{"id":671909,"date":"2025-12-26T01:58:31","date_gmt":"2025-12-26T01:58:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/671909\/"},"modified":"2025-12-26T01:58:31","modified_gmt":"2025-12-26T01:58:31","slug":"raunaechte-eine-vergessene-tradition-kehrt-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/671909\/","title":{"rendered":"Raun\u00e4chte: Eine vergessene Tradition kehrt zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Weihrauchf\u00e4sser, verschiedene Weihrauchsorten, Raunachtskerzen, Begleitb\u00fccher und ein Wunschzettelset: Raunachtsprodukte boomen. Denn <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/raunacht-tradition-zwischen-den-jahren-tradition-erlebt-revival,U0Decza\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">immer mehr Menschen zelebrieren die Raun\u00e4chte <\/a>wieder intensiver als das noch vor einigen Jahren der Fall war. <\/p>\n<p>Kirchliche Traditionen geraten in Vergessenheit<\/p>\n<p>Die Raunachts-Tradition war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Auch andere alte Weihnachtsbr\u00e4uche werden seltener gepflegt: Der Advent als Fastenzeit, das Aufstellen von Barbara-Zweigen Anfang Dezember, die dann an Heiligabend bl\u00fchen, Rorate-Messen, also morgendliche Andachten, oder das Frauentragen, das an die Herbergssuche erinnert. Manche Br\u00e4uche rund um Weihnachten und den Jahreswechsel sterben aus, andere erleben ein Comeback.   <\/p>\n<p>&#8222;Br\u00e4uche sind ja nichts Statisches, sie m\u00fcssen sich ver\u00e4ndern. Wenn sie f\u00fcr mich nicht mehr plausibel und relevant sind, brauche ich sie nicht mehr. Dann ist es eine Art von Folklore, eine leere Form. Nat\u00fcrlich sind manche Formen, die heute entstehen, befremdlich. Aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass unsere Rituale, auch die Raun\u00e4chte, ganz stark durch die b\u00e4uerliche Kultur gepr\u00e4gt waren. Heute haben wir nat\u00fcrlich ganz andere soziale Strukturen&#8220;, erkl\u00e4rt Christoph K\u00fcrzeder. Er ist Theologe, Volkskundler und Direktor des Di\u00f6zesanmuseums in Freising. Die Entwicklung weg vom b\u00e4uerlichen Bayern f\u00fchrte dazu, dass manche Br\u00e4uche ihren Nutzen verlieren. <\/p>\n<p>Weihnachten: Mehr Leute wollen in Gottesdienst gehen<\/p>\n<p>Wenn so Leerstellen entstehen, entwickeln Menschen entweder neue Traditionen oder entdecken alte wieder neu. Bei der j\u00e4hrlichen Weihnachtsstudie der Bundeswehr etwa gaben wieder mehr Menschen an, Weihnachten in den Gottesdienst gehen zu wollen. &#8222;Nach dem pandemiebedingten R\u00fcckgang steigt das Interesse wieder leicht an und liegt nun bei 18 Prozent&#8220;, stellen die Studienmacher fest. <\/p>\n<p>Unter den jungen Erwachsenen plante sogar mehr als jeder Vierte einen Gottesdienstbesuch an Heiligabend. Alte christliche Traditionen k\u00f6nnen also auch wiederentdeckt werden. Religiosit\u00e4t und Spiritualit\u00e4t werden immer individueller und da passt die alte, fast vergessene Tradition der Raun\u00e4chte, in denen man an zw\u00f6lf Tagen jeweils einen Wunsch auf einem Zettel notiert und ihn dann verbrennt, gut hinein. <\/p>\n<p>Raun\u00e4chte: Zeit der Reflexion und Vorausschau<\/p>\n<p>&#8222;Die zw\u00f6lf Tage waren immer auch Zeiten, an denen man in die Zukunft schaut. Wir machen das ja immer noch in der Silvesternacht und da hilft nat\u00fcrlich auch das Ritual des R\u00e4ucherns&#8220;, sagt Christoph K\u00fcrzeder. Denn der Jahreswechsel f\u00fchre automatisch dazu, dass Menschen zur\u00fcckblicken, das alte Jahr bewerten und auf das neue Jahr vorausschauen. Die Raun\u00e4chte sind eine Zeit der Reflexion und der Besinnlichkeit.  <\/p>\n<p>&#8222;Diesen \u00dcbergang m\u00fcssen wir irgendwie gestalten. Und da ist das R\u00e4uchern f\u00fcr viele Menschen heute ein wichtiges Element: Das Alte reinigen, sich verabschieden und dann das Neue begr\u00fc\u00dfen. Und das sind ja sch\u00f6ne Gesten, mit denen wir Menschen uns ausdr\u00fccken&#8220;, sagt der Theologe und Heimatkundler. Und, Traditionen und Br\u00e4uche seien schlie\u00dflich auch immer eine Form von Gemeinschaft. <\/p>\n<p>Keine &#8222;staade Zeit&#8220;, sondern eine &#8222;Zeit am Limit&#8220;<\/p>\n<p>Im Vergleich zu fr\u00fcher sei die Zeit vor Weihnachten heute keine &#8222;staade Zeit&#8220; mehr, sondern f\u00fcr viele eine stressige Zeit, eine &#8222;Zeit am Limit&#8220;, in der viele auf Weihnachten hin fiebern in der Hoffnung, dass es danach ruhiger wird. &#8222;Und dann kommt erst einmal die Ersch\u00f6pfung und die Erholung. Und in diesen Zeiten der Erholung, die dann auch noch festlich gepr\u00e4gt sind, wo die Familie zusammenkommt, man Freunde trifft, dann kommt man zur Ruhe&#8220;, beschreibt der Theologe. <\/p>\n<p>Fr\u00fcher seien die Raun\u00e4chte auch verpflichtende Ruhetage gewesen: &#8222;Man durfte keine W\u00e4sche waschen, man sollte nicht backen, also all diese sonst \u00fcblichen T\u00e4tigkeiten des Hauses sollten ruhen. Und auch das hat ja eine tiefe Bedeutung: Man soll zu sich kommen&#8220;, sagt Christoph K\u00fcrzeder. Das die Raun\u00e4chte heute wieder beliebter werden, sei auch ein Signal, dass sich die Menschen wieder mehr nach Ruhe sehnen, bevor das neue Jahr beginnt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Weihrauchf\u00e4sser, verschiedene Weihrauchsorten, Raunachtskerzen, Begleitb\u00fccher und ein Wunschzettelset: Raunachtsprodukte boomen. 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