{"id":670187,"date":"2025-12-25T05:25:40","date_gmt":"2025-12-25T05:25:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/670187\/"},"modified":"2025-12-25T05:25:40","modified_gmt":"2025-12-25T05:25:40","slug":"laborfleisch-kommt-die-weihnachtsgans-in-zukunft-aus-dem-drucker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/670187\/","title":{"rendered":"Laborfleisch: Kommt die Weihnachtsgans in Zukunft aus dem Drucker?"},"content":{"rendered":"<p>Fleischgenuss ohne Tierleid &#8211; was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, wird in Stuttgart immer realistischer. Ein Team um Professorin Petra Kluger arbeitet dort daran, Fleisch im Labor zu z\u00fcchten &#8211; mit ganz neuen Methoden. Besonders zur Weihnachtszeit, wenn viele ans Festtagsmen\u00fc denken, zeigt die Forschung, wohin die Reise beim Fleisch der Zukunft gehen k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Ganz ohne tierische Produkte kommt auch Fleisch aus dem Labor nicht aus. Ein Forschungsteam in Stuttgart gewinnt aus Schlachtabf\u00e4llen lebende Zellen und vermehrt sie anschlie\u00dfend.<\/p>\n<p>Um echtes Fleisch m\u00f6glichst gut nachzuahmen, ben\u00f6tigen die Forschenden verschiedene Arten von Zellen &#8211; unter anderem Fettzellen, erkl\u00e4rt die Doktorandin Ioanna Brenner. &#8222;Fett ist wichtig als Geschmackstr\u00e4ger und auch f\u00fcr die Konsistenz von Fleischprodukten. Sp\u00e4ter kommen dann die Muskelzellen dazu.&#8220;<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1766566019023,fleischabfall-zellen-fuer-laborfleisch-fraunhofer-stuttgart-100~_v-16x9@2dS_-6be50a9c7.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: SWR\" alt=\"Weihnachtsgans aus dem Labor: Aus diesen Fleischabf\u00e4llen entnimmt das Stuttgarter Forschungsteam wichtige Zellen zur Herstellung des Laborfleischs.\" title=\"Weihnachtsgans aus dem Labor: Aus diesen Fleischabf\u00e4llen entnimmt das Stuttgarter Forschungsteam wichtige Zellen zur Herstellung des Laborfleischs. (Foto: SWR)\" width=\"320\" height=\"180\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Aus den Fleischabf\u00e4llen entnimmt das Stuttgarter Forschungsteam wichtige Zellen zur Herstellung des Laborfleischs.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\" rel=\"external nofollow noopener\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\" target=\"_blank\"><br \/>\nSWR<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Um den Zellen optimales Wachstum zu erm\u00f6glichen, arbeiten die Forschenden st\u00e4ndig an Verbesserungen. Beispielsweise m\u00fcssen der N\u00e4hrl\u00f6sung noch spezielle Proteine hinzugef\u00fcgt werden. Bislang konnten die nur aus Rinderblut gewonnen werden. Doch auch hier gebe es schon L\u00f6sungen, so die <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swrkultur\/wissen\/das-fleisch-der-zukunft-laborfleisch-petra-kluger-swr-science-talk-100.html\" class=\"link link-inline inline-link\" title=\"SWR Science Talk - Das Fleisch der Zukunft\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Arbeitsgruppenleiterin Professor Petra Kluger<\/a>.<\/p>\n<p>&#8222;Wir arbeiten auch in der Biomedizin schon seit Jahren an der Entwicklung eines tierfreien Ersatzes. Die Resonanz am Markt ist gering, weil das [tierische Produkt] ein paar Vorteile hat. Aber nat\u00fcrlich ist da das Tierleid &#8211; also die Gewinnung &#8211; nicht sch\u00f6n. (&#8230;) Aber inzwischen gibt es da sehr gute Alternativen, die komplett ohne tierische Komponenten sind.&#8220;<\/p>\n<p>Kluger treibt bereits seit Jahren die Forschung an kultiviertem Fleisch voran &#8211; zuerst in Reutlingen, mittlerweile in Stuttgart. Dass ein im Labor gez\u00fcchtetes Produkt nicht immer an echtes Fleisch heranreicht, ist f\u00fcr sie nicht entscheidend. <\/p>\n<p>&#8222;Ich kann nat\u00fcrlich eine G\u00e4nsebrust herstellen, die so aussieht wie eine G\u00e4nsebrust und vielleicht auch \u00e4hnlich schmeckt&#8220;, sagt sie. Neben dem Geschmack sei auch ein &#8222;gewisses Mundgef\u00fchl&#8220; wichtig. &#8222;Ob das jetzt wirklich noch an dieser ganzen Gans h\u00e4ngt, ist f\u00fcr mich zweitrangig.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swrkultur\/wissen\/das-fleisch-der-zukunft-laborfleisch-petra-kluger-swr-science-talk-100.html\" title=\"SWR Science Talk - Das Fleisch der Zukunft\" class=\"teasertracking clickzone link\" role=\"presentation\" tabindex=\"-1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1756904362962,das-wissen-swr-podcast-104~_v-1x1@2dXS_-9a91314e681c924f29ec89ca45e4e12f5b1d728e.jpg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: Unsplash\" alt=\"Podcast-Cover von &quot;Das Wissen&quot;: Frau schaut durch Fernglas\" title=\"Podcast-Cover von &quot;Das Wissen&quot;: Frau schaut durch Fernglas (Foto: Unsplash)\" width=\"320\" height=\"320\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swrkultur\/wissen\/das-fleisch-der-zukunft-laborfleisch-petra-kluger-swr-science-talk-100.html\" title=\"SWR Science Talk - Das Fleisch der Zukunft\" class=\"teasertracking clickzone link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\nSWR Science Talk<br \/>\nDas Fleisch der Zukunft<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swrkultur\/wissen\/das-fleisch-der-zukunft-laborfleisch-petra-kluger-swr-science-talk-100.html\" title=\"SWR Science Talk - Das Fleisch der Zukunft\" class=\"teasertracking clickzone link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>K\u00fcnstlich, im Labor hergestelltes Fleisch gilt als Nahrungsmittel der Zukunft. Doch ist es auch gesund und schmeckt? Professorin Petra Kluger entwickelt mit ihrem Team Laborfleisch.\n<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"broadcastinfo\">\n<p>So.6.11.2022<br \/>\n8:30 Uhr<\/p>\n<p>SWR2 Wissen<\/p>\n<p>SWR2<\/p>\n<p>Mit einem 3D-Drucker testet das Team verschiedene Kombinationen aus gez\u00fcchteten Zellen und weiteren Bestandteilen, die f\u00fcr eine bessere Struktur sorgen sollen. So wollen die Forschenden echtes Fleisch besser nachahmen &#8211; vielleicht irgendwann sogar eine G\u00e4nsekeule.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1766566017781,laborfleisch-3d-drucker-druckt-gaensekeule-am-fraunhofer-stuttgart-100~_v-16x9@2dS_-6b.jpeg\"   class=\"\" data-copyright=\"Foto: SWR\" alt=\"Laborfleisch: Der 3D-Drucker am Fraunhofer-Institut in Stuttgart druckt eine G\u00e4nsekeule.\" title=\"Laborfleisch: Der 3D-Drucker am Fraunhofer-Institut in Stuttgart druckt eine G\u00e4nsekeule. (Foto: SWR)\" width=\"320\" height=\"180\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>Der 3D-Drucker am Fraunhofer-Institut in Stuttgart druckt eine G\u00e4nsekeule aus gez\u00fcchteten Zellen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\" rel=\"external nofollow noopener\" class=\"link\" tabindex=\"-1\" itemprop=\"url\" target=\"_blank\"><br \/>\nSWR<br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Die Forschenden t\u00fcfteln aber nicht nur an G\u00e4nsefleisch aus dem Labor. Sie forschen an Zellen verschiedener Tierarten. Es gibt sogar ein Projekt mit Fischzellen &#8211; &#8222;weil ja auch die Ozeane \u00fcberfischt sind&#8220;, erkl\u00e4rt Institutsleiterin Petra Kluger.<\/p>\n<p>Noch ist Fleisch aus dem Labor in Deutschland nicht erh\u00e4ltlich. Erste Antr\u00e4ge zur Zulassung von Laborfleisch durch die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit werden aktuell bearbeitet. In Italien ist Fleisch aus dem Labor unabh\u00e4ngig davon aber schon komplett verboten.<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb Europas sieht die Lage anders aus. Singapur war 2020 das erste Land, das den Verkauf von Fleisch aus dem Labor zulie\u00df. Weitere L\u00e4nder zogen in den Folgejahren nach. In Australien ist seit diesem Jahr ein Wachtelparfait aus dem Labor erh\u00e4ltlich &#8211; ab umgerechnet 8,50 Euro pro 180 Gramm. In Zukunft k\u00f6nnte der Preis f\u00fcr Fleisch aus dem Labor mit steigender Produktion aber noch runtergehen, so Kluger.<\/p>\n<p>Fleisch g\u00fcnstiger zu machen ist aber nicht die Hauptmotivation der Forschenden. Da gebe es viele andere Anreize, so Kluger. &#8222;Mit dem Klimawandel ist es einfach wichtig, dass wir hier neue Systeme betrachten und die nicht von vornherein schlechtreden. Weil wir dann auch unabh\u00e4ngig von Lieferketten w\u00e4ren und wir k\u00f6nnten auch nach Naturkatastrophen, wenn B\u00f6den verseucht sind, hier Nahrungsmittel herstellen.&#8220;<\/p>\n<p>Eine weitere Herausforderung sei das Bev\u00f6lkerungswachstum, so die Biotechnologin. &#8222;Wenn sich die Weltbev\u00f6lkerung so entwickelt wie vorhergesagt, dann gibt es einfach nicht genug Kapazit\u00e4ten auf der Erde, um alle Menschen mit so viel Fleisch, wie gerade gegessen wird, zu versorgen.&#8220; Auch hier k\u00f6nnte Fleisch aus dem Labor eine L\u00f6sung sein. <\/p>\n<p>Auch wenn wir auf die Weihnachtsgans aus dem Labor vielleicht noch etwas warten m\u00fcssen, k\u00f6nnte die Forschung aus Stuttgart echte Vorteile bringen &#8211; f\u00fcr Mensch und Tier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fleischgenuss ohne Tierleid &#8211; was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, wird in Stuttgart immer realistischer. 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