{"id":675890,"date":"2025-12-27T23:00:25","date_gmt":"2025-12-27T23:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/675890\/"},"modified":"2025-12-27T23:00:25","modified_gmt":"2025-12-27T23:00:25","slug":"ulver-neverland-die-ausfuehrliche-review-auf-metal-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/675890\/","title":{"rendered":"ULVER &#8211; Neverland &#8211; die ausf\u00fchrliche Review auf metal.de"},"content":{"rendered":"<p>Quasi in Rekordzeit \u2013 nur ein Jahr nach \u201eLiminal Animals\u201c \u2013 jagen die norwegischen W\u00f6lfe ein neues Vollzeitscheibchen durch den \u00c4ther. ULVER begl\u00fccken ihre Fans mit neuem Material, das auf den verhei\u00dfungsvollen Namen \u201eNeverland\u201c h\u00f6rt. Und wer der Synthpop-Phase der Band kritisch gegen\u00fcber stand, darf sich freuen, denn anno 2025 schlagen Kristoffer Rygg und Co. einen neuen Weg ein. Man verweilt nat\u00fcrlich in den elektronisch-ambienten Klanggefilden, aber damit d\u00fcrften sich Anh\u00e4nger der Norweger mittlerweile abgefunden haben. Statt DEPECHE MODE-Huldigungen gibt es auf dem neuen Album jedoch einen weitestgehend instrumental gehaltenen Sound, der zwar noch einige Winke aus der Synth Pop-Phase mitgenommen hat, zugleich aber auch den Blick zur\u00fcck zu Werken wie <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/reviews\/ulver-blood-inside-5329\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eBlood Inside\u201c<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/reviews\/ulver-perdition-city-1550\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201ePerdition City\u201c<\/a> wagt \u2013 in instrumentaler Hinsicht nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>ULVER pr\u00e4sentieren sich anno 2025 weitestgehend instrumental<\/p>\n<p>Das hei\u00dft in anderen Worten, dass die Norweger wieder auf die eigent\u00fcmliche, vielfach gelayerte Stimmungsmache setzen, die organische und elektrische Instrumentierung in eine faszinierende Melange bindet. Und auch wenn man sich l\u00e4ngst nicht auf so kompromisslose Weise krautig-experimentell pr\u00e4sentiert wie seinerzeit auf <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/reviews\/ulver-atgclvlsscap-63618\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eATGCLVLSSCAP\u201c<\/a>, gibt es durchaus Kabinettst\u00fcckchen zu bewundern wie ganze Chord-Folgen, die wie in ihre Einzelteile zerlegt und im luftleeren Raum verteilt wirken und trotzdem ein gro\u00dfes Ganzes beschreiben \u2013 man h\u00f6re \u201eWeeping Stone\u201c. \u201eNeverland\u201c zeigt sich in seiner Gesamtheit generell etwas bombastischer und zug\u00e4nglicher als \u201eATGCLVLSSCAP\u201c, vor allem auch tanzbarer. Die Komplexit\u00e4t und Tiefe von \u201eNeverland\u201c verbirgt sich oftmals eher in den Klangtexturen und Arrangements.<\/p>\n<p>Es gibt hier so ein seltsam nostalgisches Neunziger-Feeling, das bei \u201eNeverland\u201c immer wieder hochkommt. Zwar gibt es auf der Platte keine direkten Anspielungen und ULVER bleiben bei ihrem eigent\u00fcmlichen Geflecht aus vielschichtigen, stimmungsvollen Elektro-Kl\u00e4ngen mit Klavier-Tupfern und zum Teil peppigen Beats, aber immer wieder hat man das Gef\u00fchl, als wollten sich Trance-Standards der Mitt- bzw. Sp\u00e4tneunziger durch den Sound k\u00e4mpfen \u2013 ganz besonders in \u201eHorses Of The Plough\u201c oder \u201eRivers In The Marrow\u201c. In der Presseinfo ist von einem Punk-Spirit die Rede und man kann hier nat\u00fcrlich Folianten dar\u00fcber voll philosophieren, inwiefern dies auf die Platte zutrifft. Die Band gibt selbst einen passenden Interpretationsansatz: \u201eMehr Tr\u00e4umen, weniger Disziplin \u2013 freier, schlicht und ergreifend\u201c.<\/p>\n<p>Haben die Norweger hiermit ihre Synth Pop-Phase abgeschlossen?<\/p>\n<p>Dass man sich anno 2025 nicht um traditionelle Liedstrukturen k\u00fcmmern muss, erlaubt den Norwegern, ihre H\u00f6rerschaft mehr in die Vibes ihrer Klanggeflechte eintauchen, ja: f\u00f6rmlich darin marinieren zu lassen. Die Webkunst der Herren in Sachen Electronica wird vollumf\u00e4nglich zur Schau gestellt, wobei \u201eNeverland\u201c weniger eine durchgehende Komposition ist. Die elf St\u00fccke der Platte wirken wie in sich geschlossene Studien der Lautmalerei, kommen dabei jedoch zackig auf den Punkt, ohne \u00fcbers Knie gebrochen zu klingen. Die Effizienz, mit der ULVER hier ans Werk gehen, ist beeindruckend. Die Norweger stecken die intensive Stimmungsmache, f\u00fcr die sich ein <a href=\"https:\/\/www.metal.de\/specials\/lappen-1-2023-479863\/7\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">COSMIC GROUND<\/a> beispielsweise 15 Minuten Zeit lassen w\u00fcrde, in bek\u00f6mmliche Vier-Minuten-H\u00e4ppchen hinein, ohne das auch nur eine Unze an Geschmack hierbei verloren geht.<\/p>\n<p>Neben den kompetenten, alchemischen K\u00fcnsten, an denen Rygg und Co. praktisch seit ihrem Weggang von ihren Black Metal-Wurzeln gefeilt haben, ist diese Effizienz die gro\u00dfe St\u00e4rke von \u201eNeverland\u201c. Teilweise h\u00e4tte sich unsereins gew\u00fcnscht, dass die einzelnen St\u00fccke etwas flie\u00dfender ineinander \u00fcbergehen, da \u201eNeverland\u201c teilweise einen fragmentarischen Charakter inne hat. Das tut der schieren Qualit\u00e4t der Ver\u00f6ffentlichen keinen Abbruch, daf\u00fcr sind die Klanggeflechte einfach viel zu hochklassig in Szene gesetzt. Aber flie\u00dfendere \u00dcberg\u00e4nge h\u00e4tten den faszinierenden Sog von \u201eNeverland\u201c vielleicht noch weiter verst\u00e4rkt und den H\u00f6rfluss weiter optimiert. Doch auch so ist \u201eNeverland\u201c eine gelungene Ver\u00f6ffentlichung und m\u00f6glicherweise der Startpunkt eines neuen, kreativen Kapitels von ULVER.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Quasi in Rekordzeit \u2013 nur ein Jahr nach \u201eLiminal Animals\u201c \u2013 jagen die norwegischen W\u00f6lfe ein neues Vollzeitscheibchen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":675891,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1772],"tags":[29,214,30,1779,810,215],"class_list":{"0":"post-675890","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-deutschland","9":"tag-entertainment","10":"tag-germany","11":"tag-music","12":"tag-musik","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115794019976581193","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=675890"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675890\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/675891"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=675890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=675890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=675890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}