{"id":675507,"date":"2025-12-27T18:27:20","date_gmt":"2025-12-27T18:27:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/675507\/"},"modified":"2025-12-27T18:27:20","modified_gmt":"2025-12-27T18:27:20","slug":"nichts-funktioniert-mehr-zeit-chef-di-lorenzo-sieht-schwerste-krise-seit-kriegsende-setzt-aber-auf-zuversicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/675507\/","title":{"rendered":"Nichts funktioniert mehr: \u201eZeit\u201c-Chef di Lorenzo sieht \u201eschwerste Krise seit Kriegsende\u201c \u2013 setzt aber auf Zuversicht"},"content":{"rendered":"<p>Journalist Giovanni di Lorenzo blickt im \u201eRonzheimer\u201c-Podcast auf die geh\u00e4uften Krisen der Gegenwart, zu denen auch die \u201et\u00e4gliche Kr\u00e4nkung\u201c geh\u00f6re, dass hierzulande nichts mehr funktioniere. Um dem entgegenzuwirken, sei jedoch Optimismus unabdingbar. \u201eEs gibt eine Pflicht zur Zuversicht\u201c, unterstreicht er.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Giovanni di Lorenzo zeichnete ein d\u00fcsteres Bild. Kurz vor dem Jahreswechsel blickte der \u201eZeit\u201c-Chefredakteur im Podcast von Paul Ronzheimer auf die hiesigen Zust\u00e4nde. \u201eIch schaue wie die meisten mit gro\u00dfer Sorge auf das Land\u201c, sagte er eingangs. \u201eIch habe das Gef\u00fchl, es ist die schwerste Krise, die Deutschland durchmacht seit Kriegsende, seit Gr\u00fcndung der Bundesrepublik. Und ich glaube, das kann man auch schlecht sch\u00f6nreden.\u201c Bislang habe sich der Staat stets aus Krisen herauswinden k\u00f6nnen, doch nun brauche es eine Anstrengung, wie sie es bislang nicht gegeben habe.<\/p>\n<p>Als Begr\u00fcndung f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Lage machte der Gastgeber der Talkshow \u201e3 nach 9\u201c die H\u00e4ufung von Krisen aus. Eine revisionistische und imperialistische russische F\u00fchrung treffe auf eine gelockerte Westbindung, ein Erstarken der radikalen Rechten, fehlende Fortschritte in der Klima-Politik sowie wirtschaftliche Daten, die \u201efurchterregend\u201c seien, z\u00e4hlte der Journalist auf. <\/p>\n<blockquote class=\"c-citation__body\">\n<p class=\"c-citation__text\">Auf dem Gef\u00fchl, das nichts geht, kann man nichts verbessern, ver\u00e4ndern, aufbauen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hinzu komme eine Kr\u00e4nkung, die sich f\u00fcr ihn als Einwanderer besonders auff\u00e4llig zeige. \u201eDie t\u00e4gliche Kr\u00e4nkung, dass es nicht mehr das Land ist, in dem zwar nicht die Zitronen bl\u00fchen und das Wetter nicht so toll ist, aber wenigstens alles funktioniert\u201c, erl\u00e4uterte di Lorenzo. \u201eJeden Tag erleben die Menschen, wie viel eben nicht funktioniert \u2013 insbesondere wenn du die Bahn benutzt. Das ist kein sch\u00f6ner Befund.\u201c<\/p>\n<p>Der schwarz-roten Bundesregierung attestierte er zwar ein bedr\u00fcckendes Erscheinungsbild, warb zugleich aber f\u00fcr Verst\u00e4ndnis. \u201eEs ist auch schei\u00dfschwer\u201c, r\u00e4umte er ein. \u201eIch m\u00f6chte nach so vielen Jahren der Vers\u00e4umnisse die Regierung sehen, die es sehr viel besser macht.\u201c Generell warb di Lorenzo um Zuversicht. \u201eAuf dem Gef\u00fchl, das nichts geht, nichts funktioniert und nichts besser wird, kann man nichts verbessern, ver\u00e4ndern, aufbauen\u201c, insistierte der \u201eZeit\u201c-Journalist. \u201eInsofern suche ich nach der richtigen Balance.\u201c<\/p>\n<p>Zu einem gewissen Grad sieht di Lorenzo auch den Journalismus in der Pflicht. \u201eWir sind nicht dazu da, die Realit\u00e4t zu vernebeln, zu verkitschen, zu deformieren, damit sie irgendwie in unser Bild passt\u201c, bekannte er. Doch neben der Abbildung der Realit\u00e4t in all ihren Schrecken verfolge er zugleich die Str\u00f6mung des \u201eConstructive Journalism\u201c, der auch Mut mache und L\u00f6sungen aufzeige. \u201eIch verbringe viel Zeit damit, der \u201aZeit\u2018 einen Sound zu geben\u201c, schilderte er. \u201eUnser ist einer, der auch davon lebt, dass es Unterschiede gibt der Genres, der Tonlagen, der Berichte.\u201c<\/p>\n<p><b>Die aktuelle Folge RONZHEIMER gibt es hier zu h\u00f6ren: <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/shows.acast.com\/ronzheimer\/episodes\/kann-es-mit-deutschland-nochmal-gutgehen-mit-giovanni-di-lor\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/shows.acast.com\/ronzheimer\/episodes\/kann-es-mit-deutschland-nochmal-gutgehen-mit-giovanni-di-lor&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>\u201eKann es mit Deutschland nochmal gutgehen? Mit Giovanni di Lorenzo\u201c<\/b><\/a><\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang \u00e4u\u00dferte di Lorenzo auch Kritik an der \u201eBild\u201c, als deren stellvertretender Chefredakteur Paul Ronzheimer agiert. \u201eBei allem Respekt, den ich vor dir habe und vor etlichen anderen, die f\u00fcr dein Blatt schreiben und die ich sch\u00e4tze: Ihr macht das Land in einer Art und Weise runter, dass man das Gef\u00fchl hat, man ist nur noch von Versagern und Vollpfosten umringt\u201c, bem\u00e4ngelte der Journalist. <\/p>\n<p>\u201eIch verstehe deinen Punkt\u201c, erwiderte der Gastgeber. Dennoch m\u00fcsse eine Boulevard-Zeitung die Gef\u00fchle der Bev\u00f6lkerung st\u00e4rker auf den Punkt bringen, als es etwa \u201eDie Zeit\u201c tue. \u201eBild\u201c sei deshalb \u201esehr getrieben\u201c von Umfragen, in der die Zufriedenheit mit der Regierung zunehmend geringer ausfalle.<\/p>\n<p>\u201eEs fehlt das Vertrauen breiter Teile der Bev\u00f6lkerung in die Effizienz des politischen Systems, das sie jetzt erleben. Und das ist etwas, was man beeinflussen kann\u201c, bescheinigte di Lorenzo. Es \u00e4rgere ihn zudem, dass einige Politiker es als Ausweis einer guten politischen Haltung erachten, mit potenziellen AfD-W\u00e4hlern gar nicht erst zu sprechen. \u201eDas ist schon ein politischer Wettbewerb und der wird nicht dadurch gewonnen, dass man sagt: Wir blenden das alles aus.\u201c<\/p>\n<p>Der R\u00fcckzug ins Private sei mitunter notwendig, um Kraft zu sch\u00f6pfen, doch alle seien verpflichtet, an der tief greifenden Krise mitzuwirken. Dazu geh\u00f6re Optimismus. \u201eEs gibt eine Pflicht zur Zuversicht\u201c, unterstrich di Lorenzo. \u201eAls meine Tochter vor einigen Jahren nach Hause kam und sagte, \u201adie Welt geht unter\u2018, da bin ich richtig zornig geworden\u201c, erz\u00e4hle er anekdotisch. Schulen d\u00fcrften Kindern diese Sichtweise nicht vermitteln. \u201eDas ist echt keine Botschaft.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Journalist Giovanni di Lorenzo blickt im \u201eRonzheimer\u201c-Podcast auf die geh\u00e4uften Krisen der Gegenwart, zu denen auch die \u201et\u00e4gliche&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":675508,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[186,29,30,156884,13,12546,9411,269,14,15,110,156883,16055,3630,156882,21904,91454,12,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-675507","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-afd","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-giovanni-di-journalist","12":"tag-headlines","13":"tag-krisen","14":"tag-lippe-dominik","15":"tag-lorenzo","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-newsteam","19":"tag-optimismus-ks","20":"tag-paul","21":"tag-podcasts","22":"tag-podcasts-ks","23":"tag-reformen","24":"tag-ronzheimer","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-top-news","27":"tag-top-meldungen","28":"tag-topmeldungen","29":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675507","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=675507"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675507\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/675508"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=675507"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=675507"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=675507"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}