{"id":674716,"date":"2025-12-27T09:38:15","date_gmt":"2025-12-27T09:38:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/674716\/"},"modified":"2025-12-27T09:38:15","modified_gmt":"2025-12-27T09:38:15","slug":"deutschland-hat-nen-knall-der-lange-abschied-vom-silvester-feuerwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/674716\/","title":{"rendered":"Deutschland hat &#8217;nen Knall: Der lange Abschied vom Silvester-Feuerwerk"},"content":{"rendered":"<p>Deutschland hat &#8217;nen KnallDer lange Abschied vom Silvester-Feuerwerk27.12.2025, 10:01 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Torsten-Landsberg-article25207746.html\" class=\"article-detail-head_author___bDMZ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_1_1__Ei3jf\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Foto-Autorenbox.webp.webp\" alt=\"Foto-Autorenbox\"\/>Von Torsten Landsberg<\/a><\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(08:19 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/04-01-2025-Berlin-Ueberreste-vom-Feuerwerk-aus-der-Nacht-liegen-mehrere-Tage-nach-Neujahr-auf-einem-.webp\" alt=\"04-01-2025-Berlin-Ueberreste-vom-Feuerwerk-aus-der-Nacht-liegen-mehrere-Tage-nach-Neujahr-auf-einem-Gehweg\"\/>L\u00e4rm, Luftverschmutzung, Verletzungen &#8211; der Zauber von Feuerwerk hat auch eine andere Seite. (Foto: picture alliance\/dpa)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Eine klare Mehrheit spricht sich f\u00fcr ein bundesweites B\u00f6llerverbot aus. Ein Blick in die Niederlande zeigt: Von der allj\u00e4hrlichen Scheindebatte bis zum Gesetz ist es ein langer Weg.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wer sich nicht sicher ist, in welchem Monat wir uns befinden, kann den Dezember eindeutig an der aufflammenden Debatte \u00fcber ein bundesweites B\u00f6llerverbot erkennen. Anfang Dezember geht sie verl\u00e4sslich los, je nach ruhigem oder \u00f6rtlich chaotischem Verlauf der Silvesternacht ebbt sie in der Regel bis Mitte Januar ab &#8211; auf Wiedervorlage in elf Monaten. J\u00e4hrlich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Unter dem Motto #B\u00f6llerCiao spricht sich ein breites B\u00fcndnis aus Polizeigewerkschaften, Umwelt- und Tierschutzvereinen sowie Gesundheits- und \u00c4rzteverb\u00e4nden f\u00fcr ein Verbot der privaten Knallerei aus. In einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL\/ntv schlie\u00dfen sich der Forderung erneut 60 Prozent der Befragten an. Die Zahlen sind seit Jahren konstant. Nach den teils schweren Ausschreitungen vor einem Jahr sind in Berlin aktuell sogar 75 Prozent f\u00fcr ein Verbot.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In den Niederlanden bewegten sich die Umfragewerte lange Zeit auf dem gleichen Niveau. Im April dieses Jahres hat das Parlament in Den Haag mit dem Gesetz Veilige jaarwisseling (Sicherer Jahreswechsel) reagiert und ein landesweites Verbot der privaten Feuerwerke verabschiedet, es gilt ab dem Jahreswechsel 2026\/27. Die Bef\u00fcrworter des Verbots haben einen langen Weg zur\u00fcckgelegt: Bereits im Jahr 2014 hatten \u00c4rzte und Fachleute das Vuurwerkmanifest (Feuerwerksmanifest) ver\u00f6ffentlicht, mit dem sie auf die Gefahren und Folgen der privaten Feuerwerke hinwiesen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Das Manifest gab der schweigenden Mehrheit eine Stimme&#8220;, sagt der Augenarzt und Mitinitiator Jan Tjeerd de Faber im Gespr\u00e4ch mit ntv.de. Gro\u00dfen Zulauf fand es aber erst nach einer Trag\u00f6die zum Jahreswechsel 2019\/2020. Zwei 12 und 13 Jahre alte Jungen hatten in der Eingangshalle eines Wohnblocks mit Feuerwerksk\u00f6rpern hantiert, einen klemmten sie zwischen die Polster einer dort abgestellten Couch mit Kunststoff-\u00dcberzug. Es war ein eigentlich harmloser &#8222;Bodenwirbel&#8220;, der auch f\u00fcr Kinder geeignet ist und nicht knallt, sondern sich am Boden dreht und Funken schl\u00e4gt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Couch ging in Flammen auf, die sich rasend schnell ausbreiteten. Als der Brand den Strom im Haus lahmlegte, war eine vierk\u00f6pfige Familie im Aufzug gefangen. Der vierj\u00e4hrige Sohn und der Vater starben an einer Rauchvergiftung, die damals achtj\u00e4hrige Tochter und ihre Mutter \u00fcberlebten schwer verletzt. &#8222;Damit hatten private Feuerwerksk\u00f6rper ihr harmloses Image verloren&#8220;, sagt Jan Tjeerd de Faber.<\/p>\n<p>&#8222;Ein ganzes Land in Geiselhaft&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Innerhalb kurzer Zeit sammelte die Initiative 750.000 Unterschriften f\u00fcr das B\u00f6llerverbot, die Zustimmung in der Bev\u00f6lkerung stieg auf 70 Prozent. &#8222;Da nur zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung Feuerwerksk\u00f6rper verwenden, argumentierten wir, dass diese Minderheit nicht mit ihren gef\u00e4hrlichen Waffen ein ganzes Land in Geiselhaft nehmen darf.&#8220; Besonders in den sozialen Medien argumentiere diese Minderheit bis heute lautstark, wie sch\u00f6n, sicher und gesellig Feuerwerksk\u00f6rper seien.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Auch in Deutschland planen laut der aktuellen Forsa-Umfrage nur 16 Prozent der Befragten, Raketen oder B\u00f6ller zu kaufen. Die Gewerkschaft der Polizei Berlin hat mit einer Petition bislang mehr als 2,3 Millionen Unterschriften f\u00fcr ein bundesweites Verbot gesammelt, die Deutsche Umwelthilfe weitere rund 760.000. Trotz \u00fcberlasteter Notaufnahmen und Angriffen auf Einsatzkr\u00e4fte argumentieren Bef\u00fcrworter der privaten Feuerwerke und manche Politiker, friedlich b\u00f6llernde Menschen sollten nicht daf\u00fcr bestraft werden, dass sich wenige nicht an Regeln halten und \u00fcber die Str\u00e4nge schlagen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#8222;Die Verletzungen zeigen, wie unsicher private Feuerwerke sind&#8220;, sagt dagegen Jan Tjeerd de Faber, &#8222;die H\u00e4lfte der Verletzten sind unbeteiligte Personen, das ist vollkommen unsozial.&#8220; Der Augenarzt versorgt Kinder am Augenkrankenhaus in Rotterdam, f\u00fcr das Verbot engagiert er sich seit einer Schicht an Silvester 2003. Ein kleiner Junge war durch einen B\u00f6ller am Auge verletzt worden, der damals junge Arzt konnte es nicht retten. &#8222;Private Feuerwerksk\u00f6rper verursachen mehr Schaden als Freude. Wenn Sie das nicht glauben, schauen Sie sich Silvester in meinem Operationssaal um.&#8220;<\/p>\n<p>Keine Statistik \u00fcber ambulante Behandlungen<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Zahl der Schwerverletzten durch Unf\u00e4lle mit Feuerwerksk\u00f6rpern ist laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ziemlich konstant: 2019 gab es 96 F\u00e4lle, 2023 waren es 117 und 2025 mussten 100 F\u00e4lle station\u00e4r versorgt werden. Diese Angaben beziehen sich allerdings nur auf Verletzungen wie abgerissene Finger oder H\u00e4nde, schwerste Brandverletzungen oder den Verlust des Sehverm\u00f6gens.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Bei n\u00e4herer Betrachtung gibt diese Statistik wenig her, wie die DKG selbst hervorhebt: &#8222;Der weitaus \u00fcberwiegende Teil der feuerwerksbedingten Verletzungen wird in den Notaufnahmen beziehungsweise im niedergelassenen Bereich ambulant behandelt.&#8220; Leichtere und mittlere Verletzungen werden nicht einheitlich nach Feuerwerksursache erfasst, folglich gibt es dar\u00fcber keine verl\u00e4sslichen Daten. &#8222;Die DKG geht davon aus, dass in den Notaufnahmen in der Silvesternacht ein Vielfaches der station\u00e4ren Fallzahl ambulant versorgt wird.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Argument, man k\u00f6nne aus st\u00e4dtischen B\u00f6ller-Exzessen wie in Berlin keine R\u00fcckschl\u00fcsse f\u00fcr das ganze Land ziehen, legt nahe, dass die B\u00f6llerei in anderen Gegenden kein Problem darstellt. Tats\u00e4chlich sind aus der Silvesternacht 2024\/25 f\u00fcnf Todesf\u00e4lle dokumentiert, die auf das Hantieren mit Feuerwerksk\u00f6rpern zur\u00fcckgehen &#8211; alle in l\u00e4ndlichen Regionen. Sch\u00e4den f\u00fcr die Umwelt, f\u00fcr Tiere im Haus und in der Natur sowie die gesundheitlichen Risiken f\u00fcr den Menschen, etwa durch Feinstaub, spielen in der \u00f6ffentlichen Diskussion fast gar keine Rolle &#8211; allen Warnungen von Verb\u00e4nden und Experten zum Trotz.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Wie kommt man voran, wenn eine unaufgeregte Debatte auf Basis der Fakten nicht m\u00f6glich ist? In den Niederlanden sei es genau so gewesen, erinnert sich Jan Tjeerd de Faber. &#8222;Es war wie im Film &#8218;Und t\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier&#8216;, es war so frustrierend.&#8220; F\u00fcr ein Umdenken auch unter Politikern des rechten Lagers h\u00e4tten letztlich Berichte \u00fcber ein internes Polizeimemo im Januar dieses Jahres gesorgt. Die &#8222;Dutch News&#8220; schrieb nach erneuten \u00dcbergriffen in der Silvesternacht von einem &#8222;tiefen Einblick in die Frustration und Verzweiflung innerhalb der Polizei&#8220;. Die Beamten wollten nicht mehr als Zielscheiben fungieren, viele \u00fcberlegten, ob der Beruf f\u00fcr sie noch der richtige sei.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die \u00dcbergriffe zeigen auch das Dilemma von regionalen Verboten auf: Amsterdam und Rotterdam hatten private Feuerwerke bereits vor einigen Jahren verboten, dennoch konnten Feuerwerksk\u00f6rper andernorts gekauft und dann auch in den Verbotszonen eingesetzt werden. An einem fl\u00e4chendeckenden Verbot f\u00fchre deshalb kein Weg vorbei, meint Jan Tjeerd de Faber, der leidenschaftlichen Freizeit-Feuerwerkern empfiehlt, sich einfach zu professionellen Pyrotechnikern ausbilden zu lassen. &#8222;Dann k\u00f6nnen sie sich von den lokalen Gemeinden f\u00fcr ein professionelles Feuerwerk bezahlen lassen, das ist eine sichere Alternative.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschland hat &#8217;nen KnallDer lange Abschied vom Silvester-Feuerwerk27.12.2025, 10:01 Uhr Von Torsten Landsberg Artikel anh\u00f6ren(08:19 min) L\u00e4rm, Luftverschmutzung,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":674717,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,60948,3364,29,30,13,984,14,3923,15,3921,965,12,2281],"class_list":{"0":"post-674716","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-aktuelle-news-aus-deutschland","12":"tag-boellerverbot","13":"tag-de","14":"tag-deutschland","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-international","18":"tag-nachrichten","19":"tag-nachrichten-aus-deutschland","20":"tag-news","21":"tag-news-aus-deutschland","22":"tag-niederlande","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-silvester"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115790867564954897","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/674716","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=674716"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/674716\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/674717"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=674716"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=674716"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=674716"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}