{"id":6754,"date":"2025-04-04T04:27:12","date_gmt":"2025-04-04T04:27:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/6754\/"},"modified":"2025-04-04T04:27:12","modified_gmt":"2025-04-04T04:27:12","slug":"muenchen-tausende-gasrechnungen-moeglicherweise-fehlerhaft-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/6754\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Tausende Gasrechnungen m\u00f6glicherweise fehlerhaft &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Die Kopflosigkeit an der Spitze der st\u00e4dtischen Wohnungsgesellschaft \u201eM\u00fcnchner Wohnen\u201c soll bald ein Ende haben. Zumindest ist es die Absicht des Aufsichtsrats, zwei offene Stellen in der auf drei Mitglieder angelegten Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung \u201ebis Sommer 2025 zu besetzen\u201c, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag hie\u00df. Zuvor hatten die Mitglieder des Gremiums den R\u00fcckzug der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Doris Zoller \u201emit Bedauern\u201c\u00a0akzeptiert, wie die Dritte B\u00fcrgermeisterin Verena Dietl (SPD) zitiert wird. Sie sitzt dem Aufsichtsrat vor und soll nun die Modalit\u00e4ten rund um Zollers Ausscheiden mit dieser verhandeln.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Urspr\u00fcnglich sollte Doris Zoller von der kommissarischen Vorsitzenden der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zur dauerhaften bef\u00f6rdert werden; <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-muenchner-wohnen-zoller-ruecktritt-li.3226564\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doch nach einer Indiskretion im laufenden Verfahren bat die Architektin um sofortige Freistellung von ihren Aufgaben<\/a>: Ihr fehlte offensichtlich das Vertrauen in ihre F\u00fchrungsf\u00e4higkeit. Mit einem Bestand von rund 70 000 Wohnungen z\u00e4hlt die \u201eM\u00fcnchner Wohnen\u201c zu den gr\u00f6\u00dften kommunalen Wohnungsunternehmen Deutschlands; sie war 2024 aus der Fusion zweier Gesellschaften hervorgegangen, GWG und Gewofag.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">W\u00e4hrend nun eine Personalagentur damit beauftragt ist, schnellstm\u00f6glich geeignete Kandidaten oder Kandidatinnen zu finden f\u00fcr den Vorsitz der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung sowie die Spitzenposition des technischen Bereichs, soll der verbliebene Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian M\u00fcller, ein studierter Sozialp\u00e4dagoge und ehemaliger SPD-Stadtrat, bis auf weiteres unterst\u00fctzt werden von den vier Prokuristen der \u00fcbergeordneten Abteilungen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Aufsichtsratschefin Dietl war in der Medienmitteilung sichtlich bem\u00fcht, die bereits als \u201eChaos\u201c\u00a0und \u201eF\u00fchrungskrise\u201c\u00a0titulierte Situation zu entsch\u00e4rfen. F\u00fcr Mieter und Gesch\u00e4ftspartner habe die aktuelle Entwicklung keine Auswirkungen, versicherte sie:\u00a0\u201eDas Unternehmensgesch\u00e4ft l\u00e4uft weiter wie bisher.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Genau das d\u00fcrfte etliche Kunden der M\u00fcnchner Wohnen freilich eher ver\u00e4ngstigen als beruhigen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Am Mittwoch ging die Stadtratsfraktion der Linken mit einem Anliegen an die \u00d6ffentlichkeit, das sie bereits seit f\u00fcnf Monaten mit der \u201eM\u00fcnchner Wohnen\u201c zu kl\u00e4ren versucht. Dabei geht es um die Vermutung der Fraktion, dass Tausende Gasabrechnungen des Unternehmens f\u00fcr das Jahr 2023 falsch sein k\u00f6nnten. \u201eWenn wir recht haben, m\u00fcsste die M\u00fcnchner Wohnen bis zu 30 000 Abrechnungen korrigieren\u201c, sagt Fraktionschef Stefan Jagel.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Seine Partei hat sich bei dem Thema eine gewisse Expertise erarbeitet. Anlass daf\u00fcr war ein neuer Gasliefervertrag, den im Herbst 2021 noch die GWG mit den Stadtwerken <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> (SWM) abgeschlossen hatte. Statt eines Fixpreises wurde damals ein flexibler Preis vereinbart, der sich an der europ\u00e4ischen Energie-B\u00f6rse orientiert und viertelj\u00e4hrlich angepasst wird. Wegen der Energiekrise in Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stiegen die Preise 2022 auf bis zum Zehnfachen des vorher geltenden Fixpreises an, von 2,27 Cent pro Kilowattstunden auf 24,91 Cent.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Nachzahlungsforderungen in teils vierstelliger H\u00f6he waren die Folge, was viele Mieter der M\u00fcnchner Wohnen in Existenznot brachte; <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Die_Linke\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Linke<\/a> unterst\u00fctzte Betroffene. Seitdem beobachtet der Diplom-Ingenieur Christian Schwarzenberger als mieten- und energiepolitischer Referent der Fraktion das Geschehen. Ihm fiel dabei auf, dass die von den Stadtwerken 2023 in Rechnung gestellten und von der M\u00fcnchner Wohnen an die Mieter weitergereichten Preise seiner Ansicht nach nicht mit dem vereinbarten Vertrag \u00fcbereinstimmten.<\/p>\n<p>\u201eSeit f\u00fcnf Monaten k\u00fcmmert sich da keiner darum\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Bei stichprobenartigen \u00dcberpr\u00fcfungen ermittelte Schwarzenberger jeweils eine Differenz von 1,42 Cent pro Kilowattstunde zu Lasten der Mieterinnen und Mieter, wie er am Mittwoch erkl\u00e4rte. Im Einzelfall h\u00e4tten diese zwischen 100 und 200 Euro zu viel bezahlt. \u201eWir haben das von f\u00fcnf Leuten unabh\u00e4ngig voneinander nachrechnen lassen und sind ziemlich sicher, dass das stimmt\u201c, sagte Jagel. Er und Schwarzenberger glauben an einen \u201estrukturellen Fehler im System\u201c. Auf eine Antwort oder eine Erkl\u00e4rung der \u201eM\u00fcnchner Wohnen\u201c warte man aber seit Oktober 2024 vergeblich.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">\u201eSeit f\u00fcnf Monaten k\u00fcmmert sich da keiner darum\u201c, wirft Jagel dem Unternehmen vor und nimmt dabei vor allem den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer M\u00fcller in die Pflicht. Zu den 15 000 Haushalten der ehemaligen GWG, die vom neuen Gasliefervertrag betroffen sind, k\u00f6nnten noch einmal ebenso viele fr\u00fchere Gewofag-Wohnungen dazukommen, vermutet Jagel. Die Gewofag hatte schon viel fr\u00fcher einen Gasvertrag auf Basis der B\u00f6rsenpreise abgeschlossen. Auch andere Wohnungsgenossenschaften k\u00f6nnten von dem Rechenfehler betroffen sein.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Den vermutet die Linken-Fraktion eher bei den Stadtwerken als bei der \u201eM\u00fcnchner Wohnen\u201c <strong>\u2013<\/strong> das Unternehmen habe es aber wohl vers\u00e4umt, die SWM-Rechnungen auf ihre Richtigkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen. Unverst\u00e4ndlich finden sie das in der Linken-Fraktion, zumal angesichts eines Vertragsvolumens von rund 30 Millionen Euro pro Jahr das allein f\u00fcr die GWG-Wohnungen gelte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">Ein Sprecher der M\u00fcnchner Wohnen verwies am Mittwoch darauf, dass alle Vorw\u00fcrfe \u201ederzeit fachlich gepr\u00fcft\u201c w\u00fcrden von Experten, auf die Dauer habe man keinen Einfluss. Schwarzenberger hielt dem entgegen, dass die Fachleute, die von den Linken befragt wurden, teils innerhalb von einer Stunde ihre Berechnungen beendet hatten.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vtjhd\">\u201eDie M\u00fcnchner Wohnen br\u00e4uchte einen Energie-Experten\u201c, findet Stefan Jagel. Stattdessen hat das Unternehmen k\u00fcrzlich eine andere Stelle ausgeschrieben <strong>\u2013<\/strong> die eines Managers, einer Managerin f\u00fcr \u201eCustomer Happiness\u201c, also Kunden-Zufriedenheit. Aufgabe sei unter anderem, nach jedem Kontakt gl\u00fcckliche Mieter zu hinterlassen. Das gel\u00e4nge wom\u00f6glich auch anders.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Kopflosigkeit an der Spitze der st\u00e4dtischen Wohnungsgesellschaft \u201eM\u00fcnchner Wohnen\u201c soll bald ein Ende haben. 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