{"id":677178,"date":"2025-12-29T07:41:23","date_gmt":"2025-12-29T07:41:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677178\/"},"modified":"2025-12-29T07:41:23","modified_gmt":"2025-12-29T07:41:23","slug":"russland-wie-polen-und-deutschland-europa-verteidigen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677178\/","title":{"rendered":"Russland: Wie Polen und Deutschland Europa verteidigen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>Russland stellt die Einheit der Nato auf eine harte Probe. Wenn die USA ihre Truppen in Europa reduzieren, ist eine Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Berlin und Warschau unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Seit dem Zerfall der Sowjetunion versucht Russland, die bestehende Sicherheitsarchitektur Europas zu ver\u00e4ndern. Es stellt die Daseinsberechtigung der Nato infrage und stellt deren Erweiterungen als Zeichen des amerikanischen Imperialismus dar. Parallel dazu versucht Russland, seine Einflusssph\u00e4re im postsowjetischen Raum wieder aufzubauen. Dar\u00fcber hinaus strebt Russland an, die Sicherheit der L\u00e4nder in Zentraleuropa von sich abh\u00e4ngig zu machen. Zu diesem Zweck setzt Russland alle m\u00f6glichen Instrumente und Druckmittel ein \u2013 politische, wirtschaftliche, soziale oder kulturelle, und wenn das nicht reicht, auch milit\u00e4rische. <\/p>\n<p>Aus russischer Perspektive bestimmt der Sieg im Krieg in der Ukraine die Zukunft der Sicherheitsarchitektur. Er erm\u00f6glicht die Unterordnung eines Gro\u00dfteils der postsowjetischen Staaten und macht den Weg frei, Zentraleuropa zu einer Grauzone zu gestalten, deren Sicherheit zumindest teilweise von Russland abh\u00e4ngig sein wird. Man kann sich leicht vorstellen, wie sich in dieser Region der freie Markt, demokratische Regierungsformen, Meinungsfreiheit und Menschenrechte entwickeln w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Hierzu gen\u00fcgt ein Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung Polens w\u00e4hrend der Zeit des Kommunismus und in den letzten Jahrzehnten, seitdem das Land der Nato und der Europ\u00e4ischen Union beigetreten ist. Nach dem <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus247249632\/EU-Bilanz-Der-Aufstieg-des-Ostens.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus247249632\/EU-Bilanz-Der-Aufstieg-des-Ostens.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mauerfall entwickelte sich Polen dynamisch<\/a> und wurde sofort zu einem der wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands und zu einer wichtigen Quelle f\u00fcr das Wirtschaftswachstum in Deutschland.<\/p>\n<p>Russland testet die Nato-Staaten, vor allem diejenigen an der Ostflanke, durch zahlreiche Sabotageakte, Desinformationskampagnen, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article68cfe90a5d604c6d7adad7da\/luftraumverletzungen-in-putins-falle-europa-balanciert-auf-einem-schmalen-grat.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article68cfe90a5d604c6d7adad7da\/luftraumverletzungen-in-putins-falle-europa-balanciert-auf-einem-schmalen-grat.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Luftraumverletzungen und andere Ma\u00dfnahmen<\/a>. Das Ziel dieser Aktionen ist die Unterminierung der Einheit des B\u00fcndnisses und die Herstellung des Eindrucks, dass die Nato ineffektiv ist. Dabei entsteht das Gef\u00fchl, dass die dem Westen durch russische hybride Angriffe zugef\u00fcgten Sch\u00e4den unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfer sind als die Kosten, die Moskau f\u00fcr deren Durchf\u00fchrung tr\u00e4gt. <\/p>\n<p>Mit der Drohnenprovokation gegen Polen und weitere Nato-Staaten, darunter Rum\u00e4nien und D\u00e4nemark, hat Russland seine politischen Ziele jedoch nicht erreicht. Die milit\u00e4rische Reaktion der Nato-Staaten hat die Einheit, Glaubw\u00fcrdigkeit und Wirksamkeit des B\u00fcndnisses demonstriert. Aus diesem Grund hat Russland solche Provokationen nicht mehr fortgesetzt und begonnen, die Staaten an der Ostflanke auf andere Weise zu testen, darunter durch Sabotageversuche gegen das polnische Eisenbahnnetz und durch Cyberangriffe.<\/p>\n<p>Es gibt keinen Zweifel, dass Russland in der Lage ist, die Einheit der Allianz auf eine h\u00e4rtere Probe zu stellen. Trotz der milit\u00e4rischen Operationen an der ukrainischen Front ist es in der Lage, gleichzeitig erhebliche milit\u00e4rische Ressourcen zu mobilisieren und diese provokativ an den sensibelsten Stellen der \u00f6stlichen Flanke der Nato, beispielsweise entlang der Grenze zu den baltischen Staaten, zu platzieren. Das macht Russland regelm\u00e4\u00dfig im Rahmen der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68bd1f6d72019652f128cb1a\/wolfgang-ischinger-aus-amerikanischer-sicht-ist-europas-strategie-laecherlich.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article68bd1f6d72019652f128cb1a\/wolfgang-ischinger-aus-amerikanischer-sicht-ist-europas-strategie-laecherlich.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Milit\u00e4r\u00fcbungen \u201eZapad\u201c<\/a>. <\/p>\n<p>Deutschlands Verantwortung f\u00fcr die Sicherheit<\/p>\n<p>Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer st\u00e4ndigen Pr\u00e4senz der Nato in diesen L\u00e4ndern sowie eines weitaus st\u00e4rkeren Engagements einiger Verb\u00fcndeter mit deutlich gr\u00f6\u00dferem Potenzial. Angesichts der immer h\u00e4ufiger werdenden Ank\u00fcndigungen der Vereinigten Staaten, dass die amerikanischen Truppen in Europa in absehbarer Zukunft reduziert werden sollen, ist die Aufmerksamkeit auf die europ\u00e4ischen Nato-Mitglieder zu richten.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf Deutschland lassen die angek\u00fcndigten R\u00fcstungsausgaben und der Wiederaufbau der milit\u00e4rischen Leistungsf\u00e4higkeit hoffen, dass das Land seine historische Chance nutzen wird, um zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Verantwortung f\u00fcr die Sicherheit dieses Teils Europas zu \u00fcbernehmen, den es w\u00e4hrend des Krieges nahezu vernichtet hat. Dies erfordert einen grundlegenden Wandel sowohl innerhalb der deutschen politischen Elite als auch in der gesamten Gesellschaft, d. h. Ann\u00e4herung und Dialog auf Augenh\u00f6he mit Polen und den anderen Staaten Zentraleuropas. Zudem ist es notwendig, sich der Bedrohung bewusst zu werden, die das heutige Russland f\u00fcr die Sicherheit ganz Europas darstellt.<\/p>\n<p>So sollte Deutschland sein Potenzial nutzen, um L\u00fccken in Bereichen zu schlie\u00dfen, die auf europ\u00e4ischer Ebene nach wie vor eine zentrale Herausforderung darstellen, wie beispielsweise die Luft- und Raketenabwehr. Zudem ist zu betonen, dass eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit Polen unerl\u00e4sslich ist, um die Verteidigungspl\u00e4ne der Nato zu erf\u00fcllen. Damit die Verb\u00fcndeten die Flankenstaaten wirksam unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, ist die Entwicklung der milit\u00e4rischen Mobilit\u00e4t von entscheidender Bedeutung. <\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang k\u00f6nnte sich Deutschland am Ausbau der Transport- und Logistikinfrastruktur beteiligen. Nur durch solche praktischen Investitionen kann die Sicherheit unseres Teils Europas wirklich gest\u00e4rkt und eine wirksame Abschreckung gegen\u00fcber einem zunehmend aggressiven Russland gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p>Der Autor ist Direktor des Polnischen Instituts f\u00fcr Internationale Angelegenheiten (PISM) in Warschau.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russland stellt die Einheit der Nato auf eine harte Probe. Wenn die USA ihre Truppen in Europa reduzieren,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":677179,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,29,548,663,158,3934,3935,13,14,15,6633,34898,3917,111,307,115,12,112],"class_list":{"0":"post-677178","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-north-atlantic-treaty-organization-nato","20":"tag-parkraum-inbox","21":"tag-polen","22":"tag-putin","23":"tag-russland","24":"tag-russland-ukraine-krieg-24-2-2022","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-wladimir"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115801731051189825","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/677178","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=677178"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/677178\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/677179"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=677178"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=677178"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=677178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}