{"id":672324,"date":"2025-12-26T07:26:11","date_gmt":"2025-12-26T07:26:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/672324\/"},"modified":"2025-12-26T07:26:11","modified_gmt":"2025-12-26T07:26:11","slug":"berlin-was-kommt-2026-auf-rentner-und-beitragszahler-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/672324\/","title":{"rendered":"Berlin | Was kommt 2026 auf Rentner und Beitragszahler zu?"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; \u00dcber Wochen beherrschte das Ringen um das schwarz-rote Rentenpaket die innenpolitische Debatte. Mit dem Jahreswechsel treten weite Teile davon nun in Kraft. Dennoch d\u00fcrfte auch im neuen Jahr nicht weniger als im alten \u00fcber die Rente geredet und gestritten werden \u2013 eher noch mehr. Daneben \u00e4ndern sich ger\u00e4uschlos einige Gr\u00f6\u00dfen f\u00fcr Menschen, die in Rente gehen oder in Rente sind. Das hat Auswirkungen im Geldbeutel und wom\u00f6glich auf die konkrete Lebensplanung der Betroffenen.<\/p>\n<p>Wie die Haltelinie verl\u00e4ngert wird<\/p>\n<p>Die erste und wichtigste Rechts\u00e4nderung durch das Rentenpaket, das vor Weihnachten beschlossen wurde, sorgt eigentlich nur f\u00fcr eine Fortsetzung des Bestehenden: Die Haltelinie f\u00fcr das Rentenniveau wird bis 2031 bei 48 Prozent fixiert. Diese Haltelinie hat bereits gegolten, aber nur bis 2025. Nun wird sie nach dem Gesetz von Arbeitsministerin B\u00e4rbel Bas (SPD), das nach langen Diskussionen verabschiedet wurde, verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>Das bedeutet, dass die Renten so steigen wie die L\u00f6hne, nach Abzug von Beitr\u00e4gen, aber vor Steuern. Im Juli werden die Renten angepasst. Ohne Verl\u00e4ngerung fielen k\u00fcnftige Anpassungen niedriger aus. Ohne Gesetz l\u00e4ge das Rentenniveau 2031 nur bei 47 Prozent.<\/p>\n<p>Das Rentenniveau zeigt das Verh\u00e4ltnis zwischen einer Standard-Rente mit 45 Jahre Beitragszahlung (auf Basis eines Durchschnittseinkommens) und dem durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitnehmers.<\/p>\n<p>Wie die Renten im Juli steigen<\/p>\n<p>F\u00fcr die mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner bedeutet dies wieder sp\u00fcrbar h\u00f6here Bez\u00fcge. Erstmals hat die Haltelinie 2024 gegriffen. Auch in den kommenden Jahren wird der Bund das Geld zuschie\u00dfen, das daf\u00fcr n\u00f6tig ist, die Renten mit den steigenden Einkommen Schritt halten zu lassen \u2013 obwohl immer mehr Vertreterinnen und Vertreter der Generation Babyboomer in Rente gehen.\u00a0<\/p>\n<p>Im Juli 2026 wachsen die Renten voraussichtlich um 3,7 Prozent, \u00e4hnlich wie 2025. Eine Rente von 1.000 Euro w\u00fcrde damit um 37 Euro steigen. Ausschlaggebend ist vor allem die Steigerung der Bruttol\u00f6hne je Arbeitnehmer um 3,6 Prozent. Bei der erwarteten Inflationsrate um 2 Prozent steigt die Kaufkraft der Renten. Die genaue Rentenerh\u00f6hung steht im Fr\u00fchjahr fest.<\/p>\n<p>Die mit dem j\u00fcngsten Rentenpaket ausgeweitete M\u00fctterrente startet erst 2027.<\/p>\n<p>Wer daf\u00fcr zahlt\u00a0<\/p>\n<p>Das tun die Beitrags- und Steuerzahler. Bereits seit neun Jahren in Folge ist der Beitragssatz stabil bei 18,6 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der das Arbeitsentgelt bei der Berechnung des Rentenversicherungsbeitrags ber\u00fccksichtigt wird, steigt 2026 von monatlich 8.050 auf 8.450 Euro.<\/p>\n<p>89 Prozent der steigenden Beitragseinnahmen der Rentenkasse von rund 321 Milliarden Euro entfallen 2025 auf Pflichtbeitr\u00e4ge aus Erwerbst\u00e4tigkeit. Mehr als 120 Milliarden Euro insgesamt sollen im neuen Jahr vom Bundeshaushalt in die an die gesetzliche Rentenversicherung flie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Mehrausgaben aufgrund des konstanten Rentenniveaus soll der Bund erstatten. Laut Bundesrechnungshof sind das bis 2031 aufsummiert rund 25 Milliarden Euro. Weil durch das stabile Niveau auch \u00fcber das Jahr 2031 hinaus die Renten und die Rentenausgaben h\u00f6her sind, werde der Bund dauerhaft belastet \u2013 bis 2040 mit rund 150 Milliarden Euro. \u00abDie angespannte Lage des Bundeshaushalts wird dadurch weiter versch\u00e4rft\u00bb, so der Bundesrechnungshof.<\/p>\n<p>Die Rentenausgaben wachsen: bis 2030 um gesch\u00e4tzt 25,8 Prozent. Die j\u00e4hrlichen Rentenerh\u00f6hungen machen ein Plus um 18,1 Prozent aus. Mehr Rentnerinnen und Rentner unter anderem durch die st\u00e4rkeren Geburtsjahrg\u00e4nge und die steigende Lebenserwartung tragen mit plus 6,5 Prozent bei.<\/p>\n<p>Neues zum Rentenalter und zur Besteuerung<\/p>\n<p>Auch andere konkrete \u00c4nderungen h\u00e4lt das neue Jahr parat. Bei der schrittweisen Anhebung des Rentenalters auf 67 bis 2031 erreicht der Jahrgang 1961 nun seine regul\u00e4re Altersgrenze \u2013 mit 66 Jahren und sechs Monaten. F\u00fcr sp\u00e4ter Geborene erh\u00f6ht sich das Eintrittsalter in Zwei-Monats-Schritten weiter.<\/p>\n<p>Bei der abschlagsfreien Rente f\u00fcr besonders langj\u00e4hrig Versicherte (fr\u00fcher \u00abRente ab 63\u00bb) liegt die Altersgrenze f\u00fcr 1962 Geborene nun bei 64 Jahren und acht Monaten. Sie erh\u00f6ht sich um zwei Monate pro Jahrgang bis 65.<\/p>\n<p>Der monatliche Mindestbeitrag f\u00fcr die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung steigt ab 1. Januar 2026 von 103,42 Euro auf 112,16 Euro (H\u00f6chstbeitrag: 1.571,70 Euro).<\/p>\n<p>Der Steuergrundfreibetrag steigt 2026 auf 12.348 Euro; f\u00fcr Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente auf 84 Prozent. Die \u00fcbrigen 16 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente sind steuerfrei. Mit jedem neuen Jahrgang sinkt der steuerfreie Anteil um 0,5 Prozentpunkte \u2013 auf null im Jahr 2058.<\/p>\n<p>Aktivrente<\/p>\n<p>Eine weitere Neuerung tritt durch die j\u00fcngste Gesetzgebung in Kraft. Mit der sogenannten Aktivrente k\u00f6nnen Rentnerinnen und Rentner in Besch\u00e4ftigung nun 2.000 Euro pro Monat steuerfrei verdienen. 168.000 Menschen in Rente k\u00f6nnten der Bundesregierung zufolge arbeiten. Wie viele es tun, ist offen. Ein Verbot von befristeter Weiterbesch\u00e4ftigung eines Arbeitnehmers ohne Sachgrund \u00fcber das Rentenalter hinaus wurde gestrichen.<\/p>\n<p>Rentenkommission \u2013 neuer Streit, neue Wege?<\/p>\n<p>Kurz vor Weihnachten hat die Regierung auch noch eine Kommission f\u00fcr die Alterssicherung auf den Weg gebracht. Deren 13 Mitglieder aus mehreren Generationen sollen sich bis Sommer \u00fcberlegen, wie die Rente in Zukunft aussehen soll. Unter ihnen ist auch der Chef der Jungen Gruppe der Unionsfraktion, Pascal Reddig (CDU). Er hatte als \u00abRentenrebell\u00bb wegen der erwarteten Milliardenkosten gegen die Stabilisierung des Rentenniveaus gestimmt. Auch die betriebliche und private Vorsorge sollen neben der gesetzlichen auf den Pr\u00fcfstand.<\/p>\n<p>Die Kommission widmet sich Fragen wie: Kann es k\u00fcnftig eine einzige Gr\u00f6\u00dfe geben f\u00fcr alle drei sogenannte S\u00e4ulen, die das Gesamtniveau der Versorgung anzeigt? Wie viel soll k\u00fcnftig privat vorgesorgt werden m\u00fcssen, damit ein ausk\u00f6mmlicher Lebensabend gesichert ist? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zum Jahresausklang gesagt, die gesetzliche Rente werde eine \u00abBasisabsicherung\u00bb bleiben, dazu m\u00fcsse aber sehr viel st\u00e4rker die private und betriebliche Altersversorgung geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Vor allem aber: Soll es eine Verl\u00e4ngerung der Lebensarbeitszeit geben, ein h\u00f6heres Renteneintrittsalter oder eine Koppelung an die steigende Lebenserwartung? Werden weitere Gruppen wie Beamtinnen und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen?<\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte kontrovers zugehen in dem Gremium. Ab Mitte des Jahres will die Koalition an die Umsetzung einer in der Kommission entworfenen weiteren Rentenreform gehen. F\u00fcr dieses Vorhaben d\u00fcrfte das Gremium reichlich Konfliktstoff \u00fcbrig lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; \u00dcber Wochen beherrschte das Ringen um das schwarz-rote Rentenpaket die innenpolitische Debatte. Mit dem Jahreswechsel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":672325,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[1140,1605,3364,29,30,2280,1209,379,1458],"class_list":{"0":"post-672324","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-arbeit","9":"tag-bielefeld","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-jahreswechsel","14":"tag-nordrhein-westfalen","15":"tag-rente","16":"tag-soziales"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115784685244503233","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=672324"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672324\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/672325"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=672324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=672324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=672324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}