{"id":677278,"date":"2025-12-29T08:34:12","date_gmt":"2025-12-29T08:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677278\/"},"modified":"2025-12-29T08:34:12","modified_gmt":"2025-12-29T08:34:12","slug":"ex-geisel-ich-dachte-ich-werde-fuer-immer-ihre-sexsklavin-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677278\/","title":{"rendered":"Ex-Geisel: \u201eIch dachte, ich werde f\u00fcr immer ihre Sexsklavin sein\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Warnung: Dieser Text enth\u00e4lt verst\u00f6rende Gewaltschilderungen. Bitte beachten Sie dies vor der Lekt\u00fcre und gegen\u00fcber Minderj\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>Sie schaute durch ein kleines Fenster nach drau\u00dfen, sah den blauen Himmel, h\u00f6rte V\u00f6gel zwitschern. Doch sie war gefangen \u2013 \u00bbhier in diesem Badezimmer, diesem Dreck, dieser Brutalit\u00e4t, diesem Ekel\u00ab. Es sind schockierende Worte der ehemaligen israelischen Hamas-Geisel Romi Gonen. Am Donnerstagabend, fast ein Jahr nach ihrer Freilassung, sprach sie \u00fcber den Horror, den sie in Gaza erlebte. In dem Interview f\u00fcr den israelischen TV-Sender Kanal 12 berichtete sie, wie sie von mehreren Terroristen in unterschiedlichem Ausma\u00df sexuell missbraucht worden sei.<\/p>\n<p>Gonen war am 7. Oktober 2023 w\u00e4hrend des Hamas-Massakers, bei dem mehr als 1200 Menschen ermordet und 251 verschleppt wurden, vom Nova-Festival entf\u00fchrt worden. In der Sendung \u00bbUvda\u00ab von Kanal 12 sprach die 25-j\u00e4hrige Frau erstmals \u00f6ffentlich \u00fcber ihr pers\u00f6nliches Schicksal. Am 19. Januar 2025 war die junge Israelin nach 471 Tagen in der Geiselhaft im Rahmen eines Waffenstillstands- und Geiselabkommens nach Hause zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p>\u00bbDie Frage, \u00fcber die jeder nachdenkt, ist: Wurdest du sexuell missbraucht? Doch niemand spricht sie aus, weil niemand die Antwort h\u00f6ren will\u00ab, sagte sie und legte vier F\u00e4llen sexuellen Missbrauchs durch verschiedene M\u00e4nner unterschiedlichen Schweregrads offen. Der dritte \u00dcbergriff sei der schlimmste gewesen.<\/p>\n<p>Ein Krankenpfleger in Gaza missbrauchte sie<\/p>\n<p>Bereits am vierten Tag in Gaza  nach ihrer Verschleppung sei sie Opfer sexualisierter Gewalt geworden \u2013 durch einen Krankenpfleger. \u00bbIch ging duschen, und er kam mit mir, weil er mir angeblich helfen sollte. Ich war verletzt, hatte keine Kraft. Ich war in einer Situation, in der ich nichts tun konnte. Er hat mir alles genommen.\u00ab<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter sei sie in einer Wohnung von zwei Hamas-Entf\u00fchrern festgehalten worden: Mohammed und dem j\u00fcngeren Ibrahim. Gonen beschrieb den ersten \u00dcbergriff durch Mohammed so: \u00bbPl\u00f6tzlich sp\u00fcrte ich, wie er mir den R\u00fccken massierte. Seine Hand wanderte dann zu meiner Taille. Ich hielt ihn auf, sagte: \u203aH\u00f6r auf, mich anzufassen\u2039, schob seine Hand weg. Dann stand ich auf und schrie: \u203aFass mich nicht mehr an.\u2039\u00ab<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen habe sich die Situation weiter zugespitzt. \u00bbEr sagte, das werde nicht noch einmal passieren und erkl\u00e4rte: \u203aAb jetzt schlafen wir eng aneinandergepresst. Wenn du ins Bad gehst, gehe ich mit. Jede Nacht werde ich dich mit Handschellen an mich ketten.\u2039\u00ab So habe ihre Zeit in diesem Haus begonnen, sagte Gonen.<\/p>\n<p>Der schlimmste Moment folgte wenig sp\u00e4ter. \u00bbEr dauerte fast eine halbe Stunde.\u00ab Sie sei aufgewacht, w\u00e4hrend Mohammed und Ibrahim \u00fcber ihr standen und miteinander redeten. Die Hamas habe angeordnet, sie zu t\u00f6ten, so Mohammed. Dann habe er hinzugef\u00fcgt, es gebe eine M\u00f6glichkeit, sie am Leben zu lassen \u2013 sie m\u00fcssten allerdings aus der Wohnung fliehen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Romi Gonen: \u00bbDie Angst l\u00e4hmt einen. Ich war wie erstarrt. Ich hatte nur noch Angst, Ekel \u2013 und diese eine Frage: Warum?\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u00bbDann befahl er mir, ins Badezimmer zu gehen und mich am Waschbecken zu waschen, denn er wusste nicht, wann es das n\u00e4chste Mal wieder m\u00f6glich ist. Ich weinte hemmungslos, und er war im siebten Himmel.\u00ab In diesem Moment habe sie durch das kleine Fenster nach drau\u00dfen geblickt. \u00bbDer Himmel war blau, alles war normal. Und ich dachte: Das ist meine Realit\u00e4t. Dieser Gegensatz \u2013 das Sch\u00f6ne drau\u00dfen und der Dreck, die Brutalit\u00e4t hier drinnen \u2013 den werde ich niemals vergessen.\u00ab <\/p>\n<p>Solange man nicht in so einer Situation sei, k\u00f6nne man nicht verstehen, was mit dem K\u00f6rper passiert. \u00bbDie Angst l\u00e4hmt einen. Ich war wie erstarrt. Ich hatte nur noch Angst, Ekel \u2013 und diese eine Frage: Warum?\u00ab<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend habe ein Pfeifen in den Ohren begonnen, sie habe nichts mehr geh\u00f6rt und dachte, sie w\u00fcrde ohnm\u00e4chtig, so gro\u00df war der Schock. \u00bbIch dachte: \u203aAlle in Israel glauben, du bist tot \u2013 und du bist hier, gefangen als Sexsklavin.\u2039\u00ab Sp\u00e4ter habe Mohammed sie mit einer Waffe bedroht und klargemacht: \u00bbWenn du jemandem davon erz\u00e4hlst, bringe ich dich um.\u00ab<\/p>\n<p>Der Terrorist brachte einen Schwangerschaftstest<\/p>\n<p>Immer wieder sei sie von beiden Terroristen auch nach ihrem Sexualleben befragt worden. Um sich zu sch\u00fctzen, erfand sie einen Ehemann. \u00bbIch nannte ihn Yarden.\u00ab Als ihre Periode ausblieb, \u00bbgerieten wir alle in Panik\u00ab, berichtete Gonen in verst\u00f6render Klarheit. \u00bbMeine gr\u00f6\u00dfte Angst war, dass mir etwas angetan worden war.\u00ab Mohammed habe schlie\u00dflich einen Schwangerschaftstest gebracht. \u00bbEr war negativ.\u00ab<\/p>\n<p>Gonen sagte, die Bel\u00e4stigungen h\u00e4tten w\u00e4hrend der gesamten Zeit in dieser Wohnung angedauert. \u00bbIch sa\u00df auf dem Bett, Ibrahim setzte sich neben mich und begrapschte mich. Alles geschah in absoluter Stille im Zimmer. Ich fing unkontrolliert an zu weinen, und er drohte: \u203aPass auf \u2013 wenn du dich nicht beruhigst, werde ich w\u00fctend\u2039.\u00ab So seien die Tage verstrichen. \u00bbIch ging ins Bad, Mohammed kam mit und sah mir zu. Ich sa\u00df auf dem Bett, Ibrahim war da. Es waren mit Abstand die schlimmsten 16 Tage meiner Gefangenschaft.\u00ab<\/p>\n<p>Israels Pr\u00e4sident Isaac Herzog w\u00fcrdigte Gonens Entscheidung, an die \u00d6ffentlichkeit zu gehen, als \u00bbAkt au\u00dferordentlichen Mutes\u00ab. Ihre Aussage mache \u00bbdie Grausamkeit und moralische Verkommenheit der Hamas\u00ab sichtbar. Zugleich lenke sie den Blick auf ein Thema, \u00fcber das viele ehemalige Geiseln kaum sprechen k\u00f6nnten: sexuelle Gewalt.<\/p>\n<p>Auch M\u00e4nner wurden Opfer sexualisierter Gewalt <\/p>\n<p>Es gibt auch ehemals verschleppte M\u00e4nner, die \u00f6ffentlich erkl\u00e4rten, Opfer von sexuellem Missbrauch geworden zu sein. Unter ihnen sind Alon Ohel und Guy Gilboa-Dalal, die beide von \u00dcbergriffen durch Wachen berichteten. Die gesammelten Aussagen unterstreichen, dass der von der Hamas ver\u00fcbte sexuelle Missbrauch systematisch und nicht zuf\u00e4llig war.<\/p>\n<p>Medizinisches Fachpersonal, das zur\u00fcckgekehrte Geiseln behandelt, berichtet zudem, dass viele von ihnen Anzeichen schwerer Traumata aufweisen, die auf sexuellen Missbrauch hindeuten, selbst wenn sie nicht in der Lage oder nicht bereit sind, dies detailliert zu beschreiben.<\/p>\n<p>Gonens Entscheidung, trotz der pers\u00f6nlichen Belastung, dies zu tun, gilt als Wendepunkt. Menschenrechts- und Frauenorganisationen sagen, ihre Aussage best\u00e4rke die Forderungen nach internationalen Untersuchungen der Kriegsverbrechen, die von der Hamas w\u00e4hrend der Massaker vom 7. Oktober 2023 und in deren Folge begangen wurden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die junge Israelin ist die Motivation klar: \u00bbIch spreche, weil das, was uns widerfahren ist, nicht geleugnet und niemals vergessen werden darf.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Warnung: Dieser Text enth\u00e4lt verst\u00f6rende Gewaltschilderungen. Bitte beachten Sie dies vor der Lekt\u00fcre und gegen\u00fcber Minderj\u00e4hrigen. 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