{"id":674199,"date":"2025-12-27T03:48:24","date_gmt":"2025-12-27T03:48:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/674199\/"},"modified":"2025-12-27T03:48:24","modified_gmt":"2025-12-27T03:48:24","slug":"vorstoss-der-linksfraktion-zu-kosten-der-unterkunft-und-heizung-scheitert-im-stadtrat-video-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/674199\/","title":{"rendered":"Vorsto\u00df der Linksfraktion zu Kosten der Unterkunft und Heizung scheitert im Stadtrat + Video \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Sozialb\u00fcrgermeisterin Dr. Martina M\u00fcnch nannte es ein Dilemma. Und ein Dilemma ist es auch: Leipzig hat viel zu wenige Wohnungen im mietpreisgebundenen Segment, die f\u00fcr Bed\u00fcrftige zur Verf\u00fcgung stehen. B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger, die vom Jobcenter aufgefordert werden, eine bezahlbare Wohnung im Rahmen der Kosten der Unterkunft zu suchen, finden keine und zahlen dann in der Regel aus ihrem Regelsatz die zu hohen Mietkosten drauf. Das wollte die Linksfraktion mit einem Antrag \u00e4ndern. Und scheiterte am 18. Dezember in der Ratsversammlung an den Realit\u00e4ten.<\/p>\n<p>In der Ratsversammlung am 18. Dezember war die<a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2027624&amp;refresh=false&amp;TOLFDNR=2184792\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Vorlage zur Anpassung der Richtlinien f\u00fcr die Kosten der Unterkunft und Heizung (KdU)<\/a> Thema. Der <a href=\"http:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/vo020?VOLFDNR=2028139&amp;refresh=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00c4nderungsantrag der Fraktion Die Linke<\/a> zu dieser Vorlage wurde vom Rat knapp abgelehnt.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/86ab263059df4d7b9080651bf25aed99.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/12\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/12\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Die Linksfraktion hatte gefordert, <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/wirtschaft\/verbraucher\/2025\/12\/wachsende-wohnkostenluecke-in-leipzig-linke-will-obm-zum-aktivwerden-auffordern-641148\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dass das Jobcenter und das Sozialamt die tats\u00e4chlichen Kosten der Unterkunft \u00fcbernehmen,<\/a> solange Betroffene keine reale Chance haben, eine g\u00fcnstigere Wohnung zu finden und dadurch ihre Kosten zu senken. Doch f\u00fcr ihr Anliegen konnte die Linksfraktion an diesem Tag keine Mehrheit finden.<\/p>\n<p>\u201eDie Zahl derjenigen Haushalte, in denen zwischen den anerkannten KdU und den tats\u00e4chlich an den Vermieter geschuldeten Kosten f\u00fcr Miete und Betriebskosten inkl. Heizkosten eine L\u00fccke besteht, w\u00e4chst best\u00e4ndig. Bestand im Jahr 2022 unter den 30.550 beim Jobcenter gez\u00e4hlten Bedarfsgemeinschaften bei 3.536 Bedarfsgemeinschaften eine Wohnkostenl\u00fccke, so stieg diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf 4.135 an\u201c, benannte Dr. Volker K\u00fclow, Sprecher f\u00fcr Gesundheit, Soziales und Senior*innen der Fraktion, die Zahlen.<\/p>\n<p>Zahlen, die auch Sozialb\u00fcrgermeisterin Dr. Martina M\u00fcnch nicht abstritt. \u201eDie H\u00f6he der Wohnkostenl\u00fccke ist immens: Im Durchschnitt zahlten die vom Jobcenter erfassten Bedarfsgemeinschaften im Jahr 2025 monatlich 132,20 Euro drauf. Diese Differenz m\u00fcssen die Betroffenen aus den Leistungen zum Lebensunterhalt \u2013 also aus dem Regelbedarf \u2013 bezahlen. Geld, was dann beispielsweise bei winterfesten Schuhen, bei notwendigen Reparaturen oder eben beim Essen fehlt.\u201c<\/p>\n<p>Und die L\u00fccke w\u00e4chst. Die Mieten in Leipzig steigen. Und immer mehr Antragsteller \u2013 egal, ob beim Jobcenter oder beim Sozialamt \u2013 stehen vor dem Problem, dass sie keine Wohnung im Rahmen der von der Stadt gew\u00e4hrten Kosten der Unterkunft finden. Am 18. Dezember gab es die neuen KdU-S\u00e4tze ja als Informationsvorlage.<\/p>\n<p>Bezahlbare Wohnungen fehlen<\/p>\n<p>\u201eDer hiesige Wohnungsmarkt gibt aktuell schlicht nicht genug Wohnraum im angemessenen Segment her\u201c, erkl\u00e4rte K\u00fclow. \u201eTrotzdem wird die Verantwortung auf die Leistungsbeziehenden abgew\u00e4lzt und deren Verschuldung in Kauf genommen. Dadurch werden Probleme allerdings nicht gel\u00f6st, sondern vielmehr die H\u00fcrden f\u00fcr ein Entkommen aus der Schuldenspirale noch gesteigert. Auf diese Art und Weise werden B\u00fcrger*innen entm\u00fcndigt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs kann schon lange nicht mehr die Rede davon sein, dass angemessener Wohnraum in ausreichendem Ma\u00dfe verf\u00fcgbar und somit f\u00fcr die Betroffenen auch erreichbar ist. <a href=\"https:\/\/ratsinformation.leipzig.de\/allris_leipzig_public\/VO020?VOLFDNR=2027677\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das hat unsere Fraktion mit diversen Anfragen schwarz auf wei\u00df nachweisen k\u00f6nnen<\/a>\u201c, erg\u00e4nzte Enrico Stange, Sprecher f\u00fcr Allgemeine Verwaltung und Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>\u201eDeshalb ist es dringend erforderlich, mit dem Jobcenter und auch dem Sozialamt dahin gehend ins Gespr\u00e4ch zu gehen, diese Praxis der K\u00fcrzung der KdU mindestens so lange auszusetzen, bis ausreichend angemessener Wohnraum auch real verf\u00fcgbar ist.\u00a0 Dass die Mehrheit des Stadtrates unsere Initiative ablehnt, ist ein fatales Signal und ein Zeichen daf\u00fcr, dass die Realit\u00e4t auf dem Wohnungsmarkt anscheinend noch nicht in allen K\u00f6pfen angekommen ist.\u201c<\/p>\n<p>Auch der Stadt fehlt das Geld<\/p>\n<p>Warum auch die SPD-Fraktion dem Anliegen der Linken nicht folgte, erkl\u00e4rte am 18. Dezember SPD-Stadtrat Frank Franke. Denn h\u00e4tte der Stadtrat den Antrag der Linken beschlossen, w\u00e4ren Mehrkosten auf die Stadt zugekommen, die sich im Haushalt schlicht nicht darstellen lassen.<\/p>\n<p>Und in gewisser Weise ginge das Leipziger Jobcenter ja auf das vorgebrachte Anliegen ein, betonte OBM Burkhard Jung. Denn gesetzlich st\u00fcnde den Sachbearbeiter\/-innen des Jobcenters tats\u00e4chlich offen, Kulanz zu \u00fcben und die \u00fcberh\u00f6hten Mieten bis zu 18 Monate zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Gesetzlich hei\u00dft in diesem Fall: Auch dann \u00fcbernimmt der Bund 74,8 Prozent der Mietkosten. W\u00fcrde die Stadt \u00fcber diese Regelung hinausgehen, w\u00e4re das eine freiwillige Leistung und die Stadt m\u00fcsste dann die zus\u00e4tzlichen Mietkosten allein und komplett \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Das Geld haben wir einfach nicht, sagte auch Martina M\u00fcnch. Und so wurde das durchaus berechtigte Anliegen der Linksfraktion am Ende dann doch abgelehnt. F\u00fcr eine Mehrheit h\u00e4tte man auch die Stimmen der SPD-Fraktion gebraucht. Doch die hat \u2013 wie es ja Frank Franke erkl\u00e4rt hatte \u2013 auch die N\u00f6te des Stadthaushaltes mitbedacht, in dem die Mehrkosten h\u00e4tten aufgefangen werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Lediglich der letzte Antragspunkt aus dem Linke-Antrag bekam mit 39:20 Stimmen die n\u00f6tige Mehrheit: \u201eDer OBM wird beauftragt, sich auch in seiner Funktion als Pr\u00e4sident des Deutschen St\u00e4dtetages im Zuge der Novellierung des SGB II gegen\u00fcber der Bundesregierung und der S\u00e4chsischen Staatsregierung daf\u00fcr einsetzen, dass die gesetzlichen Regelungen eine den realen Verh\u00e4ltnissen entsprechende Vorgehensweise in Gemeinden mit angespannten Wohnungsm\u00e4rkten im angemessenen Segment erleichtern. Die Mitglieder der Ratsversammlung, die zugleich dem Deutschen Bundestage oder dem S\u00e4chsischen Landtage angeh\u00f6ren, sind dazu ebenfalls aufgerufen.\u201c<\/p>\n<p>Nur wird das auch einem Burkhard Jung nicht leichtfallen, gerade in dieser Zeit, in der die regierende Union im Bund gerade alles daf\u00fcr tut, das Leben der B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger noch schwerer zu machen, weil die Unions-Politiker irgendwie felsenfest der \u00dcberzeugung sind, ausgerechnet die B\u00fcrgergeldempf\u00e4nger seien daran schuld, dass der Staatshaushalt ins Minus gekippt ist.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sozialb\u00fcrgermeisterin Dr. Martina M\u00fcnch nannte es ein Dilemma. 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