{"id":677422,"date":"2025-12-29T09:53:11","date_gmt":"2025-12-29T09:53:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677422\/"},"modified":"2025-12-29T09:53:11","modified_gmt":"2025-12-29T09:53:11","slug":"dihk-praesident-wer-hart-arbeitet-ist-von-unserem-system-nicht-beguenstigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/677422\/","title":{"rendered":"DIHK-Pr\u00e4sident: \u201eWer hart arbeitet, ist von unserem System nicht beg\u00fcnstigt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Als Pr\u00e4sident der Deutschen Industrie- und Handelskammer hatte Peter Adrian hohe Erwartungen an die schwarz-rote Bundesregierung. Inzwischen ist er entt\u00e4uscht. Adrian fordert endlich echte Reformen \u2013 zweifelt jedoch an den Erfolgsaussichten der Rentenkommission.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Pr\u00e4sident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, bezweifelt, dass die Einsetzung der Rentenkommission tats\u00e4chlich zu seiner grundlegenden Reform der Altersversorgung f\u00fchren wird. \u201eIch habe eher die Sorge, dass eine Kommission auch ein Verschiebebahnhof sein kann\u201c, <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus6946c823f6fc544dba9aeeb9\/dihk-praesident-adrian-unser-sozialversicherungssystem-bietet-eine-vollkasko-loesung.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus6946c823f6fc544dba9aeeb9\/dihk-praesident-adrian-unser-sozialversicherungssystem-bietet-eine-vollkasko-loesung.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sagte Adrian WELT AM SONNTAG.<\/a>  <\/p>\n<p>\u201eDie \u00f6konomischen Fakten liegen ja auf dem Tisch, die Experten sind sich weitgehend einig. Man wei\u00df, an welchen Stellschrauben man drehen k\u00f6nnte. Dass eine Kommission wirklich grundlegend neue Erkenntnisse bringt, wage ich zu bezweifeln.\u201c\u00a0\u00a0Es werde aber vor allem darauf ankommen, ob die Bundesregierung bereit sein wird, die Empfehlungen der Kommission auch umzusetzen. \u201eDas war zumindest in der Vergangenheit leider h\u00e4ufig nicht der Fall\u201c, so der DIHK-Pr\u00e4sident.\u00a0 <\/p>\n<p>Reformen der Sozialversicherungen seien aber angesichts der hohen Lohnkosten dringend erforderlich. \u201eDie Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge machen inzwischen mehr als 40 Prozent der Lohnaufwendungen aus, dazu kommen Steuern\u201c, sagte Adrian. \u201eWer morgens aufsteht und hart arbeitet, ist von unserem System nicht unbedingt beg\u00fcnstigt.\u201c Man m\u00fcsse daher in den Sozialversicherungen \u201e\u00fcber faire Eigenbeteiligung reden\u201c, das k\u00f6nne dann \u201eauch Spielr\u00e4ume schaffen, die Belastung insgesamt zu begrenzen\u201c, so der Unternehmer.  <\/p>\n<p>\u201eWir sind bereits mitten in einem Verteilungskampf. Wenn wir den stoppen wollen, m\u00fcssen wir an die Strukturen ran.\u201c Der Forderung der Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA), die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einzuschr\u00e4nken, wollte sich Adrian jedoch nicht anschlie\u00dfen. \u201eUmstrittenes Thema, auch in der Wirtschaft\u201c, sagte er. \u201eDas k\u00f6nnte die Arbeitskosten senken. Aber es k\u00f6nnte auch aus taktischen Gr\u00fcnden eher zu l\u00e4ngeren Krankmeldungen kommen.\u201c<\/p>\n<p>Er sei insgesamt \u201eschon etwas entt\u00e4uscht\u201c von der Arbeit der schwarz-roten Koalition. \u201eWir hatten erwartet, dass die Bundesregierung sehr schnell mit grundlegenden Reformen startet\u201c, sagte Adrian. \u201eIm Koalitionsvertrag stehen ja auch viele Dinge: B\u00fcrokratier\u00fcckbau, Senkung der Unternehmenssteuern, Entlastung bei der Stromsteuer f\u00fcr alle \u2013 vieles davon ist nicht gekommen oder zumindest nicht so, dass es die Unternehmen jetzt schon sp\u00fcren.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Adrian forderte eine Ver\u00e4nderung der deutschen Klimaschutzpolitik. \u201eWir wollen die CO\u2082-Emissionen massiv reduzieren und am Ende Klimaneutralit\u00e4t erreichen \u2013 schon im Interesse unserer Kinder und Enkel\u201c, sagte er. \u201eAber wir sehen, dass der derzeit eingeschlagene Weg dieses Ziel nicht erreichen wird.\u201c Eine DIHK-Studie komme zu dem Ergebnis, dass der deutsche Transformationspfad bis 2049 \u00fcber f\u00fcnf Billionen Euro kosten w\u00fcrde. \u201eDas w\u00fcrde j\u00e4hrliche Investitionen in den Klimaschutz erfordern, die sich mehr als verdoppeln m\u00fcssten gegen\u00fcber dem Status quo. Das ist schlicht unrealistisch. Also m\u00fcssen wir die Wege anpassen, nicht das Ziel\u201c, sagte er. <\/p>\n<p>Das Pariser Klimaabkommen sei ein wichtiger Rahmen, aber viele der gr\u00f6\u00dften Emittenten setzten es nicht so um wie Deutschland. \u201eWenn Deutschland seine Grundstoffindustrie mit immer strengeren Vorgaben belastet, aber Stahl und Chemie dann aus L\u00e4ndern mit schlechteren Standards importiert wird, ist dem Klima nicht geholfen \u2013 im Gegenteil\u201c, sagte Adrian. \u201eWir sollten uns global auf ein Mindestniveau verst\u00e4ndigen, das alle mitgehen. Ohne internationale Koordination schaden wir am Ende vor allem uns selbst.\u201c<\/p>\n<p><b>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <\/b><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"http:\/\/www.businessinsider.de\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;http:\/\/www.businessinsider.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>\u201eBusiness Insider Deutschland\u201c<\/b><\/a><b> erstellt.<\/b><\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/philipp-vetter\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/philipp-vetter\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"><b>Philipp Vetter<\/b><\/a><b> ist Teamleiter im Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und \u201eBusiness Insider Deutschland\u201c.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Pr\u00e4sident der Deutschen Industrie- und Handelskammer hatte Peter Adrian hohe Erwartungen an die schwarz-rote Bundesregierung. 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