{"id":670254,"date":"2025-12-25T06:07:18","date_gmt":"2025-12-25T06:07:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/670254\/"},"modified":"2025-12-25T06:07:18","modified_gmt":"2025-12-25T06:07:18","slug":"vom-sozialen-treffpunkt-zur-ka-news-redaktion-im-gottesauer-block-karlsruhe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/670254\/","title":{"rendered":"Vom sozialen Treffpunkt zur ka-news-Redaktion im Gottesauer Block Karlsruhe"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    1927 wird in <a href=\"https:\/\/www.ka-news.de\/promis\/karlsruhe-kulturlandschaft-technologieregion-und-residenz-des-rechts-die-faecherstadt-im-ueberblick-art-2783253\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\">Karlsruhe<\/a> ein H\u00e4userblock mit modernen Kleinwohnungen geplant. Hier arbeiten Stadtverwaltung und Mieter- und Bauverein (MBV) Hand in Hand, um den Mangel an Kleinwohnungen in der F\u00e4cherstadt zu decken. Bereits 1926 macht die Stadtverwaltung dem MBV das Angebot, ihm zum Anlass seines 30-j\u00e4hrigen Bestehens einen Plan f\u00fcr diesen H\u00e4userblock zu schenken.\n  <\/p>\n<p>            Die Planung des Gottesauer Blocks in der Oststadt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Geplant ist, den Gottesauer Exerzierplatz zu bebauen, der zu dieser Zeit noch dem Reich geh\u00f6rt. Im M\u00e4rz 1927 l\u00e4sst die Stadtverwaltung Pl\u00e4ne f\u00fcr den Bau eines \u201eWohnungshotels\u201c, eines Komplexes von Kleinwohnungen, auf dem Gebiet des ehemaligen Exerzierplatzes der fr\u00fcheren Artilleriekaserne Gottesaue gegen\u00fcber der Lutherkirche vom st\u00e4dtischen Hochbauamt ausarbeiten. Der Bau des Wohnblocks soll Kleinwohnungen enthalten und durch den MBV ausgef\u00fchrt werden.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/die-oststadt-1920-planausschnittjpg.jpg\" alt=\"Die Oststadt 1920 (Planungsausschnitt).\" title=\"Die Oststadt 1920 (Planungsausschnitt).\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Die Oststadt 1920 (Planungsausschnitt).<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Die Oststadt 1920 (Planungsausschnitt).<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Sache soll so beschleunigt werden, dass noch 1927 mit dem Bau angefangen werden kann. Der Bau soll \u201eunter starker Anwendung von Typisierung und Normierung\u201c entstehen, damit die Baukosten auf ein gewisses Mindestma\u00df beschr\u00e4nkt werden.\n  <\/p>\n<p>            Das \u201eWohnungshotel\u201c<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das \u201eWohnungshotel\u201c soll sich von den bisher gebauten Kleinwohnungen unterscheiden. Es sollen dreist\u00f6ckige H\u00e4user errichtet werden, in denen es lediglich zwei Wohnungen pro Treppe gibt. Der Block wird mit Gr\u00fcnanlagen, einem Kinderspielplatz und einem gro\u00dfen Hof ausgestattet sein.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zus\u00e4tzlich soll das ganze Wohnungshotel eine zentrale Waschk\u00fcche in einem besonderen Bau und Zentralheizung enthalten. Insgesamt sollen hier 166 Wohnungen entstehen, die auf moderne Art und Weise und mit neuen Mitteln ausgestattet sind. Das soziale Wohnungsbauprojekt wird vom damaligen\u00a0Baub\u00fcrgermeister Hermann Schneider besonders gef\u00f6rdert, der selbst im M\u00e4rz 1927 einen Generalbebauungsplan f\u00fcr die Landeshauptstadt Karlsruhe ausgibt.\n  <\/p>\n<p>            Mieter- und Bauverein kauft den Exerzierplatz<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Leider entwickelt sich die Angelegenheit nicht so schnell wie erhofft: 1928 werden die an der Ostseite der Wolfartsweierer Stra\u00dfe liegenden gro\u00dfen \u201eRauhfutter-Magazine\u201c aus Sandstein dem Mieter- und Bauverein zum Verkauf freigegeben, die der MBV als Lager- und Werkst\u00e4tten vermieten kann.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bebauungsplan-gottesauer-blockjpg.jpg\" alt=\"Bebauungsplan Gottesauer Block.\" title=\"Bebauungsplan Gottesauer Block.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Bebauungsplan Gottesauer Block.<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Bebauungsplan Gottesauer Block.<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Exerzierplatz selbst wird erst nach jahrelangen Verhandlungen erworben, schlie\u00dflich kauft der Mieter- und Bauverein am 1. Juni 1929 den ganzen Exerzierplatz, 24.043 Quadratmeter f\u00fcr 325.248 Reichsmark, und damit 13,52 Reichsmark pro Quadratmeter. Ein Jahr sp\u00e4ter kauft er das gro\u00dfe Gel\u00e4nde Ecke Wolfartsweierer Stra\u00dfe und Gottesauer Stra\u00dfe mit 1.560 Quadratmeter zu einem Quadratmeterpreis von 16,50 Reichsmark.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In der Vergangenheit hat man eher gr\u00f6\u00dfere Wohnungen gebaut, aber die moderne Wohnungskultur tendiert zu Kleinwohnungen. Infolge der wirtschaftlichen Lage in den 1920er-Jahren ist auch der Bedarf nach Kleinwohnungen viel gr\u00f6\u00dfer als vor dem Krieg. Leider werden jedoch immer noch zu wenige Kleinwohnungen gebaut, wor\u00fcber in allen Sitzungen des B\u00fcrgerausschusses geklagt wird. So wird der Plan, den neuen H\u00e4userblock zu bauen, sehr begr\u00fc\u00dft.\n  <\/p>\n<p>            Neue Planung mit Wettbewerb<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die 1927 eingereichten Baupl\u00e4ne bieten jedoch keine maximale Nutzung. So veranstaltet der Mieter- und Bauverein einen Wettbewerb f\u00fcr die Bebauung des Gottesauer Exerzierplatzes unter Karlsruher Architekten.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/architektenwettbewerb-badische-presse-831930jpg.jpg\" alt=\"Architektenwettbewerb, Badische Presse am 8. M\u00e4rz 1930.\" title=\"Architektenwettbewerb, Badische Presse am 8. M\u00e4rz 1930.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Architektenwettbewerb, Badische Presse am 8. M\u00e4rz 1930.<br \/>\n    Foto: privat<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Architektenwettbewerb, Badische Presse am 8. M\u00e4rz 1930.<br \/>\n    Foto: privat<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Obwohl bis Februar 1930 sehr viele Entw\u00fcrfe vorliegen, entscheidet man doch unter dem eigenen MBV-Baub\u00fcro, das von Emil Brannath gef\u00fchrt wird, neue Pl\u00e4ne zu erstellen. Auszeichnungen f\u00fcr den Wettbewerb werden an Karl Fritz, Hans Zippelius, Alfred Fischer und Adolf M\u00fcller-Kirchenbauer verteilt.\n  <\/p>\n<p>            Der Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Bereits 1927 ist die gr\u00f6\u00dfte gemeinn\u00fctzige Baugenossenschaft in Baden der Mieter- und Bauverein, dessen Gr\u00fcndung der Eisenbahn-Oberingenieur Karl Delisle im Jahr 1897 zu verdanken ist. Nach zehnj\u00e4hrigem Bestehen hat die Genossenschaft bereits 345 Wohnungen erbaut, in denen 1647 Personen wohnten. F\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter hat sich diese Zahl auf 427 Wohnungen erh\u00f6ht.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Durch den Ersten Weltkrieg und die katastrophal gewordene Wohnungsnot nach dem Krieg stieg die Baut\u00e4tigkeit des Vereins enorm. So hatte er bis Ende des Jahres 1926 insgesamt 112 H\u00e4user mit 758 Wohnungen errichtet, in denen 3107 Personen gelebt haben.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Wohnungsbestand in Deutschland betr\u00e4gt rund 16.140.000 im Jahr 1931, als der Bau des Gottesauer Blocks voll im Gange ist. Rund 2.500.000 davon sind Neubauwohnungen, was bedeutet, dass auf je 14 Altbauwohnungen eine neue entf\u00e4llt. F\u00fcr seine Bauten w\u00e4hlt der Verein die Bauform von Hochbauten und die Wohnblocks entstehen in allen Gegenden von Karlsruhe. Die meisten H\u00e4user enthalten 2- und 3-Zimmer-Wohnungen. Finanziert werden die Bauten haupts\u00e4chlich durch Gelder, die die Vereinsmitglieder selbst einzahlen.\n  <\/p>\n<p>            August Schwall wird Vorstandsvorsitzender<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nachdem Gr\u00fcnder Karl Delisle sich aus Altersgr\u00fcnden aus dem Vorstand zur\u00fcckzieht, \u00fcbernimmt Professor Paul Nestle den Vorsitz. Er f\u00e4llt jedoch an der Front im Ersten Weltkrieg und Eisenbahn-Oberinspektor a. D. August Schwall \u00fcbernimmt die Leitung des Unternehmens. Der Stadtrat beschlie\u00dft, im Juli 1930 die Stra\u00dfe nach dem Vorsitzenden umzubenennen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der projektierte Wohnblock wird schlie\u00dflich zwischen 1930 und 1933 durch den Mieter- und Bauverein Karlsruhe errichtet. In zwei Bauabschnitten wird der Block von der Gottesauer Stra\u00dfe \u2013 Wolfartsweierer Stra\u00dfe \u2013 Gottesauer Platz und Buntestra\u00dfe bis 1931 gebaut. Am 1. Mai k\u00f6nnen die ersten 184 Wohnungen bezogen werden und am 1. Oktober ziehen weitere 94 Mieter ein. 1932 wird mit dem Bau von 72 Wohnungen begonnen und im Juli 1933 konnten diese H\u00e4user auch bezogen werden.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/gottesauer-platz-1-2-und-3-buntestrasse-1-bis-15jpg.jpg\" alt=\"Gottesauer Platz 1, 2 und 3 sowie Buntestra\u00dfe 1 bis 15.\" title=\"Gottesauer Platz 1, 2 und 3 sowie Buntestra\u00dfe 1 bis 15.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Gottesauer Platz 1, 2 und 3 sowie Buntestra\u00dfe 1 bis 15.<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Gottesauer Platz 1, 2 und 3 sowie Buntestra\u00dfe 1 bis 15.<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Insgesamt werden 343 Hauseinheiten mit 44 Ein- bis Vierzimmerwohnungen im Gottesauer Block gebaut. Dazu kommen sechs Ladengesch\u00e4fte am Gottesauer Platz: eine B\u00e4ckerei, ein Blumengesch\u00e4ft, Milch- und K\u00e4seladen und Friseur sowie Zweigstellen von \u201ePfannkuch\u201c und \u201eLebensbed\u00fcrfnisverein\u201c, sp\u00e4ter \u201eCo-op\u201c.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Wohnungen im Gottesauer Block werden an Mitglieder vergeben, die seit zehn oder mehr Jahren Mitglied des Vereins sind, an kinderreiche Familien und Schwerkriegsbesch\u00e4digte, dringende Wohnungsf\u00e4lle und an Bewerber, die ein Arbeitgeberdarlehen erhalten. Der anderen Wohnungen werden verlost.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Insgesamt wird der Gottesauer Block \u2013 der auch das Waschhaus einschlie\u00dft \u2013 mit geringen finanziellen Mitteln in einer Zeit der extremen wirtschaftlichen Depression errichtet. Die Gesamtkosten f\u00fcr die 344 Wohnungen, sechs L\u00e4den und das Waschhaus belaufen sich auf 3.127.537 Reichsmark.\n  <\/p>\n<p>            Der Architekt Emil Brannath<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Fast alle Bauten des Vereins werden vom Architekten Emil Brannath geplant und ausgef\u00fchrt. Auch die endg\u00fcltigen Entw\u00fcrfe des Gottesauer Wohnblocks in der<a href=\"https:\/\/www.ka-news.de\/region\/karlsruhe\/karlsruhe-von-oben-luftige-ausblicke-auf-die-oststadt-eine-bilderstrecke-art-2530248\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"noopener\"> Oststadt<\/a> stammen schlie\u00dflich von Brannath, der das Baub\u00fcro des Vereins leitet.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Brannath wird 1872 in M\u00fchlburg geboren und f\u00e4ngt eine bautechnische Ausbildung\u00a0in Karlsruhe an. Diese bricht er jedoch 1891 ab und \u00fcbersiedelt in die USA, wo er bis 1894 als Zimmermann arbeitet. Danach kehrt er nach Baden zur\u00fcck, leistet seinen Milit\u00e4rdienst ab und beendet dann sein Studium an der Karlsruher Baugewerkeschule.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Als der Mieter- und Bauverein 1897 gegr\u00fcndet wird, steigt Brannath in das Architekturb\u00fcro von Eugen Bischoff ein, der damalige leitende Architekt der Baugenossenschaft. 1903 wird Brannath zum verantwortlichen Architekten und richtet ein eigenes Baub\u00fcro ein, das er bis September 1936 leitet. Nach seinen Pl\u00e4nen entstehen bis zum Ersten Weltkrieg auch zahlreiche Mietswohnh\u00e4user in der S\u00fcdweststadt, Weststadt und Oststadt von Karlsruhe.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/wohnblock-im-bau-karlsruher-tagblatt-12101930jpg.jpg\" alt=\"Wohnblock im Bau (Karlsruher Tagblatt vom 12. Oktober 1930).\" title=\"Wohnblock im Bau (Karlsruher Tagblatt vom 12. Oktober 1930).\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Wohnblock im Bau (Karlsruher Tagblatt vom 12. Oktober 1930).<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Wohnblock im Bau (Karlsruher Tagblatt vom 12. Oktober 1930).<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wegen der katastrophalen Wohnungsnot infolge des Ersten Weltkriegs errichtet Brannath monumentale Wohnungsbl\u00f6cke in funktionalem Stil, wie beispielsweise der Gottesauer Block und der Meidinger Block, der zwischen 1933 und 1936 in der S\u00fcdstadt zwischen der Kriegsstra\u00dfe und der Baumeisterstra\u00dfe entsteht.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Brannaths Wohnungspolitik entspricht jedoch nicht der der Nationalsozialisten, die 1933 die Macht ergreifen und Kleinsiedlungen mit billigen Eigenheimen und Kleinsth\u00e4usern bevorzugen. Brannath ist nicht bereit, von seinen Prinzipien abzuweichen und verl\u00e4sst 1936 das Baub\u00fcro.\n  <\/p>\n<p>            Das Waschhaus als Kommunikationszentrale<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Bei der Planung des Gottesauer Blocks wird entschieden, anstelle einzelner Waschk\u00fcchen in den H\u00e4usern eine Zentralwaschanlage mit Warmwasserversorgung f\u00fcr die K\u00fcchen und B\u00e4der des ganzen Blocks zu bauen. Diese Zentralanlage wird am 1. Juli 1931 in Betrieb genommen und wird &#8211; ganz modern &#8211; mit gro\u00dfen Mangeln eingerichtet. Sie wird auch f\u00fcr alle Mitglieder, die au\u00dferhalb des Blocks wohnen, zur Benutzung angeboten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Gemeinschaftseinrichtung des Waschhauses, mit seinen rund 240 Quadratmetern im Mittelpunkt der Anlage angeordnet, hat auch eine wichtige soziale Funktion. An diesem Ort, wie bei der kurz zuvor entstandenen \u00e4hnlichen Siedlung in Dammerstock, k\u00f6nnen sich die Hausfrauen beim Waschen ihrer W\u00e4sche treffen.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/die-mangeln-im-waschhausjpg.jpg\" alt=\"Die Mangeln im Waschhaus.\" title=\"Die Mangeln im Waschhaus.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Die Mangeln im Waschhaus.<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Die Mangeln im Waschhaus.<br \/>\n    Foto: Archiv Mieter- und Bauverein Karlsruhe<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ab den 1930er Jahren wird Kleidung regelm\u00e4\u00dfiger gewaschen und die Frauen sind f\u00fcr diese Aufgabe zust\u00e4ndig. W\u00e4hrend der W\u00e4sche k\u00f6nnen die Frauen \u00fcber alles diskutieren und sich sozial miteinander austauschen. So funktioniert das Geb\u00e4ude \u2013 wie auch heute der Fall \u2013 als Kommunikationszentrum. Von hier aus werden auch alle Wohnungen in der Anlage mit Warmwasser versorgt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Name der Stra\u00dfe wird unter den Nationalsozialisten ge\u00e4ndert. Ab November 1933 hei\u00dft die Stra\u00dfe \u201cArtilleriestra\u00dfe\u201c. Erst im August 1948 in der neuen Bundesrepublik wird die Stra\u00dfe wieder in \u201cAugust-Schwall-Stra\u00dfe\u201c umbenannt. Auch der Gottesauer Platz wird unter den Nationalsozialisten in \u201cHermann-G\u00f6ring-Platz\u201c umbenannt und erh\u00e4lt nach dem Sturz des NS-Regimes wieder seinen alten Namen.\n  <\/p>\n<p>            Nach dem Zweiten Weltkrieg<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Im Zweiten Weltkrieg werden durch Luftangriffe 65 H\u00e4user mit 451 Wohnungen des Mieter- und Bauvereins in Karlsruhe total zerst\u00f6rt, 122 H\u00e4user mit 438 Wohnungen schwer besch\u00e4digt. Teilweise werden diese wieder aufgebaut \u2013 Ende 1952 beispielsweise kann die Baugenossenschaft ein Richtfest f\u00fcr sieben wiederaufgebaute Wohnungen in der Wolfartsweierer Stra\u00dfe 8 im Gottesauer Block feiern.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nach dem Krieg wird das Waschhaus von den Mietern des MBV weiter f\u00fcr ihre W\u00e4sche benutzt. Nicht nur die Bewohner des Gottesauer Blocks, alle Mieter des Mieter- und Bauvereins d\u00fcrfen hier ihre W\u00e4sche waschen. Ein Hausmeister achtet darauf, dass alles reibungslos funktioniert. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts laufen die Maschinen nicht mehr optimal \u2013 vor allem die Trockenregister n\u00e4hern sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/luftbildstadtteil-am-30092020-in-karlsruhe-oststadt-germany.jpg\" alt=\"Die Wohnungen des Gottesauer Blocks, in der Mitte das Waschhaus.\" title=\"Die Wohnungen des Gottesauer Blocks, in der Mitte das Waschhaus.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Die Wohnungen des Gottesauer Blocks, in der Mitte das Waschhaus.<br \/>\n    Foto: Carmele\/TMC-Fotografie<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Die Wohnungen des Gottesauer Blocks, in der Mitte das Waschhaus.<br \/>\n    Foto: Carmele\/TMC-Fotografie<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Schliesslich wird das Waschhaus im Jahr 2001 au\u00dfer Betrieb genommen, da die Maschinen nicht mit Eurom\u00fcnzen funktionieren und sich eine Umr\u00fcstung nach der W\u00e4hrungsumstellung nicht lohnt. Damit endet die \u00c4ra des Geb\u00e4udes als Waschzentrale und es beginnt die Zeit der Vermietung als Arbeitsr\u00e4ume.\n  <\/p>\n<p>            ka-news zieht in das Waschhaus ein<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In Karlsruhe f\u00e4ngt die Geschichte der Online-Zeitung ka-news im September 2000 als Gr\u00fcnderunternehmen in der Technologiefabrik Karlsruhe, ebenfalls in der Oststadt, an. Jedoch muss das Unternehmen bereits nach zwei Jahren aus Platzgr\u00fcnden umziehen &#8211; in das ehemalige Waschhaus.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.mgpd.de\/img\/109850515\/crop\/c16_9-w100\/226481328\/104707158\/luftbildstadtteil-am-30092020-in-karlsruhe-oststadt-germany.jpg\" alt=\"Die ka-news-Redaktion am Gottesauer Platz.\" title=\"Die ka-news-Redaktion am Gottesauer Platz.\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Die ka-news-Redaktion am Gottesauer Platz.<br \/>\n    Foto: Carmele\/TMC-Fotografie<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Die ka-news-Redaktion am Gottesauer Platz.<br \/>\n    Foto: Carmele\/TMC-Fotografie<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Vorher muss das allerdings komplett renoviert werden. Zuerst werden die alten Waschmaschinen und B\u00fcgelstationen entfernt, dann rund zwei Kilometer Datenkabel verlegt. Damit schlie\u00dft sich der Kreis: Seit 23 Jahren erf\u00fcllt das Geb\u00e4ude wieder seinen Zweck als Kommunikationszentrale.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Katherine Quinlan-Flatter<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Oststadt<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Karlsruhe<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"1927 wird in Karlsruhe ein H\u00e4userblock mit modernen Kleinwohnungen geplant. 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