918","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-dialogreihe","12":"tag-germany","13":"tag-kultur","14":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115777501523972051","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=669918"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669918\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/669919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=669918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=669918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=669918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}