{"id":672617,"date":"2025-12-26T10:49:27","date_gmt":"2025-12-26T10:49:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/672617\/"},"modified":"2025-12-26T10:49:27","modified_gmt":"2025-12-26T10:49:27","slug":"von-frankreich-lernen-bueros-mit-herz-gesucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/672617\/","title":{"rendered":"Von Frankreich lernen: B\u00fcros mit Herz gesucht"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext paragraph first  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-1\" pos=\"1\">Mit einem Modell aus Frankreich will die NRW-SPD der angespannte Wohnungssituation in NRW begegnen. \u201eBureaux du c\u0153ur\u201c, die \u201eB\u00fcros mit bzw. des Herz(ens)\u201c, k\u00f6nnten nach Auffassung der SPD-Landtagsfraktion auch in <a href=\"https:\/\/taz.de\/Nordrhein-Westfalen\/!t5008120\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nordrhein-Westfalen<\/a> ihre T\u00fcren nachts und am Wochenende f\u00fcr erwachsene Wohnungslose \u00f6ffnen. Einen Antrag f\u00fcr ein solches Pilotprojekt haben k\u00fcrzlich die Sozialdemokraten in den NRW-Landtag eingebracht.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-2\" pos=\"2\">Beim \u201eB\u00fcro des Herzens\u201c vermittelt ein Verein aus dem westfranz\u00f6sischen Nantes zusammen mit lokalen Partnern <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kaeltebus-fordert-mehr-Hilfsangebote\/!6139735\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wohnungslose und Obdachlose<\/a> an Unternehmen aus dem mittlerweile stark angewachsenen Netzwerk. Innerhalb weniger Jahre sei die Zahl der Firmen, die mitmachten beim Projekt, von f\u00fcnf auf 350 gestiegen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-4\" pos=\"3\">F\u00fcr drei bis sechs Monate bieten ausgew\u00e4hlte Unternehmen kostenfrei und ohne andere Gegenleistung vom Verein in ihren B\u00fcror\u00e4umen vollj\u00e4hrigen, alleinstehenden Wohnungslosen eine tempor\u00e4re Unterkunft. Dabei d\u00fcrfen die Interessenten an keiner <a href=\"https:\/\/taz.de\/Obdachlosigkeit-und-Aufbruch\/!5931604\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sucht-Problematik<\/a> oder anderen schweren gesundheitlichen Problemen leiden und d\u00fcrfen keine Haustiere mitnehmen. Viele Menschen, die auf der Stra\u00dfe leben, werden somit wohl nie in den Genuss kommen, in den B\u00fcros schlafen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-5\" pos=\"4\">Zudem ist das Ziel, die Menschen wieder z\u00fcgig in eine feste Bleibe und in Arbeit zu bringen. Daher m\u00fcssen sie an einer Eingliederungsma\u00dfnahme teilnehmen oder eine Ausbildung beginnen. Der Verein hilft dabei; er bietet nach eigenen Angaben auch soziale Beratung, Hilfe bei der Wohnungssuche oder bei der Erstellung von Entschuldungspl\u00e4nen an. Alles ist vertraglich festgehalten. Austausch gibt es auch regelm\u00e4\u00dfig zwischen den Akteure, um \u00fcber den Fortschritt zu sprechen.<\/p>\n<p>      Gute Erfolgsquote<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-7\" pos=\"6\">Sicherheit, Stabilit\u00e4t, Austausch und ein Mindestma\u00df an Privatsph\u00e4re w\u00fcrden durch die Unterbringung in den B\u00fcros gew\u00e4hrleistet werden, argumentiert die <a href=\"https:\/\/taz.de\/SPD\/!t5008456\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SPD<\/a>. Ab und an k\u00e4me es auch zu Kontakten zu den B\u00fcrobesch\u00e4ftigten, wenn diese l\u00e4nger blieben. Das sei auch f\u00f6rderlich und schaffe mitunter neue Netzwerke f\u00fcr die Wohnungslosen. In einigen Firmen d\u00fcrften die Wohnungslosen sogar Bewerbungen an den Firmen-Computern schreiben, duschen und die K\u00fcche mitbenutzen. In den seltensten F\u00e4llen komme es zu Problemen. Die wohnungslosen Mensch seien dankbar um die Chance und w\u00fcrden daher nicht negativ auffallen wollen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-8\" pos=\"7\">Die Erfolgsquote sei gut, liest man auf der Webseite des Vereins. Knapp 90 Prozent der Teilnehmer h\u00e4tten demnach einen Job und eine Unterkunft nach den wenigen Monaten in den B\u00fcror\u00e4umen.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-10\" pos=\"8\">In NRW ist die Wirtschaft aber noch nicht soweit, scheint es, das Modell zu adaptieren. \u201eAktuell sehe ich f\u00fcr einen solchen Vorsto\u00df in den meisten Unternehmen wenig M\u00f6glichkeiten und viele offene rechtliche und organisatorische Fragen\u201c, hei\u00dft es auf Anfrage vom Unternehmerverband NRW. Lokale Unternehmensverb\u00e4nde und die NRW-IHK wollten sich zu dem Thema erst gar nicht \u00e4u\u00dfern, ergab eine kleine Umfrage.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-11\" pos=\"9\">\u201eAll diese gut gemeinten Vorschl\u00e4ge sind eine Ablenkung vom eigentlichen Problem\u201c, sagt Hubert Ostendorf von der D\u00fcsseldorfer Obdachlosenhilfe fiftyfifty zu dem Model aus Frankreich. Er fordert, \u201enormale Wohnungen f\u00fcr normale Menschen. Keine Provisorien \u2013 nicht in B\u00fcros, nicht \u00fcber Tiny Houses, auch wenn sie gut gemeint sind.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-12\" pos=\"10\">Geht es jedoch nach der SPD, sollen die \u201eB\u00fcro des Herzens\u201c zusammen mit anderen Ma\u00dfnahmen wie mehr Sozialwohnungen, mehr Frauenhauspl\u00e4tze und einen besseren Mieterschutz die grassierende Wohnungskrise in NRW zumindest mildern.<\/p>\n<p>      Immer mehr Wohnungslose in NRW<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-15\" pos=\"12\">Rund 120.000 Menschen an Rhein und Ruhr waren im vergangenen Jahr wohnungslos gemeldet \u2013 ein Anstieg um 12,5 Prozent zu 2023. Zugleich ist der SPD zufolge der Bestand an mietpreisgebundenen Wohnungen seit Jahren kontinuierlich gesunken. Jeweils nur gut 6700 neue gef\u00f6rderte Wohnungen seien in den beiden zur\u00fcckliegenden Jahren gebaut worden.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-16\" pos=\"13\">Betroffen von der Wohnungskrise sind besonders Frauen. Mittlerweile mache deren Anteil unter den Wohnungslosen in NRW 40 Prozent aus. Diese Frauen seien dann h\u00e4ufig zwangsweise auf prek\u00e4re Wohnsituationen angewiesen oder s\u00e4hen sich bei der Suche nach einer Unterkunft sexuellen \u00dcbergriffen ausgesetzt, so die SPD.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-17\" pos=\"14\">Viele <a href=\"https:\/\/taz.de\/Frauenhaeuser\/!t5046583\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frauenh\u00e4user<\/a> und Schutzunterk\u00fcnfte seien zudem \u00fcberbelegt. 2023 h\u00e4tten drei von vier Hilfesuchenden dort keinen Schutz gefunden. Selbst nach Gewaltschutz sei der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum oft verbaut. Mit der Folge, dass die Frauen entweder dauerhaft wohnungslos blieben oder sogar in alte Gewaltbeziehungen zur\u00fcckkehrten, um wieder ein Dach \u00fcber dem Kopf zu haben.<\/p>\n<p>\n\ue80f\n<\/p>\n<p>            Normale Wohnungen f\u00fcr normale Menschen. Keine Provisorien \u2013 nicht in B\u00fcros, nicht \u00fcber Tiny Houses, auch wenn sie gut gemeint sind.<\/p>\n<p class=\"typo-fotocredit pt-xsmall\">\n<p>            Hubert Ostendorf von der D\u00fcsseldorfer Obdachlosenhilfe fiftyfifty<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-19\" pos=\"15\">Im <a href=\"https:\/\/taz.de\/Bekaempfung-von-Wohnungslosigkeit\/!6123640\/\" class=\"link in-text-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nationalen Aktionsplan zur Bek\u00e4mpfung von Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030<\/a> werden daher junge Menschen und Frauen als besondere Bedarfsgruppe genannt. Dem Bericht zufolge hat mehr als jede dritte wohnungslose Frau seit Beginn ihrer Wohnungslosigkeit sexuelle \u00dcbergriffe erlebt.<\/p>\n<p class=\"bodytext paragraph last  typo-bodytext is-block column pv-0 is-8-tablet mgh-auto-tablet mobile-order-20\" pos=\"16\">Bis 2030 soll in Deutschland kein Mensch mehr ohne Wohnung sein. Das hat noch die damalige Ampel-Bundesregierung im Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit 2024 festgehalten. Viele Experten bezweifeln, ob das Ziel angesichts der neuen Regierung erreicht wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit einem Modell aus Frankreich will die NRW-SPD der angespannte Wohnungssituation in NRW begegnen. \u201eBureaux du c\u0153ur\u201c, die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":672618,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-672617","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115785483096026889","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=672617"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672617\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/672618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=672617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=672617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=672617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}