{"id":674819,"date":"2025-12-27T10:46:14","date_gmt":"2025-12-27T10:46:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/674819\/"},"modified":"2025-12-27T10:46:14","modified_gmt":"2025-12-27T10:46:14","slug":"diese-mainzer-traditionsgeschaefte-haben-2025-endgueltig-geschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/674819\/","title":{"rendered":"Diese Mainzer Traditionsgesch\u00e4fte haben 2025 endg\u00fcltig geschlossen"},"content":{"rendered":"<p>2025 war kein gutes Jahr f\u00fcr Mainzer Traditionsgesch\u00e4fte. Vor allem die Ank\u00fcndigungen von \u201eKinderladen Wirth\u201c und \u201eListmann\u201c, Ende des Jahres schlie\u00dfen zu wollen, haben viele Mainzer geschockt. Doch Wirth und Listmann waren nicht die einzigen Traditionsgesch\u00e4fte, die in diesem Jahr schlie\u00dfen mussten. Wir geben euch eine \u00dcbersicht.<\/p>\n<p>Wirth<\/p>\n<p>Dieser Abschied ist f\u00fcr viele Mainzer besonders bitter: Nach 100 Jahren schlie\u00dft der \u201eKinderladen Wirth\u201c am M\u00fcnsterplatz zum 31. Dezember 2025. Das gab die Unternehmerfamilie Demmler-Wirth am 4. September auf ihrer Webseite bekannt. Dort erkl\u00e4rte sie auch ausf\u00fchrlich, welche Gr\u00fcnde hinter dem Aus stecken. An erster Stelle stehe die Corona-Krise, hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung. \u201eVon einem Tag auf den anderen mussten wir seinerzeit schlie\u00dfen \u2013 ohne Einnahmen, aber mit laufenden Kosten\u201c, schreibt die Familie. \u201eUnsere Regale standen still.\u201c <\/p>\n<p>Au\u00dferdem h\u00e4tten die Folgen von Pandemie und Ukrainekrieg dazu gef\u00fchrt, dass viele Leute weniger kaufen konnten beziehungsweise sich zur\u00fcckgehalten h\u00e4tten. Hinzu komme der \u201estetig wachsende Onlinehandel, vor allem \u00fcber die gro\u00dfen \u2018Player\u2019.\u201c Das Kaufverhalten habe sich ver\u00e4ndert, die Nachfrage sei immer kleiner geworden \u201eaufgrund fr\u00fchkindlicher Digitalisierung und anhaltenden Geburtenr\u00fcckgangs\u201c. Dazu z\u00e4hle auch, dass es wegen Homeoffice und \u201eneuer Arbeitswelten\u201c weniger Laufkundschaft gebe und damit weniger spontane K\u00e4ufe und weniger Frequenz im Laden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus h\u00e4tten die gro\u00dfen Baustellen in der Innenstadt f\u00fcr Sperrungen, weggefallene Parkpl\u00e4tze und erschwerte Zufahrten in den vergangenen Jahren gesorgt. Besonders ins Gewicht gefallen seien die Baustellen in der Bahnhofstra\u00dfe, am M\u00fcnsterplatz, in der Schillerstra\u00dfe und in der Binger Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Listmann<\/p>\n<p>Ebenso bitter war f\u00fcr viele Mainzer das angek\u00fcndigte Aus f\u00fcr das Traditionsgesch\u00e4ft Listmann zum Ende des Jahres. Listmann gab es sogar 136 Jahre lang in Mainz. Der ausschlaggebende Grund ist vor allem die fehlende Nachfolge f\u00fcr Inhaber und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Oliver Listmann, der das Familienunternehmen in vierter Generation f\u00fchrt. Versuche, das Unternehmen zu verkaufen, seien gescheitert. F\u00fcr gro\u00dfe Filialisten sei das Sortiment von rund 85.000 verschiedenen Artikeln zu schwer zu handhaben gewesen, f\u00fcr kleinere H\u00e4ndler sei das Gesch\u00e4ft wiederum zu gro\u00df gewesen.<\/p>\n<p>Listmann sprach au\u00dferdem von \u201eherausfordernden Rahmenbedingungen\u201c: Dazu z\u00e4hlten die Kaufzur\u00fcckhaltung der Kunden aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten, erhebliche Preissteigerungen im Wareneinkauf sowie steigende Kosten f\u00fcr Energie, Mieten und Personal. Auch der R\u00fcckgang der Frequenz in der Innenstadt, die wachsende Konkurrenz durch den Online-Handel und neue Vertriebsstrategien der Lieferanten h\u00e4tten zur Entscheidung beigetragen.<\/p>\n<p>Kunsthandlung Jaeger<\/p>\n<p>Nach 122 Jahren verabschiedete sich ein weiteres Traditionsgesch\u00e4ft aus der Mainzer Altstadt. Die Kunsthandlung Jaeger in der Sch\u00f6fferstra\u00dfe schloss im Sommer 2025. Seit dem Jahr 1903 gab es die Firma gegen\u00fcber dem Alten Dom. Zun\u00e4chst gegr\u00fcndet wurde sie von Familie Jaeger als Schreibwarengesch\u00e4ft mit einem religi\u00f6sen Angebot. \u201eDas war damals so \u00fcblich\u201c, erz\u00e4hlte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Heinz Lehnen gegen\u00fcber Merkurist. Aus Altersgr\u00fcnden habe sich die Familie Ende der 1980er-Jahre aus dem Gesch\u00e4ft zur\u00fcckgezogen, dann stieg Lehnen ein. Er nahm die Schreibwaren aus dem Programm, es blieb ein gro\u00dfes Angebot an Kunst- und Gl\u00fcckwunschkarten.<\/p>\n<p>Monsieur C.O. Reuter<\/p>\n<p>Der Herrenausstatter Monsieur C.O. Reuter am Gutenbergplatz machte zum 24. Dezember zu. Die Schlie\u00dfung betraf ausschlie\u00dflich die Filiale am Gutenbergplatz, die seit 1972 existiert. Das Gesch\u00e4ft \u201eReuters Casual Sportswear Mainz\u201c in der Sch\u00f6fferstra\u00dfe sowie die Filiale in Wiesbaden bleiben erhalten. Das Herrenmodegesch\u00e4ft C.O. Reuter wurde bereits 1894 gegr\u00fcndet und wird seither als Familienunternehmen gef\u00fchrt. <\/p>\n<p>Als Hauptgrund f\u00fcr die Schlie\u00dfung nannte Inhaber Martin Schneider-Reuter den Mangel an Fachkr\u00e4ften. \u201eDer Beruf des Verk\u00e4ufers ist nicht mehr attraktiv.\u201c Viele w\u00fcrden lieber einen Job ergreifen, der auch Homeoffice erm\u00f6gliche. Gleichzeitig \u00fcbte der Inhaber aber auch scharfe Kritik an der Stadt. \u201eMainz steht schlecht da und wird schlecht gemanagt\u201c, so die Worte von Schneider-Reuter. Die Erreichbarkeit der Innenstadt sei eine Katastrophe, gleiches gelte f\u00fcr die Sauberkeit. Als weitere Negativpunkte nannte er die hohen Parkgeb\u00fchren und das aus seiner Sicht nicht \u201ehandelsfreundliche\u201c Marktfr\u00fchst\u00fcck. Sein Fazit: \u201eDie Stadt hat keine Visionen, den Einzelhandel und die Kunden zu f\u00f6rdern.\u201c<\/p>\n<p>Raummass<\/p>\n<p>Immerhin 60 Jahre lang gab es das Fachgesch\u00e4ft Raummass in der Flachsmarktstra\u00dfe. \u201eDieser Schritt f\u00e4llt uns nicht leicht, denn Sie, als treue Kundinnen und Kunden, haben uns all die Jahre begleitet und unterst\u00fctzt. Dennoch lassen uns enorm gestiegene Mietkosten sowie anhaltender Fachkr\u00e4ftemangel keine andere Wahl\u201c, teilte Inhaberin Nicole Seemann-Schw\u00f6bel zur Schlie\u00dfung im April auf der Webseite und auf einem Aushang am Gesch\u00e4ft mit. Das Gesch\u00e4ft wurde 1968 als Tapetenladen gegr\u00fcndet. Im Laufe der Jahre entwickelte es sich zu einem Komplettanbieter im Bereich Raumgestaltung. \u201eDazwischen lagen interessante Raumausstattungsideen, tolle Auftr\u00e4ge und spannende Projekte\u201c, so Seemann-Schw\u00f6bel.<\/p>\n<p><strong>Augustin<\/strong><\/p>\n<p>Nach rund 20 Jahren schloss im November das Modegesch\u00e4ft \u201eAugustin\u201c am Mainzer Leichhof. Roland Bichler, Inhaber des benachbarten \u201eWilli\u2019s Clothing Store\u201c, zu dem die Boutique geh\u00f6rt, nannte gegen\u00fcber der Allgemeinen Zeitung Personalmangel als ausschlaggebenden Grund f\u00fcr die Aufgabe. \u201eSchweren Herzens m\u00fcssen wir den Standort aufgeben. Es fehlt schlichtweg das Personal. Was bleibt mir anderes \u00fcbrig?\u201c, zitiert ihn das Blatt. Die Suche nach qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften sei vergeblich gewesen, da gerade j\u00fcngere Menschen wenig Interesse an der Arbeit im Einzelhandel zeigten.<\/p>\n<p>The Statement Thing<\/p>\n<p>Die Boutique \u201eThe Statement Thing\u201c in der Augustinerstra\u00dfe schloss Ende Juli nach zehn Jahren f\u00fcr ihre T\u00fcren. Die Gesch\u00e4ftsaufgabe falle ihr nicht leicht, sagte Inhaberin Miriam Marx gegen\u00fcber Merkurist. Eine chronische Erkrankung schr\u00e4nke zunehmend ihre k\u00f6rperliche Belastbarkeit ein. Die damit verbundenen Schmerzen machten es ihr unm\u00f6glich, den Laden weiterhin mit der n\u00f6tigen Energie zu f\u00fchren. \u201eNach zehn Jahren voller Leidenschaft f\u00fcr meinen Laden f\u00e4llt mir die Entscheidung unendlich schwer.\u201c<\/p>\n<p>Als Nachfolger er\u00f6ffnete im September \u201ePrelove\u201c von Jana Blume:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"2025 war kein gutes Jahr f\u00fcr Mainzer Traditionsgesch\u00e4fte. 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