{"id":674363,"date":"2025-12-27T05:37:12","date_gmt":"2025-12-27T05:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/674363\/"},"modified":"2025-12-27T05:37:12","modified_gmt":"2025-12-27T05:37:12","slug":"berlin-kudamm-77-neue-generation-neue-kaempfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/674363\/","title":{"rendered":"Berlin | \u00abKu`damm 77\u00bb &#8211; neue Generation, neue K\u00e4mpfe"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa) &#8211; Es geht aufs Land &#8211; drei Generationen der Sch\u00f6llack-Frauen wandern \u00fcber eine Wiese. H\u00fchnergackern statt Verkehrsl\u00e4rm auf dem Berliner Ku`damm. Matriarchin Caterina (Claudia Michelsen) hofft auf eine Erbschaft vom toten Stiefbruder, um die Tanzschule \u00abGalant\u00bb zu retten. Aber das geht schief, weil der Stiefbruder eine Thail\u00e4nderin \u00abaus dem Katalog\u00bb geheiratet hat, die jetzt erbt.<\/p>\n<p>Es ist die St\u00e4rke der ZDF-Reihe \u00abKu`damm\u00bb, dass es in all den Dramen, Schicksalsschl\u00e4gen, K\u00e4mpfen, Irrungen und Wirrungen auch diese skurrilen Momente gibt. Oder Momente der Hoffnung und des Gl\u00fccks. Aber Achtung &#8211; die n\u00e4chste Trag\u00f6die lauert schon.<\/p>\n<p>Ein Film im Film \u00fcber die Sch\u00f6llacks<\/p>\n<p>Das ZDF legt die vierte Staffel der Kult-Reihe vor, zun\u00e4chst in der Mediathek (seit 27.12.), am 12., 13. und 14. Januar dann als Dreiteiler im Fernsehen.\u00a0<\/p>\n<p>Im Zentrum weiterhin: Tanzschul-Chefin Caterina, flankiert von ihren T\u00f6chtern Monika (Sonja Gerhardt), Helga (Maria Ehrich) und Eva (Emilia Sch\u00fcle). Doch jetzt ist die Enkelinnen-Generation dran; Monikas Tochter Dorli (Carlotta B\u00e4hre) ist auf dem Weg zur Profit\u00e4nzerin, Helgas Tochter Friederike (Marie Louise Albertine Becker) will Polizistin werden.\u00a0<\/p>\n<p>Wir sind im Jahr 1977 gelandet: Der zeitliche Abstand ist damit deutlich gr\u00f6\u00dfer als bei den bisherigen Teilen \u00abKu`damm 56\u00bb, 59 und 63. Was ist seitdem passiert? Das Drehbuch behilft sich damit, dass eine Dokumentarfilmerin auftaucht, die \u00fcber die Familie dreht &#8211; und immer wieder Interviews f\u00fchrt mit den Protagonistinnen, die dabei aus der Vergangenheit erz\u00e4hlen.\u00a0<\/p>\n<p>Zur Polizei? Es folgen sexistische Spr\u00fcche<\/p>\n<p>Das ist zun\u00e4chst eine gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftige Perspektive, aber schnell wird klar, dass die Filmemacherin Lisa (Massiamy Diaby) viel, viel enger mit der Familie verbunden ist als es zun\u00e4chst scheint. Wobei die Verstrickung am Ende nur halbherzig aufgel\u00f6st wird.\u00a0<\/p>\n<p>H\u00e4usliche Gewalt, rigide Moralvorstellungen, Vergangenheitsbew\u00e4ltigung, vergebliche K\u00e4mpfe um Freiheit und Emanzipation &#8211; von Anfang an zogen sich diese Themen durch die \u00abKu`damm\u00bb-Filme, verwoben mit der Zeitgeschichte.\u00a0<\/p>\n<p>Auf ern\u00fcchternde Art und Weise zeigt die aktuelle Staffel: Nur wenig ist besser geworden in all den Jahren. Friederike will zur Polizei? Sie muss sich dumme und sexistische Spr\u00fcche anh\u00f6ren und lernen, dass sie nicht wirklich willkommen ist.\u00a0<\/p>\n<p>Helga, in der ersten Staffel ungl\u00fccklich mit einem schwulen Juristen verheiratet, verliebt sich neu in einen Zahnarzt (Florian Stetter). Der entpuppt sich als manipulativer Frauen-Schl\u00e4ger.\u00a0<\/p>\n<p>Sabin Tambrea trotz Serien-Tod zur\u00fcck im Cast<\/p>\n<p>Neu dabei: Rassismus, den die dunkelh\u00e4utige Lisa erf\u00e4hrt; Drogenmissbrauch &#8211; Dorli bekommt von ihrem Tanzpartner Aufputschmittel angedreht und entgeht nur knapp dem Tod. Dabei ist auch das Verh\u00e4ltnis zwischen Dorli und ihrer Mutter Monika enorm komplex.<\/p>\n<p>Und es kommt zu einer R\u00fcckkehr in den Cast, die zun\u00e4chst r\u00e4tselhaft ist, sich dann aber schnell aufl\u00f6st: Sabin Tambrea, als Monikas Ehemann Joachim einst gestorben, ist wieder dabei. Aber nicht als auferstandener Joachim, sondern als braver Lehrer Herr Beck, der aber tats\u00e4chlich jemand anderes ist&#8230;<\/p>\n<p>Manches ist eben komplizierter als es scheint. Diese Reflexionen, Blicke hinter Fassaden, die eigentlich l\u00e4ngst br\u00f6ckeln, haben bereits bisher die St\u00e4rke der \u00abKu`damm\u00bb-Filme ausgemacht.\u00a0<\/p>\n<p>Drehbuchautorin Annette Hess, die schon f\u00fcr die ersten drei Reihen-Teile verantwortlich war, hat auch diese Reise in die 70er konzipiert. Regie f\u00fchrte Maurice H\u00fcbner.\u00a0<\/p>\n<p>Alles bleibt so schwer, wie es ist, auch wenn die Musik moderner wird, die M\u00e4ntel bunter? Am Ende treten die Protagonistinnen und Protagonisten noch einmal vor Kamera und Mikro. Es sind tr\u00f6stliche Szenen. Und zum Feiern geht`s in die Diskothek.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Es geht aufs Land &#8211; drei Generationen der Sch\u00f6llack-Frauen wandern \u00fcber eine Wiese. 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