{"id":67358,"date":"2025-04-28T06:33:08","date_gmt":"2025-04-28T06:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/67358\/"},"modified":"2025-04-28T06:33:08","modified_gmt":"2025-04-28T06:33:08","slug":"regina-brorsen-damit-aus-trauer-kein-trauma-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/67358\/","title":{"rendered":"Regina Brorsen: Damit aus Trauer kein Trauma wird"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Regina Brorsen\" alt=\"Regina Brorsen\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/csm_2025-04-14-Montagsmeinung-Brorsen-Teaser_6b313b98fe.jpg\" width=\"300\" height=\"173\"\/><\/p>\n<p>Regina Brorsen<\/p>\n<p>\u00a9 Privat<\/p>\n<p>Ob im Freundeskreis, in der eigenen Familie, in der Kita oder in den Medien: Wenn eine Person verstirbt, h\u00e4lt sich hartn\u00e4ckig die Formulierung \u201eSie (oder er) ist eingeschlafen\u201c \u2013 manchmal erg\u00e4nzt durch \u201efriedlich\u201c oder \u201ef\u00fcr immer\u201c. Eine Formulierung, die vermutlich dazu dienen soll, das Schrecklichste, was passieren kann, n\u00e4mlich dass ein geliebter Mensch stirbt, sprachlich etwas abzumildern, quasi einen Filter dar\u00fcber zu legen.<\/p>\n<p>Dabei w\u00e4re es \u2013 und das vor allem mit Blick auf Kinder und Jugendliche, aber eben nicht nur \u2013 so hilfreich, wir w\u00fcrden auch sprachlich die Tatsache beim Namen nennen, so schwer uns das f\u00e4llt und so traurig und schmerzlich es ist. \u201eEr (oder sie) ist gestorben\u201c, gerne erg\u00e4nzt durch das Wort \u201efriedlich\u201c, wenn es denn so war.<\/p>\n<p>Im LAVIA Haus in Gelsenkirchen, wo ich meine Ausbildung als Familientrauerbegleiterin absolviert habe, gibt es eine Postkarte: \u201eFriedlich Eingeschlafene d\u00fcrfen nicht beerdigt werden\u201c \u2013 ein provokanter Spruch, der diesen sprachlichen Umweg bewusst in den Blick r\u00fccken soll.\u00a0<\/p>\n<p>Mit Blick besonders auf Kinder kann n\u00e4mlich diese abmildernde \u00c4u\u00dferung fatale Folgen haben: Kinder k\u00f6nnen so \u00c4ngste entwickeln, zum Beispiel vor dem Einschlafen. Zudem ist sie schlicht gelogen: Der geliebte Mensch, etwa die Oma, ist nicht eingeschlafen, sondern wacht nie wieder auf und kommt auch nicht wieder zur\u00fcck. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Formulierungen wie \u201e\u2026hat der liebe Gott zu sich genommen\u201c und \u00e4hnlichen Umschreibungen.<\/p>\n<p>Eine klare und wahrheitsgem\u00e4\u00dfe Sprache ist der erste wichtige Schritt zur Verarbeitung der eigenen Trauer um einen geliebten Menschen: das Begreifen. Trauer ist ein angeborenes nat\u00fcrliches Gef\u00fchl wie beispielsweise Freude oder Wut. Trauer ist eine normale Reaktion auf ein trauriges Ereignis, welches der Tod eines geliebten Menschen zweifelsohne ist. Und das Nicht-Unterdr\u00fccken kann helfen, dass aus \u201eTrauer\u201c kein \u201eTrauma\u201c wird.<\/p>\n<p>Mit Blick auf Kinder versuchen wir \u2013 meist aus guter Absicht \u2013 Trauer, negative Gef\u00fchle und alles damit Verbundene von ihnen fernzuhalten. Tod und Trauer sind weitestgehend tabuisiert in unserer Gesellschaft. Dabei w\u00e4re es so hilfreich, Kinder w\u00fcrden schon fr\u00fch einen normalen, angemessenen Umgang mit allen Gef\u00fchlen bei ihren Vorbildern, den sie begleitenden Erwachsenen, erleben.<\/p>\n<p>Vielleicht kommen wir eines Tages dazu, dass zum standardm\u00e4\u00dfigen \u201eVorschulkinder-Programm\u201c einer Kita neben dem Besuch bei Feuerwehr, Polizei und Co. auch ein Besuch bei einem Bestattungsunternehmen oder auf einem Friedhof dazugeh\u00f6rt!? Ich jedenfalls w\u00fcrde mir dies sehr w\u00fcnschen.\u00a0<\/p>\n<p>Weitere \u201cMontagsmeinungen\u201d k\u00f6nnen Sie <a href=\"https:\/\/www.bistum-muenster.de\/montagsmeinung\" class=\"std-internal\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>hier nachlesen<\/strong><\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Regina Brorsen \u00a9 Privat Ob im Freundeskreis, in der eigenen Familie, in der Kita oder in den Medien:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":67359,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1843],"tags":[23794,3364,29,30,3491,23793,8970,1209,29925,3259,4448],"class_list":{"0":"post-67358","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenster","8":"tag-bistum-muenster","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-kita","13":"tag-montagsmeinung","14":"tag-muenster","15":"tag-nordrhein-westfalen","16":"tag-regina-brorsen","17":"tag-tod","18":"tag-trauer"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114414197318773416","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67358"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67358\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/67359"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}