{"id":670377,"date":"2025-12-25T07:42:25","date_gmt":"2025-12-25T07:42:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/670377\/"},"modified":"2025-12-25T07:42:25","modified_gmt":"2025-12-25T07:42:25","slug":"aachen-wuerzburg-vorsicht-infektion-worauf-es-nach-tierbissen-ankommt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/670377\/","title":{"rendered":"Aachen\/W\u00fcrzburg | Vorsicht, Infektion! Worauf es nach Tierbissen ankommt"},"content":{"rendered":"<p>Aachen\/W\u00fcrzburg (dpa\/tmn) &#8211; Zwischen die Fronten geraten, weil der Hund von einem Artgenossen angegriffen wurde? Oder die Katze hat zugeschnappt, weil sie sich bedroht gef\u00fchlt hat? Tierbisse sind eine schmerzhafte Erfahrung &#8211; vor allem, wenn der \u00dcbelt\u00e4ter ein Vierbeiner ist, den man doch so sehr liebhat.\u00a0<\/p>\n<p>Also: Pflaster drauf, Schwamm dr\u00fcber, verheilt schon alles von allein? Nicht bei jeder Bisswunde kann man sich darauf verlassen. Mit etwas Pech wird es gef\u00e4hrlich. Was man selbst tun kann und bei welchen Warnzeichen ein Arztbesuch angesagt ist &#8211; Experten kl\u00e4ren auf.\u00a0<\/p>\n<p>1. Nach dem ersten Schock: Wie versorge ich die Bisswunde richtig?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abFalsch w\u00e4re, eine blutende Wunde nur mit einem Papierhandtuch abzureiben und dann zu denken: Das war es dann\u00bb, sagt der Infektiologe Prof. Andrew Ullmann von der Universit\u00e4tsklinik W\u00fcrzburg.\u00a0<\/p>\n<p>Besser: den Bereich sofort mit Wasser oder einer Kochsalzl\u00f6sung aussp\u00fclen, dann ein Wunddesinfektionsmittel nutzen. Zuletzt ist das Verarzten mit einem Pflaster oder einer sterilen Wundauflage plus Mullbinde dran.\u00a0<\/p>\n<p>2. Wie heikel ist so ein Tierbiss \u00fcberhaupt?\u00a0<\/p>\n<p>Pauschal l\u00e4sst sich das nicht beantworten. \u00abAber grunds\u00e4tzlich ist es so, dass jeder Tierbiss zu wirklich gravierenden Problemen f\u00fchren kann und man ihn nicht als Bagatelle abtun sollte\u00bb, sagt Prof. Frank Hildebrand, Direktor f\u00fcr Orthop\u00e4die, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Uniklinik RWTH Aachen.<\/p>\n<p>Schwere Gesundheitsprobleme k\u00f6nnen vor allem durch Infektionen entstehen: Denn im Mund-Rachen-Raum von Hund, Katze und Co. leben unterschiedlichste Bakterien. \u00dcber die Z\u00e4hne, an denen sich Speichel befindet, k\u00f6nnen diese Keime in die Wunde &#8211; und damit in den K\u00f6rper von uns Menschen &#8211; \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: \u00abWas die Infektionsgefahr angeht, sind auch Menschenbisse sehr gef\u00e4hrlich, weil auch wir eine gro\u00dfe Vielzahl von Bakterien in unserer Mundh\u00f6hle besitzen\u00bb, sagt Andrew Ullmann\u00a0<\/p>\n<p>3. Macht es denn einen Unterschied, ob Hund oder Katze zugeschnappt hat?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abGrunds\u00e4tzlich kann man nicht sagen, ob Hunde- oder Katzenbisse gef\u00e4hrlicher sind\u00bb, sagt Andrew Ullmann. Entscheidend ist das Ausma\u00df der Verletzung. T\u00fcckisch: \u00abManchmal untersch\u00e4tzt man das, weil sie vielleicht nur wie eine kleine Spritzenmarke aussieht. Aber eine Infektion kann sich in der Tiefe ausbreiten\u00bb, so der Infektiologe.\u00a0<\/p>\n<p>Dort k\u00f6nnen sich Entz\u00fcndungen, sogenannte Phlegmone, oder Abszesse bilden. Dabei darf man sich nicht davon tr\u00fcgen lassen, dass die Hautoberfl\u00e4che l\u00e4ngst wieder geschlossen ist. Unter der Haut richten Bakterien weiter munter Schaden an.<\/p>\n<p>Vor allem von Katzen kann nach Ansicht von Frank Hildebrand eine h\u00f6here Infektionsgefahr ausgehen, weil sie sehr spitze und lange Z\u00e4hne haben. Selbst bei vermeintlich kleinen Wunden k\u00f6nnen die Bakterien tief ins Gewebe eindringen und sich dort vermehren.\u00a0<\/p>\n<p>Der Vizepr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie beobachtet immer wieder, dass Patienten erst Tage sp\u00e4ter zum Arzt gehen. Dann sind die Wunden mitunter schon schwer infiziert.\u00a0<\/p>\n<p>4. Also kann auch ein kleiner Kratzer Anlass geben, in der Arztpraxis vorbeischauen?<\/p>\n<p>Ja, denn f\u00fcr einen Laien ist es oft schwer einzusch\u00e4tzen, ob die Wunde nur oberfl\u00e4chlich ist oder in tiefergehende Gewebeschichten reicht. Im Zweifel gilt daher: lieber einmal zu viel statt zu wenig zum Arzt gehen. Und auf jeden Fall die Wunde reinigen und ihre Entwicklung ganz genau beobachten.<\/p>\n<p>\u00abWer eine Vorerkrankung mit einem geschw\u00e4chten Immunsystem hat, sollte bei einer Bissverletzung auf jeden Fall zum Arzt gehen\u00bb, sagt Andrew Ullmann. Eventuell ist dann eine Antibiotika-Therapie erforderlich.\u00a0<\/p>\n<p>In einigen F\u00e4llen ist dem Infektiologie-Professor zufolge die Notaufnahme die richtige Anlaufstelle. Das gilt etwa dann, wenn Kinder gebissen wurden &#8211; und auch, wenn das Tier ins Gesicht gebissen hat, was \u00fcbrigens auch bei Kindern h\u00e4ufiger der Fall ist als bei Erwachsenen.\u00a0<\/p>\n<p>5. Mit welchen Warnzeichen sollte ich unbedingt zum Arzt?\u00a0<\/p>\n<p>\u00abSp\u00e4testens, wenn der Bereich der Bissstelle schmerzt, ger\u00f6tet ist, anschwillt oder ich ein pochendes Gef\u00fchl habe, sind das ganz sicher Anzeichen f\u00fcr eine beginnende oder bestehende Infektion, mit der ich auf jeden Fall schnell zum Arzt muss\u00bb, sagt Frank Hildebrand.<\/p>\n<p>Andrew Ullmann weist darauf hin, dass auch Fieber auf eine Infektion hindeuten kann. \u00abM\u00f6glicherweise nimmt man das nicht ernst, weil gerade Erk\u00e4ltungs- oder Grippezeit ist und der Biss vielleicht schon mehrere Tage her ist.\u00bb<\/p>\n<p>6. Was kann passieren, wenn Infektionen unbehandelt bleiben?\u00a0<\/p>\n<p>Die Folgen einer Infektion k\u00f6nnen immens sein: Es drohen Sch\u00e4digungen von Muskeln, Sehnen, Nerven, Knochen und Gelenken. \u00abDa bei Erwachsenen vor allem Arme und H\u00e4nde oft durch Bissverletzungen betroffen sind, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die Handfunktion im Alltag haben\u00bb, warnt Frank Hildebrand.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcber eine l\u00e4ngere Zeit unbehandelt kann eine Infektion auch auf den ganzen K\u00f6rper \u00fcbergreifen. In diesem Fall spricht man von einer Sepsis, einer sogenannten Blutvergiftung &#8211; ein lebensbedrohliches Krankheitsbild. Ein Warnzeichen daf\u00fcr: ein Krankheitsgef\u00fchl, das man noch nie im Leben erlebt hat.\u00a0<\/p>\n<p>7. Wie behandeln \u00c4rztinnen und \u00c4rzte eine entz\u00fcndete Bisswunde?\u00a0<\/p>\n<p>Eine bestehende Infektion stellt laut Hildebrand einen chirurgischen Notfall dar. \u00abGrundlage der chirurgischen Therapie sind die ausgiebige S\u00e4uberung und Sp\u00fclung der Wunde.\u00bb Dabei muss das gesamte infizierte Gewebe entfernt werden, weil es als N\u00e4hrboden f\u00fcr Bakterien dient.\u00a0<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich werden Gewebeproben zur Keimbestimmung entnommen, um eine m\u00f6glichst zielgerichtete Therapie mit Antibiotika einzuleiten.<\/p>\n<p>8. Kann ich prophylaktisch etwas tun, damit ein Biss nicht gravierende gesundheitliche Folgen hat?\u00a0<\/p>\n<p>Zumindest, was die Gefahr eines Wundstarrkrampfes angeht, kann man vorsorgen. Tetanus wird \u00fcber bestimmte Bakterien \u00fcbertragen, die durch Wunden in den K\u00f6rper gelangen. Die Experten sind sich einig: Jeder Mensch sollte einen kompletten Tetanus-Impfschutz haben. Je nachdem, wie lange die letzte Impfung zur\u00fcckliegt, wird sie im Rahmen der Behandlung nach einem Tierbiss aufgefrischt. Daher der Rat: Wer mit einer Bisswunde eine Arztpraxis aufsucht, sollte direkt den Impfpass mitnehmen.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Aachen\/W\u00fcrzburg (dpa\/tmn) &#8211; Zwischen die Fronten geraten, weil der Hund von einem Artgenossen angegriffen wurde? 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