{"id":676942,"date":"2025-12-28T10:34:13","date_gmt":"2025-12-28T10:34:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/676942\/"},"modified":"2025-12-28T10:34:13","modified_gmt":"2025-12-28T10:34:13","slug":"liebeserklaerungen-ans-kino-die-revue-flugblatt-fuer-film-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/676942\/","title":{"rendered":"Liebeserkl\u00e4rungen ans Kino: die \u201eRev\u00fc \u2013 Flugblatt f\u00fcr Film\u201c &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Unter einem Flugblatt stellt man sich eigentlich etwas anderes vor, einen Handzettel vielleicht, der kostenlos herumliegt und auf aktuelle Veranstaltungen hinweist oder auf politische Positionen. Nichts davon trifft auf die Rev\u00fc zu. Trotzdem nennt sie sich \u201eFlugblatt f\u00fcr Film\u201c. Die Rev\u00fc ist eine zweimal im Jahr erscheinende <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Zeitschriften\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zeitschrift<\/a> mit Essays \u00fcber das Sehen oder Machen von Filmen, die nicht tagesaktuell ist und in ausgesuchten M\u00fcnchner und Berliner Kinos und Buchhandlungen verkauft wird. Online lesen kann man die Rev\u00fc nicht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Aber wie kommt man auf die Idee, heutzutage ein Printmagazin herauszubringen? In einer Zeit, in der viele Verlage ihre gedruckten Magazine loswerden wollen und auf Digital-Only-Strategien setzen? Vielleicht ist die Rev\u00fc einfach der Gegentrend zum Trend: Wenn immer mehr im Netz verschwindet, sehnt man sich eben mehr nach haptischen Dingen. Nach sch\u00f6n gestalteten Druckerzeugnissen etwa, die man in die Hand nehmen, darin bl\u00e4ttern und auch mal zur Seite legen kann. Die gro\u00dfen Massen erreichen solche Magazine nicht mehr, es scheint aber ein Publikum daf\u00fcr zu geben. Zumindest registrierte man zuletzt wieder einige <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/medien\/berlin-review-surplus-diasporist-magazine-israel-sprechverbote-li.3273588\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neuerscheinungen<\/a> aus den Bereichen Politik, Kultur oder Lifestyle.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ganz allein mit der Print-Idee ist die Rev\u00fc also nicht. Es steckt auch kein Verlag dahinter und keine wirtschaftlichen Interessen. F\u00fcr die Herausgeberinnen ist ihr Film-Flugblatt eine Herzensangelegenheit, die erste Ausgabe erschien Ende 2020. Ziemlich genau f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter wurde Anfang Dezember im Theatiner Kino das Erscheinen der zehnten Ausgabe gefeiert. Diese sogenannten Release-Partys in dem vor zwei Jahren <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/film-muenchen-marlies-kirchner-theatiner-kino-betreiber-1.6338092\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von jungen Betreibern \u00fcbernommenen Traditionskino<\/a> haben sich mittlerweile etabliert: Es gibt Vorf\u00fchrungen von Filmen, \u00fcber die in der Rev\u00fc geschrieben wurde, sowie Lesungen der entsprechenden Texte.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> fanden auch schon Veranstaltungen in Kooperation mit dem Filmfest oder im Habibi Kiosk der Kammerspiele statt. Der Austausch mit den Leserinnen und Lesern sei ihnen wichtig, erz\u00e4hlt Sarah Ellersdorfer, die die Filmzeitschrift gemeinsam mit Carlotta Wachotsch gegr\u00fcndet hat. Die beiden jungen Frauen haben sich beim Regiestudium an der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Hochschule_f%C3%BCr_Fernsehen_und_Film\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hochschule f\u00fcr Fernsehen und Film M\u00fcnchen (HFF)<\/a> kennengelernt. Dort gingen sie oft zu einem hochschulinternen Filmclub zum Filmeschauen und Debattieren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eDann kam Corona\u201c, erz\u00e4hlt Ellersdorfer bei einem Videotelefonat kurz vor Weihnachten. Mit dem Filmclub sei es da erstmal vorbei gewesen. Da sie und ihre Kommilitonin gerne Filmzeitschriften wie Revolver, Ray\u00a0oder Cargo\u00a0lesen, entschlossen sie sich kurzerhand, selbst eine herauszugeben. Es sollte kein Service-Magazin werden, in dem \u00fcber neu angelaufene Kinofilme geschrieben wird, auch keine wissenschaftliche Publikation mit Filmanalysen. Ihr Flugblatt sollte eine ganz und gar subjektive Liebeserkl\u00e4rung ans <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Kino\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kino<\/a>\u00a0werden. So ist die Rev\u00fc zeitlos und besch\u00e4ftigt sich essayistisch mit Film als Kunstform oder mit R\u00e4umen, in denen wir Filme auf uns wirken lassen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Form der Texte sei ihnen wichtig, sagt Sarah Ellersdorfer. \u201eWir wollen etwas dazu beitragen, dass sich Menschen wieder mehr mit Filmen auseinandersetzen.\u201c Dass sie <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Film\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Film<\/a> und Bewegtbild nicht ausschlie\u00dflich mit reiner Unterhaltung verbinden w\u00fcrden. Derzeit setzt sich die Redaktion aus acht Mitgliedern zusammen. Die Auflage ist klein, Geld verdienen sie mit ihrem Flugblatt nicht. Finanzielle Unterst\u00fctzung erhalten sie unter anderem vom Freundeskreis der HFF M\u00fcnchen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Jede Ausgabe steht unter einem bestimmten Motto, die erst vor Kurzem erschienene Nummer 10 vereint auf 88 Seiten Texte zum Thema \u201eSouvenir\u201c. In einem davon geht es um das erste Sehen von Joanna Hoggs 2019 erschienenem Festivalliebling \u201eThe Souvenir\u201c, in einem anderen \u00fcber den Geldbeutel in Quentin Tarantinos \u201ePulp Fiction\u201c. Man liest ein Interview mit dem Editor des indischen Filmwunders <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/all-we-imagine-as-light-rezension-kino-lux.VQYwQDGFFCkSCTYcJaK7tQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eAll We Imagine As Light\u201c<\/a> oder eine Beschreibung dar\u00fcber, wie Filme zu Gef\u00e4\u00dfen werden, in denen sich Erinnerungen sammeln lassen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es sind Texte \u00fcber das Sehen, das Machen und das Zeigen; mit einigen davon kann man wenig anfangen, andere ber\u00fchren einen sehr. \u201eWir einigen uns zuerst auf ein Thema, dann kommen die Texte\u201c, sagt Sophia Hubel, die als Autorin und Szenenbildnerin arbeitet &#8211; und als Einzige im Team keinen HFF-Background hat. Es gebe fluide Strukturen im Team, erz\u00e4hlt sie, die Aufgaben w\u00fcrden immer wieder neu verteilt. Das sieht man den einzelnen Ausgaben an: Die Rev\u00fc\u00a0ist eine Art Wundert\u00fcte, die st\u00e4ndig neu bef\u00fcllt wird. Sie w\u00fcrden sich das ganze Jahr \u00fcber treffen und \u00fcber gesehene Filme sprechen, sagt Hubel. Am Ende landen manche dieser Filme in einem Flugblatt, das man aber auf keinen Fall mit einem Handzettel verwechseln sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unter einem Flugblatt stellt man sich eigentlich etwas anderes vor, einen Handzettel vielleicht, der kostenlos herumliegt und auf&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":676943,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,92,30,137935,84306,14830,2392,1268,149,12345],"class_list":{"0":"post-676942","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-film","11":"tag-germany","12":"tag-hochschule-fuer-fernsehen-und-film","13":"tag-hochschulen-in-muenchen","14":"tag-kino-in-muenchen","15":"tag-kultur-in-muenchen","16":"tag-muenchen","17":"tag-sueddeutsche-zeitung","18":"tag-zeitschriften"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115796748919420103","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676942","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=676942"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676942\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/676943"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=676942"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=676942"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=676942"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}